Analysis mit Hilfsmitteln
Ein Kaffee steht in einem Büro in Dortmund. Nach einer Viertelstunde ist er nur noch lauwarm. Wie genau kühlt er ab? Wann ist er trinkbar? Wie schnell fällt die Temperatur gerade jetzt? Solche Fragen stellt der Prüfungsteil B der Analysis-Aufgabe im Abitur, und zwar mit Bakterien, Gezeiten, Akkus oder Medikamenten. Mit WTR oder CAS/MMS und der Formelsammlung rechnen Sie hier viel, aber die Hilfsmittel nehmen Ihnen das Denken nicht ab. Sie müssen die Funktion lesen, die richtige Gleichung aufstellen, Ableitungen deuten und Ergebnisse mit Einheit formulieren.
Exponentielle Modelle: Zerfall, Wachstum, Änderungsrate
Die meisten Modelle in Teil B haben eine der folgenden Formen:
| Form | Bedeutung |
|---|---|
| $N(t)=N_0\cdot e^{kt}$ mit $k>0$ | unbegrenztes Wachstum (Bakterien) |
| $N(t)=N_0\cdot e^{-kt}$ mit $k>0$ | exponentieller Zerfall (Radioaktivität) |
| $T(t)=c+a\cdot e^{-kt}$ | Annäherung an einen Grenzwert $c$ (Abkühlung) |
Lesen Sie aus dem Term ab, was Sie ohne Rechnung sehen können:
-
$f(0)$ ist der Anfangswert. Bei $c+a\cdot e^{-kt}$ ist es $c+a$.
-
Für $t\to\infty$ gilt $e^{-kt}\to 0$. Der Graph nähert sich der waagerechten Asymptote $y=c$.
-
Die Ableitung $f'(t)$ ist die momentane Änderungsrate. Ihre Einheit ist „Einheit von $f$ pro Einheit von $t$“, zum Beispiel °C pro Minute.
Zwei Standardfragen kommen fast immer vor:
-
Wert zu gegebener Zeit: einsetzen.
-
Zeit zu gegebenem Wert: Gleichung aufstellen, $e^{\dots}$ isolieren, mit $\ln$ lösen.
Bei Wachstum ist die Verdopplungszeit $t_V$ die Zeit mit $e^{k t_V}=2$, also $t_V=\frac{\ln 2}{k}$. Beim Zerfall ist die Halbwertszeit $t_H=\frac{\ln 2}{k}$. Sie hängt nicht vom Anfangswert ab. Das ist der Grund, warum sie ein sinnvolles Maß ist.
In Aufgaben fragt man oft: „Beurteilen Sie die Eignung des Modells“. Unbegrenztes Wachstum $e^{kt}$ wächst über alle Grenzen. In der Realität stoßen Wachstumsprozesse an Grenzen wie Nährstoffe, Platz oder Lebensraum. Das Modell passt nur für einen begrenzten Zeitraum.
Ein Kaffee in einer Thermotasse kühlt in einem Büro in Dortmund ab. Seine Temperatur (in °C) wird für $t\ge 0$ (in Minuten nach dem Einschenken) durch…
Ein Kaffee in einer Thermotasse kühlt in einem Büro in Dortmund ab. Seine Temperatur (in °C) wird für $t\ge 0$ (in Minuten nach dem Einschenken) durch $T(t)=20+65\cdot e^{-0{,}05\cdot t}$ beschrieben.
- a) Geben Sie die Temperatur des Kaffees beim Einschenken sowie die Raumtemperatur an, der sich die Temperatur langfristig annähert.
- b) Berechnen Sie die Temperatur des Kaffees nach 10 Minuten.
- c) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem der Kaffee eine Temperatur von 40 °C hat.
- d) Berechnen Sie die momentane Änderungsrate der Temperatur nach 10 Minuten und deuten Sie den Wert im Sachzusammenhang.
Die Anzahl der Bakterien in einer Kultur wird für $t\ge 0$ (in Stunden) durch $N(t)=500\cdot e^{0{,}3\cdot t}$ modelliert. a) Berechnen Sie die Verdopplungszeit der…
Die Anzahl der Bakterien in einer Kultur wird für $t\ge 0$ (in Stunden) durch $N(t)=500\cdot e^{0{,}3\cdot t}$ modelliert.
- a) Berechnen Sie die Verdopplungszeit der Bakterienkultur.
- b) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem die Kultur 10.000 Bakterien enthält.
- c) Berechnen Sie die momentane Änderungsrate der Anzahl der Bakterien zum Zeitpunkt $t=4$ und deuten Sie den Wert.
- d) Beurteilen Sie die Eignung des Modells für sehr große Werte von $t$.
Begrenztes Wachstum und Umkehrfunktion
Ein Handyakku wird nie über 100 % geladen, ein Pool nie wärmer als die Heizung einstellt. Solche Vorgänge beschreibt das begrenzte Wachstum mit einer Schranke $S$:
$$f(t)=S-(S-f_0)\cdot e^{-kt}$$Dabei ist $f_0=f(0)$ der Anfangswert. Die Änderungsrate ist proportional zum Restabstand zur Schranke:
$$f'(t)=k\cdot\bigl(S-f(t)\bigr)$$Der Grund: Die Ableitung von $S-(S-f_0)e^{-kt}$ ist $k\,(S-f_0)\,e^{-kt}$, und das ist genau $k\cdot(S-f(t))$. Je näher $f$ an $S$ kommt, desto langsamer wächst $f$. Die größte Änderungsrate gibt es deshalb bei $t=0$. Der Graph ist streng monoton wachsend und rechtsgekrümmt.
Weil $f$ streng monoton ist, existiert eine Umkehrfunktion. Sie liefert zu einem Wert die zugehörige Zeit. So bestimmen Sie sie:
-
Setzen Sie $y=f(t)$.
-
Lösen Sie nach $t$ auf.
-
Vertauschen Sie die Namen der Variablen, falls gefordert.
-
Der Wertebereich von $f$ ist der Definitionsbereich der Umkehrfunktion, und umgekehrt.
Die Graphen von $f$ und der Umkehrfunktion liegen spiegelbildlich zur Geraden $y=x$.
Der Ladezustand $L$ (in %) eines Akkus wird beim Laden für $t\ge 0$ (in Minuten) durch $L(t)=100-90\cdot e^{-0{,}04\cdot t}$ modelliert. a) Geben Sie den Ladezustand zu…
Der Ladezustand $L$ (in %) eines Akkus wird beim Laden für $t\ge 0$ (in Minuten) durch $L(t)=100-90\cdot e^{-0{,}04\cdot t}$ modelliert.
- a) Geben Sie den Ladezustand zu Beginn des Ladevorgangs an und bestimmen Sie den Wert, dem sich der Ladezustand langfristig annähert.
- b) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem ein Ladezustand von 80 % erreicht ist.
- c) Zeigen Sie, dass für die Änderungsrate $L'(t)=0{,}04\cdot(100-L(t))$ gilt, und deuten Sie diese Beziehung im Sachzusammenhang.
- d) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem der Ladezustand am schnellsten zunimmt, und berechnen Sie die zugehörige Änderungsrate.
- e) Beurteilen Sie, inwiefern das Modell für den Ladevorgang realistisch ist.
Die Temperatur in einem Kühlraum (in °C) wird nach dem Einstellen einer neuen Solltemperatur für $t\ge 0$ (in Minuten) durch $T(t)=a\cdot e^{-b\cdot t}+c$ mit $a,b>0$…
Die Temperatur in einem Kühlraum (in °C) wird nach dem Einstellen einer neuen Solltemperatur für $t\ge 0$ (in Minuten) durch $T(t)=a\cdot e^{-b\cdot t}+c$ mit $a,b>0$ und $c\in\mathbb{R}$ beschrieben. Zu Beginn herrschen 25 °C, nach 10 Minuten 10 °C, und langfristig nähert sich die Temperatur 5 °C an.
- a) Bestimmen Sie die Werte von $a$, $b$ und $c$.
- b) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem die Temperatur mit einer Rate von 1 °C pro Minute abnimmt.
- c) Bestimmen Sie einen Funktionsterm der Umkehrfunktion von $T$ und geben Sie deren Definitions- und Wertebereich an. Erläutern Sie die Bedeutung der Umkehrfunktion im Sachzusammenhang.
- d) Nach 20 Minuten wird eine Temperatur von 6,6 °C gemessen. Beurteilen Sie, ob das Modell diesen Messwert gut beschreibt.
Wenn Parameter wie $a$, $b$, $c$ aus Angaben bestimmt werden sollen, übersetzen Sie jede Angabe in eine Gleichung. „Zu Beginn“ heißt $t=0$, „langfristig“ heißt $t\to\infty$. „Nach 10 Minuten 10 °C“ heißt $T(10)=10$. Danach lösen Sie das Gleichungssystem schrittweise.
Periodische Modelle
Gezeiten, Tageslängen, Wechselstrom und Riesenräder wiederholen sich regelmäßig. Das Modell ist
$$f(t)=a\cdot\sin(b\cdot t+c)+d \quad\text{bzw.}\quad f(t)=a\cdot\cos(b\cdot t+c)+d.$$Die Parameter haben feste Bedeutungen:
-
$d$ ist die Mittellage.
-
$|a|$ ist die Amplitude. Größter Wert $d+|a|$, kleinster Wert $d-|a|$.
-
$\frac{2\pi}{|b|}$ ist die Periode.
-
$-\frac{c}{b}$ ist die Phasenverschiebung. Man schreibt auch $a\cdot\sin(b\,(t-s))+d$ mit der Verschiebung $s$.
Der WTR muss auf Bogenmaß (RAD) stehen. Das ist die häufigste Fehlerquelle.
Zwei Aufgabentypen tauchen immer wieder auf:
-
Extremwerte und Extremstellen. Der Sinus hat den Höchstwert 1 für Argument $\frac{\pi}{2}+2\pi n$ und den Tiefstwert $-1$ für $\frac{3\pi}{2}+2\pi n$. Der Kosinus hat den Höchstwert 1 für Argument $2\pi n$ und den Tiefstwert $-1$ für $\pi+2\pi n$.
-
Ungleichung wie $f(t)\ge c$. Lösen Sie zuerst $f(t)=c$. Dabei gibt es innerhalb einer Periode zwei Lösungen (Symmetrie). Dann entscheiden Sie mit einer Skizze, welches Intervall dazwischenliegt.
Die Tageslänge in München (in Stunden) wird modellhaft durch $L(t)=3{,}9\cdot\sin\left(\frac{2\pi}{365}\cdot(t-80)\right)+12{,}1$ beschrieben. Dabei ist $t$ die Nummer…
Die Tageslänge in München (in Stunden) wird modellhaft durch $L(t)=3{,}9\cdot\sin\left(\frac{2\pi}{365}\cdot(t-80)\right)+12{,}1$ beschrieben. Dabei ist $t$ die Nummer des Tages im Jahr ($t=1$ ist der 1. Januar).
- a) Geben Sie die Periode der Funktion $L$ an und bestimmen Sie die größte und die kleinste Tageslänge nach diesem Modell.
- b) Bestimmen Sie den Tag, an dem die Tageslänge nach dem Modell am größten ist.
- c) Bestimmen Sie die Anzahl der Tage zwischen $t=1$ und $t=365$, an denen die Tageslänge nach dem Modell mehr als 14 Stunden beträgt.
Der Wasserstand in Cuxhaven (in m bezogen auf Normalhöhennull) wird für $t\ge 0$ (in Stunden nach einem Hochwasser) modellhaft durch…
Der Wasserstand in Cuxhaven (in m bezogen auf Normalhöhennull) wird für $t\ge 0$ (in Stunden nach einem Hochwasser) modellhaft durch $h(t)=1{,}5\cdot\cos\left(\frac{2\pi}{12{,}4}\cdot t\right)+0{,}2$ beschrieben.
- a) Bestimmen Sie den höchsten und den niedrigsten Wasserstand nach dem Modell.
- b) Bestimmen Sie die ersten beiden Zeitpunkte nach $t=0$, zu denen das Niedrigwasser erreicht wird.
- c) Ein Fährschiff kann den Hafen nur bei einem Wasserstand von mindestens 1,0 m anlaufen. Bestimmen Sie die Dauer in Stunden, für die das innerhalb einer Periode der Fall ist.
- d) Berechnen Sie die betragsmäßig größte Änderungsrate des Wasserstands und geben Sie an, zu welchen Zeitpunkten innerhalb der ersten Periode sie angenommen wird.
Funktionenscharen untersuchen
Eine Funktionenschar $f_k$ enthält einen Parameter $k$. Für jedes feste $k$ ergibt sich eine Funktion. Sie untersuchen alle gleichzeitig und rechnen mit $k$ wie mit einer Zahl. Das Vorgehen ist wie bei der Kurvendiskussion:
-
Ableitungen bilden (Produkt- und Kettenregel), ausklammern.
-
$f_k'(x)=0$ lösen. Weil $e^{\dots}\ne 0$ ist und bei $\ln$ nur $x>0$ zugelassen ist, bleibt oft nur ein Faktor übrig.
-
Art des Extremums mit $f_k''$ prüfen.
-
Koordinaten in Abhängigkeit von $k$ angeben.
-
Ortskurve: Bei Extrem- oder Wendepunkten $(x_P\,|\,y_P)$ mit Parameter lösen Sie $x_P$ nach $k$ auf und setzen in $y_P$ ein. Danach enthält die Gleichung nur noch $x$ und $y$.
Bei Parameterfragen gilt:
-
„Für welche $a$ gibt es keine, genau eine, genau zwei Nullstellen?“ Untersuchen Sie zuerst Verhalten und Hochpunkt. Der Hochpunkt entscheidet, ob der Graph die $x$-Achse erreicht. Liegt er darunter, gibt es keine Nullstelle. Liegt er genau darauf, gibt es eine. Liegt er darüber, gibt es zwei (bei Monotonie zu beiden Seiten).
-
„Bestimmen Sie $k$ so, dass …“: Bedingung als Gleichung in $k$ ansetzen, lösen, Probe.
-
Gleichungen wie $\ln x=0{,}25x$ lassen sich nicht algebraisch lösen. Dafür gibt es den Gleichungslöser des WTR oder den solve-Befehl des CAS. Notieren Sie im Heft dennoch den Ansatz (Operator „Bestimmen Sie“ verlangt den Ansatz mit Ergebnis).
Für $k>0$ ist die Funktionenschar $f_k$ mit $f_k(x)=x\cdot e^{-k\cdot x}$, $x\in\mathbb{R}$, gegeben. a) Zeigen Sie, dass $f_k'(x)=(1-k\cdot x)\cdot e^{-k\cdot x}$ gilt,…
Für $k>0$ ist die Funktionenschar $f_k$ mit $f_k(x)=x\cdot e^{-k\cdot x}$, $x\in\mathbb{R}$, gegeben.
- a) Zeigen Sie, dass $f_k'(x)=(1-k\cdot x)\cdot e^{-k\cdot x}$ gilt, und weisen Sie nach, dass der Graph von $f_k$ genau einen Hochpunkt besitzt. Geben Sie dessen Koordinaten in Abhängigkeit von $k$ an.
- b) Zeigen Sie, dass $f_k$ die Wendestelle $x=\frac{2}{k}$ besitzt.
- c) Die Hochpunkte aller Graphen der Schar liegen auf einer Kurve. Bestimmen Sie eine Gleichung dieser Kurve.
- d) Bestimmen Sie den Wert von $k$, für den der Hochpunkt die $y$-Koordinate $0{,}2$ hat.
Für $a>0$ ist die Funktionenschar $f_a$ mit $f_a(x)=\ln x-a\cdot x$, $x>0$, gegeben. a) Untersuchen Sie $f_a$ auf lokale Extremstellen und bestimmen Sie den Hochpunkt…
Für $a>0$ ist die Funktionenschar $f_a$ mit $f_a(x)=\ln x-a\cdot x$, $x>0$, gegeben.
- a) Untersuchen Sie $f_a$ auf lokale Extremstellen und bestimmen Sie den Hochpunkt $H_a$ in Abhängigkeit von $a$.
- b) Bestimmen Sie, für welche Werte von $a$ der Graph von $f_a$ keine, genau eine bzw. genau zwei Nullstellen besitzt. Begründen Sie Ihre Aussage.
- c) Zeigen Sie, dass die Hochpunkte $H_a$ aller Graphen der Schar auf dem Graphen der Funktion $h$ mit $h(x)=\ln x-1$ liegen.
- d) Bestimmen Sie für $a=0{,}25$ die Nullstellen von $f_a$ näherungsweise (z. B. mit dem GTR).
Produkt aus Polynom und e-Funktion: Medikamentenmodell
Funktionen wie $c(t)=A\cdot t\cdot e^{-kt}$ beschreiben Vorgänge, die erst ansteigen und dann abklingen. Ein Beispiel ist die Konzentration eines Medikaments im Blut. Zuerst überwiegt der Faktor $t$ (Aufnahme), später der Faktor $e^{-kt}$ (Abbau).
Was Sie dazu brauchen:
-
Ableitung: $c'(t)=A\,(1-kt)\,e^{-kt}$. Mit Produktregel und Ausklammern von $e^{-kt}$.
-
Hochpunkt: $c'(t)=0 \Rightarrow t=\frac1k$. Die Konzentration ist dort maximal.
-
Stärkste Abnahme: Die Änderungsrate ist $c'$. Ihre extremen Werte finden Sie bei den Nullstellen von $c''(t)=A\,(k^2t-2k)\,e^{-kt}$, also bei $t=\frac{2}{k}$ (Wendestelle von $c$). Dort ist $c'$ am kleinsten, also nimmt $c$ am stärksten ab.
-
Verhalten für $t\to\infty$: $t\cdot e^{-kt}=\frac{t}{e^{kt}}\to 0$, weil die Exponentialfunktion schneller wächst als jede Potenz von $t$. Der Graph hat die waagerechte Asymptote $y=0$.
-
„Mindestens $c_0$“: Lösen Sie $c(t)=c_0$ mit dem Gleichungslöser. Es gibt bei einem Hochpunkt über $c_0$ zwei Lösungen $t1
-
Wiederholte Einnahme: Wird dieselbe Dosis zu einem späteren Zeitpunkt $t_0$ noch einmal eingenommen, überlagern sich beide Wirkungen. Für $t\ge t_0$ gilt $c_{\text{ges}}(t)=c(t)+c(t-t_0)$. Die zweite Dosis wirkt ab ihrem Beginn so, als wäre $t-t_0$ die vergangene Zeit.
Die Konzentration eines Medikaments im Blut (in mg/l) wird für $t\ge 0$ (in Stunden nach der Einnahme) durch $c(t)=12\cdot t\cdot e^{-0{,}4\cdot t}$ modelliert. a)…
Die Konzentration eines Medikaments im Blut (in mg/l) wird für $t\ge 0$ (in Stunden nach der Einnahme) durch $c(t)=12\cdot t\cdot e^{-0{,}4\cdot t}$ modelliert.
- a) Bestimmen Sie den Zeitpunkt der höchsten Konzentration und den zugehörigen Wert.
- b) Bestimmen Sie den Zeitraum, in dem die Konzentration mindestens 5 mg/l beträgt.
- c) Bestimmen Sie den Zeitpunkt, zu dem die Konzentration am stärksten abnimmt, und berechnen Sie die zugehörige Änderungsrate.
- d) Begründen Sie, dass $c(t)$ für $t\to\infty$ gegen $0$ strebt.
- e) Sechs Stunden nach der ersten Einnahme wird dieselbe Dosis erneut eingenommen. Für $t\ge 6$ wird die Gesamtkonzentration durch $c_2(t)=c(t)+c(t-6)$ modelliert. Berechnen Sie $c_2(8)$ und beurteilen Sie dieses Modell.
Auf einen Blick
-
Exponentielle Modelle: $f(0)$ ist der Anfangswert, die Grenzwerte lesen Sie an $e^{-kt}\to0$ ab. Die Verdopplungs- bzw. Halbwertszeit ist $\frac{\ln 2}{k}$. $f'$ ist die Änderungsrate mit Einheit.
-
Begrenztes Wachstum: $f(t)=S-(S-f_0)e^{-kt}$ mit $f'=k\,(S-f)$. Die Umkehrfunktion erhalten Sie durch Auflösen nach $t$. Vergessen Sie Definitions- und Wertebereich nicht.
-
Periodische Modelle: $a\sin(bt+c)+d$ hat Amplitude $|a|$, Periode $\frac{2\pi}{|b|}$, Mittellage $d$. WTR auf Bogenmaß. Pro Periode gibt es zwei Lösungen von $f(t)=c$.
-
Funktionenscharen: Parameter wie Konstanten behandeln. Extremstellen mit $f_k'=0$, Ortskurve durch Eliminieren des Parameters.
-
Produkt $t\cdot e^{-kt}$: Hochpunkt bei $t=\frac1k$, stärkste Abnahme an der Wendestelle $t=\frac2k$, Grenzwert 0. Mehrfachgaben überlagern sich.
-
Arbeitsweise in Teil B: Ansatz aufschreiben, mit WTR/CAS lösen, Ergebnis mit Einheit im Satz formulieren und im Sachzusammenhang deuten.
Zum Anfang: Wie kühlt der Kaffee ab? Er nähert sich exponentiell der Raumtemperatur, und die Abkühlung ist am Anfang am schnellsten. Mit Gleichung und Ableitung beantworten Sie jede Frage dazu.