Einfluss von n und p auf die Binomialverteilung
Ein Handballverein in Düsseldorf verlost bei seinem Sommerfest Lose. Jedes Los gewinnt mit der Wahrscheinlichkeit $p = 0{,}2$. Wie sieht das Histogramm der Gewinnanzahl aus, wenn 10 Lose gekauft werden? Und wie ändert es sich bei 40 Losen oder bei $p = 0{,}8$? Das lässt sich ohne lange Rechnung vorhersagen, wenn man weiß, wie $n$ und $p$ das Histogramm steuern.
Lage, Maximum und Symmetrie
Für $X \sim B(n;p)$ gilt $\mu = E(X) = n \cdot p$. Dieser Wert ist der „Schwerpunkt“ des Histogramms. Das Maximum der Wahrscheinlichkeiten liegt bei der ganzen Zahl $k$ in der Nähe von $n \cdot p$.
Die Form hängt von $p$ ab:
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$p = 0{,}5$: Das Histogramm ist symmetrisch zu $k = \mu = \frac{n}{2}$.
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$p < 0{,}5$: Das Maximum liegt links der Mitte, der lange Ausläufer zeigt nach rechts. Das Histogramm ist rechtsschief (linkssteil).
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$p > 0{,}5$: Das Maximum liegt rechts der Mitte, der lange Ausläufer zeigt nach links. Das Histogramm ist linksschief (rechtssteil).
Für $p$ und $1-p$ vertauschen Treffer und Nieten ihre Rollen. Aus $k$ Treffern bei $p$ werden $n-k$ Treffer bei $1-p$. Deshalb sind die Histogramme von $B(n;p)$ und $B(n;1-p)$ spiegelbildlich zur Achse $k = \frac{n}{2}$.
Ein Histogramm der Binomialverteilung mit $n=10$ und $p=0,5$ ist symmetrisch. a) Berechnen Sie den Erwartungswert. b) Geben Sie an, bei welchem Wert von $k$ das Maximum…
Ein Histogramm der Binomialverteilung mit $n=10$ und $p=0,5$ ist symmetrisch.
- a) Berechnen Sie den Erwartungswert.
- b) Geben Sie an, bei welchem Wert von $k$ das Maximum der Wahrscheinlichkeiten liegt.
Ein Histogramm einer Binomialverteilung hat sein Maximum bei $k=6$ und ist annähernd symmetrisch. Es gilt $n=12$. Bestimmen Sie $p$ näherungsweise.
Ein Histogramm einer Binomialverteilung hat sein Maximum bei $k=6$ und ist annähernd symmetrisch. Es gilt $n=12$. Bestimmen Sie $p$ näherungsweise.
Die Streuung hängt von n und p ab
Die Standardabweichung $\sigma = \sqrt{n \cdot p \cdot (1-p)}$ misst die Breite des Histogramms.
Einfluss von $p$: Bei festem $n$ ist $p(1-p)$ am größten für $p = 0{,}5$. Dann ist $p(1-p) = 0{,}25$, für alle anderen $p$ ist es kleiner. Der Term $p(1-p)$ ist eine nach unten geöffnete Parabel mit dem Scheitelpunkt bei $p = 0{,}5$. Für $p$ nahe 0 oder 1 sind die Histogramme schmal und hoch, bei $p = 0{,}5$ sind sie am breitesten und am flachsten.
Einfluss von $n$: Mit wachsendem $n$ wächst $\sigma$ wie $\sqrt{n}$. Vervierfacht man $n$, so verdoppelt sich $\sigma$. Das Histogramm wird breiter und verschiebt sich nach rechts (denn $\mu = np$ wächst). Weil die Summe der Wahrscheinlichkeiten immer 1 ist, werden die Balken dabei niedriger.
| $n$ | $p$ | $\mu$ | $\sigma$ |
|---|---|---|---|
| 10 | 0,5 | 5 | $\approx 1{,}58$ |
| 40 | 0,5 | 20 | $\approx 3{,}16$ |
| 10 | 0,2 | 2 | $\approx 1{,}26$ |
Eine Zufallsgröße $X$ ist binomialverteilt mit $n=20$ und $p=0,1$. a) Berechnen Sie $\mu$ und $\sigma$. b) Beschreiben Sie die Form des Histogramms (symmetrisch,…
Eine Zufallsgröße $X$ ist binomialverteilt mit $n=20$ und $p=0,1$.
- a) Berechnen Sie $\mu$ und $\sigma$.
- b) Beschreiben Sie die Form des Histogramms (symmetrisch, linksschief oder rechtsschief).
Vergleichen Sie die Histogramme von $X_1\sim B(20;0,3)$ und $X_2\sim B(20;0,7)$. a) Berechnen Sie jeweils Erwartungswert und Standardabweichung. b) Beschreiben Sie, wie…
Vergleichen Sie die Histogramme von $X_1\sim B(20;0,3)$ und $X_2\sim B(20;0,7)$.
- a) Berechnen Sie jeweils Erwartungswert und Standardabweichung.
- b) Beschreiben Sie, wie die beiden Histogramme zueinander liegen.
Ein Würfel wird $n$-mal geworfen; $X$ zählt die Sechsen. a) Berechnen Sie $\sigma$ für $n=30$ und für $n=120$. b) Erläutern Sie, wie sich die Breite und die Höhe des…
Ein Würfel wird $n$-mal geworfen; $X$ zählt die Sechsen.
- a) Berechnen Sie $\sigma$ für $n=30$ und für $n=120$.
- b) Erläutern Sie, wie sich die Breite und die Höhe des Histogramms verändern, wenn $n$ wächst.
- c) Bestimmen Sie $n$, damit $\sigma = 5$ gilt.
Für $X\sim B(n;p)$ gilt $\sigma=\sqrt{np(1-p)}$. a) Zeigen Sie, dass $\sigma$ bei festem $n$ für $p=0,5$ maximal wird. b) Begründen Sie damit, warum Histogramme für…
Für $X\sim B(n;p)$ gilt $\sigma=\sqrt{np(1-p)}$.
- a) Zeigen Sie, dass $\sigma$ bei festem $n$ für $p=0,5$ maximal wird.
- b) Begründen Sie damit, warum Histogramme für $p=0,5$ am breitesten sind.
- c) Begründen Sie, dass für $p$ und $1-p$ die Histogramme spiegelbildlich zueinander sind.
Histogramme zuordnen und Wahrscheinlichkeiten ablesen
Aufgaben im Abitur verlangen oft, ein Histogramm einer Verteilung $B(n;p)$ zuzuordnen. Man geht so vor:
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$\mu = np$ berechnen und mit dem Maximum vergleichen.
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$\sigma$ berechnen und mit der Breite vergleichen.
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Aus $p$ die Form (symmetrisch, rechts- oder linksschief) ableiten.
Kumulierte Wahrscheinlichkeiten wie $P(X \le k)$ bestimmt man mit dem Taschenrechner (WTR, binomiale Verteilungsfunktion). Für $P(a \le X \le b)$ rechnet man $P(X \le b) - P(X \le a-1)$.
Die Wahrscheinlichkeit im Bereich $\mu \pm \sigma$ ist ein guter Anhaltspunkt für die Breite. Für $p = 0{,}5$ und großes $n$ liegt sie bei etwa $68\,\%$. Bei kleinem $n$ oder schiefen Histogrammen weicht sie davon ab.
Ein Unternehmen in Stuttgart stellt Bauteile mit einem Ausschussanteil von $p=0,05$ her. In einer Stichprobe vom Umfang $n=100$ ist $X$ die Anzahl defekter Teile. a)…
Ein Unternehmen in Stuttgart stellt Bauteile mit einem Ausschussanteil von $p=0,05$ her. In einer Stichprobe vom Umfang $n=100$ ist $X$ die Anzahl defekter Teile.
- a) Berechnen Sie $\mu$ und $\sigma$.
- b) Beschreiben Sie, wie das Histogramm aussieht.
- c) Bestimmen Sie $P(X\le 3)$ mit dem Taschenrechner.
Drei Histogramme gehören zu den Binomialverteilungen $B(10;0,2)$, $B(10;0,5)$ und $B(40;0,5)$. Das erste Histogramm hat sein Maximum bei $k=2$, das zweite bei $k=5$ und…
Drei Histogramme gehören zu den Binomialverteilungen $B(10;0,2)$, $B(10;0,5)$ und $B(40;0,5)$. Das erste Histogramm hat sein Maximum bei $k=2$, das zweite bei $k=5$ und ist schmal, das dritte bei $k=20$ und ist breit.
- a) Ordnen Sie jedem Histogramm eine Verteilung zu und begründen Sie die Zuordnung mit Erwartungswert und Standardabweichung.
- b) Berechnen Sie für $B(40;0,5)$ die Wahrscheinlichkeit $P(\mu-\sigma\le X\le\mu+\sigma)$ näherungsweise mit dem Taschenrechner.
- c) Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Faustregel von etwa $68\,\%$.
Relative Häufigkeiten und wachsender Stichprobenumfang
Oft interessiert nicht die Anzahl $X$ der Treffer, sondern der Anteil $\frac{X}{n}$. Für die relative Häufigkeit gilt:
$$E\!\left(\frac{X}{n}\right) = p \qquad \text{und} \qquad \sigma\!\left(\frac{X}{n}\right) = \frac{\sigma}{n} = \sqrt{\frac{p(1-p)}{n}}$$Der Erwartungswert der relativen Häufigkeit bleibt also bei $p$. Die Streuung nimmt mit $\frac{1}{\sqrt{n}}$ ab. Bei größerer Stichprobe liegt der Anteil daher meist näher an $p$. Das ist die Grundlage von Umfragen und Qualitätskontrollen.
Die relative Streuung $\frac{\sigma}{\mu} = \sqrt{\frac{1-p}{np}}$ sinkt ebenfalls mit wachsendem $n$. Absolut wird die Streuung größer, im Verhältnis zum Erwartungswert aber kleiner.
Zurück zum Anfang: Bei 10 Losen mit $p = 0{,}2$ ist das Histogramm rechtsschief mit Maximum bei $k = 2$ und $\sigma \approx 1{,}26$. Bei 40 Losen liegt das Maximum bei $k = 8$, das Histogramm ist breiter ($\sigma \approx 2{,}53$) und die Balken sind niedriger. Bei $p = 0{,}8$ ergibt sich jeweils das Spiegelbild.
Bei einer Wahl in Dresden unterstützen $p=0,3$ der Wahlberechtigten eine Partei. Es werden $n$ Personen zufällig befragt. a) Bestimmen Sie $\mu$ und $\sigma$ für $n=50$…
Bei einer Wahl in Dresden unterstützen $p=0,3$ der Wahlberechtigten eine Partei. Es werden $n$ Personen zufällig befragt.
- a) Bestimmen Sie $\mu$ und $\sigma$ für $n=50$ und $n=500$ sowie die relative Streuung $\sigma/\mu$.
- b) Erläutern Sie, wie sich die Verteilung der relativen Häufigkeit $X/n$ mit wachsendem $n$ verändert.
- c) Bestimmen Sie den kleinsten Stichprobenumfang $n$, für den $\sigma/n\le 0,02$ gilt.
Auf einen Blick
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Für $X \sim B(n;p)$ gilt $\mu = np$. Das Maximum liegt in der Nähe von $np$.
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$p = 0{,}5$: symmetrisch. $p < 0{,}5$: rechtsschief. $p > 0{,}5$: linksschief. $B(n;p)$ und $B(n;1-p)$ sind spiegelbildlich ($k \leftrightarrow n-k$).
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$\sigma = \sqrt{np(1-p)}$ ist bei festem $n$ für $p = 0{,}5$ am größten. Mit wachsendem $n$ wächst $\sigma$ wie $\sqrt{n}$, das Histogramm wird breiter und flacher.
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Für den Anteil $\frac{X}{n}$ gilt $E = p$ und $\frac{\sigma}{n} = \sqrt{\frac{p(1-p)}{n}}$. Die Streuung des Anteils nimmt mit $\frac{1}{\sqrt{n}}$ ab.
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Histogramme ordnet man über $\mu$, $\sigma$ und die Form zu. Wahrscheinlichkeiten bestimmt man mit dem WTR.