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Q2 Grundkurs · Physik
Elektrodynamik, Energieübertragung und Strahlung in Materie · Kondensator und elektromagnetische Schwingung

Elektromagnetischer Schwingkreis

Beim Abstimmen eines Radios drehen Sie an einem Knopf, und plötzlich ist der Sender von WDR 2 klar zu hören. Im Gerät verändert Ihr Drehen die Kapazität eines Kondensators. Warum wählt das genau einen Sender aus? Die Antwort steckt in einem Bauteilpaar, das von allein schwingt: Spule und Kondensator.

Der Schwingkreis: Energie pendelt hin und her

Ein elektromagnetischer Schwingkreis besteht aus einem Kondensator (Kapazität $C$) und einer Spule (Induktivität $L$), die zu einem geschlossenen Kreis verbunden sind.

Wir laden den Kondensator auf und schließen dann den Kreis. Was passiert?

  1. Start: Der Kondensator ist voll geladen, $U = U_0$, es fließt noch kein Strom. Die Energie steckt im elektrischen Feld: $E_\mathrm{el} = \tfrac12 C U^2$.

  2. Entladen: Der Kondensator entlädt sich über die Spule. Der Strom wächst, die Spule baut ein Magnetfeld auf (die Induktion bremst den Anstieg).

  3. Nach einer Viertelperiode: Der Kondensator ist leer, $U = 0$, der Strom ist maximal. Die ganze Energie steckt im Magnetfeld: $E_\mathrm{mag} = \tfrac12 L I^2$.

  4. Weiter: Das zusammenbrechende Magnetfeld induziert eine Spannung, die den Strom weitertreibt. Der Kondensator wird mit umgekehrter Polung wieder aufgeladen.

  5. Nach einer halben Periode: Der Kondensator ist wieder voll geladen, aber umgekehrt gepolt. Dann läuft alles rückwärts.

Vier Zeitpunkte einer Schwingung: Energie im Kondensator, dann in der Spule, dann wieder im Kondensator mit umgekehrter Polung Kondensator t = 0 Energie in C Spule t = T/4 Energie in L Kondensator umgepolt t = T/2 Energie in C Spule I umgekehrt t = 3T/4 Energie in L Ohne Verluste bleibt die Gesamtenergie konstant.

Das ist das elektrische Gegenstück zum Federpendel: Kondensator ↔ gespannte Feder, Spule ↔ bewegte Masse.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Kondensator wird aufgeladen und dann mit einer Spule verbunden. Beschreiben Sie qualitativ die Energieumwandlungen während einer vollständigen Schwingung und nennen…

Ein Kondensator wird aufgeladen und dann mit einer Spule verbunden. Beschreiben Sie qualitativ die Energieumwandlungen während einer vollständigen Schwingung und nennen Sie, in welchem Bauteil die Energie jeweils zu Beginn, nach einer Viertelperiode und nach einer halben Periode gespeichert ist.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein ungedämpfter Schwingkreis mit $C = 10\ \mu\text{F}$ und $L = 0,25\ \text{H}$ beginnt mit einem geladenen Kondensator, $U_0 = 20\ \text{V}$. a) Berechnen Sie die…

Ein ungedämpfter Schwingkreis mit $C = 10\ \mu\text{F}$ und $L = 0,25\ \text{H}$ beginnt mit einem geladenen Kondensator, $U_0 = 20\ \text{V}$.

  1. a) Berechnen Sie die Gesamtenergie des Schwingkreises.
  2. b) Berechnen Sie die maximale Stromstärke, wenn die gesamte Energie im Magnetfeld der Spule steckt ($E=\tfrac12 L I^2$).
  3. c) Berechnen Sie die Periodendauer.
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Eigenfrequenz und Thomson-Gleichung

Wie schnell schwingt der Kreis? Je größer $L$, desto langsamer baut sich der Strom auf und ab (träger). Je größer $C$, desto mehr Ladung muss hin und her fließen, desto länger dauert es. Beides verlängert die Periodendauer.

Die Gleichung gilt für den ungedämpften Kreis (und nähert den schwach gedämpften gut). Die Frequenz hängt nicht von der Anfangsspannung ab, nur von $L$ und $C$.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Schwingkreis besteht aus einer Spule mit $L = 50\ \text{mH}$ und einem Kondensator mit $C = 2,0\ \mu\text{F}$. Berechnen Sie mit der Thomson-Gleichung…

Ein Schwingkreis besteht aus einer Spule mit $L = 50\ \text{mH}$ und einem Kondensator mit $C = 2,0\ \mu\text{F}$. Berechnen Sie mit der Thomson-Gleichung $T = 2\pi\sqrt{LC}$ die Periodendauer und die Eigenfrequenz.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Schwingkreis hat die Eigenfrequenz $f = 800\ \text{Hz}$ bei $L = 0,10\ \text{H}$. Berechnen Sie die Kapazität des Kondensators.

Ein Schwingkreis hat die Eigenfrequenz $f = 800\ \text{Hz}$ bei $L = 0,10\ \text{H}$. Berechnen Sie die Kapazität des Kondensators.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Radioempfänger enthält einen Schwingkreis mit $L = 2,0\ \mu\text{H}$ und einem Drehkondensator, dessen Kapazität zwischen $50\ \text{pF}$ und $500\ \text{pF}$…

Ein Radioempfänger enthält einen Schwingkreis mit $L = 2,0\ \mu\text{H}$ und einem Drehkondensator, dessen Kapazität zwischen $50\ \text{pF}$ und $500\ \text{pF}$ eingestellt werden kann.

  1. a) Berechnen Sie den Frequenzbereich, auf den der Schwingkreis abgestimmt werden kann.
  2. b) Prüfen Sie, ob damit ein Sender mit $f = 10\ \text{MHz}$ empfangen werden kann.
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Schwingkreise im Einsatz: Abstimmung und Sensor

Das Radio vom Anfang: Ein Drehkondensator verändert $C$, damit ändert sich $f_0$. Stimmt $f_0$ mit der Frequenz des Senders überein, schwingt der Kreis besonders stark mit (Resonanz). Andere Sender regen ihn kaum an.

Die Kapazität eines Plattenkondensators ist

$$C = \varepsilon_0\varepsilon_r\frac{A}{d}.$$

Vergrößert man den Plattenabstand $d$, sinkt $C$ und $f_0$ steigt. Schiebt man ein Dielektrikum ($\varepsilon_r>1$) ein, steigt $C$ und $f_0$ sinkt. So lassen sich Abstände, Füllstände oder Feuchtigkeit über eine Frequenzänderung messen.

Üben★★★Nicht begonnen
Ein Schwingkreis wird mit $L = 0,10\ \text{H}$ und $C = 1,0\ \mu\text{F}$ aufgebaut. Der Kondensator wird auf $8,0\ \text{V}$ geladen. a) Berechnen Sie die Eigenfrequenz…

Ein Schwingkreis wird mit $L = 0,10\ \text{H}$ und $C = 1,0\ \mu\text{F}$ aufgebaut. Der Kondensator wird auf $8,0\ \text{V}$ geladen.

  1. a) Berechnen Sie die Eigenfrequenz und die maximale Stromstärke.
  2. b) Berechnen Sie die Spannung am Kondensator in dem Moment, in dem die Stromstärke die Hälfte ihres Maximalwerts beträgt.
  3. c) Begründen Sie, wie sich die Eigenfrequenz ändert, wenn man die Kapazität vervierfacht.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Experimentator ändert den Abstand der Platten eines Plattenkondensators in einem Schwingkreis von $d_1 = 1,0\ \text{mm}$ auf $d_2 = 4,0\ \text{mm}$. Die Spule bleibt…

Ein Experimentator ändert den Abstand der Platten eines Plattenkondensators in einem Schwingkreis von $d_1 = 1,0\ \text{mm}$ auf $d_2 = 4,0\ \text{mm}$. Die Spule bleibt unverändert, $f_1 = 5,0\ \text{kHz}$.

  1. a) Berechnen Sie die neue Eigenfrequenz.
  2. b) Anschließend wird bei $d_2$ eine Glasplatte ($\varepsilon_r = 7,0$) vollständig zwischen die Platten geschoben. Bestimmen Sie die dann auftretende Eigenfrequenz.
  3. c) Erläutern Sie, wie man diesen Effekt für einen Sensor nutzen könnte.
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Messung am Oszilloskop und Dämpfung

Auf dem Oszilloskop sieht man die Kondensatorspannung $U_C(t)$ als Sinuskurve. Um $T$ genau zu messen, misst man mehrere Perioden und teilt: Dauern 10 Schwingungen $6{,}3\,\mathrm{ms}$, ist $T = 0{,}63\,\mathrm{ms}$. Dann folgt $C = \dfrac{T^2}{4\pi^2 L}$.

In echten Schwingkreisen nimmt die Amplitude ab: Die Spule und die Leitungen haben einen Widerstand $R$. Dort wird Energie in Wärme umgewandelt. Man spricht von einer gedämpften Schwingung. Die Frequenz bleibt bei schwacher Dämpfung nahezu gleich.

Oft verkleinert sich die Amplitude pro Periode um denselben Faktor $q<1$: $\hat U_{k+1} = q\cdot\hat U_k$. Das ist eine geometrische Folge. Da die Energie proportional zu $\hat U^2$ ist, gilt für sie der Faktor $q^2$.

Soll die Schwingung ungedämpft bleiben, muss man die Verluste ausgleichen. Bei einer Rückkopplung (Meißner-Schaltung) steuert der Schwingkreis selbst einen Transistor, der im richtigen Takt, also immer in der passenden Phase, Energie aus einer Spannungsquelle nachliefert. So entstehen ungedämpfte Schwingungen für Sender und Oszillatoren.

Üben★★☆Nicht begonnen
Auf dem Oszilloskop wird die Kondensatorspannung eines Schwingkreises mit $L = 40\ \text{mH}$ dargestellt. Zehn volle Schwingungen dauern zusammen $6,3\ \text{ms}$. a)…

Auf dem Oszilloskop wird die Kondensatorspannung eines Schwingkreises mit $L = 40\ \text{mH}$ dargestellt. Zehn volle Schwingungen dauern zusammen $6,3\ \text{ms}$.

  1. a) Bestimmen Sie Periodendauer und Frequenz.
  2. b) Berechnen Sie die Kapazität des Kondensators.
  3. c) Die Amplitude der Spannung nimmt von Schwingung zu Schwingung ab. Erklären Sie dies.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Schwingkreis wird durch einen Verlustwiderstand gedämpft: Die Kondensatorspannung erreicht in drei aufeinanderfolgenden Maxima (jeweils im Abstand einer Periode) die…

Ein Schwingkreis wird durch einen Verlustwiderstand gedämpft: Die Kondensatorspannung erreicht in drei aufeinanderfolgenden Maxima (jeweils im Abstand einer Periode) die Werte $10,0\ \text{V}$; $8,0\ \text{V}$; $6,4\ \text{V}$.

  1. a) Zeigen Sie, dass die Amplituden eine geometrische Folge bilden, und geben Sie den Dämpfungsfaktor pro Periode an.
  2. b) Berechnen Sie, welchen Anteil der Energie der Schwingkreis pro Periode verliert.
  3. c) Beschreiben Sie, wie man durch periodisches Nachladen mit einer Rückkopplung eine ungedämpfte Schwingung erreicht.
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Auf einen Blick

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