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Q2 Leistungskurs · Biologie
Molekulargenetik · Von der DNA zum Protein

Die Genexpression

Die DNA einer Zelle in Köln liegt gut geschützt im Zellkern. Proteine werden aber im Zytoplasma gebildet, am Ribosom. Wie gelangt die Information eines Gens dorthin, ohne dass die DNA den Zellkern verlässt? Und wie wird aus einer Folge von vier Basen eine Kette aus 20 verschiedenen Aminosäuren? Genau das klärt dieser Abschnitt.

Vom Gen zum Protein: der Überblick

Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt, der die Information für ein funktionelles Produkt enthält. Dieses Produkt ist entweder ein Protein (über eine mRNA) oder eine funktionelle RNA, zum Beispiel tRNA oder rRNA. Die Nutzung dieser Information heißt Genexpression. Sie verläuft in zwei Schritten.

Fluss der genetischen Information bei Eukaryoten: Im Zellkern wird die DNA durch Transkription in mRNA umgeschrieben, im Zytoplasma wird die mRNA durch Translation in ein Protein übersetzt. Zellkern Zytoplasma DNA mRNA Protein Transkription Translation

Die mRNA ist also die bewegliche Arbeitskopie eines Gens. Sie verlässt den Zellkern, die DNA bleibt dort. Dieser Weg DNA → RNA → Protein heißt auch das zentrale Dogma der Molekularbiologie.

Für die Transkription ist wichtig, wie sich RNA von DNA unterscheidet:

Merkmal DNA RNA
Zucker Desoxyribose Ribose
Basen A, T, G, C A, U, G, C
Struktur meist Doppelstrang meist Einzelstrang
Üben★☆☆Nicht begonnen
Definiere Transkription und Translation und gib an, an welchem Ort der Eukaryotenzelle jeder dieser Prozesse stattfindet.

Definiere Transkription und Translation und gib an, an welchem Ort der Eukaryotenzelle jeder dieser Prozesse stattfindet.

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Betrachte das Schema zum Fluss der genetischen Information. Gib an, welche Moleküle mit A, B und C gekennzeichnet sind, welche Prozesse an den Pfeilen 1 und 2 ablaufen…

Betrachte das Schema zum Fluss der genetischen Information. Gib an, welche Moleküle mit A, B und C gekennzeichnet sind, welche Prozesse an den Pfeilen 1 und 2 ablaufen und was der gestrichelt umrandete Bereich darstellt.

A 1 B 2 C
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Definiere, was ein Gen aus Sicht der Genexpression ist, und nenne die zwei Arten funktioneller Produkte, die ein Gen bei seiner Expression hervorbringen kann.

Definiere, was ein Gen aus Sicht der Genexpression ist, und nenne die zwei Arten funktioneller Produkte, die ein Gen bei seiner Expression hervorbringen kann.

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Die Transkription

Der Matrizenstrang wird in 3'→5'-Richtung gelesen, weil die beiden Stränge antiparallel sind. Ein RNA-Strang kann nur am 3'-Ende verlängert werden und wächst deshalb immer von 5' nach 3'. Der andere DNA-Strang, der codierende Strang (Nichtmatrizenstrang), dient nicht als Vorlage. Seine Sequenz stimmt mit der mRNA überein, nur steht dort T statt U.

Transkription: Die RNA-Polymerase gleitet am Matrizenstrang der DNA entlang in Richtung 3' nach 5' und bildet einen komplementären mRNA-Strang in Richtung 5' nach 3'. RNA-Polymerase 5' 3' 3' 5' codierenderStrang Matrizenstrang mRNA, 5'-Ende Leserichtung der RNA-Polymerase

Probiere die Basenpaarung selbst aus: Ergänze im folgenden Modell die komplementäre Kette zur vorgegebenen Sequenz und denke daran, dass in der RNA U statt T steht.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Welches Enzym katalysiert die Transkription von DNA zu RNA? Gib an, an welchem der beiden Gen-Stränge es arbeitet und in welcher Richtung es das RNA-Molekül…

Welches Enzym katalysiert die Transkription von DNA zu RNA? Gib an, an welchem der beiden Gen-Stränge es arbeitet und in welcher Richtung es das RNA-Molekül synthetisiert.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne zwei strukturelle Unterschiede zwischen DNA und RNA und erkläre, welche Basen sich bei der Transkription paaren, wenn der Matrizenstrang ein Adenin oder ein Thymin…

Nenne zwei strukturelle Unterschiede zwischen DNA und RNA und erkläre, welche Basen sich bei der Transkription paaren, wenn der Matrizenstrang ein Adenin oder ein Thymin aufweist.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Leite aus dem DNA-Matrizenstrang 3'-TACGGAACT-5' die Sequenz der resultierenden mRNA ab, gib ihre Polarität an und nenne, wie viele Aminosäuren dieses Fragment höchstens…

Leite aus dem DNA-Matrizenstrang 3'-TACGGAACT-5' die Sequenz der resultierenden mRNA ab, gib ihre Polarität an und nenne, wie viele Aminosäuren dieses Fragment höchstens codieren kann.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Der codierende Strang eines Gens hat die Sequenz 5'-ATGGCTTAA-3'. Gib die Sequenz der transkribierten mRNA an, begründe, warum sie der codierenden Strangsequenz fast…

Der codierende Strang eines Gens hat die Sequenz 5'-ATGGCTTAA-3'. Gib die Sequenz der transkribierten mRNA an, begründe, warum sie der codierenden Strangsequenz fast gleicht, und erkläre, welche Rolle der andere DNA-Strang dann bei der Transkription spielt.

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Der genetische Code

Die mRNA hat vier Basen, Proteine bestehen aus 20 Aminosäuren. Eine Base pro Aminosäure ergäbe nur 4 Möglichkeiten, zwei Basen 16. Erst drei Basen liefern mit $4^3 = 64$ Kombinationen genug.

Die Codesonne oder Codetabelle liegt in Klausuren als Material bei. Sie müssen sie nicht auswendig kennen, aber sicher damit umgehen können. Ein Auszug:

Codon Aminosäure
AUG Methionin (Met), Start
GCU Alanin (Ala)
GAA, GAG Glutaminsäure (Glu)
UCU, UCC, UCA, UCG Serin (Ser)
UAA, UAG, UGA Stopp

Entscheidend ist der Unterschied zwischen degeneriert und mehrdeutig. Degeneriert heißt: Eine Aminosäure hat mehrere Codons, etwa Serin mit UCU, UCC, UCA und UCG. Das Codon UCU codiert aber immer nur Serin, nie eine andere Aminosäure. Der Code ist also trotz Degeneration eindeutig. Die dritte Base eines Codons ist oft austauschbar. Eine Punktmutation dort bleibt daher häufig folgenlos (stumme Mutation).

Üben★☆☆Nicht begonnen
Was ist ein Codon? Gib an, aus wie vielen Nukleotiden es besteht, wie viele verschiedene Codons es gibt und wie viele verschiedene Aminosäuren sie insgesamt codieren.

Was ist ein Codon? Gib an, aus wie vielen Nukleotiden es besteht, wie viele verschiedene Codons es gibt und wie viele verschiedene Aminosäuren sie insgesamt codieren.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Verwenden Sie die folgende Tabelle des genetischen Codes: | Codon | Aminosäure | | :---: | :---: | | AUG | Methionin (Met) | | CCU | Prolin (Pro) | | GCU | Alanin (Ala)…

Verwenden Sie die folgende Tabelle des genetischen Codes:

Codon Aminosäure
AUG Methionin (Met)
CCU Prolin (Pro)
GCU Alanin (Ala)
UAA Stopp (Ende)
UAU Tyrosin (Tyr)
  1. a) Übersetzen Sie das folgende $\text{mRNA}$: $5'\text{-AUGGCUUAA-}3'$ und geben Sie die resultierende Aminosäuresequenz an.
  2. b) Erklären Sie, welche Rolle das erste und das letzte Codon des Fragments spielen.
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Üben★★★Nicht begonnen
Betrachten Sie das folgende Fragment der codierenden Sequenz einer mRNA, die in ein zytoplasmatisches Protein translatiert wird:…

Betrachten Sie das folgende Fragment der codierenden Sequenz einer mRNA, die in ein zytoplasmatisches Protein translatiert wird:

$5'\text{--- AUG - UCU - UCC - UCA - UCG --- } 3'$

(Hinweis: Die vier Codons, die auf das Startcodon AUG folgen, codieren alle die Aminosäure Serin.)

  1. a) Begründen Sie anhand dieses konkreten Falls, warum der genetische Code degeneriert ist, und zeigen Sie, dass diese Eigenschaft nicht bedeutet, dass der Code „mehrdeutig“ ist.
  2. b) Angenommen, es werden zwei unabhängige Punktmutationen eingeführt: Mutante 1 verändert das zweite Codon von UCU zu UCC; Mutante 2 verändert das dritte Codon von UCC zu UAC (das Tyrosin codiert). Vergleichen Sie die Auswirkung beider Mutationen auf die Aminosäuresequenz des Proteins und klassifizieren Sie jede Mutation nach ihrer funktionellen Wirkung.
  3. c) Erörtern Sie, welchen adaptiven Vorteil es gegenüber spontanen Punktmutationen hat, dass sich die Degeneration des genetischen Codes fast immer auf die dritte Base jedes Tripletts konzentriert (Wobble-Hypothese) und nicht auf die erste oder zweite.
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Üben★★★Nicht begonnen
Bei der Gentherapie des Leberschen hereditären Optikusneuropathie-Syndroms wird untersucht, eine Wildtyp-Kopie eines mitochondrialen Gens in den Zellkern zu übertragen…

Bei der Gentherapie des Leberschen hereditären Optikusneuropathie-Syndroms wird untersucht, eine Wildtyp-Kopie eines mitochondrialen Gens in den Zellkern zu übertragen (allotopische Expression), damit das Protein im Zytosol translatiert und in das Mitochondrium importiert wird. Im menschlichen mitochondrialen Code codiert das Triplett UGA jedoch für Tryptophan, während es im nukleären Standardcode als Stoppcodon fungiert.

  1. a) Sagen Sie vorher, was geschähe, wenn das mitochondriale Gen ohne Veränderung seiner Sequenz in den Zellkern übertragen und an den zytoplasmatischen Ribosomen transkribiert und translatiert würde. Welche Auswirkungen hätte dies auf Länge und Funktionalität des entstehenden Polypeptids?
  2. b) Entwerfen Sie die Strategie der gezielten Mutagenese, die das biotechnologische Team an der codierenden Sequenz des Transgens vornehmen muss, bevor es in den Zellkern integriert wird, um die Synthese des nativen Proteins sicherzustellen.
  3. c) Begründen Sie, warum sich das mitochondriale Genom (mit nur $37$ Genen und einer sehr geringen Zahl an tRNAs) im Laufe der Evolution Abweichungen und Änderungen in der Codonzuordnung „leisten“ konnte, während solche Veränderungen im Kerngenom für die Zelle letal sind.
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Die Translation am Ribosom

Die Translation hat drei Phasen:

  • Start: Die kleine Untereinheit bindet an die mRNA und findet das Startcodon AUG. Die Start-tRNA mit Methionin lagert sich an, danach schließt sich die große Untereinheit an.

  • Elongation: Das Ribosom hat drei tRNA-Bindestellen. An der A-Stelle tritt die beladene tRNA ein. An der P-Stelle sitzt die tRNA mit der wachsenden Kette. Die E-Stelle gibt die entladene tRNA frei. Das Ribosom knüpft die Peptidbindung, verschiebt sich um ein Codon (Translokation) und beginnt von vorn.

  • Abbruch: Erreicht das Ribosom ein Stoppcodon, bindet keine tRNA. Stattdessen lagert sich ein Freisetzungsfaktor (Release-Faktor) an. Die Kette wird abgespalten, und das Ribosom zerfällt in seine Untereinheiten.

Ribosom bei der Elongation: Die mRNA wird von 5' nach 3' gelesen, in der A-Stelle tritt eine beladene tRNA ein, in der P-Stelle sitzt die tRNA mit der wachsenden Peptidkette, die E-Stelle gibt die entladene tRNA frei. Wanderung des Ribosoms (Lesen 5′ → 3′) tritt ein: Aminoacyl-tRNA entladene tRNA verlässt das Ribosom wachsende Peptidkette 5′ 3′ mRNA E P A

Wichtig ist das Leseraster: Das Ribosom gruppiert ab dem Startcodon lückenlos in Dreiergruppen. Die mRNA 5'-AUG GCU UAA-3' ergibt Met – Ala – Stopp. Liest man ein Nukleotid früher, also ab 5'-UGG CUU AA..., entstehen völlig andere Codons: UGG (Trp), CUU (Leu) usw. Die gesamte Aminosäuresequenz hinter dieser Stelle ist dann falsch, und das Protein ist meist funktionslos.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Wie lautet das Startcodon der Translation und welche Aminosäure codiert es? Erkläre, welche Funktion die Stoppcodons haben und was geschieht, wenn das Ribosom eines…

Wie lautet das Startcodon der Translation und welche Aminosäure codiert es? Erkläre, welche Funktion die Stoppcodons haben und was geschieht, wenn das Ribosom eines davon erreicht.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Beschreibe kurz, was das Ribosom während der Translation tut: wie es die mRNA abliest, wie die Aminosäuren herangeführt werden und welche Art von Bindung sich zwischen…

Beschreibe kurz, was das Ribosom während der Translation tut: wie es die mRNA abliest, wie die Aminosäuren herangeführt werden und welche Art von Bindung sich zwischen ihnen bildet.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Bei der Translation wird die mRNA in aufeinanderfolgenden Codons ohne Trennzeichen abgelesen. Erkläre, was das Leseraster ist, und begründe, was mit dem synthetisierten…

Bei der Translation wird die mRNA in aufeinanderfolgenden Codons ohne Trennzeichen abgelesen. Erkläre, was das Leseraster ist, und begründe, was mit dem synthetisierten Protein geschähe, wenn das Ribosom die Ablesung ein Nukleotid vor der richtigen Position beginnen würde.

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Üben★★★Nicht begonnen
Das folgende Schema stellt ein funktionsfähiges Ribosom während der Elongationsphase der Translation dar: a) Leiten Sie begründet die Polarität (Enden $5'$ und $3'$) der…

Das folgende Schema stellt ein funktionsfähiges Ribosom während der Elongationsphase der Translation dar:

mRNA AUG GCU UAA UAC ? Stoppcodon
  1. a) Leiten Sie begründet die Polarität (Enden $5'$ und $3'$) der mRNA-Kette her und die Richtung, in der sich das Ribosom an ihr entlangbewegt.
  2. b) Geben Sie die Anticodon-Sequenz der gekennzeichneten tRNA (?) an, wobei Sie zwingend ihre Polarität $5'\to 3'$ angeben, und begründen Sie, welche Aminosäure sie transportiert, wenn Sie wissen, dass das Codon GCU Alanin codiert.
  3. c) In einem mutierten Stamm entsteht eine Suppressor-tRNA, die das Codon UAA erkennen und dabei die Aminosäure Tyrosin einbauen kann. Sagen Sie voraus, was mit der Translation und mit der Länge des resultierenden Proteins geschieht, wenn das Ribosom die mit dem Stoppcodon gekennzeichnete Position erreicht, verglichen mit der Wildtyp-Zelle.
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Die RNA-Typen und die tRNA

Bei der Proteinbiosynthese arbeiten drei RNA-Typen zusammen:

RNA Aufgabe
mRNA (messenger) Überträgt die Information des Gens, Basentriplett = Codon
tRNA (transfer) Bringt die Aminosäure, Anticodon liest das Codon
rRNA (ribosomal) Strukturbestandteil des Ribosoms, katalysiert die Peptidbindung

Die tRNA ist durch Basenpaarungen innerhalb des Moleküls zur Kleeblattstruktur gefaltet. An einer Schleife liegt das Anticodon. Am 3'-Ende (Sequenz CCA) wird die Aminosäure gebunden. Anticodon und Aminosäure gehören eindeutig zusammen. Dafür sorgen die Aminoacyl-tRNA-Synthetasen: Für jede Aminosäure gibt es mindestens ein solches Enzym. Es erkennt die passende tRNA und belädt sie unter ATP-Verbrauch mit der richtigen Aminosäure. Das Ribosom prüft nur die Paarung Codon–Anticodon, nicht die Aminosäure. Ein Fehler der Synthetase wäre deshalb folgenreich.

Üben★★☆Nicht begonnen
Unterscheide die Funktion von mRNA, tRNA und rRNA bei der Proteinbiosynthese und gib an, was jede RNA-Art zum Prozess beiträgt.

Unterscheide die Funktion von mRNA, tRNA und rRNA bei der Proteinbiosynthese und gib an, was jede RNA-Art zum Prozess beiträgt.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Beschreibe die charakteristische Struktur einer tRNA (Kleeblattform, Anticodon und 3'-Ende) und erkläre, wie die Zelle erreicht, dass jede tRNA mit der richtigen…

Beschreibe die charakteristische Struktur einer tRNA (Kleeblattform, Anticodon und 3'-Ende) und erkläre, wie die Zelle erreicht, dass jede tRNA mit der richtigen Aminosäure beladen wird; nenne dabei die verantwortlichen Enzyme.

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Üben★★★Nicht begonnen
Um die $61$ Sinncodons des Standard-Gencodes zu translatieren, müssen die meisten Eukaryotenzellen nur zwischen $30$ und $45$ verschiedene tRNA-Arten synthetisieren,…

Um die $61$ Sinncodons des Standard-Gencodes zu translatieren, müssen die meisten Eukaryotenzellen nur zwischen $30$ und $45$ verschiedene tRNA-Arten synthetisieren, statt $61$.

  1. a) Erklären Sie die thermodynamische und strukturelle Grundlage der „Wobble-Hypothese“ von Crick und begründen Sie, warum diese räumliche Flexibilität auf das dritte Nukleotid des Codons ($3'$-Ende) und das erste des Anticodons ($5'$-Ende) beschränkt ist.
  2. b) Die Aminosäure Valin wird von vier Codons codiert: $5'\text{-GUU-}3'$, $5'\text{-GUC-}3'$, $5'\text{-GUA-}3'$ und $5'\text{-GUG-}3'$. Wenn eine bestimmte tRNA am $5'$-Ende ihres Anticodons Inosin (I) trägt (Inosin kann mit U, C und A paaren), bestimmen Sie, wie viele und welche dieser Codons diese einzelne tRNA lesen kann, und geben Sie die Sequenz dieses Anticodons in $5'\to 3'$-Richtung an.
  3. c) Begründen Sie den Selektionsvorteil, den es für den Organismus hat, dass sich die Degeneration des genetischen Codes und der Wobble auf die dritte Position des Codons konzentrieren, im Vergleich dazu, dass sie bei Punktmutationen an der ersten oder zweiten Base aufträten.
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Die Prozessierung der mRNA bei Eukaryoten

Bei Eukaryoten sind Gene oft in Exons und Introns gegliedert. Die Transkription liefert zunächst eine prä-mRNA, die das ganze Gen einschließlich der Introns enthält. Im Zellkern wird sie zur reifen mRNA prozessiert:

  • Spleißen: Das Spleißosom schneidet die Introns heraus und verbindet die Exons. Die Schnittstellen sind durch Sequenzen markiert (am Intronanfang meist GU, am Ende AG).

  • 5'-Cap: Am 5'-Ende wird eine Schutzkappe angefügt. Sie schützt vor Abbau und hilft bei der Bindung des Ribosoms.

  • Poly-A-Schwanz: Am 3'-Ende wird eine Kette aus vielen Adenin-Nucleotiden angefügt. Sie stabilisiert die mRNA.

Erst die reife mRNA verlässt den Zellkern durch die Kernporen. Exons enthalten auch nicht translatierte Bereiche (UTR). Exon bedeutet also nicht dasselbe wie „codierende Sequenz“.

Spleißen: Die prä-mRNA mit drei Exons und zwei Introns verliert die Introns, die reife mRNA besteht aus den verbundenen Exons mit 5'-Cap und Poly-A-Schwanz. Exon 1 Intron 1 Exon 2 Intron 2 Exon 3 prä-mRNA: Exons (farbig) und Introns (grau) Spleißen 5'-Cap Exon 1 Exon 2 Exon 3 Poly-A reife mRNA

Aus der Länge lässt sich der Intronanteil abschätzen. Ein Gen mit $12\,000$ bp liefert eine reife mRNA von $1\,500$ Nucleotiden. Dann wurden etwa $12\,000 - 1\,500 = 10\,500$ Nucleotide entfernt, das sind $\tfrac{10\,500}{12\,000} = 87{,}5\,\%$, also rund 88 % des Gens. (Cap und Poly-A-Schwanz sind hier vernachlässigt.)

Üben★★☆Nicht begonnen
Ordne die folgenden Schritte der Genexpression in einer Eukaryotenzelle und begründe die gewählte Reihenfolge: Bindung der mRNA an das Ribosom, Prozessierung der mRNA,…

Ordne die folgenden Schritte der Genexpression in einer Eukaryotenzelle und begründe die gewählte Reihenfolge: Bindung der mRNA an das Ribosom, Prozessierung der mRNA, Translation im Zytosol, Export der mRNA aus dem Zellkern, Transkription im Zellkern.

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Ein Protein besteht aus $300$ Aminosäuren. a) Berechne, wie viele Nukleotide die reife mRNA, die es codiert, mindestens hat, einschließlich des Stoppcodons. b) Berechne,…

Ein Protein besteht aus $300$ Aminosäuren. a) Berechne, wie viele Nukleotide die reife mRNA, die es codiert, mindestens hat, einschließlich des Stoppcodons. b) Berechne, wie viele Basenpaare das Gen in einem Organismus ohne Introns umfassen würde. c) Begründe, warum bei Eukaryoten das Gen meist deutlich länger ist als die entsprechende reife mRNA.

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Im menschlichen Genom enthält das Fibronektin-Gen zahlreiche Exons und Introns. In Fibroblasten entsteht daraus eine unlösliche Proteinisoform, die Bestandteil der…

Im menschlichen Genom enthält das Fibronektin-Gen zahlreiche Exons und Introns. In Fibroblasten entsteht daraus eine unlösliche Proteinisoform, die Bestandteil der extrazellulären Matrix ist, während in Hepatozyten eine lösliche Isoform gebildet wird, die im Blutplasma zirkuliert.

  1. a) Begründen Sie, über welchen molekularen Mechanismus eine einzige genomische DNA-Sequenz zu diesen beiden Proteinen mit so unterschiedlichen Funktionen und Lokalisationen führen kann.
  2. b) Bei einem Patienten liegt eine Punktmutation in Form einer Transition (G zu A) an der Spleißakzeptorstelle von Intron 4 dieses Gens vor. Sagen Sie zwei mögliche Veränderungen in der Struktur der resultierenden reifen mRNA und deren Folgen für das synthetisierte Protein vorher.
  3. c) Wenn wir dieses intakte menschliche Gen (mit allen Introns und Exons) in ein Plasmid klonieren und in Escherichia coli einbringen, beurteilen Sie begründet, ob das Bakterium funktionsfähiges menschliches Fibronektin synthetisiert.
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Untersucht wird ein menschliches Gen von $24\,000$ Basenpaaren (bp), das aus $8$ Exons und $7$ Introns besteht. Nach vollständiger Prozessierung hat seine reife mRNA in…

Untersucht wird ein menschliches Gen von $24\,000$ Basenpaaren (bp), das aus $8$ Exons und $7$ Introns besteht. Nach vollständiger Prozessierung hat seine reife mRNA in Muskelzellen eine Länge von $1200$ Nukleotiden (einschließlich der UTR-Regionen und des Poly-A-Schwanzes).

  1. a) Wenn man im Labor den Matrizenstrang der genomischen DNA mit dieser reifen Muskel-mRNA hybridisiert und den entstehenden Heteroduplex im Elektronenmikroskop betrachtet, sagen Sie vorher, welche Morphologie er zeigt und wie viele einzelsträngige Schleifen höchstens zu beobachten sind. Begründen Sie, aus welcher Nukleinsäure jede Schleife besteht.
  2. b) Ein Schüler behauptet, das resultierende Protein sei bei $1200$ Nukleotiden genau $400$ Aminosäuren lang. Widerlegen Sie diese Behauptung begründet mit mindestens zwei molekularen Argumenten.
  3. c) Im Nervengewebe wird aus demselben Gen eine reife mRNA mit einer Größe von $1500$ Nukleotiden isoliert. Erklären Sie, welches Phänomen aufgetreten ist, und sagen Sie vorher, ob das neuronale Protein zwangsläufig länger ist als das Muskelprotein; begründen Sie Ihre Antwort.
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Prokaryoten und Eukaryoten im Vergleich

Prokaryoten (Bakterien) haben keinen Zellkern. Transkription und Translation laufen im selben Raum ab. Die Ribosomen setzen an die mRNA an, während die RNA-Polymerase sie noch bildet. Die Prozesse sind gekoppelt. Eukaryoten trennen die Schritte durch die Kompartimentierung: Transkription und Prozessierung im Zellkern, Translation im Zytoplasma.

Merkmal Prokaryoten Eukaryoten
Ort der Transkription Zytoplasma (Nucleoid) Zellkern
Ort der Translation Zytoplasma Zytoplasma (Ribosomen frei oder am ER)
Kopplung Transkription und Translation gekoppelt räumlich und zeitlich getrennt
Prozessierung (Spleißen, Cap, Poly-A) in der Regel nicht ja
Ribosomen 70S 80S (im Zytoplasma)

Die Kopplung spart Zeit: Bakterien können dadurch schnell auf Umweltänderungen reagieren. Bei Eukaryoten bietet die Trennung zusätzliche Kontrollpunkte, etwa das Spleißen.

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Streptomycin ist ein bakterizides Antibiotikum, das an die Untereinheit $30\text{S}$ des prokaryotischen Ribosoms ($70\text{S}$) bindet, dadurch Fehllesungen der mRNA…

Streptomycin ist ein bakterizides Antibiotikum, das an die Untereinheit $30\text{S}$ des prokaryotischen Ribosoms ($70\text{S}$) bindet, dadurch Fehllesungen der mRNA verursacht und die Proteinsynthese hemmt. Obwohl es als selektiv gegenüber den zytoplasmatischen Ribosomen der Eukaryoten ($80\text{S}$) gilt, treten bei Patienten unter Intensivbehandlung häufig Nephrotoxizität und Ototoxizität auf, die mit einer Störung des zellulären Energiestoffwechsels verbunden sind.

  1. a) Begründen Sie auf Grundlage der Endosymbiontentheorie, warum dieses Medikament trotz der beschriebenen Zielselektivität menschliche Zellen schädigen und einen ATP-Mangel verursachen kann.
  2. b) Bei der Untersuchung eines streptomycinresistenten Bakterienstamms zeigt sich, dass er das Medikament nicht abbaut und keine aktiven Auswärtspumpen besitzt, aber eine Mutation im Gen des bakteriellen Chromosoms trägt, das für die rRNA $16\text{S}$ codiert. Erklären Sie, wie diese Mutation Resistenz verleiht, ohne die Funktion des Ribosoms vollständig zu verhindern.
  3. c) In einem Zellexperiment werden Cycloheximid (Hemmstoff der $80\text{S}$-Ribosomen) und Chloramphenicol (Hemmstoff der $70\text{S}$-Ribosomen) eingesetzt. Sagen Sie vorher, was mit dem Aufbau der Multienzymkomplexe der mitochondrialen Elektronentransportkette (deren Untereinheiten einen dualen genetischen Ursprung haben) in Gegenwart jeder dieser Substanzen einzeln geschieht.
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Üben★★★Nicht begonnen
Bei der elektronenmikroskopischen Beobachtung der Genexpression in Bakterien (Escherichia coli*) erkennt man „Tannenbaum“-Strukturen, in denen mehrere Ribosomen die mRNA…

Bei der elektronenmikroskopischen Beobachtung der Genexpression in Bakterien (Escherichia coli) erkennt man „Tannenbaum“-Strukturen, in denen mehrere Ribosomen die mRNA translatieren, während diese noch von der an die genomische DNA gekoppelten RNA-Polymerase synthetisiert wird. In einer menschlichen Zelle beobachtet man das dagegen nie.

  1. a) Sagen Sie vorher, welche unmittelbare Folge die Zugabe von Rifampicin (ein Hemmstoff, der die Initiation der RNA-Polymerase blockiert, nicht aber die Aktivität der Ribosomen) auf die bakterielle Proteinsynthese hat, und vergleichen Sie diese Wirkung mit dem, was kurzfristig im Zytoplasma einer Eukaryotenzelle geschähe.
  2. b) Begründen Sie, warum die bakterielle Kopplung von Transkription und Translation mechanisch unvereinbar ist mit dem Vorhandensein von Introns und mit dem für Eukaryoten typischen Spleißmechanismus.
  3. c) Der Regulationsmechanismus der Genregulation durch „Attenuation“ im bakteriellen Tryptophan-Operon beruht darauf, dass die Vorrückgeschwindigkeit des Ribosoms in einer Leadersequenz die Bildung von Terminationshaarnadeln in der neu transkribierten RNA bestimmt. Begründen Sie, warum dieses Regulationssystem in Eukaryotenzellen nicht funktionieren kann.
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Zurück zum Anfang: Die DNA bleibt im Zellkern. Die Information des Gens wird in eine mRNA umgeschrieben, die ins Zytoplasma wandert. Dort übersetzen Ribosomen und tRNAs ihre Codons in eine Aminosäurekette.

Auf einen Blick

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