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Q2 Leistungskurs · Biologie
Vorbereitung auf das Abitur Biologie · Zentralabitur Biologie Grundkurs: Ökologie sowie Genetik und Evolution

Ökologische Faktoren, Wechselbeziehungen und Nische

In einem Bach im Sauerland leben Bachforellen, ein paar Kilometer flussabwärts, unterhalb einer Kläranlage, fehlen sie. Das Wasser ist dort wärmer und enthält weniger Sauerstoff. Warum kommt eine Art an einem Ort vor und an einem anderen nicht? In der Abiturklausur wird diese Frage fast immer mit Material gestellt: mit einer Tabelle, einem Diagramm oder einer Beobachtung. Auf dieser Seite lernen Sie, wie Sie solche Materialien systematisch auswerten.

Abiotische und biotische Faktoren, Toleranzkurve

Ein Ökosystem besteht aus dem Biotop (Lebensraum) und der Biozönose (Gesamtheit der Lebewesen darin). Auf jedes Lebewesen wirken zwei Gruppen von Umweltfaktoren:

  • abiotische Faktoren: Licht, Temperatur, Wasser- und Bodenfeuchte, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Salzgehalt, Strömung

  • biotische Faktoren: alle Einflüsse durch andere Lebewesen, also Konkurrenz, Fressfeinde, Parasiten, Symbionten, Nahrungsangebot

Beide Gruppen wirken zusammen. Eine Bachforelle braucht kühles Wasser (abiotisch) und genug Beutetiere (biotisch).

Wie stark ein Faktor ein Lebewesen beeinflusst, zeigt die Toleranzkurve. Sie trägt eine Lebensfunktion (z. B. Wachstumsrate, Überlebensrate, Aktivität) gegen die Stärke eines Faktors auf.

Toleranzkurve: Lebensfunktion in Abhängigkeit von einem Umweltfaktor mit Minimum, Pessimum, Optimum, Maximum und ökologischer Potenz Lebensfunktion Optimum Pessimum Pessimum Minimum Maximum ökologische Potenz (Toleranzbereich) Faktor

Arten mit enger Potenz bezüglich eines Faktors heißen stenök (z. B. stenotherm bei Temperatur), Arten mit weiter Potenz euryök (eurytherm). Stenöke Arten eignen sich als Zeigerorganismen (Bioindikatoren), weil ihr Vorkommen auf bestimmte Bedingungen schließen lässt.

Physiologische und ökologische Potenz

Im Labor testet man eine Art allein, ohne Konkurrenten. Die so gemessene Toleranzkurve zeigt die physiologische Potenz. Im Freiland wirken zusätzlich biotische Faktoren, etwa Konkurrenz. Dort besiedelt die Art meist nur einen Teil ihres physiologischen Bereichs: Das ist die ökologische Potenz. Die ökologische Potenz ist also meist schmaler als die physiologische.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Bachforellen im Sauerland Bachforellen leben in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern. In einem Laborversuch wurde die relative Wachstumsrate junger Bachforellen bei…

Bachforellen im Sauerland

Bachforellen leben in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern. In einem Laborversuch wurde die relative Wachstumsrate junger Bachforellen bei verschiedenen Wassertemperaturen gemessen. Die höchste gemessene Wachstumsrate wurde gleich 100 % gesetzt.

Wassertemperatur in °C 2 4 8 10 12 14 17 19
relative Wachstumsrate in % 0 20 85 100 90 60 10 0
  1. a) Beschreiben Sie den Zusammenhang zwischen Wassertemperatur und Wachstumsrate.
  1. b) Nennen Sie die Fachbegriffe für den Temperaturbereich um 10 °C sowie für die Temperaturwerte, bei denen kein Wachstum mehr stattfindet.
  1. c) Erläutern Sie den Begriff der ökologischen Potenz am Beispiel der Bachforelle und nennen Sie, ob die Bachforelle bezüglich der Temperatur eher stenök oder euryök ist.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Rotbuche und Waldkiefer In einem Gewächshausversuch wurden Jungpflanzen beider Baumarten einzeln bei unterschiedlicher Bodenfeuchte angezogen (relatives Wachstum,…

Rotbuche und Waldkiefer

In einem Gewächshausversuch wurden Jungpflanzen beider Baumarten einzeln bei unterschiedlicher Bodenfeuchte angezogen (relatives Wachstum, Maximum der jeweiligen Art = 100 %). Im Freiland wurde der Anteil der Art an den Bäumen auf Standorten gleicher Bodenfeuchte erfasst.

Bodenfeuchte sehr trocken trocken frisch feucht nass
Wachstum Buche (Einzelkultur) in % 10 70 100 60 0
Wachstum Kiefer (Einzelkultur) in % 40 90 100 70 30
Anteil Buche im Freiland in % 0 15 70 15 0
Anteil Kiefer im Freiland in % 60 25 0 5 10
  1. a) Werten Sie die Tabelle aus und bestimmen Sie für beide Arten jeweils den Bereich der physiologischen und der ökologischen Potenz bezüglich der Bodenfeuchte (Wachstum bzw. Anteil größer als 0 %).
  1. b) Erklären Sie die Abweichungen zwischen physiologischer und ökologischer Potenz bei der Waldkiefer auf frischen Standorten.
  1. c) Erläutern Sie das Zusammenwirken von abiotischen und biotischen Faktoren bei der Verbreitung der beiden Arten.
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Auflösung zum Einstieg: Die Bachforelle ist stenotherm und braucht viel Sauerstoff. Unterhalb der Kläranlage liegen Temperatur und Sauerstoffgehalt außerhalb ihrer ökologischen Potenz.

Intra- und interspezifische Beziehungen

Biotische Faktoren lassen sich nach den Beteiligten ordnen:

  • intraspezifisch: zwischen Individuen derselben Art (z. B. Konkurrenz um Licht, Revierverhalten, Brutpflege)

  • interspezifisch: zwischen verschiedenen Arten

Beziehung Wirkung auf Art A / Art B Beispiel
Konkurrenz − / − Jungbuchen um Licht
Parasitismus + / − (Parasit nutzt Wirt und schädigt ihn) Fuchsbandwurm im Fuchs
Symbiose + / + Flechte aus Pilz und Alge
Räuber-Beute + / − Luchs und Reh

(+ = Vorteil, − = Nachteil.) Nützlich ist die Kosten-Nutzen-Analyse: Man vergleicht, was eine Beziehung einem Partner bringt (z. B. Nährstoffe) und was sie ihn kostet (z. B. abgegebene Zucker). Wenn der Nutzen die Kosten überwiegt, haben Individuen mit dieser Beziehung eine höhere reproduktive Fitness.

Konkurrenz und Konkurrenzausschluss

Wenn zwei Arten dieselbe knappe Ressource nutzen, ist der Erfolg der einen der Nachteil der anderen. Nach dem Konkurrenzausschlussprinzip kann auf Dauer nur eine Art überleben, wenn zwei Arten dieselbe ökologische Nische besetzen und dieselben begrenzten Ressourcen nutzen. Klassisch ist der Versuch mit Pantoffeltierchen: In Mischkultur setzt sich die Art durch, die die begrenzte Ressource effizienter nutzt (konkurrenzüberlegene Art).

Zur Auswertung von Populationsdaten berechnet man oft relative Werte:

  • Verhältnis zur Reinkultur: $\dfrac{\text{Dichte in Mischkultur}}{\text{Dichte in Reinkultur}} \cdot 100\,\%$

  • prozentuale Veränderung: $\dfrac{\text{neuer Wert} - \text{alter Wert}}{\text{alter Wert}} \cdot 100\,\%$

Üben★☆☆Nicht begonnen
Beziehungen zwischen Lebewesen Vier Beobachtungen aus mitteleuropäischen Lebensräumen: 1. Eine Flechte besteht aus einem Pilz und einer Grünalge. Der Pilz erhält Zucker…

Beziehungen zwischen Lebewesen

Vier Beobachtungen aus mitteleuropäischen Lebensräumen:

  1. Eine Flechte besteht aus einem Pilz und einer Grünalge. Der Pilz erhält Zucker aus der Fotosynthese der Alge, die Alge wird vom Pilz mit Wasser und Mineralstoffen versorgt und vor Austrocknung geschützt.

  2. Der Fuchsbandwurm lebt im Darm des Fuchses, ernährt sich vom Darminhalt und schädigt den Wirt.

  3. Junge Buchen im Schatten eines Altbaums konkurrieren mit ihren Geschwistern um das spärliche Licht am Waldboden.

  4. Der Luchs erbeutet Rehe und Schneehasen.

  1. a) Ordnen Sie jeder Beobachtung die passende Beziehung (Symbiose, Parasitismus, Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehung) zu.
  1. b) Unterscheiden Sie intraspezifische und interspezifische Beziehungen und ordnen Sie Beobachtung 3 begründet ein.
  1. c) Nennen Sie je einen abiotischen und einen biotischen Faktor, der auf eine junge Buche im Wald wirkt.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Konkurrenz bei Pantoffeltierchen Zwei Arten von Pantoffeltierchen (Paramecium aurelia* und P. caudatum*) wurden mit gleicher Bakteriennahrung und gleichen Bedingungen…

Konkurrenz bei Pantoffeltierchen

Zwei Arten von Pantoffeltierchen (Paramecium aurelia und P. caudatum) wurden mit gleicher Bakteriennahrung und gleichen Bedingungen kultiviert. In Reinkultur erreicht P. aurelia eine Plateaudichte von 500, P. caudatum von 200 Individuen je Kulturgefäß. In Mischkultur wurden folgende Dichten gemessen:

Tag 0 4 8 12 16 20
P. aurelia 20 80 200 330 430 470
P. caudatum 20 50 70 40 10 0
  1. a) Beschreiben Sie die Entwicklung beider Arten in der Mischkultur.
  1. b) Berechnen Sie den Anteil von P. aurelia an der Gesamtindividuenzahl an Tag 8.
  1. c) Erklären Sie das Ergebnis mit dem Konkurrenzausschlussprinzip und stellen Sie eine Hypothese auf, unter welcher Bedingung beide Arten dauerhaft koexistieren könnten.
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Üben★★★Nicht begonnen
Mykorrhiza bei Fichtensämlingen Fichtensämlinge wurden in zwei Böden gezogen, jeweils mit und ohne Mykorrhizapilz. Der Pilz erhält Zucker von der Pflanze und versorgt…

Mykorrhiza bei Fichtensämlingen

Fichtensämlinge wurden in zwei Böden gezogen, jeweils mit und ohne Mykorrhizapilz. Der Pilz erhält Zucker von der Pflanze und versorgt sie mit Mineralstoffen, besonders Stickstoff und Phosphat. Gemessen wurde die mittlere Trockenmasse nach einem Jahr.

Boden ohne Mykorrhiza mit Mykorrhiza
nährstoffarm 0,8 g 2,1 g
nährstoffreich 3,0 g 2,7 g
  1. a) Berechnen Sie für beide Böden die prozentuale Veränderung der Trockenmasse durch die Mykorrhiza.
  1. b) Werten Sie die Daten mit einer Kosten-Nutzen-Analyse für die Fichte aus.
  1. c) Analysieren Sie, inwiefern sich der Charakter der Beziehung zwischen Pilz und Fichte in Abhängigkeit von abiotischen Faktoren ändert, und erläutern Sie die Konsequenz für die Einordnung als Symbiose.
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Räuber-Beute-Beziehung

Zählt man Räuber und Beute über viele Jahre, schwanken beide Populationen oft regelmäßig. Die Schwankungen sind zeitlich versetzt: Das Maximum der Räuber folgt dem der Beute.

Schematische Räuber-Beute-Kurven: Das Maximum der Räuber folgt zeitlich versetzt dem Maximum der Beute Beute Räuber Zeit Individuenzahl

Erklärung (kausal): Steigt die Beutedichte, finden die Räuber mehr Nahrung und vermehren sich mit Verzögerung. Viele Räuber fressen viele Beutetiere, die Beute nimmt ab. Dann verhungern Räuber oder bekommen weniger Nachwuchs, ihre Zahl sinkt, und die Beute kann sich wieder erholen.

Das Modell gilt nur unter vereinfachten Bedingungen: eine Räuberart, eine Beuteart, keine weiteren Einflüsse. In der Natur schränken folgende Faktoren die Gültigkeit ein:

  • Räuber haben mehrere Beutearten und wechseln bei Mangel.

  • Die Beute wird auch durch Nahrungsmangel, Krankheit, Witterung oder Verstecke (Refugien) begrenzt.

  • Wanderungen und Konkurrenz um Reviere verändern die Dichten.

Üben★★☆Nicht begonnen
Luchs und Schneehase Für ein Waldgebiet liegen Zählungen über zwölf Jahre vor (Schneehasen in Tausend, Luchse in Hundert). | Jahr | 0 | 2 | 4 | 6 | 8 | 10 | 12 |…

Luchs und Schneehase

Für ein Waldgebiet liegen Zählungen über zwölf Jahre vor (Schneehasen in Tausend, Luchse in Hundert).

Jahr 0 2 4 6 8 10 12
Schneehasen (in Tsd.) 20 50 80 40 15 25 60
Luchse (in Hundert) 4 6 12 20 14 6 5
  1. a) Stellen Sie die Daten in einem Liniendiagramm mit gemeinsamer Zeitachse dar (Beschreibung der Achsen und Kurven genügt) und beschreiben Sie die Verläufe.
  1. b) Erklären Sie die zeitliche Verschiebung der Maxima beider Populationen.
  1. c) Beurteilen Sie, wo das einfache Modell einer periodischen Räuber-Beute-Beziehung bei diesem Beispiel an Grenzen stößt, und nennen Sie zwei Faktoren, die in den Daten nicht berücksichtigt sind.
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Die ökologische Nische

Die ökologische Nische einer Art ist das Wirkungsgefüge aus allen abiotischen und biotischen Faktoren, die eine Art zum Leben und zur Fortpflanzung braucht, und aus ihrer Rolle im Ökosystem (Nahrung, Raum, Aktivitätszeit, Beziehungen zu anderen Arten). Eine Nische ist also kein Ort, sondern die „Rolle plus Ansprüche“ einer Art.

  • Fundamentalnische: der Bereich, den eine Art ohne Konkurrenz nutzen könnte (entspricht ungefähr der physiologischen Potenz).

  • Realnische: der Bereich, den sie in Anwesenheit von Konkurrenten tatsächlich besetzt.

Wenn sich zwei Arten in der Nische stark überlappen, entsteht Konkurrenz. Folgen: Eine Art verdrängt die andere, oder beide Arten grenzen ihre Nischen voneinander ab (Einnischung), das heißt, sie nutzen unterschiedliche Teile der Ressourcen (Ressourcenaufteilung). Beispiel: Kohlmeise und Blaumeise nisten in denselben Höhlen, suchen aber an verschiedenen Stellen im Baum nach Nahrung. Dadurch ist die Konkurrenz vermindert und beide Arten können nebeneinander im selben Wald leben.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Kohlmeise und Blaumeise Beide Meisenarten leben im selben Laubwald in der Eifel. Die folgende Tabelle fasst Beobachtungen zusammen. | Merkmal | Kohlmeise | Blaumeise |…

Kohlmeise und Blaumeise

Beide Meisenarten leben im selben Laubwald in der Eifel. Die folgende Tabelle fasst Beobachtungen zusammen.

Merkmal Kohlmeise Blaumeise
Brutplatz Baumhöhle, Nistkasten Baumhöhle, Nistkasten
Nahrungssuche Waldboden, Stamm, dicke Äste dünne Zweige der Baumkrone
Hauptnahrung im Sommer Raupen, Käfer, Spinnen kleine Blattläuse und Raupen
Hauptnahrung im Winter Samen, Bucheckern Insekteneier, Spinnen
  1. a) Definieren Sie den Begriff ökologische Nische.
  1. b) Vergleichen Sie die Nischen beider Arten anhand der Tabelle.
  1. c) Erläutern Sie, warum beide Arten im selben Wald dauerhaft nebeneinander vorkommen können.
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Watvögel im Wattenmeer Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer suchen mehrere Watvogelarten gleichzeitig im Schlick nach Nahrung. | Art | Schnabellänge in mm |…

Watvögel im Wattenmeer

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer suchen mehrere Watvogelarten gleichzeitig im Schlick nach Nahrung.

Art Schnabellänge in mm Hauptbeute Beute lebt in Tiefe von
Alpenstrandläufer 35 Wattschnecken, Ringelwürmer 0 bis 2 cm
Rotschenkel 45 Schlickkrebse, kleine Würmer 1 bis 4 cm
Austernfischer 80 Muscheln, Pierwürmer 3 bis 8 cm
Großer Brachvogel 140 Wattwürmer, Krabben 10 bis 20 cm

Alle vier Arten rasten im Herbst zur selben Zeit in denselben Wattflächen.

  1. a) Erläutern Sie die ökologische Nische des Großen Brachvogels als Wirkungsgefüge aus abiotischen und biotischen Faktoren.
  1. b) Erklären Sie anhand der Tabelle, warum die vier Arten im selben Lebensraum nebeneinander vorkommen.
  1. c) Stellen Sie begründet Hypothesen zu den Folgen auf, wenn der Bestand der Wattwürmer durch Bodenerwärmung und Eutrophierung stark zurückginge.
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Faktoren und Arten im Freiland erfassen

Bei einer Freilanduntersuchung erfasst man ökologische Faktoren (Temperatur, Strömung, Sauerstoff, pH-Wert, Licht, Bodenfeuchte) und Arten (qualitativ: vorhanden / nicht vorhanden; quantitativ: Anzahl). Ziel ist es, das Vorkommen der Arten mit den gemessenen Faktoren zu begründen.

Vorgehen:

  1. Probestellen auswählen, Faktoren messen (mehrfach, zur gleichen Tageszeit).

  2. Arten bestimmen (Bestimmungsschlüssel).

  3. Daten in einer Tabelle ordnen und vergleichen.

  4. Aus den Toleranzbereichen der Arten (Zeigerorganismen) auf die Bedingungen schließen und umgekehrt.

  5. Aussagekraft und Fehlerquellen diskutieren.

Üben★★★Nicht begonnen
Kartierung an einem Mittelgebirgsbach Schülerinnen und Schüler erfassten an drei Probestellen eines Bachs im Sauerland das Vorkommen wirbelloser Tiere (qualitativ, + =…

Kartierung an einem Mittelgebirgsbach

Schülerinnen und Schüler erfassten an drei Probestellen eines Bachs im Sauerland das Vorkommen wirbelloser Tiere (qualitativ, + = vorhanden, − = nicht gefunden) und mehrere abiotische Faktoren (jeweils Mittelwert aus drei Messungen am selben Vormittag im Mai).

Stelle 1 (Quelle) Stelle 2 (Mittellauf) Stelle 3 (unterhalb Kläranlage)
Wassertemperatur in °C 8 11 16
Strömung stark stark schwach
Sauerstoff in mg/L 11,0 10,0 4,5
Steinfliegenlarven + + −
Eintagsfliegenlarven + + −
Bachflohkrebse − + +
Rollegel − − +
Schlammröhrenwürmer − − +
  1. a) Begründen Sie das Vorkommen der Arten mit den erfassten abiotischen Faktoren.
  1. b) Erläutern Sie, welche Aussagen die qualitative Erfassung zulässt und welche nicht.
  1. c) Beurteilen Sie die Gültigkeit der Schlussfolgerungen unter Berücksichtigung möglicher Fehlerquellen der Messungen und stellen Sie eine Hypothese auf, wie sich das Artenspektrum an Stelle 3 nach dem Bau einer weiteren Reinigungsstufe verändern würde.
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Auf einen Blick

  • Abiotische und biotische Faktoren wirken gemeinsam. Die Toleranzkurve zeigt Minimum, Optimum, Maximum, Pessima und die ökologische Potenz; im Labor misst man die physiologische, im Freiland die (meist engere) ökologische Potenz.

  • Beziehungen: intraspezifisch oder interspezifisch (Konkurrenz −/−, Parasitismus +/−, Symbiose +/+, Räuber-Beute +/−). Die Kosten-Nutzen-Analyse entscheidet über die Einordnung.

  • Räuber-Beute-Populationen schwanken periodisch und zeitlich versetzt (Lotka-Volterra, qualitativ); das Modell gilt nur unter vereinfachten Bedingungen.

  • Die ökologische Nische ist das Wirkungsgefüge aus Ansprüchen und Rolle einer Art. Überlappen sich Nischen, entsteht Konkurrenz (Konkurrenzausschluss) oder Einnischung ermöglicht Koexistenz.

  • Bei Freilanddaten: beschreiben, mit Toleranzbereichen und Zeigerorganismen begründen, Fehlerquellen und Grenzen der Aussage nennen.

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