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Q2 Leistungskurs · Biologie
Ökologie und Evolution: Ergänzende Übungen für das Abitur · Gentests und Erkenntnisgewinnung

Hypothesen, Variablen und Auswertung

Auf einem Spaziergang durch den Kottenforst bei Bonn fällt Ihnen auf: Am Waldrand stehen die Pflanzen deutlich höher als tief im Wald. Ist das Licht der Grund? Oder der Boden? Oder nur Zufall? Naturwissenschaftliche Erkenntnis beginnt genau mit solchen Fragen. In diesem Abschnitt lernen Sie, wie man sie so stellt und prüft, dass man eine belastbare Antwort bekommt. Am Ende kommen wir auf den Waldrand zurück.

Von der Beobachtung zur Hypothese

Eine Hypothese ist eine begründete, überprüfbare Vermutung. Sie sagt voraus, was in einem Versuch oder bei einer Messung passieren müsste. Dafür eignet sich die Wenn-dann-Form: „Wenn (Bedingung verändert wird), dann (erwartetes Ergebnis), weil (biologische Begründung).“

Üben★☆☆Nicht begonnen
Unterscheiden Sie unabhängige, abhängige und kontrollierte Variable und nennen Sie je ein Beispiel für einen Keimungsversuch mit Kressesamen bei verschiedenen…

Unterscheiden Sie unabhängige, abhängige und kontrollierte Variable und nennen Sie je ein Beispiel für einen Keimungsversuch mit Kressesamen bei verschiedenen Temperaturen.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Formulieren Sie zur Beobachtung „Pflanzen am Waldrand wachsen höher als im Waldinneren“ eine überprüfbare Hypothese in Wenn-dann-Form.

Formulieren Sie zur Beobachtung „Pflanzen am Waldrand wachsen höher als im Waldinneren“ eine überprüfbare Hypothese in Wenn-dann-Form.

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Versuchsplanung: Kontrolle, Wiederholung, Fehler

Ein Versuch ist nur aussagekräftig, wenn sich genau eine Bedingung unterscheidet. Dafür braucht man eine Kontrollgruppe: Sie wird unter denselben Bedingungen gehalten, nur ohne den untersuchten Faktor (z. B. ohne Dünger). Der Vergleich zeigt, was auf den Faktor zurückgeht.

Außerdem wiederholt man Messungen an mehreren Individuen (Parallelansätze) und bildet Mittelwerte. So gleichen sich zufällige Abweichungen aus.

Versuchsaufbau mit Versuchsgruppe und Kontrollgruppe, die sich nur in einem Faktor unterscheiden Versuchsgruppe 5 Pflanzen, mit Dünger Fenster, 20 °C, 50 ml Wasser Kontrollgruppe 5 Pflanzen, ohne Dünger Fenster, 20 °C, 50 ml Wasser Einziger Unterschied: Dünger (unabhängige Variable)
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erklären Sie die Funktion einer Kontrollgruppe und den Unterschied zwischen systematischem und zufälligem Fehler.

Erklären Sie die Funktion einer Kontrollgruppe und den Unterschied zwischen systematischem und zufälligem Fehler.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Schüler untersucht die Wirkung von Dünger auf das Wachstum von Bohnenpflanzen: Gruppe A mit Dünger steht am Fenster, Gruppe B ohne Dünger im Schrank. a) Benennen Sie…

Ein Schüler untersucht die Wirkung von Dünger auf das Wachstum von Bohnenpflanzen: Gruppe A mit Dünger steht am Fenster, Gruppe B ohne Dünger im Schrank.

  1. a) Benennen Sie den Fehler im Versuchsdesign.
  1. b) Verbessern Sie den Versuchsaufbau und nennen Sie Wiederholungen und Messgrößen.
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Daten auswerten

Bei der Auswertung gehen Sie in drei Schritten vor, die den Operatoren entsprechen: Beschreiben (was zeigen die Daten, mit Zahlen), Erklären (warum, mit biologischem Wissen) und Schlussfolgern/Beurteilen (was folgt für die Hypothese, wie sicher).

Das arithmetische Mittel ist $\bar{x} = \dfrac{x_1 + x_2 + \dots + x_n}{n}$. Die Streuung zeigt, wie weit die Einzelwerte um den Mittelwert verteilt sind (z. B. Spannweite oder Standardabweichung).

Aussagekraft: Differenz, Streuung, Stichprobe

Ein Unterschied der Mittelwerte allein ist nicht entscheidend. Wichtig ist, ob er groß im Vergleich zur Streuung ist. Liegen die Werte beider Gruppen weit auseinander gestreut und überlappen stark, kann der Unterschied Zufall sein. Je größer die Stichprobe und je kleiner die Streuung, desto verlässlicher ist der Mittelwert.

Beispiel: Mit Pilz 18 cm, ohne 15 cm, Streuung jeweils 6 cm, n = 6. Die Differenz von 3 cm ist nur halb so groß wie die Streuung. Die Bereiche überlappen stark, die Differenz belegt die Hypothese nicht.

Üben★★☆Nicht begonnen
Hypothese: Dünger fördert das Längenwachstum des Sprosses. Messwerte der Sprosslänge (cm) von je 5 Pflanzen: Gruppe mit Dünger 12; 14; 13; 15; 16; Gruppe ohne Dünger 9;…

Hypothese: Dünger fördert das Längenwachstum des Sprosses. Messwerte der Sprosslänge (cm) von je 5 Pflanzen: Gruppe mit Dünger 12; 14; 13; 15; 16; Gruppe ohne Dünger 9; 10; 11; 9; 11.

  1. a) Berechnen Sie die Mittelwerte beider Gruppen.
  1. b) Beschreiben Sie, ob die Hypothese gestützt wird, und nennen Sie zwei Fehlerquellen.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Bei einer Gewässeruntersuchung der Spree wird Nitrat an drei Stellen gemessen: oberhalb einer Kläranlage 5 mg/l, direkt unterhalb 22 mg/l, 5 km flussabwärts 11 mg/l. a)…

Bei einer Gewässeruntersuchung der Spree wird Nitrat an drei Stellen gemessen: oberhalb einer Kläranlage 5 mg/l, direkt unterhalb 22 mg/l, 5 km flussabwärts 11 mg/l.

  1. a) Werten Sie die Daten aus und formulieren Sie eine begründete Schlussfolgerung.
  1. b) Nennen Sie Aspekte, die eine Kausalaussage einschränken.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Experiment prüft, ob ein neuer Pilzstamm das Wachstum von Fichtenkeimlingen fördert. Mit Pilz: mittlere Höhe 18 cm (Standardabweichung 6 cm), ohne Pilz: 15 cm…

Ein Experiment prüft, ob ein neuer Pilzstamm das Wachstum von Fichtenkeimlingen fördert. Mit Pilz: mittlere Höhe 18 cm (Standardabweichung 6 cm), ohne Pilz: 15 cm (Standardabweichung 6 cm), je n = 6.

  1. a) Beurteilen Sie, ob die Differenz die Hypothese belegt.
  1. b) Erläutern Sie, wie Stichprobengröße und Streuung die Aussagekraft beeinflussen.
  1. c) Entwickeln Sie eine Folgeuntersuchung mit Kontrollen.
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Ökologische Daten deuten und Laborbefunde übertragen

In Abituraufgaben bekommen Sie Material (Text, Tabelle, Diagramm) und sollen es mit Fachwissen verknüpfen. Ein bewährtes Vorgehen:

  1. Beschreiben: Größen, Einheiten, Trend, konkrete Zahlen nennen.

  2. Erklären: Ursachen aus der Ökologie (z. B. Habitatstruktur, Nahrung, Konkurrenz, Temperaturoptimum).

  3. Bewerten: Konsequenzen und Handlungsoptionen mit Kriterien (ökologisch, ökonomisch, sozial) abwägen.

Vom Labor ins Freiland

Laborversuche zeigen Wirkungen einzelner Faktoren unter kontrollierten Bedingungen. Im Freiland wirken viele Faktoren gleichzeitig, dazu kommen Konkurrenz, Fressfeinde und Nahrung. Daher sind Laborergebnisse nur eingeschränkt übertragbar.

Üben★★★Nicht begonnen
Material: In einem Wald im Schwarzwald nimmt die Zahl der Käferarten nach einem Sturm zunächst zu, dann ab. Totholz wird teils entfernt, teils belassen. Auf Flächen mit…

Material: In einem Wald im Schwarzwald nimmt die Zahl der Käferarten nach einem Sturm zunächst zu, dann ab. Totholz wird teils entfernt, teils belassen. Auf Flächen mit Totholz sind nach 5 Jahren 40 Arten, ohne Totholz 22 Arten.

  1. a) Beschreiben Sie die Daten.
  1. b) Erklären Sie die Ergebnisse mit ökologischen Zusammenhängen.
  1. c) Bewerten Sie den Befund im Hinblick auf Waldbewirtschaftung und Naturschutz.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Abitur-Aufgabentext beschreibt einen Versuch, in dem zwei Schneckenarten bei verschiedenen Temperaturen ihre Kriechgeschwindigkeit zeigen. Art X ist bei 10–20 °C am…

Ein Abitur-Aufgabentext beschreibt einen Versuch, in dem zwei Schneckenarten bei verschiedenen Temperaturen ihre Kriechgeschwindigkeit zeigen. Art X ist bei 10–20 °C am schnellsten, Art Y bei 20–30 °C.

  1. a) Stellen Sie begründet Hypothesen zu Vorkommen im Freiland auf (Operator „Stellen Sie Hypothesen auf“).
  1. b) Analysieren Sie mögliche Fehlerquellen der Messung.
  1. c) Beurteilen Sie die Übertragbarkeit der Laborergebnisse auf den Lebensraum.
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Zurück zum Waldrand: Eine mögliche Hypothese lautet: „Wenn mehr Licht auf den Boden trifft, dann wachsen die Pflanzen höher, weil sie mehr Fotosynthese betreiben können.“ Prüfen würden Sie sie mit Lichtmessungen an mehreren Standorten (unabhängige Variable), der Wuchshöhe als Messgröße und konstant gehaltenen oder erfassten Faktoren wie Bodenfeuchte und Artzusammensetzung.

Auf einen Blick

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