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Q2 Leistungskurs · Chemie
Vorbereitung auf das Abitur Chemie · Reaktionswege in der organischen Chemie und Moderne Werkstoffe

Oxidation von Alkanolen und Nachweise funktioneller Gruppen

Ein Glas Wein bleibt über Wochen offen stehen und schmeckt danach nach Essig. Aus Ethanol ist Ethansäure geworden. Welche Zwischenstufe durchläuft der Stoff dabei, wie erkennt man sie, und warum lässt sich nicht jedes Alkanol so oxidieren? Diese Fragen klären Sie in diesem Abschnitt.

Alkanole einordnen

Die Hydroxygruppe ($-\mathrm{OH}$) ist die funktionelle Gruppe der Alkanole. Für die Oxidation ist entscheidend, an wie viele weitere C-Atome das C-Atom mit der Hydroxygruppe gebunden ist. Danach unterscheidet man drei Klassen.

Primäres, sekundäres und tertiäres Alkanol: Das C-Atom mit der Hydroxygruppe trägt ein, zwei oder drei C-Nachbarn. primär sekundär tertiär R–CH₂–OH R–CH(OH)–R′ R–C(OH)(R′)–R″ 1 C-Nachbar 2 C-Nachbarn 3 C-Nachbarn Propan-1-ol Propan-2-ol 2-Methylpropan-2-ol

Die Klasse bestimmt, wie viele H-Atome am „Hydroxy-C-Atom“ sitzen: zwei (primär), eines (sekundär) oder keines (tertiär). Genau diese H-Atome werden bei der Oxidation abgegeben.

Warum reagiert ein tertiäres Alkanol nicht? Am Hydroxy-C-Atom fehlt ein H-Atom. Es kann also keine $\mathrm{C{=}O}$-Doppelbindung entstehen, ohne dass eine C–C-Bindung gespalten wird. Das würde das Kohlenstoffgerüst zerstören.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Gegeben sind die drei Alkanole Propan-1-ol, Propan-2-ol und 2-Methylpropan-2-ol. a) Zeichnen Sie die Strukturformeln und ordnen Sie die Stoffe begründet den Klassen…

Gegeben sind die drei Alkanole Propan-1-ol, Propan-2-ol und 2-Methylpropan-2-ol.

  1. a) Zeichnen Sie die Strukturformeln und ordnen Sie die Stoffe begründet den Klassen primäres, sekundäres und tertiäres Alkanol zu.
  1. b) Nennen Sie für jedes Alkanol, ob es mit einem Oxidationsmittel wie Kupfer(II)-oxid reagiert. Nennen Sie gegebenenfalls das Oxidationsprodukt.
  1. c) Begründen Sie, warum ein tertiäres Alkanol nicht ohne Zerstörung des Kohlenstoffgerüsts oxidiert werden kann.
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Oxidationszahlen und die Oxidationsreihe

Ob eine organische Reaktion eine Oxidation ist, erkennen Sie an der Oxidationszahl des beteiligten C-Atoms. Sie zeichnen dazu die Strukturformel und verteilen die Bindungselektronen immer dem elektronegativeren Partner.

Oxidationsreihe: primäres Alkanol, Alkanal, Carbonsäure; sekundäres Alkanol zu Alkanon; tertiäre Alkanole werden nicht oxidiert. Dazu die Oxidationszahlen des Hydroxy- bzw. Carbonyl-C-Atoms. prim. Alkanol Alkanal Carbonsäure C: −I C: +I C: +III sek. Alkanol Alkanon tert. Alkanol: C: 0 C: +II keine Oxidation −2 e⁻ −2 e⁻ −2 e⁻

Die Oxidationszahl steigt: Propan-2-ol $0$, Propanon $+\mathrm{II}$. Das ist eine Oxidation, das Alkanol gibt Elektronen ab. Merke: Steigt die Oxidationszahl des C-Atoms, handelt es sich um eine Oxidation. Die Zahl steigt, weil Bindungen zu H durch Bindungen zu O ersetzt werden.

Verbrennung und Reduktion als Umkehrung

Bei der vollständigen Verbrennung eines Alkanols entstehen $\mathrm{CO_2}$ und $\mathrm{H_2O}$. Das C-Atom wird dabei bis zur Oxidationszahl $+\mathrm{IV}$ oxidiert. Beispiel Ethanol: Das C-Atom der Hydroxygruppe geht von $-\mathrm{I}$ nach $+\mathrm{IV}$, das Methyl-C-Atom von $-\mathrm{III}$ nach $+\mathrm{IV}$.

Die Oxidationsreihe lässt sich auch umkehren: Ein Alkanal oder Alkanon wird zum Alkanol reduziert, die Oxidationszahl des Carbonyl-C-Atoms sinkt. Propanon ($+\mathrm{II}$) wird zu Propan-2-ol ($0$), Ethanal ($+\mathrm{I}$) zu Ethanol ($-\mathrm{I}$). Dazu braucht man ein Reduktionsmittel, das Elektronen abgibt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Ethanol kann stufenweise zu Ethanal und weiter zu Ethansäure oxidiert werden. a) Bestimmen Sie die Oxidationszahlen des Kohlenstoffatoms der funktionellen Gruppe in…

Ethanol kann stufenweise zu Ethanal und weiter zu Ethansäure oxidiert werden.

  1. a) Bestimmen Sie die Oxidationszahlen des Kohlenstoffatoms der funktionellen Gruppe in Ethanol, Ethanal und Ethansäure. Zeichnen Sie dazu die Strukturformeln.
  1. b) Beschreiben Sie anhand der Oxidationszahlen, welche Teilschritte Oxidationen darstellen und warum.
  1. c) Nennen Sie die funktionellen Gruppen der drei Stoffe.
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Oxidationsmittel und Redoxgleichungen

Eine Oxidation läuft nie allein ab: Die abgegebenen Elektronen nimmt ein Oxidationsmittel auf, das dabei selbst reduziert wird (Donator-Akzeptor-Prinzip). Im Labor verwenden Sie vor allem zwei Oxidationsmittel:

Oxidationsmittel Reduktion Beobachtung
Kupfer(II)-oxid $\mathrm{CuO}$ (schwarz) $\mathrm{Cu^{II}} \to \mathrm{Cu^0}$ schwarzer Draht wird kupferrot
saure Dichromat-Lösung $\mathrm{Cr_2O_7^{2-}}$ $\mathrm{Cr^{VI}} \to \mathrm{Cr^{3+}}$ orange → grün

So stellen Sie eine Redoxgleichung auf: erst die Teilgleichung der Oxidation (mit Oxidationszahlen und Elektronen), dann die der Reduktion. Danach gleichen Sie die Elektronenzahl aus und addieren beide Gleichungen. In saurer Lösung gleichen Sie die Ladung mit $\mathrm{H^+}$ und die O-Atome mit $\mathrm{H_2O}$ aus.

Beim Kupfer(II)-oxid sieht die Gleichung einfacher aus, weil kein Säurezusatz nötig ist. Für Ethanol gilt:

$$\mathrm{CH_3CH_2OH + CuO \to CH_3CHO + Cu + H_2O}$$

Das C-Atom geht von $-\mathrm{I}$ nach $+\mathrm{I}$, das Kupfer von $+\mathrm{II}$ nach $0$. Das Alkanol ist das Reduktionsmittel, $\mathrm{CuO}$ das Oxidationsmittel.

Ausbeuteaufgaben lösen Sie mit dem Weg Masse → Stoffmenge → Stoffmenge des Produkts → Masse. Dabei ist $n = \dfrac{m}{M}$. Die Ausbeute $\eta$ ist das Verhältnis von tatsächlicher zu theoretischer Produktmasse.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Kupferdraht wird in der Brennerflamme erhitzt, er überzieht sich dabei schwarz. Der noch glühende Draht wird in ein Reagenzglas mit Propan-2-ol getaucht. Er wird…

Ein Kupferdraht wird in der Brennerflamme erhitzt, er überzieht sich dabei schwarz. Der noch glühende Draht wird in ein Reagenzglas mit Propan-2-ol getaucht. Er wird wieder kupferrot, und es ist ein charakteristischer, süßlicher Geruch nach Propanon (Nagellackentferner) wahrnehmbar. Die Flüssigkeit zeigt anschließend mit Fehling-Lösung keine Reaktion.

  1. a) Erklären Sie die Beobachtungen und stellen Sie die Gleichung der Redoxreaktion zwischen Propan-2-ol und Kupfer(II)-oxid auf.
  1. b) Bestimmen Sie die Oxidationszahl des Kohlenstoffatoms, das die Hydroxygruppe trägt, im Edukt und im Produkt. Benennen Sie Oxidationsmittel und Reduktionsmittel.
  1. c) Begründen Sie das Ergebnis der Fehling-Probe. Beschreiben Sie, welche Beobachtungen Sie bei der Verwendung von Propan-1-ol erwarten würden.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Ethanol wird mit saurer Kaliumdichromat-Lösung zu Ethansäure oxidiert. Dabei wird Dichromat ($\mathrm{Cr_2O_7^{2-}}$) zu $\mathrm{Cr^{3+}}$ reduziert. a) Stellen Sie die…

Ethanol wird mit saurer Kaliumdichromat-Lösung zu Ethansäure oxidiert. Dabei wird Dichromat ($\mathrm{Cr_2O_7^{2-}}$) zu $\mathrm{Cr^{3+}}$ reduziert.

  1. a) Stellen Sie die Teilgleichungen für Oxidation und Reduktion sowie die Gesamtgleichung der Redoxreaktion auf. Beschreiben Sie die Farbänderung der Lösung.
  1. b) Es werden $2{,}30\,\mathrm{g}$ Ethanol eingesetzt. Die Ausbeute an Ethansäure beträgt $80{,}0\,\%$. Berechnen Sie die Masse der gebildeten Ethansäure. Es gilt $M(\mathrm{C_2H_5OH}) = 46{,}0\,\mathrm{g/mol}$ und $M(\mathrm{CH_3COOH}) = 60{,}0\,\mathrm{g/mol}$.
  1. c) Begründen Sie, warum die Reaktion mit Dichromat-Lösung nicht nur bei Ethanol, sondern auch bei anderen primären Alkanolen zu Carbonsäuren führen kann.
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Üben★★★Nicht begonnen
Methanol wird im Körper stufenweise zu Methanal, dann zu Methansäure und schließlich zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Die Zwischenprodukte sind giftig. a) Bestimmen Sie…

Methanol wird im Körper stufenweise zu Methanal, dann zu Methansäure und schließlich zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Die Zwischenprodukte sind giftig.

  1. a) Bestimmen Sie die Oxidationszahlen des Kohlenstoffatoms in Methanol, Methanal, Methansäure und Kohlenstoffdioxid.
  1. b) Formulieren Sie die Teilgleichungen für die Oxidation von Methanal zu Methansäure und von Methansäure zu Kohlenstoffdioxid (saure Lösung). Erklären Sie, warum Methansäure im Unterschied zu Ethansäure noch weiter oxidiert werden kann. Berücksichtigen Sie dabei die Oxidationszahl.
  1. c) Methanol verbrennt vollständig gemäß $\mathrm{2\,CH_3OH + 3\,O_2 \longrightarrow 2\,CO_2 + 4\,H_2O}$. Berechnen Sie das Volumen an Sauerstoff, das für die vollständige Verbrennung von $3{,}20\,\mathrm{g}$ Methanol bei $20\,°\mathrm{C}$ und $1013\,\mathrm{hPa}$ benötigt wird. Es gilt $M(\mathrm{CH_3OH}) = 32{,}0\,\mathrm{g/mol}$ und das molare Volumen $V_\mathrm{m} = 24{,}0\,\mathrm{L/mol}$.
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Nachweise von Alkanal, Alkanon und Carbonsäure

Wie erkennen Sie, welches Produkt entstanden ist? Dafür verwenden Sie Nachweisreaktionen, die jeweils eine funktionelle Gruppe anzeigen.

Nachweis Positiv bei Beobachtung
Fehling-Probe (alkalische Kupfer(II)-Lösung, Erwärmen) Alkanal tiefblau → rotbrauner Niederschlag von $\mathrm{Cu_2O}$
Tollens-Probe (Silber-Ionen, ammoniakalisch) Alkanal Silberspiegel
Universalindikator / pH-Wert Carbonsäure rot bis orange (sauer)

Bei der Fehling-Probe oxidiert das Alkanal zum Carboxylat-Ion, die Cu²⁺-Ionen werden reduziert:

$$\mathrm{R{-}CHO + 2\,Cu^{2+} + 5\,OH^- \to R{-}COO^- + Cu_2O + 3\,H_2O}$$

Pro Mol Alkanal entsteht also ein Mol $\mathrm{Cu_2O}$ (rotbraun). Ein Alkanon hat kein H-Atom am Carbonyl-C-Atom und reagiert nicht.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Drei farblose Flüssigkeiten sind in unbeschrifteten Gefäßen: Propanal, Propansäure und Propanon. Zur Identifizierung werden zwei Nachweise durchgeführt: | Probe |…

Drei farblose Flüssigkeiten sind in unbeschrifteten Gefäßen: Propanal, Propansäure und Propanon. Zur Identifizierung werden zwei Nachweise durchgeführt:

Probe Fehling-Probe Universalindikator
1 rotbrauner Niederschlag grün (pH ca. 7)
2 keine Veränderung rot (pH ca. 3)
3 keine Veränderung grün (pH ca. 7)
  1. a) Ordnen Sie die Proben 1 bis 3 den drei Stoffen zu und begründen Sie Ihre Entscheidung.
  1. b) Formulieren Sie die Teilgleichung der Oxidation von Propanal zu Propansäure und geben Sie die Oxidationszahlen des betroffenen Kohlenstoffatoms an.
  1. c) Nennen Sie die funktionelle Gruppe, die durch die Fehling-Probe nachgewiesen wird.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Gemisch aus Propan-1-ol und Propan-2-ol mit einer Gesamtmasse von $1{,}00\,\mathrm{g}$ wird vorsichtig mit Kupfer(II)-oxid oxidiert. Anschließend wird die…

Ein Gemisch aus Propan-1-ol und Propan-2-ol mit einer Gesamtmasse von $1{,}00\,\mathrm{g}$ wird vorsichtig mit Kupfer(II)-oxid oxidiert. Anschließend wird die Reaktionsmischung mit Fehling-Lösung erwärmt. Es entstehen $1{,}43\,\mathrm{g}$ Kupfer(I)-oxid ($\mathrm{Cu_2O}$). Pro Mol Aldehyd entsteht dabei ein Mol Kupfer(I)-oxid. Es gilt $M(\mathrm{Cu_2O}) = 143\,\mathrm{g/mol}$ und für beide Alkanole $M = 60{,}0\,\mathrm{g/mol}$.

  1. a) Erklären Sie, warum nur eines der beiden Alkanole zu einer positiven Fehling-Probe führt, und geben Sie die Reaktionsgleichung der Oxidation dieses Alkanols mit Kupfer(II)-oxid an.
  1. b) Berechnen Sie den Massenanteil $w$ von Propan-1-ol in dem Gemisch unter der Annahme einer vollständigen Oxidation zum Aldehyd.
  1. c) Beurteilen Sie die Aussagekraft dieses Verfahrens. Berücksichtigen Sie mögliche Fehlerquellen, zum Beispiel Überoxidation und unvollständigen Umsatz.
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Siedetemperaturen und Planung eines Versuchs

Alkanol, Alkanal und Carbonsäure unterscheiden sich stark in ihren Siedetemperaturen, obwohl sie ähnlich große Moleküle haben. Das liegt an den zwischenmolekularen Wechselwirkungen:

Stoff Wechselwirkungen Siedetemperatur
Propanal Dipol-Dipol-Kräfte, keine Wasserstoffbrücken $48\,°\mathrm{C}$
Propan-1-ol Wasserstoffbrücken über die $-\mathrm{OH}$-Gruppe $97\,°\mathrm{C}$
Propansäure stärkere Wasserstoffbrücken, Dimere über zwei Brücken $141\,°\mathrm{C}$

Zusätzlich gilt: Je stärker verzweigt ein Isomer ist, desto kleiner ist die Berührungsfläche zwischen den Molekülen. Die van-der-Waals-Kräfte nehmen ab, und die Siedetemperatur sinkt. Isomere Alkanole mit Verzweigung sieden daher niedriger als das unverzweigte.

Die niedrige Siedetemperatur des Alkanals nutzen Sie bei der Herstellung. Das Alkanal wird sofort aus dem Reaktionsgemisch abdestilliert und kann so kaum weiter zur Carbonsäure oxidiert werden.

Üben★★☆Nicht begonnen
Vier Isomere der Summenformel $\mathrm{C_4H_{10}O}$ sind Alkanole. Von vier Proben A bis D, die jeweils eines dieser Isomere enthalten, wurden folgende Eigenschaften…

Vier Isomere der Summenformel $\mathrm{C_4H_{10}O}$ sind Alkanole. Von vier Proben A bis D, die jeweils eines dieser Isomere enthalten, wurden folgende Eigenschaften bestimmt:

Probe Siedetemperatur Oxidation mit Kupfer(II)-oxid
A 117 °C Produkt reagiert mit Fehling-Lösung, weitere Oxidation zur Säure möglich
B 108 °C Produkt reagiert mit Fehling-Lösung, weitere Oxidation zur Säure möglich
C 100 °C Produkt reagiert nicht mit Fehling-Lösung
D 82 °C keine Reaktion
  1. a) Zeichnen Sie die Strukturformeln der vier Isomere und benennen Sie sie systematisch.
  1. b) Ordnen Sie die Proben A bis D den Isomeren zu, soweit dies durch die Oxidationsversuche möglich ist. Begründen Sie Ihre Zuordnung.
  1. c) Erklären Sie mithilfe zwischenmolekularer Wechselwirkungen, warum die Siedetemperaturen der Isomere unterschiedlich sind und mit zunehmender Verzweigung sinken.
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Üben★★★Nicht begonnen
Anna möchte im Schullabor Propanal aus Propan-1-ol herstellen. Sie weiß, dass Propanal bei weiterer Oxidation zu Propansäure reagiert. Aus einer Tabelle entnimmt sie die…

Anna möchte im Schullabor Propanal aus Propan-1-ol herstellen. Sie weiß, dass Propanal bei weiterer Oxidation zu Propansäure reagiert. Aus einer Tabelle entnimmt sie die Siedetemperaturen:

Stoff Siedetemperatur bei 1013 hPa
Propanal 48 °C
Propan-1-ol 97 °C
Propansäure 141 °C

Sie schlägt vor, das Oxidationsmittel zu dem erwärmten Alkanol zu tropfen und das Produkt gleichzeitig aus der Reaktionsmischung abzudestillieren.

  1. a) Erklären Sie die Reihenfolge der Siedetemperaturen mithilfe der zwischenmolekularen Wechselwirkungen.
  1. b) Planen Sie ein Experiment zur Herstellung von Propanal nach Annas Vorschlag. Nennen Sie die Apparatur, die Reaktionsbedingungen und eine Möglichkeit, das Produkt nachzuweisen.
  1. c) Beurteilen Sie, inwiefern die Destillation der Überoxidation entgegenwirkt, und nennen Sie mögliche Grenzen des Verfahrens.
Lösen

Zurück zum Anfang: Der offene Wein wird zu Essig, weil Ethanol über Ethanal ($-\mathrm{I} \to +\mathrm{I}$) zu Ethansäure ($+\mathrm{III}$) oxidiert wird. Luftsauerstoff dient als Oxidationsmittel, und der saure pH-Wert des Gemischs zeigt die Carbonsäure an.

Auf einen Blick

  • Klassen: Primäre, sekundäre und tertiäre Alkanole unterscheiden sich in der Zahl der C-Nachbarn am Hydroxy-C-Atom.

  • Oxidationsreihe: primär: Alkanol ($-\mathrm{I}$) → Alkanal ($+\mathrm{I}$) → Carbonsäure ($+\mathrm{III}$); sekundär: Alkanol ($0$) → Alkanon ($+\mathrm{II}$); tertiär: keine Oxidation.

  • Oxidationszahl: C–H zählt $-1$, C–O zählt $+1$ je Bindung, C–C zählt $0$. Steigt die Zahl, liegt eine Oxidation vor.

  • Redoxgleichungen: Teilgleichungen aufstellen, Elektronen ausgleichen und addieren. $\mathrm{CuO}$ wird schwarz → rot, Dichromat orange → grün.

  • Nachweise: Fehling-Probe positiv nur bei Alkanalen (rotbrauner Niederschlag $\mathrm{Cu_2O}$), Indikator rot bei Carbonsäuren, Alkanone zeigen beides nicht.

  • Siedetemperaturen: Alkanal < Alkanol < Carbonsäure, wegen der zwischenmolekularen Wechselwirkungen. Das Alkanal wird deshalb abdestilliert.

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