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Q2 Leistungskurs · Physik
Vorbereitung auf das Abitur Physik · Elektrodynamik, Atomhülle und Kernphysik in der Qualifikationsphase

Kernphysik, Radioaktivität und ionisierende Strahlung

In einer Holzprobe aus einem archäologischen Fund bei Haltern am See misst ein Labor nur noch einen Bruchteil der Aktivität von frischem Holz. Wie lässt sich daraus das Alter bestimmen? Und warum setzt ein Kernkraftwerk pro Kilogramm Brennstoff Millionen Mal mehr Energie frei als ein Kohlekraftwerk? Beides folgt aus wenigen Grundideen der Kernphysik. Sie wiederholen sie hier in der Form, in der sie im Zentralabitur gefragt werden.

Kernumwandlungen und die Nuklidkarte

Ein Nuklid wird durch $^{A}_{Z}\mathrm{X}$ beschrieben: $A$ ist die Massenzahl (Nukleonenzahl), $Z$ die Kernladungszahl, $N = A - Z$ die Neutronenzahl. Auf der Nuklidkarte steht jedes Nuklid an der Stelle $(N|Z)$. Stabile Kerne liegen im Stabilitätstal. Alle anderen Kerne wandeln sich um, bis sie dieses Tal erreichen.

Ausschnitt einer Nuklidkarte: Pfeile für α-Umwandlung und β⁻-Umwandlung ausgehend vom Mutterkern N Z Mutterkern α: N−2, Z−2 β⁻: N−1, Z+1

Bei der α-Umwandlung sendet der Kern einen Heliumkern $^{4}_{2}\mathrm{He}$ aus. Bei der β⁻-Umwandlung wandelt sich im Kern ein Neutron in ein Proton um, dabei entstehen ein Elektron und ein Antineutrino. In jeder Reaktionsgleichung bleiben die Nukleonenzahl (oben) und die Ladung (unten) erhalten.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Radium-226 ($^{226}{88}\mathrm{Ra}$) ist ein $\alpha$-Strahler. Kohlenstoff-14 ($^{14}{6}\mathrm{C}$) wandelt sich durch $\beta^-$-Umwandlung um. a) Stellen Sie unter…

Radium-226 ($^{226}_{88}\mathrm{Ra}$) ist ein $\alpha$-Strahler. Kohlenstoff-14 ($^{14}_{6}\mathrm{C}$) wandelt sich durch $\beta^-$-Umwandlung um.

  1. a) Stellen Sie unter Verwendung der Nuklidkarte die Reaktionsgleichungen für beide Umwandlungen auf.
  1. b) Zeigen Sie an beiden Gleichungen, dass Nukleonenzahl und Ladung erhalten bleiben.
  1. c) Beschreiben Sie die $\beta^-$-Umwandlung auf der Ebene der Quarks und nennen Sie die beteiligte Wechselwirkung und das Austauschteilchen.
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Zerfallsgesetz und Halbwertszeit

Wann ein einzelner Kern zerfällt, ist zufällig. Bei sehr vielen Kernen ergibt sich dennoch ein klares Gesetz: In jeder Zeitspanne $T_{1/2}$ zerfällt die Hälfte der noch vorhandenen Kerne.

Die Zeit, nach der ein bestimmter Rest erreicht ist, folgt durch Logarithmieren:

$$t = \frac{T_{1/2}}{\ln 2} \cdot \ln\frac{N_0}{N(t)}$$

Für die Altersbestimmung mit der C-14-Methode wird das Verhältnis der heutigen Aktivität zur Aktivität in lebendem Material benutzt. Es gilt $\dfrac{A}{A_0} = \mathrm{e}^{-\lambda t}$, also $t = \dfrac{T_{1/2}}{\ln 2}\ln\dfrac{A_0}{A}$. Achten Sie darauf, dass beide Aktivitäten auf dieselbe Kohlenstoffmasse bezogen sind.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Jod-131 wird in der Nuklearmedizin zur Behandlung der Schilddrüse eingesetzt. Die Halbwertszeit beträgt $T_{1/2} = 8{,}0\,\mathrm{d}$. Eine Probe hat zu Beginn die…

Jod-131 wird in der Nuklearmedizin zur Behandlung der Schilddrüse eingesetzt. Die Halbwertszeit beträgt $T_{1/2} = 8{,}0\,\mathrm{d}$. Eine Probe hat zu Beginn die Aktivität $A_0 = 400\,\mathrm{kBq}$.

  1. a) Berechnen Sie die Aktivität der Probe nach $16\,\mathrm{d}$ und nach $24\,\mathrm{d}$.
  1. b) Bestimmen Sie die Zeit, nach der die Aktivität auf $12{,}5\,\mathrm{kBq}$ gesunken ist.
  1. c) Erläutern Sie den Begriff Halbwertszeit und begründen Sie, weshalb sich für einzelne Atomkerne keine Aussage zum Zeitpunkt des Zerfalls machen lässt.
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Üben★★★Nicht begonnen
Lebende Organismen nehmen ständig Kohlenstoff auf, darunter das radioaktive Isotop $^{14}{6}\mathrm{C}$ mit der Halbwertszeit $T_{1/2} = 5.730\,\mathrm{a}$. In lebendem…

Lebende Organismen nehmen ständig Kohlenstoff auf, darunter das radioaktive Isotop $^{14}_{6}\mathrm{C}$ mit der Halbwertszeit $T_{1/2} = 5.730\,\mathrm{a}$. In lebendem Material beträgt die Aktivität des $^{14}\mathrm{C}$ etwa $0{,}23\,\mathrm{Bq}$ pro Gramm Kohlenstoff. Nach dem Tod endet die Aufnahme. Bei einer Holzprobe aus einem archäologischen Fund bei Haltern am See wird für $5{,}0\,\mathrm{g}$ Kohlenstoff eine Aktivität von $0{,}80\,\mathrm{Bq}$ gemessen (bereits um den Nulleffekt bereinigt).

  1. a) Bestimmen Sie das Alter der Probe.
  1. b) Berechnen Sie die Zerfallskonstante $\lambda = \dfrac{\ln 2}{T_{1/2}}$ in $1/\mathrm{s}$ (ein Jahr entspricht $3{,}156\cdot10^{7}\,\mathrm{s}$) und die Anzahl der $^{14}\mathrm{C}$-Kerne, die in $5{,}0\,\mathrm{g}$ Kohlenstoff einer lebenden Pflanze enthalten sind (Zusammenhang $A = \lambda\,N$).
  1. c) Begründen Sie, weshalb sich die Radiocarbonmethode nicht zur Altersbestimmung einer Probe mit einem Alter von $500.000\,\mathrm{a}$ eignet.
  1. d) Geben Sie die Zerfallsgleichung des $^{14}\mathrm{C}$ an.
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Üben★★★Nicht begonnen
Für ein radioaktives Präparat, das in der Nuklearmedizin verwendet werden soll, wird mit einem Zählrohr die Zählrate $Z$ in Abhängigkeit von der Zeit $t$ gemessen. Der…

Für ein radioaktives Präparat, das in der Nuklearmedizin verwendet werden soll, wird mit einem Zählrohr die Zählrate $Z$ in Abhängigkeit von der Zeit $t$ gemessen. Der Nulleffekt beträgt $Z_0 = 5\,\mathrm{s^{-1}}$.

$t$ in min 0 10 20 30 40 60
gemessene Zählrate in 1/s 85 62 45 33 25 15
  1. a) Bereinigen Sie die Zählraten um den Nulleffekt und bestimmen Sie daraus die Halbwertszeit des Präparats. Begründen Sie Ihr Vorgehen.
  1. b) Berechnen Sie die bereinigte und die gemessene Zählrate zur Zeit $t = 100\,\mathrm{min}$ und die Zeit, nach der die bereinigte Zählrate gleich dem Nulleffekt ist.
  1. c) Erläutern Sie, weshalb die Messwerte um die erwartete Kurve schwanken, obwohl der Zerfall jedes einzelnen Kerns einem festen Gesetz der Wahrscheinlichkeit folgt.
  1. d) Beurteilen Sie, weshalb für diagnostische Anwendungen am Patienten Nuklide mit kurzer Halbwertszeit von Vorteil sind, und nennen Sie einen Nachteil.
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Strahlungsarten, Zählrohr und Nulleffekt

Ionisierende Strahlung kann Atome ionisieren. Die drei Strahlungsarten der Kernumwandlungen unterscheiden sich in der Durchdringungsfähigkeit:

Strahlung Teilchen Abschirmung Reichweite in Luft
$\alpha$ $^{4}_{2}\mathrm{He}$-Kern Blatt Papier wenige cm
$\beta^-$ Elektron einige mm Aluminium einige m
$\gamma$ Photon aus dem Kern dicke Bleiplatte, Beton sehr groß, nimmt nur exponentiell ab
Absorption von α-, β- und γ-Strahlung: Papier stoppt α, Aluminium stoppt β, Blei schwächt γ α β γ Papier Aluminium Blei

Zum Nachweis dient das Geiger-Müller-Zählrohr. Ein ionisierendes Teilchen löst im Zählrohrgas eine Entladung aus, es entsteht ein Zählimpuls. Auch ohne Präparat registriert das Zählrohr Impulse (kosmische Strahlung, natürliche Radioaktivität). Diese Impulse bilden den Nulleffekt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
In einem Versuch mit einem Geiger-Müller-Zählrohr wird ein Präparat untersucht, das $\alpha$-, $\beta$- und $\gamma$-Strahlung aussendet. Der Nulleffekt beträgt $25$…

In einem Versuch mit einem Geiger-Müller-Zählrohr wird ein Präparat untersucht, das $\alpha$-, $\beta$- und $\gamma$-Strahlung aussendet. Der Nulleffekt beträgt $25$ Impulse pro Minute. Die gemessenen Zählraten (in Impulsen pro Minute) lauten:

Anordnung Zählrate in 1/min
ohne Absorber 1.425
Blatt Papier 735
Aluminiumblech, 3 mm 125
Aluminiumblech, 3 mm und Bleiplatte, 5 cm 27
  1. a) Berechnen Sie für jede Anordnung die um den Nulleffekt bereinigte Zählrate.
  1. b) Bestimmen Sie den prozentualen Anteil der $\alpha$-Strahlung und der $\beta$-Strahlung an der bereinigten Zählrate ohne Absorber und begründen Sie Ihr Vorgehen.
  1. c) Erläutern Sie das Funktionsprinzip eines Geiger-Müller-Zählrohrs.
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Massendefekt, Kernspaltung und Kernfusion

Die Masse eines Kerns ist kleiner als die Summe der Massen seiner Nukleonen. Die Differenz heißt Massendefekt:

$$\Delta m = Z\cdot m_\mathrm{p} + N\cdot m_\mathrm{n} - m_\mathrm{Kern}$$

Nach $E = m\,c^2$ entspricht ihr die Bindungsenergie $E_\mathrm{B} = \Delta m \cdot c^2$. Mit $1\,\mathrm{u} \,\widehat{=}\, 931{,}5\,\mathrm{MeV}$ rechnet man bequem in MeV.

Trägt man $E_\mathrm{B}/A$ gegen $A$ auf, steigt die Kurve steil an, hat ihr Maximum bei $^{56}\mathrm{Fe}$ (etwa $8{,}8\,\mathrm{MeV}$ pro Nukleon) und fällt zu schweren Kernen leicht ab. Daraus folgt:

  • Kernfusion leichter Kerne (z. B. D + T): Das Produkt ist stärker gebunden, die Differenz wird frei.

  • Kernspaltung schwerer Kerne (z. B. $^{235}\mathrm{U}$): Die Bruchstücke liegen näher am Maximum, auch hier wird Energie frei.

Die Energiefreisetzung einer Reaktion ist $E = \Delta m\cdot c^2$ mit $\Delta m = \sum m_\mathrm{vorher} - \sum m_\mathrm{nachher}$. Das ist positiv, wenn die Massen der Produkte insgesamt kleiner sind.

Beim freien Neutron kann man die Energiebilanz ebenso nutzen: $\mathrm{n} \to \mathrm{p} + \mathrm{e}^- + \bar{\nu}_\mathrm{e}$ ist möglich, weil $m_\mathrm{n} > m_\mathrm{p} + m_\mathrm{e}$ ist. Die frei werdende Energie verteilt sich auf Elektron, Antineutrino und den Rückstoß des Protons. Weil sich die Energie auf mehrere Teilchen (Elektron, Antineutrino, Rückstoßkern) verteilen kann, ist das Elektronenspektrum kontinuierlich. Aus dem Fehlen einer festen Elektronenenergie hat Pauli das Neutrino gefolgert.

Üben★★☆Nicht begonnen
In Fusionsexperimenten wird die Reaktion $$^{2}{1}\mathrm{D} + {}^{3}{1}\mathrm{T} \to {}^{4}{2}\mathrm{He} + {}^{1}{0}\mathrm{n}$$ untersucht. Die Atommassen betragen:…

In Fusionsexperimenten wird die Reaktion

$$^{2}_{1}\mathrm{D} + {}^{3}_{1}\mathrm{T} \to {}^{4}_{2}\mathrm{He} + {}^{1}_{0}\mathrm{n}$$

untersucht. Die Atommassen betragen: $m(\mathrm{D}) = 2{,}014102\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{T}) = 3{,}016049\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{He}) = 4{,}002603\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{n}) = 1{,}008665\,\mathrm{u}$. Es gilt $1\,\mathrm{u} \,\widehat{=}\, 931{,}5\,\mathrm{MeV}$ sowie $1\,\mathrm{u} = 1{,}6605\cdot10^{-27}\,\mathrm{kg}$.

  1. a) Berechnen Sie den Massendefekt bei dieser Reaktion und die freigesetzte Energie in $\mathrm{MeV}$ und in $\mathrm{J}$.
  1. b) Berechnen Sie die Energie, die pro Kilogramm des Brennstoffgemischs aus Deuterium und Tritium freigesetzt wird.
  1. c) Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Heizwert von Steinkohle ($29\,\mathrm{MJ/kg}$) und erklären Sie anhand von $E = m\,c^2$, weshalb die Energiefreisetzung bei Kernreaktionen so viel größer ist als bei chemischen Reaktionen.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Uran-235-Kern spaltet sich nach Einfang eines Neutrons gemäß $$^{235}{92}\mathrm{U} + {}^{1}{0}\mathrm{n} \to {}^{141}{56}\mathrm{Ba} + {}^{92}{36}\mathrm{Kr} +…

Ein Uran-235-Kern spaltet sich nach Einfang eines Neutrons gemäß

$$^{235}_{92}\mathrm{U} + {}^{1}_{0}\mathrm{n} \to {}^{141}_{56}\mathrm{Ba} + {}^{92}_{36}\mathrm{Kr} + 3\,{}^{1}_{0}\mathrm{n}.$$

Die Atommassen betragen: $m(\mathrm{U}) = 235{,}043930\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{Ba}) = 140{,}914411\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{Kr}) = 91{,}926156\,\mathrm{u}$, $m(\mathrm{n}) = 1{,}008665\,\mathrm{u}$. Es gilt $1\,\mathrm{u} \,\widehat{=}\, 931{,}5\,\mathrm{MeV}$ $1\,\mathrm{MeV} = 1{,}602\cdot10^{-13}\,\mathrm{J}$ und $1\,\mathrm{u} = 1{,}6605\cdot10^{-27}\,\mathrm{kg}$.

  1. a) Zeigen Sie, dass die Reaktionsgleichung in Nukleonenzahl und Ladung ausgeglichen ist.
  1. b) Berechnen Sie den Massendefekt und die je Spaltung freigesetzte Energie in $\mathrm{MeV}$.
  1. c) Ein Kernkraftwerk (inzwischen stillgelegt) hatte eine thermische Leistung von $3{,}4\,\mathrm{GW}$. Berechnen Sie die Anzahl der Spaltungen pro Sekunde und die Masse an Uran-235, die an einem Tag gespalten wird. Nehmen Sie vereinfachend an, dass die gesamte Energie aus diesem Spaltprozess stammt.
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Üben★★★Nicht begonnen
Bei der $\beta^-$-Umwandlung wird beobachtet, dass die Elektronen nicht mit einer festen Energie emittiert werden. Im gemessenen Energiespektrum des Elektrons treten…

Bei der $\beta^-$-Umwandlung wird beobachtet, dass die Elektronen nicht mit einer festen Energie emittiert werden. Im gemessenen Energiespektrum des Elektrons treten alle kinetischen Energien von nahezu $0\,\mathrm{MeV}$ bis zu einem Höchstwert auf. Beim Zerfall des freien Neutrons gilt $\mathrm{n} \to \mathrm{p} + \mathrm{e}^- + \bar{\nu}_\mathrm{e}$ mit den Massen $m_\mathrm{n} = 1{,}008665\,\mathrm{u}$, $m_\mathrm{p} = 1{,}007276\,\mathrm{u}$ und $m_\mathrm{e} = 0{,}000549\,\mathrm{u}$. Die Masse des Antineutrinos ist vernachlässigbar klein. Es gilt $1\,\mathrm{u} \,\widehat{=}\, 931{,}5\,\mathrm{MeV}$.

  1. a) Berechnen Sie den Massendefekt und die bei der Umwandlung freigesetzte Energie in $\mathrm{MeV}$.
  1. b) Erläutern Sie, welchen Höchstwert der kinetischen Energie des Elektrons Sie erwarten, und begründen Sie anhand des kontinuierlichen Elektronenspektrums, weshalb ein weiteres Teilchen an der Umwandlung beteiligt sein muss.
  1. c) Beschreiben Sie die Umwandlung auf der Ebene der Quarks und erläutern Sie die Rolle der schwachen Wechselwirkung.
  1. d) Erläutern Sie qualitativ, welche Rolle die starke Wechselwirkung für die Stabilität von Atomkernen spielt, obwohl sich die positiv geladenen Protonen im Kern elektrisch abstoßen.
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Dosis, biologische Wirkung und Röntgenstrahlung

Ionisierende Strahlung schädigt Zellen, vor allem die DNA. Die Energiedosis ist die absorbierte Energie pro Masse, $D = E/m$ (Einheit $1\,\mathrm{Gy} = 1\,\mathrm{J/kg}$). Weil gleiche Energiedosen je nach Strahlungsart und Organ unterschiedlich wirken, gewichtet man sie und erhält die effektive Dosis in Sievert (Sv). Mit ihr lassen sich Belastungen vergleichen:

Ereignis effektive Dosis
Flug Frankfurt–New York etwa $0{,}05\,\mathrm{mSv}$
natürliche Belastung in Deutschland, pro Jahr etwa $2{,}1\,\mathrm{mSv}$
Grenzwert beruflich Exponierter, pro Jahr $20\,\mathrm{mSv}$

Strahlenschutz folgt drei Regeln: Abstand halten, Aufenthaltsdauer begrenzen, Abschirmung nutzen. Aufnahme radioaktiver Stoffe (Inkorporation) ist besonders gefährlich bei α-Strahlern, weil die gesamte Energie auf kleinem Raum im Gewebe bleibt.

Röntgenstrahlung entsteht, wenn in einer Röntgenröhre Elektronen mit der Beschleunigungsspannung $U$ auf eine Anode treffen. Das Spektrum hat zwei Anteile:

  • Bremsstrahlung (kontinuierlich): Ein Elektron wird im Anodenmaterial abgebremst und gibt Energie als Photon ab. Die größte Photonenenergie tritt auf, wenn das Elektron seine gesamte kinetische Energie $e\,U$ in ein Photon abgibt:
$$E_\mathrm{max} = e\,U = h\,f_\mathrm{max} = \frac{h\,c}{\lambda_\mathrm{min}} \quad\Rightarrow\quad \lambda_\mathrm{min} = \frac{h\,c}{e\,U}$$
  • Charakteristische Strahlung (Linien): Ein Elektron der inneren Schale wird herausgeschlagen, ein Elektron einer höheren Schale füllt die Lücke und sendet ein Photon aus. Die Linien hängen nur vom Anodenmaterial ab.
Röntgenspektrum: kontinuierliche Bremsstrahlung mit Grenzwellenlänge und zwei charakteristische Linien λ Intensität λmin charakteristische Linien Bremsstrahlung
Üben★★☆Nicht begonnen
Eine Tabelle enthält typische effektive Dosen: | Ereignis | Effektive Dosis in mSv | |---|---| | Röntgenaufnahme des Brustkorbs | 0,02 | | Computertomographie des…

Eine Tabelle enthält typische effektive Dosen:

Ereignis Effektive Dosis in mSv
Röntgenaufnahme des Brustkorbs 0,02
Computertomographie des Bauchraums 10
natürliche Strahlenbelastung in Deutschland pro Jahr 2,1
Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen pro Jahr 20

Eine Röntgenröhre in einer Klinik in Münster wird mit der Beschleunigungsspannung $U = 80\,\mathrm{kV}$ betrieben.

  1. a) Berechnen Sie, wie vielen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs die Dosis einer Computertomographie entspricht und wie vielen Jahren natürlicher Strahlenbelastung.
  1. b) Beschreiben Sie drei Maßnahmen des Strahlenschutzes beim Umgang mit einer Strahlungsquelle und erläutern Sie jeweils das Prinzip.
  1. c) Berechnen Sie die kleinste Wellenlänge und die größte Photonenenergie der von der Röhre ausgesandten Röntgenstrahlung.
  1. d) Bewerten Sie, ob die Dosis der Computertomographie in Teilaufgabe a) bei begründetem Verdacht auf eine Erkrankung vertretbar ist.
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Zurück zum Anfang: Aus dem Verhältnis der gemessenen Aktivität zur Aktivität in lebendem Holz lässt sich mit $t = \frac{T_{1/2}}{\ln 2}\ln\frac{A_0}{A}$ das Alter der Probe berechnen. Der große Energieunterschied zwischen Kern- und Kohlekraftwerk entsteht, weil Kernreaktionen Massendefekte von einigen MeV pro Reaktion nutzen, chemische Reaktionen aber nur einige eV.

Auf einen Blick

  • Bei α-Umwandlung gilt $A \to A-4$, $Z \to Z-2$. Bei β⁻-Umwandlung gilt $A \to A$, $Z \to Z+1$ (d → u + W⁻, schwache Wechselwirkung). Nukleonenzahl und Ladung bleiben erhalten.

  • Zerfallsgesetz: $N = N_0\,\mathrm{e}^{-\lambda t}$, $\lambda = \ln 2 / T_{1/2}$, Aktivität $A = \lambda N$ in Bq. Zählraten zuerst um den Nulleffekt bereinigen.

  • α wird von Papier, β von wenigen mm Aluminium gestoppt, γ nur durch dicke Bleiplatten geschwächt. Nachweis mit dem Geiger-Müller-Zählrohr.

  • Massendefekt $\Delta m = Z m_\mathrm{p} + N m_\mathrm{n} - m_\mathrm{Kern}$, Energie $E = \Delta m\,c^2$, $1\,\mathrm{u} \,\widehat{=}\, 931{,}5\,\mathrm{MeV}$. Spaltung und Fusion setzen Energie frei, weil die Produkte näher am Maximum von $E_\mathrm{B}/A$ (bei Fe) liegen.

  • Effektive Dosis in Sv erlaubt den Vergleich von Strahlenbelastungen. Röntgenröhre: $\lambda_\mathrm{min} = h c/(e U)$, dazu charakteristische Linien des Anodenmaterials.

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