Elektrodynamik und Energieübertragung
Wenn eine Kölner Straßenbahn bremst, fließt Strom zurück ins Netz. Der Fahrradreifen treibt einen Dynamo an, und das Licht brennt. Ein Induktionskochfeld erhitzt den Topf, bleibt selbst aber kalt. Hinter allem steckt dieselbe Frage: Wie entsteht aus Bewegung oder aus einem sich ändernden Magnetfeld eine elektrische Spannung, und wie wird diese Energie übertragen und gespeichert? Am Ende dieser Seite können Sie das mit dem Induktionsgesetz quantitativ beantworten.
Magnetischer Fluss und Induktionsgesetz
Eine Leiterschleife wird von Feldlinien durchsetzt. Entscheidend ist, wie viel Feld senkrecht durch die Fläche tritt. Diese Größe heißt magnetischer Fluss.
Der Fluss kann sich nur auf zwei Arten ändern: Entweder ändert sich $B$ (Spule im veränderlichen Feld), oder es ändert sich die durchsetzte Fläche bzw. der Winkel $\alpha$ (bewegte oder rotierende Schleife). Jede Änderung von $\Phi$ erzeugt in der Leiterschleife eine Spannung.
Warum der Faktor $N$? Die Windungen sind in Reihe geschaltet, deshalb addieren sich die Spannungen aller Windungen. Warum die Änderungsrate? Ein konstanter Fluss, auch ein sehr großer, induziert nichts.
Bei Messungen mit Oszilloskop oder Messwerterfassungssystem gilt: Die Induktionsspannung ist (bis auf den Faktor $-N$) die Steigung im $\Phi$-$t$-Diagramm. Ein linearer Anstieg von $\Phi$ ergibt eine konstante Spannung. Bleibt $\Phi$ konstant, ist $U_\mathrm{ind} = 0$.
Im Physikunterricht untersucht Lena Induktionserscheinungen. Eine Spule mit $N = 200$ Windungen steht in einem homogenen Magnetfeld. Die Querschnittsfläche der Spule…
Im Physikunterricht untersucht Lena Induktionserscheinungen. Eine Spule mit $N = 200$ Windungen steht in einem homogenen Magnetfeld. Die Querschnittsfläche der Spule beträgt $A = 50\,\mathrm{cm^2}$ und steht senkrecht zu den Feldlinien. Die magnetische Flussdichte beträgt zunächst $B = 0{,}40\,\mathrm{T}$. Anschließend wird das Feld in $\Delta t = 0{,}20\,\mathrm{s}$ gleichmäßig auf null verringert.
- a) Berechnen Sie den magnetischen Fluss $\Phi$ durch eine einzelne Windung zu Beginn.
- b) Berechnen Sie den Betrag der mittleren Induktionsspannung $U_\mathrm{ind}$, die während der Abnahme der Flussdichte an der Spule auftritt.
- c) Nennen Sie zwei verschiedene Möglichkeiten, in einer Leiterschleife eine Induktionsspannung hervorzurufen.
Eine Spule mit $N = 500$ Windungen befindet sich in einem zeitlich veränderlichen Magnetfeld. Mit einem Messwerterfassungssystem wird der magnetische Fluss $\Phi$ durch…
Eine Spule mit $N = 500$ Windungen befindet sich in einem zeitlich veränderlichen Magnetfeld. Mit einem Messwerterfassungssystem wird der magnetische Fluss $\Phi$ durch eine Windung der Spule in Abhängigkeit von der Zeit $t$ aufgenommen. Das $\Phi$-$t$-Diagramm besteht aus drei geraden Abschnitten:
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Von $t = 0\,\mathrm{s}$ bis $t = 0{,}10\,\mathrm{s}$ steigt der Fluss linear von $0\,\mathrm{mVs}$ auf $4{,}0\,\mathrm{mVs}$.
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Von $t = 0{,}10\,\mathrm{s}$ bis $t = 0{,}30\,\mathrm{s}$ bleibt der Fluss konstant bei $4{,}0\,\mathrm{mVs}$.
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Von $t = 0{,}30\,\mathrm{s}$ bis $t = 0{,}40\,\mathrm{s}$ sinkt der Fluss linear auf $0\,\mathrm{mVs}$.
- a) Bestimmen Sie die Induktionsspannung $U_\mathrm{ind}$ in jedem der drei Zeitabschnitte.
- b) Skizzieren Sie das zugehörige $U_\mathrm{ind}$-$t$-Diagramm für $0\,\mathrm{s} \le t \le 0{,}40\,\mathrm{s}$ mit beschrifteten Achsen.
- c) Begründen Sie mithilfe des Induktionsgesetzes, weshalb die Induktionsspannung im zweiten Abschnitt null ist, obwohl der magnetische Fluss dort seinen größten Wert hat.
Lenz'sche Regel und Thomson'scher Ringversuch
Das Minuszeichen im Induktionsgesetz hat eine physikalische Bedeutung.
Beim Thomson'schen Ringversuch steht ein geschlossener Aluminiumring auf dem Eisenkern einer Spule.
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Einschalten: Das Feld und damit $\Phi$ nehmen zu. Der Ringstrom erzeugt ein Gegenfeld, das den Anstieg schwächen will. Die Felder sind entgegengesetzt gerichtet, also stoßen Ring und Spule sich ab. Der Ring springt nach oben.
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Ausschalten: Das Feld nimmt ab. Der Ringstrom erzeugt ein Feld in derselben Richtung wie das Spulenfeld, das den Abfall schwächen will. Der Ring wirkt dann wie ein Magnet, dessen Pol dem Spulenpol ungleichnamig gegenübersteht. Ring und Spule ziehen sich an: Der Ring wird leicht angezogen, wie im Versuch beobachtet.
Beim Thomson'schen Ringversuch steht ein geschlossener Aluminiumring auf dem senkrechten Eisenkern einer Spule und kann frei nach oben beweglich gleiten. Beim Schließen…
Beim Thomson'schen Ringversuch steht ein geschlossener Aluminiumring auf dem senkrechten Eisenkern einer Spule und kann frei nach oben beweglich gleiten. Beim Schließen des Schalters im Spulenstromkreis springt der Ring in die Höhe. Beim Öffnen des Schalters wird keine Abstoßung beobachtet; der Ring wird sogar leicht angezogen.
Ein Messwerterfassungssystem zeigt: Beim Einschalten steigt die magnetische Flussdichte im Bereich des Rings innerhalb von $\Delta t = 5{,}0\,\mathrm{ms}$ gleichmäßig von $0\,\mathrm{mT}$ auf $80\,\mathrm{mT}$. Die vom Feld senkrecht durchsetzte Fläche des Rings beträgt $A = 12\,\mathrm{cm^2}$, sein elektrischer Widerstand $R = 2{,}4\,\mathrm{m\Omega}$.
- a) Stellen Sie eine begründete Hypothese auf, in welche Richtung der Induktionsstrom im Ring beim Einschalten fließt, und erklären Sie damit das Springen des Rings.
- b) Berechnen Sie die mittlere Induktionsspannung und die mittlere Stromstärke im Ring während des Einschaltvorgangs.
- c) Erklären Sie mithilfe des Induktionsgesetzes, weshalb der Ring beim Öffnen des Schalters nicht abgestoßen, sondern angezogen wird.
- d) Ein baugleicher Ring mit einem schmalen Schlitz springt beim Einschalten nicht. Begründen Sie diese Beobachtung.
Leiterschaukel und Generator
Wird ein Leiter der Länge $\ell$ mit der Geschwindigkeit $v$ senkrecht zu $\vec{B}$ bewegt, so bewegen sich auch seine Elektronen mit. Auf sie wirkt die Lorentzkraft $F_\mathrm{L} = e \cdot v \cdot B$. Sie verschiebt Elektronen zum einen Ende, am anderen bleibt ein Mangel. Es entsteht ein elektrisches Feld $E$ im Leiter, das auf die Elektronen die Kraft $e \cdot E$ ausübt. Das Gleichgewicht ist erreicht, wenn
$$e \cdot E = e \cdot v \cdot B \;\Rightarrow\; E = v \cdot B \;\Rightarrow\; U_\mathrm{ind} = E \cdot \ell = B \cdot \ell \cdot v.$$Dasselbe liefert das Induktionsgesetz: Die überstrichene Fläche wächst mit $\dot{A} = \ell \cdot v$, also ist $|U_\mathrm{ind}| = B \cdot \dot{A} = B \cdot \ell \cdot v$.
Der Generator
Eine Spule dreht sich mit der Winkelgeschwindigkeit $\omega = 2\pi f$ im homogenen Feld. Steht die Fläche zur Zeit $t = 0$ senkrecht zu den Feldlinien, so gilt $\alpha = \omega t$ und
$$\Phi(t) = B \cdot A \cdot \cos(\omega t).$$Das Induktionsgesetz in differentieller Form liefert
$$U(t) = -N \cdot \dot{\Phi}(t) = N \cdot B \cdot A \cdot \omega \cdot \sin(\omega t) = \hat{U} \cdot \sin(\omega t), \qquad \hat{U} = N\,B\,A\,\omega.$$Der Effektivwert ist $U_\mathrm{eff} = \hat{U}/\sqrt{2}$.
Die Spannung ist null, wenn der Fluss maximal ist, und maximal, wenn der Fluss durch null geht. Das ist die Steigung der Kosinuskurve.
Ein gerades Leiterstück der Länge $\ell = 8{,}0\,\mathrm{cm}$ wird mit der konstanten Geschwindigkeit $v = 0{,}50\,\mathrm{m/s}$ senkrecht zu den Feldlinien durch ein…
Ein gerades Leiterstück der Länge $\ell = 8{,}0\,\mathrm{cm}$ wird mit der konstanten Geschwindigkeit $v = 0{,}50\,\mathrm{m/s}$ senkrecht zu den Feldlinien durch ein homogenes Magnetfeld der Flussdichte $B = 0{,}25\,\mathrm{T}$ bewegt. Die Bewegungsrichtung steht senkrecht zum Leiter, und der Leiter selbst steht ebenfalls senkrecht zu den Feldlinien.
- a) Erläutern Sie mithilfe der Lorentzkraft, weshalb sich an den Enden des bewegten Leiters Ladungen trennen.
- b) Berechnen Sie die Induktionsspannung $U_\mathrm{ind}$ zwischen den Leiterenden.
- c) Im Gleichgewicht ist die Kraft des entstehenden elektrischen Feldes auf ein Elektron betragsgleich zur Lorentzkraft. Berechnen Sie die elektrische Feldstärke $E$ im Leiter und zeigen Sie, dass sich daraus dieselbe Spannung wie in Teilaufgabe b) ergibt.
Ein Wechselspannungsgenerator besteht aus einer Spule mit $N = 100$ Windungen und der Querschnittsfläche $A = 120\,\mathrm{cm^2}$. Die Spule rotiert mit der konstanten…
Ein Wechselspannungsgenerator besteht aus einer Spule mit $N = 100$ Windungen und der Querschnittsfläche $A = 120\,\mathrm{cm^2}$. Die Spule rotiert mit der konstanten Frequenz $f = 25\,\mathrm{Hz}$ in einem homogenen Magnetfeld der Flussdichte $B = 0{,}15\,\mathrm{T}$. Zur Zeit $t = 0\,\mathrm{s}$ steht die Spulenfläche senkrecht zu den Feldlinien.
- a) Geben Sie den zeitlichen Verlauf $\Phi(t)$ des magnetischen Flusses durch eine Windung an und leiten Sie daraus mithilfe des Induktionsgesetzes in differentieller Form die Induktionsspannung $U(t)$ her.
- b) Berechnen Sie die Scheitelspannung $\hat{U}$, den Effektivwert $U_\mathrm{eff}$ und den Momentanwert der Spannung zur Zeit $t = 5{,}0\,\mathrm{ms}$.
- c) Die Drehfrequenz wird verdoppelt. Beschreiben Sie, wie sich Scheitelspannung und Periodendauer ändern, und begründen Sie Ihre Aussage.
Transformator und Freileitung
Ein Transformator besteht aus Primärspule ($N_1$), Sekundärspule ($N_2$) und meist einem Eisenkern. Wechselstrom in der Primärspule erzeugt ein sich änderndes Feld, das beide Spulen durchsetzt. In der Sekundärspule wird nach dem Induktionsgesetz eine Spannung induziert. Mit Gleichspannung ändert sich der Fluss nicht, deshalb wird dann nichts induziert.
Die Spannungsverhältnisse folgen aus dem gleichen Fluss pro Windung. Die Stromverhältnisse folgen aus der Leistungserhaltung.
Warum Hochspannung?
In einer Freileitung mit Widerstand $R_\mathrm{L}$ geht die Leistung $P_\mathrm{V} = I^2 R_\mathrm{L}$ verloren. Bei gegebener Leistung gilt $I = P/U$, also $P_\mathrm{V} = \dfrac{P^2}{U^2} R_\mathrm{L}$.
Das Netzteil eines Ladegeräts enthält einen Transformator. Die Primärspule hat $N_1 = 1.200$ Windungen und wird an die Wechselspannung $U_1 = 230\,\mathrm{V}$…
Das Netzteil eines Ladegeräts enthält einen Transformator. Die Primärspule hat $N_1 = 1.200$ Windungen und wird an die Wechselspannung $U_1 = 230\,\mathrm{V}$ angeschlossen. Die Sekundärspule hat $N_2 = 60$ Windungen. Der Transformator soll als ideal betrachtet werden. Auf der Sekundärseite fließt ein Strom der Stärke $I_2 = 2{,}0\,\mathrm{A}$.
- a) Berechnen Sie die Sekundärspannung $U_2$.
- b) Berechnen Sie die Stromstärke $I_1$ in der Primärspule und die übertragene Leistung.
- c) Begründen Sie, weshalb ein Transformator mit Gleichspannung an der Primärspule keine Spannung an der Sekundärspule liefert.
Ein Windpark an der Nordseeküste speist über eine Freileitung mit dem Gesamtwiderstand $R_\mathrm{L} = 5{,}0\,\Omega$ die elektrische Leistung $P = 2{,}0\,\mathrm{MW}$…
Ein Windpark an der Nordseeküste speist über eine Freileitung mit dem Gesamtwiderstand $R_\mathrm{L} = 5{,}0\,\Omega$ die elektrische Leistung $P = 2{,}0\,\mathrm{MW}$ ein. Zwei Varianten der Übertragung werden verglichen: Die Leistung wird entweder bei der Spannung $U_\mathrm{A} = 20\,\mathrm{kV}$ oder bei $U_\mathrm{B} = 220\,\mathrm{kV}$ eingespeist. Näherungsweise gilt für den Leitungsstrom $I = P/U$. Der Generator der Anlage liefert eine Wechselspannung mit dem Effektivwert $10\,\mathrm{kV}$.
- a) Berechnen Sie für beide Varianten die Stromstärke in der Leitung, die Verlustleistung $P_\mathrm{V} = I^2\,R_\mathrm{L}$ und den prozentualen Anteil der Verluste an $P$.
- b) Erläutern Sie anhand der Ergebnisse, weshalb Strom über große Entfernungen mit Hochspannung übertragen wird.
- c) Bestimmen Sie das Windungszahlverhältnis $N_2/N_1$ eines idealen Transformators, der $10\,\mathrm{kV}$ auf $220\,\mathrm{kV}$ hochsetzt, sowie die Windungszahl $N_2$, wenn die Primärspule $N_1 = 500$ Windungen hat.
- d) Beurteilen Sie, weshalb für die Hochspannungsübertragung Wechselspannung günstiger ist als Gleichspannung, wenn Sie nur die Transformierbarkeit berücksichtigen.
Kondensator und Entladung
Ein Kondensator speichert Ladung und Energie. Mit der Spannung $U$ gilt für die Ladung $Q = C \cdot U$ mit der Kapazität $C$ in $\mathrm{F} = \mathrm{C/V}$.
Warum fällt die Spannung exponentiell? Der Strom ist proportional zur Spannung. Je weniger Spannung am Kondensator anliegt, desto langsamer fließt Ladung ab.
Ein Kondensator mit der Kapazität $C = 470\,\mathrm{\mu F}$ wird auf die Spannung $U_0 = 12\,\mathrm{V}$ aufgeladen und zur Zeit $t = 0\,\mathrm{s}$ über einen…
Ein Kondensator mit der Kapazität $C = 470\,\mathrm{\mu F}$ wird auf die Spannung $U_0 = 12\,\mathrm{V}$ aufgeladen und zur Zeit $t = 0\,\mathrm{s}$ über einen Widerstand $R = 2{,}2\,\mathrm{k\Omega}$ entladen. Für die Kondensatorspannung gilt während der Entladung
$$U(t) = U_0 \cdot \mathrm{e}^{-t/(R\,C)}.$$- a) Berechnen Sie die anfangs gespeicherte Ladung $Q_0$ und die Stromstärke $I_0$ unmittelbar nach Beginn der Entladung.
- b) Berechnen Sie die Zeitkonstante $\tau = R\,C$ und die Kondensatorspannung zur Zeit $t = 2{,}0\,\mathrm{s}$.
- c) Berechnen Sie die anfangs im Kondensator gespeicherte Energie $E = \frac{1}{2}\,C\,U_0^2$ und begründen Sie, in welcher Form diese Energie während der Entladung frei wird.
Energierückgewinnung (Rekuperation)
Beim elektrischen Bremsen arbeitet der Fahrmotor als Generator. Die kinetische Energie $E_\mathrm{kin} = \tfrac{1}{2} m v^2$ wird in elektrische Energie umgewandelt und ins Netz zurückgespeist, vermindert um den Wirkungsgrad $\eta$. Das ist das Induktionsgesetz in Anwendung: Die Bremswirkung ist die Gegenwirkung nach Lenz.
Eine Straßenbahn der Masse $m = 36\,\mathrm{t}$ fährt mit $v = 54\,\mathrm{km/h}$ und bremst bis zum Stillstand. Beim elektrischen Bremsen arbeitet der Fahrmotor als…
Eine Straßenbahn der Masse $m = 36\,\mathrm{t}$ fährt mit $v = 54\,\mathrm{km/h}$ und bremst bis zum Stillstand. Beim elektrischen Bremsen arbeitet der Fahrmotor als Generator und speist Energie ins Netz zurück (Rekuperation). Der Wirkungsgrad dieser Rückspeisung beträgt $70\,\%$. Die Bahn hält an einem Betriebstag $120$-mal. Der Strompreis beträgt $0{,}35\,€$ pro $\mathrm{kWh}$. Es sollen vereinfachend alle Bremsvorgänge als vollständig elektrisch und mit der Anfangsgeschwindigkeit $v$ betrachtet werden.
- a) Berechnen Sie die kinetische Energie der Bahn vor dem Bremsen in $\mathrm{MJ}$ sowie die je Bremsvorgang zurückgespeiste Energie in $\mathrm{kWh}$.
- b) Berechnen Sie die rückgespeiste Energie und den Geldwert dieser Energie für einen Betriebstag.
- c) Die im Generator induzierte Spannung ist proportional zur Drehfrequenz. Erklären Sie mithilfe des Induktionsgesetzes, weshalb bei kleiner werdender Geschwindigkeit die Rückspeisung ins Netz mit konstanter Netzspannung nicht bis zum Stillstand möglich ist.
- d) Beurteilen Sie das Potential der Energierückgewinnung bei elektrischen Antriebssystemen. Nennen Sie je ein Argument dafür und ein begrenzendes Argument.
Zurück zum Anfang: Bremst die Straßenbahn elektrisch, treibt ihre Bewegung den Generator an. Die Flussänderung induziert eine Spannung, und die Lenz'sche Regel sorgt für die Bremswirkung. Mit dem Transformator gelangt die Energie verlustarm in das Netz.
Auf einen Blick
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Magnetischer Fluss: $\Phi = B \cdot A \cdot \cos\alpha$ in $\mathrm{Vs}$.
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Induktionsgesetz: $U_\mathrm{ind} = -N \cdot \Delta\Phi/\Delta t$ (mittlere Rate) und $U_\mathrm{ind}(t) = -N \cdot \dot{\Phi}(t)$ (differentielle Form).
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Lenz'sche Regel: Der Induktionsstrom wirkt der Flussänderung entgegen (Thomson'scher Ringversuch).
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Leiterschaukel: $U_\mathrm{ind} = B \cdot \ell \cdot v$, begründet mit der Lorentzkraft.
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Generator: $\Phi(t) = B A \cos(\omega t)$ ergibt $U(t) = \hat{U} \sin(\omega t)$ mit $\hat{U} = N B A \omega$ und $U_\mathrm{eff} = \hat{U}/\sqrt{2}$.
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Transformator: $U_1/U_2 = N_1/N_2$ und $I_1/I_2 = N_2/N_1$. Hohe Spannung verringert die Leitungsverluste $I^2 R_\mathrm{L}$.
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Kondensator: $Q = C\,U$, $E = \tfrac{1}{2} C U^2$, Entladung mit $U(t) = U_0\,\mathrm{e}^{-t/(RC)}$.