Sexuelle Fortpflanzung bei Pflanzen und Tieren
Im Frühjahr liegt im Teich im Sauerland ein Klumpen aus tausenden kleinen Eiern: der Laich des Grasfrosches. Ein Feldhase dagegen bekommt im Jahr nur wenige Junge. Und der Kirschbaum im Garten bildet jedes Jahr Kirschen mit Kernen. Wie hängt das zusammen? Am Ende der Seite kannst du es erklären.
Geschlechtszellen und Befruchtung
Fast alle Pflanzen und Tiere, die du kennst, pflanzen sich sexuell fort. Dafür braucht man zwei verschiedene Geschlechtszellen: eine weibliche und eine männliche.
| Weibliche Geschlechtszelle | Männliche Geschlechtszelle | |
|---|---|---|
| Tiere | Eizelle | Spermienzelle (Samenzelle) |
| Blütenpflanzen | Eizelle (in der Samenanlage im Fruchtknoten) | Spermienzelle im Pollenschlauch (wächst aus dem Pollenkorn) |
Merke dir den Ablauf: Geschlechtszellen bilden → zusammenbringen → verschmelzen → Embryo entwickelt sich.
Nenne die männliche und die weibliche Geschlechtszelle bei Tieren und bei Blütenpflanzen.
Nenne die männliche und die weibliche Geschlechtszelle bei Tieren und bei Blütenpflanzen.
Erkläre den Begriff „Befruchtung“ in einem Satz.
Erkläre den Begriff „Befruchtung“ in einem Satz.
Wo findet die Befruchtung statt?
Die Geschlechtszellen müssen sich treffen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.
Äußere Befruchtung: Die Geschlechtszellen verschmelzen außerhalb des Körpers, meist im Wasser. Beispiele: Grasfrosch, Erdkröte, Karpfen. Das Weibchen legt die Eier ab, das Männchen gibt die Spermienzellen darüber ab. Viele Eier werden dabei nicht getroffen oder später gefressen. Deshalb sind es so viele.
Innere Befruchtung: Die Verschmelzung geschieht im Körper des Weibchens. Beispiele: Feldhase, Kuh, Buntspecht, Mensch. Die Spermienzellen gelangen bei der Paarung in den Körper des Weibchens.
Danach gibt es bei Tieren zwei Wege der Entwicklung:
-
Eier legen: Der Embryo wächst in einem Ei außerhalb des Körpers (Buntspecht, Grasfrosch, Karpfen). Beim Vogel hat das Ei eine Schale und Nährstoffe im Dotter.
-
Lebende Junge: Der Embryo wächst im Körper der Mutter und wird dort versorgt (Feldhase, Kuh). Nach der Geburt trinken die Jungen Milch.
Nenne je ein Beispiel für ein Tier, das Eier legt, und eines, das lebende Junge zur Welt bringt.
Nenne je ein Beispiel für ein Tier, das Eier legt, und eines, das lebende Junge zur Welt bringt.
Ein Grasfrosch legt im Frühjahr in einem Teich im Sauerland tausende Eier, ein Feldhase bekommt jährlich nur wenige Junge. a) Beschreibe, wo bei beiden die Befruchtung…
Ein Grasfrosch legt im Frühjahr in einem Teich im Sauerland tausende Eier, ein Feldhase bekommt jährlich nur wenige Junge.
- a) Beschreibe, wo bei beiden die Befruchtung stattfindet (äußere bzw. innere).
- b) Erkläre, warum der Frosch viel mehr Nachkommen hat.
Bei Blütenpflanzen
Auch eine Kirsche pflanzt sich sexuell fort. Die Teile der Blüte kennst du: Staubblätter mit Pollen (männlich), Fruchtblatt mit Fruchtknoten und Samenanlagen (weiblich).
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Bestäubung: Pollen kommen auf die Narbe, zum Beispiel durch Bienen oder den Wind.
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Befruchtung: Aus dem Pollenkorn wächst ein Schlauch bis zur Samenanlage. Die männliche Zelle verschmilzt dort mit der Eizelle. Das ist innere Befruchtung, denn sie geschieht im Fruchtknoten.
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Entwicklung: Die Samenanlage wird zum Samen, mit dem Embryo darin. Der Fruchtknoten wird zur Frucht (Kirsche mit Kern).
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Verbreitung: Tiere oder Wind tragen Früchte und Samen fort. Im Boden keimt der Samen zur Keimpflanze.
Die Eltern sorgen bei Pflanzen nicht für die Jungen. Ein Teil der Versorgung steckt aber im Samen: Er enthält Nährstoffe für die Keimung.
Vergleiche in einer Tabelle die sexuelle Fortpflanzung bei einer Blütenpflanze (Kirsche) und bei einem Säugetier (Feldhase) anhand von: Geschlechtszellen, Ort der…
Vergleiche in einer Tabelle die sexuelle Fortpflanzung bei einer Blütenpflanze (Kirsche) und bei einem Säugetier (Feldhase) anhand von: Geschlechtszellen, Ort der Befruchtung, Entwicklung des Embryos, Verbreitung bzw. Versorgung der Nachkommen.
Ein Buntspecht und eine Stieleiche pflanzen sich sexuell fort. Erläutere den gesamten Weg von den Geschlechtszellen bis zum selbstständigen Jungtier bzw. zur Keimpflanze…
Ein Buntspecht und eine Stieleiche pflanzen sich sexuell fort. Erläutere den gesamten Weg von den Geschlechtszellen bis zum selbstständigen Jungtier bzw. zur Keimpflanze und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Das Prinzip ist bei Pflanzen und Tieren gleich.
Warum sind die Nachkommen verschieden? Jedes Elternteil gibt nur einen Teil seiner Erbanlagen weiter. Welche Kombination entsteht, ist bei jeder Befruchtung anders.
| Pflanze (Kirsche) | Säugetier (Feldhase) | |
|---|---|---|
| Männliche Zelle | Spermienzelle im Pollenschlauch (aus dem Pollenkorn) | Spermienzelle |
| Zusammenbringen | Bestäubung | Paarung |
| Befruchtung | im Fruchtknoten | im Körper des Weibchens |
| Entwicklung | im Samen | im Körper der Mutter |
| Nachkommen | Verbreitung der Samen | Versorgung mit Milch, Schutz |
Ungeschlechtliche Fortpflanzung zum Vergleich
Erdbeeren bilden auch Ausläufer. Daraus wächst eine neue Pflanze ohne Geschlechtszellen. Sie ist eine genaue Kopie der Mutterpflanze. Das geht schnell, die Nachkommen sind aber alle gleich. Bei der sexuellen Fortpflanzung (Samen) sind die Nachkommen verschieden. Ändert sich die Umwelt, ist dann eher eine Pflanze dabei, die damit zurechtkommt.
Nenne drei Gemeinsamkeiten der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen und Tieren und begründe, warum die Nachkommen sich dabei voneinander und von den Eltern unterscheiden.
Nenne drei Gemeinsamkeiten der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen und Tieren und begründe, warum die Nachkommen sich dabei voneinander und von den Eltern unterscheiden.
Erdbeeren können sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer vermehren. a) Ordne beide Wege der sexuellen bzw. ungeschlechtlichen Fortpflanzung zu. b) Vergleiche die…
Erdbeeren können sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer vermehren.
- a) Ordne beide Wege der sexuellen bzw. ungeschlechtlichen Fortpflanzung zu.
- b) Vergleiche die Nachkommen beider Wege.
- c) Beurteile, welcher Weg bei veränderten Umweltbedingungen Vorteile hat.
Viele oder wenige Nachkommen?
Zurück zum Anfang: Der Grasfrosch legt tausende Eier, der Feldhase bekommt wenige Junge.
Beim Frosch ist die Befruchtung außen, die Eier und Kaulquappen werden nicht beschützt. Viele werden von Fischen, Libellenlarven oder Vögeln gefressen oder vertrocknen. Nur wenige überleben. Die Überlebensrate ist klein, also braucht die Art sehr viele Nachkommen.
Der Feldhase versorgt seine Jungen im Körper und mit Milch und beschützt sie. Fast alle Jungen kommen durch. Wenige Nachkommen reichen.
| Tier | Nachkommen | Brutpflege | Überlebensrate |
|---|---|---|---|
| Karpfen | etwa 200.000 Eier | keine | sehr klein |
| Kuh | meist 1 Kalb pro Jahr | sehr viel | hoch |
Die Aussage „Je mehr Nachkommen, desto besser“ stimmt also nicht allgemein. Entscheidend ist, wie viele Nachkommen erwachsen werden. Viele Eier ohne Schutz und wenige Junge mit Schutz sind zwei erfolgreiche Wege.
Ein Karpfenweibchen legt etwa 200.000 Eier, eine Kuh bekommt meist ein Kalb pro Jahr. Eine Schülerin behauptet: „Je mehr Nachkommen, desto besser für die Art.“ a) Nimm…
Ein Karpfenweibchen legt etwa 200.000 Eier, eine Kuh bekommt meist ein Kalb pro Jahr. Eine Schülerin behauptet: „Je mehr Nachkommen, desto besser für die Art.“
- a) Nimm Stellung zu der Aussage.
- b) Begründe mit dem Zusammenhang von Brutpflege, Überlebensrate und Zahl der Nachkommen.
Auf einen Blick
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Sexuelle Fortpflanzung braucht eine weibliche Eizelle und eine männliche Geschlechtszelle (Spermienzelle, bei Blütenpflanzen aus dem Pollenkorn und im Pollenschlauch).
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Bei der Befruchtung verschmelzen sie. Daraus entwickelt sich ein Embryo.
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Befruchtung kann außen (Frosch, Karpfen) oder innen (Hase, Vogel, Kirsche) stattfinden.
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Tiere legen Eier oder bringen lebende Junge zur Welt. Pflanzen bilden Samen und Früchte.
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Nachkommen erhalten Erbanlagen von beiden Eltern und sind deshalb verschieden.
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Viele Nachkommen ohne Brutpflege, wenige mit Brutpflege: beides kann erfolgreich sein.