Bestäubung und Befruchtung
Im Frühjahr stehen im Alten Land bei Hamburg Millionen Apfelblüten. Obstbauern stellen dann Bienenvölker zwischen die Bäume. Warum eigentlich? Und was muss passieren, damit aus einer Blüte später ein Apfel wird? Das findest du auf dieser Seite heraus.
Die Blüte: Wo ist was?
Eine Blüte ist das „Fortpflanzungsorgan“ einer Blütenpflanze. Für die Bestäubung sind vor allem diese Teile wichtig:
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Staubblätter: Sie bestehen aus Staubbeutel und Staubfaden. Im Staubbeutel werden die Pollenkörner gebildet.
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Fruchtblatt: Es besteht aus Narbe, Griffel und Fruchtknoten. Die Narbe ist oben klebrig und fängt Pollen auf. Im Fruchtknoten liegen die Samenanlagen.
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Kronblätter (oft bunt) und Kelchblätter (meist grün) schützen die Blüte und locken Insekten an.
Die Pollenkörner sind also die „männlichen“ Teile, die Samenanlagen im Fruchtknoten die „weiblichen“. Beide müssen zusammenkommen, sonst entsteht keine Frucht.
Nenne die Blütenteile, in denen bei einer Blüte die Pollenkörner gebildet werden und auf denen sie bei der Bestäubung landen müssen. Gib außerdem an, aus welchem…
Nenne die Blütenteile, in denen bei einer Blüte die Pollenkörner gebildet werden und auf denen sie bei der Bestäubung landen müssen. Gib außerdem an, aus welchem Blütenteil nach der Befruchtung die Frucht und aus welchem der Samen entsteht.
Wie kommt der Pollen zur Narbe?
Eine Pflanze kann nicht zu anderen Pflanzen laufen. Deshalb brauchen Blütenpflanzen Helfer für den Transport des Pollens:
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Windbestäubung, zum Beispiel bei der Hasel: Die Blüten sind klein und unauffällig, ohne Duft und Nektar. Die Pflanze bildet sehr viel leichten Pollen, der vom Wind verweht wird. Die Narben sind groß und oft federig und fangen den Pollen aus der Luft.
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Insektenbestäubung, zum Beispiel beim Wiesensalbei: Die Blüten sind bunt, duften und bieten Nektar. Der Pollen ist klebrig oder stachelig und bleibt am Insektenkörper hängen. Es wird weniger Pollen gebildet.
| Merkmal | Windbestäubung (Hasel) | Insektenbestäubung (Wiesensalbei) |
|---|---|---|
| Blüte | klein, unauffällig | groß oder auffällig, bunt |
| Duft, Nektar | nein | ja |
| Pollenmenge | sehr groß | geringer |
| Pollen | leicht, trocken | klebrig oder stachelig |
Erkläre den Begriff „Bestäubung“. Nenne außerdem zwei Möglichkeiten, wie Pollen von einer Blüte zur anderen gelangen kann.
Erkläre den Begriff „Bestäubung“. Nenne außerdem zwei Möglichkeiten, wie Pollen von einer Blüte zur anderen gelangen kann.
Vergleiche Windbestäubung (z. B. Hasel) und Insektenbestäubung (z. B. Wiesensalbei) in einer Tabelle. Berücksichtige mindestens drei Kriterien, zum Beispiel Aussehen der…
Vergleiche Windbestäubung (z. B. Hasel) und Insektenbestäubung (z. B. Wiesensalbei) in einer Tabelle. Berücksichtige mindestens drei Kriterien, zum Beispiel Aussehen der Blüte, Menge des Pollens und Duft bzw. Nektar.
Die Biene und der Wiesensalbei
Der Wiesensalbei wächst auf Wiesen und an Wegrändern in NRW. Seine blauvioletten Blüten sind lippenförmig. Tief im Blüteninneren sitzt Nektar. Eine Honigbiene oder Hummel landet auf der Unterlippe und schiebt den Kopf hinein, um den Nektar zu erreichen.
Dabei stößt sie an einen Hebel der Staubblätter. Die Staubblätter klappen nach unten und drücken der Biene Pollen auf den Rücken. Fliegt sie zur nächsten Blüte, streift ihr Rücken die Narbe. Dort bleibt etwas Pollen kleben: Die Blüte ist bestäubt.
Auf einer Wiese in Nordrhein-Westfalen blüht der Wiesensalbei. Nenne ein Insekt, das ihn häufig bestäubt, und gib an, was die Pflanze dem Insekt als Belohnung bietet.
Auf einer Wiese in Nordrhein-Westfalen blüht der Wiesensalbei. Nenne ein Insekt, das ihn häufig bestäubt, und gib an, was die Pflanze dem Insekt als Belohnung bietet.
Eine Honigbiene fliegt am Morgen im Garten einer Schule in Münster mehrere Wiesensalbei-Blüten nacheinander an. a) Beschreibe, wie der Pollen dabei an den Körper der…
Eine Honigbiene fliegt am Morgen im Garten einer Schule in Münster mehrere Wiesensalbei-Blüten nacheinander an.
- a) Beschreibe, wie der Pollen dabei an den Körper der Biene gelangt.
- b) Beschreibe, wie es zur Bestäubung einer weiteren Blüte kommt.
- c) Erkläre, warum die Biene durch ihren Besuch selbst auch einen Vorteil hat.
Ein Modell der Salbeiblüte
Mit einem Modell lässt sich der Hebelmechanismus gut zeigen: Ein Bleistift als „Biene“ löst eine Pappwippe aus, die Mehl als „Pollen“ aufstäubt. Das Modell zeigt, wie der Pollen auf den Rücken kommt. Es zeigt aber nicht, dass echter Pollen klebt, dass die Biene Nektar sucht oder dass sie dann die Narbe einer anderen Blüte berührt. Jedes Modell hat solche Grenzen.
Der Wiesensalbei hat eine Blüte, bei der die Staubblätter beim Insektenbesuch wie ein Hebel nach unten klappen und dem Insekt Pollen auf den Rücken drücken. Ein Schüler…
Der Wiesensalbei hat eine Blüte, bei der die Staubblätter beim Insektenbesuch wie ein Hebel nach unten klappen und dem Insekt Pollen auf den Rücken drücken. Ein Schüler baut dazu ein Modell: Ein Bleistift (Biene) wird in ein Gefäß mit einer Wippe aus Pappe gesteckt, die beim Hineinstecken nach unten klappt und Pollen (Mehl) von oben auf den Stift drückt.
- a) Erläutere, welche Eigenschaft der Blüte das Modell veranschaulicht.
- b) Nenne zwei Grenzen des Modells, indem du es mit der echten Blüte vergleichst.
- c) Beurteile, ob das Modell geeignet ist, zu erklären, warum der Pollen auf die Narbe einer anderen Blüte gelangt. Begründe.
Von der Bestäubung zur Frucht
Nach der Bestäubung wächst aus dem Pollenkorn auf der Narbe ein dünner Schlauch durch den Griffel bis zum Fruchtknoten. Dort verschmilzt eine Zelle des Pollens mit einer Eizelle in der Samenanlage. Das ist die Befruchtung.
Danach verändert sich die Blüte:
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Die Kronblätter welken und fallen ab.
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Aus der befruchteten Samenanlage entsteht der Samen.
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Aus dem Fruchtknoten entsteht die Frucht.
Beim Apfel wird der Fruchtknoten also zum Apfel, die Kerne darin sind die Samen.
Ein Obstbauer im Alten Land bei Hamburg stellt während der Apfelblüte Bienenvölker zwischen seine Bäume. a) Erkläre, warum er das tut. b) Beschreibe, was nach…
Ein Obstbauer im Alten Land bei Hamburg stellt während der Apfelblüte Bienenvölker zwischen seine Bäume.
- a) Erkläre, warum er das tut.
- b) Beschreibe, was nach erfolgreicher Bestäubung und Befruchtung an einer Apfelblüte geschieht.
- c) Nenne, was passiert, wenn es während der Blüte tagelang kalt ist und regnet und keine Bienen fliegen.
Warum Pollen von einer anderen Pflanze?
Meist wird Pollen auf eine Blüte einer anderen Pflanze derselben Art übertragen. Die Nachkommen erben dann Eigenschaften von zwei verschiedenen Pflanzen. Sie sind untereinander unterschiedlich. Wenn sich die Umwelt ändert, haben einige davon bessere Überlebenschancen.
Die Biene ist dabei zuverlässiger als der Wind, denn sie fliegt gezielt zu Blüten. Aber nur, wenn sie blütentreu ist: Besucht sie in einem Flug nur Salbei, landet der Salbeipollen auch auf Salbeiblüten. Würde sie zwischen Arten wechseln, ginge der Pollen verloren, denn Pollen einer anderen Art kann keine Samen bilden.
Der Wiesensalbei wird von Hummeln und Bienen bestäubt, die Hasel vom Wind. Begründe jeweils, warum es für die Pflanze vorteilhaft ist, wenn Pollen auf Blüten einer…
Der Wiesensalbei wird von Hummeln und Bienen bestäubt, die Hasel vom Wind. Begründe jeweils, warum es für die Pflanze vorteilhaft ist, wenn Pollen auf Blüten einer anderen Pflanze der gleichen Art übertragen wird, und erkläre, warum eine Biene dabei zuverlässiger ist als der Zufall des Windes, aber nur, wenn sie „blütentreu“ ist (also bei einem Flug nur Blüten einer Art besucht).
Bestäuber und Samenansatz untersuchen
Auf zwei Wiesenstücken wurde gezählt, wie viele von je 200 Salbeiblüten Samen bilden. Den Anteil berechnest du so: Anzahl der Blüten mit Samen : Gesamtzahl · 100 %.
Auf zwei gleich großen Wiesenstücken in Niedersachsen wird die Zahl der Salbeiblüten, die später Samen bilden, ermittelt. Fläche A ist von einer Hecke und Blühstreifen…
Auf zwei gleich großen Wiesenstücken in Niedersachsen wird die Zahl der Salbeiblüten, die später Samen bilden, ermittelt. Fläche A ist von einer Hecke und Blühstreifen umgeben, Fläche B liegt mitten in einem Acker mit Insektenspray. Auf A bilden von 200 Blüten 164 Samen, auf B von 200 Blüten 46.
- a) Berechne für beide Flächen den Anteil der Blüten mit Samenbildung in Prozent.
- b) Formuliere eine begründete Erklärung für den Unterschied.
- c) Mache einen Vorschlag, wie man auf Fläche B den Samenansatz verbessern könnte.
Zurück zum Anfang: Der Obstbauer stellt Bienenvölker auf, damit viele Apfelblüten bestäubt werden und daraus Äpfel entstehen.