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Realschule 5 · Biologie
Bestäubung, Verbreitung, Nahrungsketten und Züchtung · Züchtung und Nutztierhaltung

Auslese und Züchtung

Auf dem Wochenmarkt in Köln liegen Kohlrabi, Blumenkohl und Rotkohl nebeneinander. Sie sehen ganz verschieden aus. Und doch stammen alle von einer einzigen, unscheinbaren Pflanze ab, die an der Küste wächst. Wie ist das möglich? Und warum sieht ein Hausschwein ganz anders aus als sein wilder Vorfahre? Am Ende dieser Seite kannst du es erklären.

Was ist Züchtung?

Vor mehr als 10 000 Jahren begannen Menschen, Tiere zu halten und Pflanzen anzubauen. Dabei fiel ihnen etwas auf: Nicht alle Pflanzen oder Tiere sind gleich. Manche geben mehr Milch, tragen größere Früchte oder sind zahmer. Die Menschen nutzten genau diese für die Nachkommen.

Gezüchtet werden Nutzpflanzen (zum Beispiel Weizen, Kartoffel, Raps) und Nutztiere (zum Beispiel Rind, Schwein, Huhn). Die ursprüngliche Art in der Natur nennt man Wildform, die vom Menschen gezüchtete Form Zuchtform oder Rasse (bei Tieren) bzw. Sorte (bei Pflanzen).

Zuchtform Wildform
Hausschwein Wildschwein
Haushuhn (Legehenne) Bankivahuhn
Kohlrabi, Blumenkohl, Rotkohl Wildkohl
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre den Begriff „Züchtung“ und nenne ein Beispiel für eine Nutzpflanze und für ein Nutztier.

Erkläre den Begriff „Züchtung“ und nenne ein Beispiel für eine Nutzpflanze und für ein Nutztier.

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Vom Wildkohl zu vielen Gemüsesorten

Der Wildkohl wächst an den Küsten Europas. Er hat kleine, derbe Blätter. Aus ihm wurden durch Auslese viele Gemüse gezüchtet. Jedes Mal wählten die Züchter eine andere Pflanzenteil-Veränderung aus.

Gewünschtes Merkmal Gemüse
dicke, dichte Blattköpfe Weißkohl, Rotkohl
verdickter Spross Kohlrabi
verdickte Blütenstände Blumenkohl, Brokkoli
viele kleine Knospen am Spross Rosenkohl
krause Blätter Grünkohl
Aus dem Wildkohl entstanden durch Auslese Kohlrabi, Blumenkohl und Rotkohl Wildkohl Kohlrabi dicker Spross Blumenkohl dicke Blüten Rotkohl dichter Kopf Auslese über viele Generationen
Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne zwei Gemüsesorten, die aus dem Wildkohl gezüchtet wurden.

Nenne zwei Gemüsesorten, die aus dem Wildkohl gezüchtet wurden.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Wildkohl wächst als Küstenpflanze mit kleinen Blättern. Erkläre, wie durch Auslese daraus Kohlrabi (verdickter Spross) und Blumenkohl (verdickte Blütenstände) entstanden…

Wildkohl wächst als Küstenpflanze mit kleinen Blättern. Erkläre, wie durch Auslese daraus Kohlrabi (verdickter Spross) und Blumenkohl (verdickte Blütenstände) entstanden sind.

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Vom Wildschwein zum Hausschwein

Auch Tiere wurden gezüchtet. Das Hausschwein stammt vom Wildschwein ab. Beide gehören zur selben Art, sehen aber sehr verschieden aus.

Wildschwein Hausschwein
Körperbau kräftiger Vorderkörper, lange Beine, dichtes, borstiges Fell langer Rumpf, kurze Beine, wenig Borsten
Ferkel pro Wurf etwa 5 etwa 12
Verhalten scheu, wehrhaft zahm, ruhig

Der Mensch hat zahme Tiere, viele Ferkel und viel Fleisch ausgewählt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne die Wildform des Hausschweins und zwei Merkmale, in denen sich beide unterscheiden.

Nenne die Wildform des Hausschweins und zwei Merkmale, in denen sich beide unterscheiden.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Vergleiche in einer Tabelle Wildschwein und Hausschwein anhand von Körperbau, Anzahl der Jungtiere pro Wurf (Wildschwein etwa 5 Frischlinge, Hausschwein etwa 12 Ferkel)…

Vergleiche in einer Tabelle Wildschwein und Hausschwein anhand von Körperbau, Anzahl der Jungtiere pro Wurf (Wildschwein etwa 5 Frischlinge, Hausschwein etwa 12 Ferkel) und Verhalten.

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So läuft die Auslese ab

Bei jeder Züchtung läuft es nach demselben Muster.

Natürliche und künstliche Auslese unterscheiden sich in einem Punkt: Wer entscheidet?

natürliche Auslese künstliche Auslese
Wer wählt aus? die Umwelt (Nahrung, Feinde, Klima) der Mensch
Wer bekommt Nachkommen? wer gut angepasst ist und überlebt wer die gewünschten Merkmale hat
Beispiel Wildschwein: Tiere, die schnell, wachsam und gut getarnt sind, überleben und haben Nachkommen Hausschwein: zahme Tiere mit vielen Ferkeln werden zur Zucht ausgewählt
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Beschreibe in Schritten, wie ein Landwirt in Niedersachsen durch Auslese eine Kuhrasse mit hoher Milchleistung züchtet.

Beschreibe in Schritten, wie ein Landwirt in Niedersachsen durch Auslese eine Kuhrasse mit hoher Milchleistung züchtet.

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Üben★★★Nicht begonnen
Erläutere den Unterschied zwischen natürlicher Auslese in der Wildnis und künstlicher Auslese durch den Menschen am Beispiel von Wildschwein und Hausschwein.

Erläutere den Unterschied zwischen natürlicher Auslese in der Wildnis und künstlicher Auslese durch den Menschen am Beispiel von Wildschwein und Hausschwein.

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Erfolge und Grenzen der Züchtung

Die Auslese wirkt nur langsam, weil sich ein Merkmal erst über viele Generationen deutlich verändert. Beim Weizen zeigt sich das in Zahlen.

Auch bei der Legehenne ist der Unterschied riesig: Das Bankivahuhn legt etwa 15 Eier im Jahr, eine Hochleistungs-Legehenne etwa 300. Das sind $300 : 15 = 20$ mal so viele.

Üben★★★Nicht begonnen
Ein Weizenzüchter wählt über 10 Jahre jedes Jahr die Pflanzen mit den größten Ähren aus. Die durchschnittliche Zahl der Körner pro Ähre steigt von 32 auf 44. a) Berechne…

Ein Weizenzüchter wählt über 10 Jahre jedes Jahr die Pflanzen mit den größten Ähren aus. Die durchschnittliche Zahl der Körner pro Ähre steigt von 32 auf 44.

  1. a) Berechne die Zunahme in Prozent. (Tipp: Zunahme : Ausgangswert · 100)
  1. b) Erkläre, warum die Auslese über viele Generationen wirkt.
  1. c) Nenne einen möglichen Nachteil einer Zucht auf nur ein Merkmal.
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Üben★★★Nicht begonnen
Moderne Hochleistungs-Legehennen legen etwa 300 Eier im Jahr, ihre Wildform, das Bankivahuhn, etwa 12 bis 20. a) Berechne, wievielmal so viele Eier die Zuchtform legt…

Moderne Hochleistungs-Legehennen legen etwa 300 Eier im Jahr, ihre Wildform, das Bankivahuhn, etwa 12 bis 20.

  1. a) Berechne, wievielmal so viele Eier die Zuchtform legt wie die Wildform (mit 15 Eiern für die Wildform).
  1. b) Beurteile Vor- und Nachteile dieser Zucht für Tier und Mensch.
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Zurück zum Anfang: Kohlrabi, Blumenkohl und Rotkohl stammen alle vom Wildkohl ab, weil Züchter über viele Generationen jeweils andere Merkmale ausgelesen haben. Das Hausschwein unterscheidet sich vom Wildschwein, weil der Mensch zahme Tiere mit vielen Ferkeln ausgewählt hat.

Auf einen Blick

  • Züchtung: Der Mensch wählt gezielt Pflanzen oder Tiere mit gewünschten Merkmalen aus (Auslese) und lässt nur diese Nachkommen haben.

  • Wildformen: Wildkohl → Kohlrabi, Blumenkohl, Rotkohl; Wildschwein → Hausschwein; Bankivahuhn → Legehenne.

  • Ablauf: Ziel festlegen, die besten auswählen, nur diese vermehren, über viele Generationen wiederholen.

  • Natürliche Auslese: Die Umwelt entscheidet. Künstliche Auslese: Der Mensch entscheidet.

  • Zucht auf nur ein Merkmal kann Nachteile für Tiere und Pflanzen haben.

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