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Q2 Grundkurs · Biologie
Vorbereitung auf das Abitur Biologie · Zentralabitur Biologie Grundkurs: Ökologie sowie Genetik und Evolution

Synthetische Evolutionstheorie, Artbildung und Stammbäume

In Krankenhäusern in Köln, Essen oder Münster verlieren Antibiotika gegen manche Bakterienstämme ihre Wirkung. Kein einzelnes Bakterium hat dabei „gelernt“, sich zu schützen. Wie lässt sich die Zunahme resistenter Stämme dann erklären? Mit der Synthetischen Evolutionstheorie können Sie diese Frage am Ende der Seite beantworten.

Evolutionsfaktoren und Genpool

Evolution findet in Populationen statt, nicht bei einzelnen Individuen. Ein Individuum behält seine Gene sein Leben lang. Verändern kann sich die genetische Zusammensetzung der Population.

Die Evolutionsfaktoren verändern den Genpool:

Evolutionsfaktor Wirkung auf den Genpool
Mutation Neue Allele entstehen. Sie sind zufällig in Bezug auf ihren Nutzen.
Rekombination Neue Allelkombinationen entstehen durch Meiose (Crossing-over, zufällige Verteilung der Chromosomen) und Befruchtung. Die Allelfrequenzen ändern sich dabei nicht.
Selektion Individuen mit bestimmten Merkmalen überleben oder vermehren sich besser. Ihre Allele werden häufiger.
Gendrift Zufällige Änderung der Allelfrequenzen, besonders in kleinen Populationen (z. B. Flaschenhalseffekt, Gründereffekt).
Isolation / Genfluss Isolation unterbricht den Genaustausch zwischen Teilpopulationen. Genfluss (Zu- und Abwanderung) gleicht Genpools einander an.

Mutation und Rekombination erzeugen die erbliche Variation. Die Selektion wirkt anschließend auf den Phänotyp und verändert dadurch die Häufigkeit der Allele. Die Umwelt „will“ nichts. Sie bestimmt nur, welche Varianten sich besser fortpflanzen.

Zwei Balken zeigen die Allelfrequenzen von A und a vor und nach einem Flaschenhals: 0,6 zu 0,4 und danach 0,5 zu 0,5. vorher danach A: 0,6 a: 0,4 A: 0,5 a: 0,5 Allelfrequenzen vor und nach dem Flaschenhals

Gendrift und Selektion unterscheiden sich in der Ursache der Veränderung. Bei der Selektion hängt das Überleben von einem Merkmal ab, das in der Umwelt Vor- oder Nachteile bringt. Bei der Gendrift entscheidet allein der Zufall, welche Allele erhalten bleiben. Das zeigt sich auch daran, dass die Allelfrequenzen dann unabhängig vom Nutzen der Allele schwanken.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Birkenspanner In einem Industriegebiet Englands wurde der Anteil dunkler Birkenspanner untersucht: 1848 betrug er 1 %, 1895 betrug er 98 %. Die Baumstämme wurden durch…

Birkenspanner

In einem Industriegebiet Englands wurde der Anteil dunkler Birkenspanner untersucht: 1848 betrug er 1 %, 1895 betrug er 98 %. Die Baumstämme wurden durch Industrieruß dunkel. Dunkle Falter sind auf dunklen Stämmen für insektenfressende Vögel schlechter sichtbar. Die Färbung ist erblich.

  1. a) Beschreiben Sie die Veränderung im Genpool der Population.
  1. b) Nennen Sie den wirkenden Selektionsfaktor und erklären Sie den Begriff reproduktive Fitness am Beispiel.
  1. c) Nennen Sie weitere Evolutionsfaktoren der Synthetischen Evolutionstheorie und geben Sie an, welche davon die erbliche Variation liefern.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Flaschenhals bei Gämsen Eine Gamspopulation von 200 Tieren hat einen Genort mit zwei Allelen A und a: 98 Tiere AA, 84 Tiere Aa, 18 Tiere aa. Durch eine Lawine überleben…

Flaschenhals bei Gämsen

Eine Gamspopulation von 200 Tieren hat einen Genort mit zwei Allelen A und a: 98 Tiere AA, 84 Tiere Aa, 18 Tiere aa. Durch eine Lawine überleben nur 10 Tiere, davon 2 AA, 6 Aa und 2 aa.

  1. a) Berechnen Sie die Allelfrequenzen von A und a vor und nach der Lawine.
  1. b) Erklären Sie die Veränderung im Genpool mit dem Evolutionsfaktor Gendrift und grenzen Sie ihn von der Selektion ab.
  1. c) Beurteilen Sie die Folgen für die genetische Variation und die Überlebenschancen der Population.
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Reproduktive Fitness, Kosten-Nutzen-Analyse und Koevolution

Selektion „zählt“ nicht, wie stark oder schnell ein Tier ist. Sie „zählt“ Nachkommen.

Ein Merkmal oder Verhalten hat meist Nutzen und Kosten. Bei einer Kosten-Nutzen-Analyse vergleicht man, wie sich beide auf die Fitness auswirken. Nur die Bilanz zählt. Auch Verhalten hat einen adaptiven Wert: Balz oder Brutpflege kosten Energie und Zeit, erhöhen aber die Zahl überlebender Nachkommen und damit die reproduktive Fitness.

Säulendiagramm der Produkte aus Überleben und Weibchenzahl: niedrig 0,45, mittel 0,96, hoch 0,80. 0,45 0,96 0,80 niedrig mittel hoch

Koevolution

Koevolution bedeutet, dass sich zwei Arten über lange Zeit wechselseitig selektieren. Eine Veränderung bei der einen Art verändert die Selektionsbedingungen der anderen. Beispiele sind Blüte und Bestäuber (Eisenhut und Hummel), Parasit und Wirt sowie Räuber und Beute (Fuchs und Feldhase). Bei Blüten und Bestäubern erkennt man Koevolution oft an einer genauen Passung von Merkmalen.

Üben★★☆Nicht begonnen
Kosten und Nutzen von Gesang Bei einer Singvogelart singen Männchen unterschiedlich häufig. Ein Forschungsteam erfasste für drei Gruppen von Männchen die mittlere Zahl…

Kosten und Nutzen von Gesang

Bei einer Singvogelart singen Männchen unterschiedlich häufig. Ein Forschungsteam erfasste für drei Gruppen von Männchen die mittlere Zahl der Weibchen, die sich im Revier ansiedeln, sowie die jährliche Überlebenswahrscheinlichkeit (Greifvögel jagen akustisch auffällige Vögel).

Gesangsaktivität niedrig mittel hoch
Weibchen im Revier 0,6 1,4 1,8
jährliche Überlebenswahrscheinlichkeit 0,80 0,72 0,55
  1. a) Berechnen Sie für jede Gruppe das Produkt aus Überlebenswahrscheinlichkeit und Weibchenzahl (gerundet auf zwei Nachkommastellen) als Maß der reproduktiven Fitness.
  1. b) Führen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse für die Gesangsaktivität durch.
  1. c) Erläutern Sie, wie sich die Gesangsaktivität in der Population langfristig entwickeln wird, wenn sie erblich ist, und erklären Sie den adaptiven Wert des Verhaltens, ohne finale Begründungen zu verwenden.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Koevolution von Orchidee und Schwärmer Eine Orchidee hat Blüten mit einem langen Sporn, an dessen Grund der Nektar liegt. Nur Nachtfalter (Schwärmer) mit langem Rüssel…

Koevolution von Orchidee und Schwärmer

Eine Orchidee hat Blüten mit einem langen Sporn, an dessen Grund der Nektar liegt. Nur Nachtfalter (Schwärmer) mit langem Rüssel erreichen den Nektar und bestäuben dabei die Blüte. Beobachtungen in zwei Gebieten:

Gebiet mittlere Spornlänge mittlere Rüssellänge
A 20 cm 19 cm
B 28 cm 27 cm

Innerhalb jeder Population variieren beide Merkmale erblich.

  1. a) Beschreiben Sie die Daten und berechnen Sie den Unterschied zwischen Sporn- und Rüssellänge in beiden Gebieten.
  1. b) Erklären Sie die Befunde als Koevolution mit den Evolutionsfaktoren Mutation, Rekombination und Selektion.
  1. c) Stellen Sie begründet eine Hypothese auf, wie sich der Verlust der Schwärmerart auf die Orchideenpopulation auswirken würde.
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Artwandel und Artbildung

Artwandel

Wirkt Selektion über viele Generationen in dieselbe Richtung, verändert sich die Population: Das ist Artwandel. Wie stark die Antwort ausfällt, zeigt der Vergleich von Eltern und Nachkommen.

Artbildung

Artbildung durch geografische Isolation (allopatrische Artbildung) verläuft in drei Schritten:

  1. Eine Barriere (Gebirge, Fluss, Staudamm) trennt eine Population in Teilpopulationen. Der Genfluss endet.

  2. Mutation, Selektion und Gendrift wirken unabhängig voneinander. Die Genpools entwickeln sich auseinander.

  3. Die Unterschiede sind so groß geworden, dass sich die Teilpopulationen auch ohne Barriere nicht mehr kreuzen. Es gibt jetzt zwei Arten.

Drei Stufen der allopatrischen Artbildung: eine Population, durch eine Barriere getrennte Teilpopulationen, später zwei Arten. Ausgangs- population Barriere Art 1 Art 2 Ausgangszustand Trennung nach langer Zeit

Die Isolation zwischen neu entstandenen Arten beruht auf reproduktiven Isolationsmechanismen:

  • Vor der Paarung (präzygotisch): zeitliche Isolation (unterschiedliche Fortpflanzungs- oder Laichzeiten), Verhaltensisolation (Balz, Gesang werden nicht erkannt), ökologische Isolation (andere Habitate), mechanische Isolation (Körperbau passt nicht).

  • Nach der Paarung (postzygotisch): Hybride sind nicht lebensfähig oder unfruchtbar (Maultier).

Üben★☆☆Nicht begonnen
Isolation und Artbildung Ein Bergsturz, der einen Fluss aufstaute, trennte vor etwa 20.000 Jahren eine Fischpopulation in zwei Teilpopulationen. Heute unterscheiden sich…

Isolation und Artbildung

Ein Bergsturz, der einen Fluss aufstaute, trennte vor etwa 20.000 Jahren eine Fischpopulation in zwei Teilpopulationen. Heute unterscheiden sich beide in Färbung und Laichzeit; im Labor paaren sie sich nicht mehr miteinander.

  1. a) Geben Sie die Definition der Art nach dem populationsgenetischen Artbegriff an.
  1. b) Beschreiben Sie die Artbildung durch geografische Isolation.
  1. c) Nennen Sie zwei Mechanismen der reproduktiven Isolation, die nach der Trennung entstehen können.
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Üben★★★Nicht begonnen
Artwandel bei Darwinfinken (vereinfachte Daten) Auf einer Galápagos-Insel wurde die Population des Mittleren Grundfinken (Geospiza fortis*) vor und nach einer schweren…

Artwandel bei Darwinfinken (vereinfachte Daten)

Auf einer Galápagos-Insel wurde die Population des Mittleren Grundfinken (Geospiza fortis) vor und nach einer schweren Dürre untersucht. Die Samen, die in der Dürre verblieben, waren überwiegend hart und groß. Ein größerer Schnabel erleichtert das Öffnen dieser Samen.

vor der Dürre nach der Dürre
Zahl der Vögel 750 90
mittlere Schnabeltiefe in mm 9,2 9,7

Die im folgenden Jahr geschlüpften Nachkommen der Überlebenden hatten im Mittel eine Schnabeltiefe von 9,5 mm.

  1. a) Berechnen Sie die Überlebensrate, die Selektionsdifferenz (Differenz der Mittelwerte vor und nach der Dürre bei den Elterntieren) und den Selektionserfolg (Differenz zwischen Nachkommen und der Ausgangspopulation) sowie die Heritabilität als Quotient aus Selektionserfolg und Selektionsdifferenz.
  1. b) Erklären Sie den Artwandel in der Population mit Variation, Selektion und reproduktiver Fitness.
  1. c) Erläutern Sie, unter welchen zusätzlichen Bedingungen aus dieser Entwicklung eine neue Art entstehen könnte, und beurteilen Sie, ob die Daten allein eine Artbildung belegen.
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Homologie, Konvergenz und Stammbäume

Verwandtschaft erkennt man an gemeinsamen Merkmalen. Entscheidend ist, ob die Ähnlichkeit auf gemeinsamer Abstammung beruht.

Homologiekriterien:

  1. Lagekriterium: gleiche Lage im Gefüge der Organe.

  2. Kriterium der spezifischen Qualität: Übereinstimmung in vielen Einzelheiten des Baus.

  3. Kriterium der Stetigkeit: Verbindung durch Zwischenformen, bei Fossilien oder in der Embryonalentwicklung.

Ein Beispiel für Konvergenz ist die stromlinienförmige Körperform von Hai und Delfin. Beide sind an das Leben im Wasser angepasst, aber der innere Aufbau ist grundverschieden.

Molekulare Stammbäume

Auch Moleküle sind homolog. Je mehr Unterschiede in der Aminosäuresequenz (oder DNA-Sequenz) zwischen zwei Arten bestehen, desto früher haben sich ihre Linien getrennt. Merkmale unterscheidet man nach ursprünglich (schon beim gemeinsamen Vorfahren vorhanden) und abgeleitet (in einer Linie neu entstanden). Gemeinsame abgeleitete Merkmale begründen nähere Verwandtschaft.

Stammbaum mit den Arten Maus, Ratte, Katze und Forelle: Maus und Ratte sind am nächsten verwandt, dann folgt die Katze, zuletzt die Forelle. Maus Ratte Katze Forelle Astlängen nicht maßstäblich; Verzweigungen nach Unterschieden geordnet
Üben★☆☆Nicht begonnen
Homologie und Konvergenz Die Vordergliedmaßen von Mensch, Fledermaus und Wal haben dieselbe Grundstruktur aus Oberarmknochen, Elle, Speiche, Handwurzel-, Mittelhand- und…

Homologie und Konvergenz

Die Vordergliedmaßen von Mensch, Fledermaus und Wal haben dieselbe Grundstruktur aus Oberarmknochen, Elle, Speiche, Handwurzel-, Mittelhand- und Fingerknochen, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Haie (Knorpelfische) und Delfine (Säugetiere) haben eine ähnliche stromlinienförmige Körperform, aber unterschiedliche innere Baupläne.

  1. a) Nennen Sie die Kriterien der Homologie und ordnen Sie den Gliedmaßen ein Kriterium begründet zu.
  1. b) Erläutern Sie, warum die Körperform von Hai und Delfin eine Analogie ist.
  1. c) Erklären Sie den Begriff Konvergenz.
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Molekularer Stammbaum und Zeitabschätzung Für das Protein Cytochrom c (104 Aminosäuren) wurde die Zahl der Aminosäureunterschiede zwischen fünf Arten bestimmt. | |…

Molekularer Stammbaum und Zeitabschätzung

Für das Protein Cytochrom c (104 Aminosäuren) wurde die Zahl der Aminosäureunterschiede zwischen fünf Arten bestimmt.

Mensch Rhesusaffe Hund Huhn Karpfen
Mensch 0 1 11 13 18
Rhesusaffe 1 0 10 12 17
Hund 11 10 0 12 17
Huhn 13 12 12 0 16
Karpfen 18 17 17 16 0

Die Entwicklungslinien von Mensch und Hund trennten sich nach fossilen Befunden vor etwa 90 Millionen Jahren.

  1. a) Beschreiben Sie anhand der Tabelle, wie sich ein phylogenetischer Stammbaum der fünf Arten ableiten lässt, und geben Sie die Abfolge der Verzweigungen an.
  1. b) Berechnen Sie die mittlere Austauschrate pro Entwicklungslinie (Unterschiede pro Million Jahre, Zahl der Unterschiede geteilt durch die doppelte Zeit) und schätzen Sie damit die Trennungszeit von Mensch und Karpfen.
  1. c) Beurteilen Sie die Aussagekraft dieser Schätzung (Voraussetzungen, Grenzen des Modells der „molekularen Uhr“) und erläutern Sie den Unterschied zwischen Homologie und Konvergenz auf molekularer Ebene.
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Abgrenzung zu nicht-naturwissenschaftlichen Positionen

Aussagen der Naturwissenschaften sind empirisch überprüfbar: Sie stützen sich auf Beobachtungen und Experimente, erklären nur mit natürlichen Ursachen und können durch Daten widerlegt werden. Die Synthetische Evolutionstheorie erfüllt diese Kriterien. Positionen, die ein planendes Eingreifen annehmen (Kreationismus, „Intelligent Design“), liefern keine überprüfbaren Aussagen und sind keine naturwissenschaftlichen Erklärungen. Sie können Glaubensaussagen sein, haben aber im Biologieunterricht den Status von Weltanschauungen.

Ein Standardargument lautet: „Ein Organ ist zu komplex, um schrittweise zu entstehen.“ Man prüft es an Daten. Beim Auge zeigen heutige Weichtiere eine ganze Stufenfolge: Jede Stufe ist funktionsfähig und bringt Vorteile.

Vier Augentypen heutiger Weichtiere von der flachen Grube bis zum Linsenauge mit Iris, verbunden durch Pfeile. Flache Grube Enge Grube (Lochkamera) Grube mit Linse Linsenauge mit Iris Beispiele heutiger Weichtiere (keine Ahnenreihe)

Die Reihe zeigt, dass einfache Augen funktionieren und dass komplexere Bauformen möglich sind. Sie beweist nicht, dass sich das Tintenfischauge aus dem Auge einer Napfschnecke entwickelt hat. Eine Bewertung der Position „planende Instanz“ geht so: Aussage nennen, an Daten prüfen, Überprüfbarkeit beurteilen und eine Schlussfolgerung begründen.

Üben★★★Nicht begonnen
Evolution des Auges und nicht-naturwissenschaftliche Positionen Eine Position besagt: „Das Auge ist so komplex, dass es nicht schrittweise entstanden sein kann; eine…

Evolution des Auges und nicht-naturwissenschaftliche Positionen

Eine Position besagt: „Das Auge ist so komplex, dass es nicht schrittweise entstanden sein kann; eine planende Instanz muss es geschaffen haben.“ Bei heutigen Weichtieren finden sich unterschiedlich gebaute Augen: Napfschnecken haben flache Gruben mit Lichtsinneszellen; der Perlboot (Nautilus) hat eine Grube mit enger Öffnung ohne Linse (Lochkamera-Auge); Schnecken haben teilweise eine Linse; Tintenfische haben ein Linsenauge mit Iris.

  1. a) Erläutern Sie, wie die Befunde mit der Synthetischen Evolutionstheorie erklärbar sind (Mutation, Selektion, Variation).
  1. b) Erläutern Sie Kriterien naturwissenschaftlicher Erkenntnis (Überprüfbarkeit, Falsifizierbarkeit, natürliche Erklärungen).
  1. c) Begründen Sie die Abgrenzung der Synthetischen Evolutionstheorie von der genannten Position und nehmen Sie Stellung zur Aussage „Evolution ist nur eine Theorie, also genauso gut wie jede andere Erklärung.“
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Auf einen Blick

  • Evolutionsfaktoren: Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift und Isolation verändern den Genpool. Evolution ist die Veränderung der Allelfrequenzen einer Population.

  • Reproduktive Fitness ist der Anteil an Nachkommen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse bilanziert Vor- und Nachteile eines Merkmals. Koevolution ist wechselseitige Selektion zweier Arten.

  • Artbildung: Isolation trennt Genpools, die sich dann unabhängig entwickeln. Die Art ist durch reproduktive Isolation definiert.

  • Stammbäume: Homologien (Lage, spezifische Qualität, Stetigkeit) zeigen Verwandtschaft, Analogien durch Konvergenz nicht. Sequenzunterschiede ergeben Stammbäume und Zeitschätzungen (molekulare Uhr).

  • Wissenschaftlichkeit: Die Evolutionstheorie ist überprüfbar und erklärt natürlich. Das unterscheidet sie von Positionen, die sich nicht überprüfen lassen.

Zurück zum Anfang: Unter vielen Bakterien gibt es zufällig Mutanten mit Resistenzallelen (Mutation). Ein Antibiotikum wirkt als Selektionsfaktor. Resistente Bakterien überleben und haben mehr Nachkommen (höhere reproduktive Fitness), so steigt die Allelfrequenz im Genpool. Kein Bakterium lernt dabei etwas.

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