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Realschule 7 · Biologie
Biologie Klasse 7: Ergänzende Themen aus dem Lehrplan · Ökologische Zusammenhänge

Neophyten und Neozoen

Am Ufer der Ruhr wächst eine Pflanze, die über drei Meter hoch wird und deren Saft auf der Haut Verbrennungen auslösen kann: der Riesen-Bärenklau. Ursprünglich stammt er aus dem Kaukasus. Wie kommt er an einen Bach in NRW, und warum wird er dort zum Problem?

Was sind Neobiota?

Viele Arten leben seit Jahrtausenden in Mitteleuropa, zum Beispiel Rotbuche, Fuchs und Igel. Das sind heimische Arten. Andere hat erst der Mensch zu uns gebracht.

Wie kommen Arten in neue Lebensräume?

  • Absichtlich: als Zierpflanze im Garten, als Pelztier auf Farmen, als Fischbesatz im Teich, als Bienenweide.

  • Unabsichtlich: als „blinder Passagier“ im Ballastwasser von Schiffen, in Containern, an Reifen und Schuhen, mit Saatgut oder Holz.

  • Entkommen: Tiere und Pflanzen entweichen aus Gärten, Zoos und Pelzfarmen.

Der Riesen-Bärenklau kam im 19. Jahrhundert als Zierpflanze in Gärten und Parks. Von dort hat er sich ausgebreitet.

Wege der Neobiota: absichtlich, unabsichtlich und durch Entkommen in einen neuen Lebensraum Absichtlich Zierpflanze, Fischbesatz Unabsichtlich Schiff, Container, Saatgut Entkommen Garten, Zoo, Farm Neuer Lebensraum
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Erkläre die Begriffe Neophyt und Neozoon und nenne je ein Beispiel aus Deutschland.

Erkläre die Begriffe Neophyt und Neozoon und nenne je ein Beispiel aus Deutschland.

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Nenne zwei Wege, auf denen Pflanzen und Tiere in neue Lebensräume gelangen.

Nenne zwei Wege, auf denen Pflanzen und Tiere in neue Lebensräume gelangen.

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Harmlos oder invasiv?

Nicht jede neue Art ist ein Problem. Die Kartoffel, die Tomate und die Rosskastanie sind Neobiota, doch sie verdrängen keine heimischen Arten. Als invasiv bezeichnet man Arten, die sich stark ausbreiten und dabei heimische Arten oder das ganze Ökosystem schädigen.

Warum werden manche Arten invasiv?

  • Kaum natürliche Feinde: Im neuen Lebensraum fehlen Räuber, Parasiten und Krankheiten, die die Art in der Heimat kleinhalten.

  • Starke Konkurrenz: Der Riesen-Bärenklau wächst schnell, wird sehr hoch und beschattet kleine Pflanzen. Er bildet bis zu 20 000 Samen pro Pflanze.

  • Anspruchslos: Die Art findet Nahrung und Lebensraum leicht.

  • Hohe Vermehrung: Viele Nachkommen in kurzer Zeit.

Folgen für das Ökosystem: Heimische Arten verlieren Licht, Platz oder Nahrung und werden seltener. Das Gleichgewicht der Nahrungsnetze verschiebt sich, weil ein Glied zu stark wird.

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Der Riesen-Bärenklau breitet sich an Bachufern in NRW aus. Nenne zwei Gründe, warum er heimische Pflanzen verdrängen kann.

Der Riesen-Bärenklau breitet sich an Bachufern in NRW aus. Nenne zwei Gründe, warum er heimische Pflanzen verdrängen kann.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Nicht alle Neobiota sind schädlich. Erkläre, warum man zwischen harmlosen und invasiven Arten unterscheidet, und gib ein Beispiel für eine harmlose eingeführte Art.

Nicht alle Neobiota sind schädlich. Erkläre, warum man zwischen harmlosen und invasiven Arten unterscheidet, und gib ein Beispiel für eine harmlose eingeführte Art.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Erkläre, warum ein neu eingeführtes Tier in einem Ökosystem oft kaum natürliche Feinde hat, und beschreibe die Auswirkungen auf das Gleichgewicht.

Erkläre, warum ein neu eingeführtes Tier in einem Ökosystem oft kaum natürliche Feinde hat, und beschreibe die Auswirkungen auf das Gleichgewicht.

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Beispiele aus NRW

Art Herkunft Ankunft Folgen
Riesen-Bärenklau (Neophyt) Kaukasus Zierpflanze verdrängt Pflanzen; Saft + Sonne = Hautverbrennungen
Drüsiges Springkraut (Neophyt) Himalaya Zierpflanze, Bienenweide dichte Bestände an Bachufern, Ufer erodiert im Winter
Waschbär (Neozoon) Nordamerika 1934 am Edersee ausgesetzt, aus Pelzfarmen entkommen frisst Vogeleier und Amphibien, lebt auch in Städten
Signalkrebs (Neozoon) Nordamerika Besatz für Fischzucht verdrängt den Edelkrebs, überträgt die Krebspest

Der Waschbär ist ein Allesfresser und sehr anpassungsfähig. In Städten findet er Nahrung in Mülltonnen und Unterschlupf in Dachböden. Seine Ausbreitung wird durch milde Winter, wenig Feinde und viel Nahrung begünstigt.

Der Signalkrebs verdrängt den Edelkrebs auf zwei Wegen: Er ist größer und aggressiver (Konkurrenz um Nahrung und Verstecke). Zusätzlich trägt er den Erreger der Krebspest, gegen den er selbst weitgehend immun ist, der aber für den Edelkrebs tödlich ist.

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Der Waschbär stammt aus Nordamerika und lebt heute in vielen Wäldern und Städten Deutschlands. a) Erkläre, wie er nach Deutschland kam. b) Nenne Faktoren, die seine…

Der Waschbär stammt aus Nordamerika und lebt heute in vielen Wäldern und Städten Deutschlands.

  1. a) Erkläre, wie er nach Deutschland kam.
  2. b) Nenne Faktoren, die seine Ausbreitung begünstigen.
  3. c) Nenne mögliche Folgen für heimische Arten.
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Der Signalkrebs verdrängt in deutschen Gewässern den Edelkrebs und überträgt die Krebspest. a) Erkläre die Verdrängung mithilfe von Konkurrenz und Krankheit. b)…

Der Signalkrebs verdrängt in deutschen Gewässern den Edelkrebs und überträgt die Krebspest.

  1. a) Erkläre die Verdrängung mithilfe von Konkurrenz und Krankheit.
  2. b) Beurteile Maßnahmen wie Fang oder Gewässersperren.
  3. c) Erkläre, warum solche Probleme schwer rückgängig zu machen sind.
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Klimawandel und Bekämpfung

Viele Neobiota stammen aus wärmeren Gebieten. Durch den Klimawandel werden Winter in Deutschland milder und Sommer heißer. Wärmeliebende Arten überleben nun bei uns, auch wenn sie früher erfroren wären. Zugleich sind heimische Arten durch Hitze und Trockenheit geschwächt. So können sich Neobiota leichter ausbreiten.

Wie geht man mit invasiven Arten um?

  • Vorbeugen: Keine Pflanzen aus Gärten wild entsorgen, keine Tiere aussetzen, Ballastwasser behandeln.

  • Bekämpfen: Mähen, Ausgraben, Abfangen, Gewässersperren.

  • Beobachten: Ausbreitung melden und kontrollieren.

Bekämpfung hat Vor- und Nachteile:

Vorteile Nachteile
schützt heimische Arten aufwendig und teuer
verhindert Schäden (z. B. Verbrennungen) muss oft jahrelang wiederholt werden
erhält Artenvielfalt Eingriffe können andere Arten stören

Kriterien für die Entscheidung: Wie groß ist der Schaden? Ist die Art noch auf kleiner Fläche? Wie hoch sind Kosten und Aufwand? Sind seltene heimische Arten bedroht? Gibt es ein Risiko für Menschen?

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Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Arten in Deutschland. Erkläre den Zusammenhang und begründe, warum Neobiota mit dem Klimawandel zunehmen können.

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Arten in Deutschland. Erkläre den Zusammenhang und begründe, warum Neobiota mit dem Klimawandel zunehmen können.

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Üben★★★Nicht begonnen
Eine Stadt plant, das Drüsige Springkraut an einem Flussufer zu bekämpfen. Der Naturschutzbund warnt, die Maßnahme sei aufwendig. Diskutiere Vor- und Nachteile, nenne…

Eine Stadt plant, das Drüsige Springkraut an einem Flussufer zu bekämpfen. Der Naturschutzbund warnt, die Maßnahme sei aufwendig. Diskutiere Vor- und Nachteile, nenne Kriterien für die Entscheidung und beziehe Position.

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Zurück zum Anfang: Der Riesen-Bärenklau kam als Zierpflanze aus dem Kaukasus. Er hat in NRW kaum Feinde, wächst schnell und beschattet heimische Pflanzen, deshalb wird er invasiv.

Auf einen Blick

  • Neobiota sind Arten, die der Mensch nach 1492 in neue Gebiete gebracht hat: Neophyten (Pflanzen) und Neozoen (Tiere).

  • Wege: absichtlich (Zierpflanzen, Besatz), unabsichtlich (Schiffe, Container) oder durch Entkommen.

  • Nur wenige sind invasiv: Sie haben kaum Feinde, vermehren sich stark und verdrängen heimische Arten.

  • Beispiele: Riesen-Bärenklau, Springkraut, Waschbär, Signalkrebs.

  • Der Klimawandel begünstigt wärmeliebende Neobiota.

  • Bekämpfung ist aufwendig; man entscheidet nach Schaden, Kosten und Erfolgsaussicht.

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