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Realschule 7 · Biologie
Biologie Klasse 7: Ergänzende Themen aus dem Lehrplan · Malaria, Epidemien und Gesundheit

Malaria

Familie Schneider aus Hamburg plant eine Reise nach Westafrika. Beim Hausarzt hören die Kinder: „Ihr braucht einen Mückenschutz und vielleicht Tabletten gegen Malaria.“ Warum ist ein Mückenstich dort so gefährlich, und warum reicht ein Fieber nach der Rückreise nicht als „ganz normale Grippe“? Das klären wir in diesem Abschnitt.

Erreger und Überträger

Malaria ist eine Infektionskrankheit. Der Erreger ist kein Bakterium und kein Virus, sondern ein Einzeller mit dem Namen Plasmodium. Er ist ein Endoparasit: Er lebt im Inneren seines Wirts und schadet ihm.

Der Erreger gelangt durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke in das Blut des Menschen. Die Mücke ist der Überträger (Vektor). Sie braucht das Blut, um Eier zu bilden. Die Männchen stechen nicht.

Malaria kommt vor allem in warmen Ländern vor: in großen Teilen Afrikas, Südasiens und Südamerikas. Dort leben Anopheles-Mücken, und es ist feucht und warm genug für ihre Entwicklung. Von Mensch zu Mensch wird Malaria nicht direkt übertragen, es braucht immer die Mücke.

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Nenne den Erreger der Malaria und den Überträger.

Nenne den Erreger der Malaria und den Überträger.

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Symptome und Vorbeugung

Nach dem Stich dauert es meist 1 bis 4 Wochen, bis die ersten Anzeichen auftreten (Inkubationszeit). Typische Symptome sind:

  • hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost,

  • Kopf- und Gliederschmerzen,

  • Schwäche und Erbrechen.

Ohne Behandlung kann Malaria lebensgefährlich werden. Deshalb gilt: Fieber nach einer Reise in ein Malariagebiet gehört sofort zum Arzt, auch Wochen oder Monate nach der Rückkehr. Die Ärztin muss wissen, wo du warst.

Schutz vor Malaria

Für Reisende aus Deutschland gibt es bisher keine allgemein empfohlene Impfung; die vorhandenen Impfstoffe schützen nur teilweise. Die Vorbeugung besteht aus zwei Teilen:

Maßnahme Beispiel
Mückenschutz Moskitonetz über dem Bett, lange helle Kleidung in der Dämmerung, Insektenschutzmittel, Fliegengitter
Medikamente (Prophylaxe) Tabletten, die der Arzt je nach Reiseziel verschreibt; sie hemmen bzw. töten die Erreger im Körper ab, sodass die Krankheit nicht ausbricht

Die Anopheles-Mücke sticht vor allem abends und nachts. Darum ist ein Moskitonetz über dem Bett so wirksam.

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Nenne drei typische Symptome der Malaria und zwei Vorbeugemaßnahmen.

Nenne drei typische Symptome der Malaria und zwei Vorbeugemaßnahmen.

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Familie Schneider aus Hamburg plant eine Reise nach Westafrika. a) Nenne Schutzmaßnahmen vor Mückenstichen. b) Erkläre, warum ein Arzt eine Malariaprophylaxe empfehlen…

Familie Schneider aus Hamburg plant eine Reise nach Westafrika.

  1. a) Nenne Schutzmaßnahmen vor Mückenstichen.
  2. b) Erkläre, warum ein Arzt eine Malariaprophylaxe empfehlen kann.
  3. c) Nenne einen Grund, warum Fieber nach der Rückreise ernst genommen werden muss.
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Generationswechsel und Wirtswechsel

Plasmodium lebt nicht nur in einem Lebewesen. Er braucht zwei Wirte: den Menschen und die Anopheles-Mücke. Dieser Wirtswechsel ist ein fester Teil seiner Entwicklung. Dabei wechseln sich außerdem ungeschlechtliche und geschlechtliche Vermehrung ab. Das nennt man Generationswechsel.

Entwicklungszyklus des Malariaerregers zwischen Mensch (Leber, rote Blutkörperchen) und Anopheles-Mücke Mensch Mücke ungeschlechtlich 1. Stich: Erreger gelangen ins Blut 2. Vermehrung in der Leber 3. Befall roter Blutkörperchen, Vermehrung 4. Zerfall der Zellen: Fieberschub, Bildung von Geschlechtszellen 5. Mücke saugt Blut, Befruchtung im Magen der Mücke geschlechtlich 6. Entwicklung, Erreger wandern in die Speicheldrüse Blutmahlzeit Stich

Der Ablauf in Stichpunkten:

  1. Eine infizierte Mücke sticht und gibt Erreger in das Blut des Menschen ab.

  2. Die Erreger wandern in die Leber und vermehren sich dort ungeschlechtlich.

  3. Sie befallen die roten Blutkörperchen und vermehren sich auch dort.

  4. Die befallenen Blutkörperchen platzen, viele neue Erreger werden freigesetzt. Einige bilden Geschlechtszellen.

  5. Eine andere Mücke saugt Blut und nimmt die Geschlechtszellen auf. Im Mückenmagen kommt es zur geschlechtlichen Vermehrung.

  6. Die Erreger entwickeln sich weiter und gelangen in die Speicheldrüse. Mit dem nächsten Stich beginnt der Kreislauf von vorn.

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Erkläre, was ein Wirtswechsel ist, am Beispiel des Malariaerregers.

Erkläre, was ein Wirtswechsel ist, am Beispiel des Malariaerregers.

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Beschreibe in Stichpunkten den Entwicklungszyklus des Malariaerregers im Menschen (Leber, rote Blutkörperchen) und in der Mücke.

Beschreibe in Stichpunkten den Entwicklungszyklus des Malariaerregers im Menschen (Leber, rote Blutkörperchen) und in der Mücke.

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Warum das Fieber in Schüben kommt

Im Blut vermehren sich die Erreger in den roten Blutkörperchen. Dies geschieht bei vielen Erregern im gleichen Takt. Nach etwa zwei bis drei Tagen platzen die befallenen Blutkörperchen fast gleichzeitig. Dabei werden viele Erreger und Stoffwechselprodukte auf einmal frei. Der Körper reagiert mit einem Fieberschub und Schüttelfrost.

Danach befallen die neuen Erreger frische rote Blutkörperchen, und es dauert wieder zwei bis drei Tage bis zum nächsten Schub. So entsteht ein typisches Muster: Fieber, Pause, Fieber, Pause.

Weil rote Blutkörperchen zerstört werden, kann zusätzlich eine Blutarmut entstehen. Das Blut kann dann weniger Sauerstoff transportieren, man fühlt sich schwach.

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Erkläre, warum das Fieber bei Malaria in Schüben auftritt (Zerfall roter Blutkörperchen, Freisetzung der Erreger).

Erkläre, warum das Fieber bei Malaria in Schüben auftritt (Zerfall roter Blutkörperchen, Freisetzung der Erreger).

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Malaria bekämpfen

Weil der Erreger zwei Wirte und mehrere Stadien hat, ist Malaria schwer zu bekämpfen:

  • Der Erreger versteckt sich in der Leber und in Blutkörperchen, wo ihn das Immunsystem schlecht erreicht.

  • Er verändert sich in den Stadien, sodass eine Impfung schwierig ist.

  • Die Mücken vermehren sich in Wasserstellen und sind schwer auszurotten.

  • Manche Erreger werden resistent gegen Medikamente.

Aber jede Station des Zyklus ist auch ein Ansatzpunkt, um ihn zu unterbrechen:

Ansatzpunkt Maßnahme
Stich verhindern Moskitonetze, Schutzkleidung, Insektenschutz
Mückenpopulation senken Brutplätze (stehendes Wasser) trockenlegen
Erreger im Menschen abtöten Medikamente (Behandlung und Prophylaxe)
Ansteckung der Mücke verhindern Erkrankte behandeln und vor Stichen schützen

Sichelzellanämie und Malaria

In Malariagebieten ist die Erbkrankheit Sichelzellanämie häufig. Jeder Mensch erbt von Mutter und Vater je eine Erbanlage (ein Allel) für dieses Merkmal. Sind beide Allele verändert, ist der Mensch homozygot (reinerbig), hat verformte rote Blutkörperchen und ist schwer krank. Hat er nur ein verändertes Allel, ist er heterozygot (mischerbig). Heterozygote Träger (nur ein verändertes Allel) sind meist gesund. Ihre roten Blutkörperchen sind für Plasmodium ein schlechterer Lebensraum, sie sind teilweise vor schwerer Malaria geschützt.

In Malariagebieten haben Träger daher einen Vorteil beim Überleben. Das Merkmal bleibt in der Bevölkerung erhalten, obwohl es für Menschen mit zwei veränderten Allelen ein Nachteil ist.

Kommt Malaria zurück nach Deutschland?

Durch den Klimawandel werden Sommer wärmer, und manche Mückenarten breiten sich nach Norden aus. Dennoch ist eine häufige Malaria in Deutschland unwahrscheinlich. Dagegen sprechen zum Beispiel:

  • gutes Gesundheitssystem: Erkrankte werden schnell erkannt und behandelt, sodass Mücken kaum infizierte Menschen stechen,

  • Mückenkontrolle, Hygiene und Wohnverhältnisse (Fliegengitter, trockengelegte Sümpfe),

  • der Erreger braucht dauerhaft warme Temperaturen für seine Entwicklung in der Mücke.

Trotzdem beobachten Fachleute die Entwicklung genau.

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Erkläre mithilfe von Generationswechsel und Wirtswechsel, warum die Bekämpfung der Malaria schwierig ist, und nenne Ansatzpunkte, an denen man den Zyklus unterbrechen…

Erkläre mithilfe von Generationswechsel und Wirtswechsel, warum die Bekämpfung der Malaria schwierig ist, und nenne Ansatzpunkte, an denen man den Zyklus unterbrechen kann.

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Die Sichelzellanämie ist in Malariagebieten häufig. Wer die Anlage für die Krankheit von beiden Eltern geerbt hat, erkrankt schwer. Wer sie nur von einem Elternteil…

Die Sichelzellanämie ist in Malariagebieten häufig. Wer die Anlage für die Krankheit von beiden Eltern geerbt hat, erkrankt schwer. Wer sie nur von einem Elternteil geerbt hat (heterozygoter Träger), ist kaum krank und zudem teilweise vor Malaria geschützt. Erkläre, warum die Anlage in diesen Regionen erhalten bleibt, obwohl Menschen mit zwei Anlagen schwer erkranken.

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Durch den Klimawandel könnten sich Mückenarten weiter nach Norden ausbreiten. Beurteile, ob Malaria in Deutschland wieder häufiger werden könnte, und nenne zwei…

Durch den Klimawandel könnten sich Mückenarten weiter nach Norden ausbreiten. Beurteile, ob Malaria in Deutschland wieder häufiger werden könnte, und nenne zwei Faktoren, die dagegen sprechen.

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Zurück zu Familie Schneider: Mit Moskitonetz, Schutzkleidung und eventuell Tabletten sind sie gut gerüstet. Und Fieber nach der Reise bedeutet: sofort zum Arzt und von der Reise erzählen.

Auf einen Blick

  • Malaria ist eine Infektionskrankheit. Erreger: der Einzeller Plasmodium, Überträger: die weibliche Anopheles-Mücke.

  • Plasmodium ist ein Endoparasit mit Wirtswechsel (Mensch, Mücke) und Generationswechsel (ungeschlechtlich im Menschen, geschlechtlich in der Mücke).

  • Im Menschen vermehrt er sich zuerst in der Leber, dann in roten Blutkörperchen. Ihr Zerfall verursacht die Fieberschübe.

  • Vorbeugung: Mückenschutz und Prophylaxe-Tabletten. Fieber nach einer Reise sofort ärztlich abklären.

  • Die Bekämpfung ist schwierig, aber der Zyklus lässt sich an mehreren Stellen unterbrechen.

  • Die Sichelzellanämie schützt Träger teilweise vor Malaria und bleibt dadurch in Malariagebieten häufig.

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