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Realschule 7 · Biologie
Biologie Klasse 7: Ergänzende Themen aus dem Lehrplan · Allergien, Diabetes und Impfungen

Impfungen und ihre Geschichte

Die Masern sind in Deutschland vor allem für kleine Babys gefährlich. Auch im Ruhrgebiet gab es in den letzten Jahren immer wieder Masernfälle in Schulen und Kitas. Trotzdem können sich viele Kinder in deiner Klasse kaum an eine Masernerkrankung erinnern. Der Grund ist die Impfung. Wie bringt man dem Körper bei, einen Erreger abzuwehren, ohne dass man krank wird? Und warum gibt es manchmal eine Impfung mit Antikörpern statt mit Impfstoff? Am Ende der Seite kannst du das erklären.

Aktive und passive Immunisierung

Bei einer Infektion bildet dein Körper Antikörper und Gedächtniszellen. Beim nächsten Kontakt mit demselben Erreger reagiert das Immunsystem viel schneller. Eine Impfung nutzt genau das aus, ohne dass du die Krankheit durchmachen musst.

Es gibt zwei Wege:

Vergleich von aktiver und passiver Immunisierung: Schutzbeginn und Schutzdauer Schutz Zeit aktiv: langsamer Beginn, langer Schutz passiv: sofort, aber kurz Injektion
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Erkläre den Unterschied zwischen aktiver und passiver Immunisierung.

Erkläre den Unterschied zwischen aktiver und passiver Immunisierung.

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Erkläre den Unterschied zwischen Schutzimpfung (aktiv) und Heilimpfung (passiv). Gib je ein Beispiel für eine Situation, in der sie eingesetzt wird.

Erkläre den Unterschied zwischen Schutzimpfung (aktiv) und Heilimpfung (passiv). Gib je ein Beispiel für eine Situation, in der sie eingesetzt wird.

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Ein Kind wird mit Tetanus-Erregern infiziert und ist ungeimpft. Es erhält sofort ein Serum mit Antikörpern (passive Impfung) und zugleich den aktiven Impfstoff. a)…

Ein Kind wird mit Tetanus-Erregern infiziert und ist ungeimpft. Es erhält sofort ein Serum mit Antikörpern (passive Impfung) und zugleich den aktiven Impfstoff.

  1. a) Erkläre, warum beide Impfungen gleichzeitig gegeben werden.
  2. b) Vergleiche Beginn und Dauer des Schutzes beider Verfahren.
  3. c) Begründe, warum das Serum früher aus Pferdeblut gewonnen wurde und welches Risiko das hatte.
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Die Geschichte der Impfung

Impfungen wurden nicht an einem Tag erfunden. Drei Forscher haben das Verständnis von Immunität Schritt für Schritt verändert.

Forscher Zeit Leistung
Edward Jenner 1796 Pockenimpfung mit Kuhpocken-Material
Louis Pasteur ab 1880 Impfstoffe gegen Milzbrand und Tollwut aus abgeschwächten Erregern
Emil von Behring 1890 Serum gegen Diphtherie und Tetanus (Antikörper)

Jenner hatte beobachtet, dass Melkerinnen, die sich an Kühen mit den harmlosen Kuhpocken angesteckt hatten, nicht an den gefährlichen echten Pocken erkrankten. Er impfte einen Jungen mit Kuhpocken-Material. Später setzte er ihn echten Pocken aus, und der Junge blieb gesund. Warum das klappt, wusste Jenner noch nicht, denn Erreger und Antikörper waren unbekannt. Das Kuhpockenvirus ist dem Pockenvirus so ähnlich, dass die gebildeten Antikörper und Gedächtniszellen auch gegen die echten Pocken wirken.

Pasteur zeigte, dass man Erreger abschwächen kann. Mit solchen Erregern lässt sich ein Impfstoff herstellen, der schützt, ohne schwer krank zu machen. 1881 stellte er einen Impfstoff gegen Milzbrand vor, 1885 setzte er erstmals einen Impfstoff gegen Tollwut bei einem Menschen ein. Damit konnte man die Idee auf viele Krankheiten übertragen.

Von Behring fand heraus, dass sich im Blut von Tieren, die mit abgeschwächtem Gift behandelt wurden, Stoffe (Antitoxine) bilden, die das Gift der Erreger unschädlich machen. Er gewann ein Serum zunächst aus dem Blut von Pferden, die er mit abgeschwächtem Gift behandelt hatte. Pferde sind große Tiere, haben viel Blut und vertragen kleine Giftmengen gut. So lassen sich viele Antikörper gewinnen. Dieses Serum half auch bei Kindern, die schon an Diphtherie erkrankt waren. Der Grund: Die fertigen Antikörper wirken sofort. Das Risiko: Fremdes Eiweiß aus Pferdeblut kann Allergien auslösen. Heute gewinnt man Antikörper sicherer, zum Beispiel aus Menschenblut.

Zeitleiste: Jenner 1796, Pasteur ab 1880, von Behring 1890 1796JennerKuhpocken ab 1880Pasteurabgeschwächte Erreger 1890von BehringSerum mit Antikörpern
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Ordne den Forschern ihre Leistung zu: Edward Jenner, Louis Pasteur, Emil von Behring. A: Entwicklung eines Serums gegen Diphtherie und Tetanus B: Pockenimpfung mit…

Ordne den Forschern ihre Leistung zu: Edward Jenner, Louis Pasteur, Emil von Behring.

  • A: Entwicklung eines Serums gegen Diphtherie und Tetanus

  • B: Pockenimpfung mit Kuhpockenmaterial

  • C: Impfstoffe gegen Tollwut und Milzbrand

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Jenner impfte 1796 einen Jungen mit Kuhpocken-Material und setzte ihn später echten Pocken aus. Der Junge erkrankte nicht. a) Erkläre, warum der Junge geschützt war. b)…

Jenner impfte 1796 einen Jungen mit Kuhpocken-Material und setzte ihn später echten Pocken aus. Der Junge erkrankte nicht.

  1. a) Erkläre, warum der Junge geschützt war.
  2. b) Beurteile das Vorgehen Jenners aus heutiger ethischer Sicht.
  3. c) Nenne, wodurch heute die Sicherheit von Impfstoffen gewährleistet wird.
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Vergleiche die Entwicklungsschritte von Jenner, Pasteur und Behring. Arbeite heraus, wie sich das Verständnis von Immunität im Laufe der Zeit verändert hat, und…

Vergleiche die Entwicklungsschritte von Jenner, Pasteur und Behring. Arbeite heraus, wie sich das Verständnis von Immunität im Laufe der Zeit verändert hat, und begründe, warum Behrings Methode auch bei bereits ausgebrochener Krankheit helfen kann.

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Impfausweis, STIKO und Auffrischung

In Deutschland wird jede Impfung im Impfausweis (Impfpass) eingetragen. Dort stehen:

  • das Datum der Impfung,

  • der Name des Impfstoffs und die Chargennummer,

  • die Krankheit, gegen die geimpft wurde,

  • Stempel und Unterschrift der Ärztin oder des Arztes.

Welche Impfungen wann empfohlen werden, legt die STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert Koch-Institut in Berlin fest. Das sind unabhängige Fachleute. Ihre Empfehlungen stehen im Impfkalender. Für Masern gibt es zusätzlich das Masernschutzgesetz.

Viele Impfungen brauchen eine Grundimmunisierung (mehrere Impfungen in kurzen Abständen, oft schon im Säuglingsalter). Später folgen Auffrischimpfungen, zum Beispiel gegen Tetanus alle zehn Jahre. Der Grund: Mit der Zeit sinkt die Zahl der Antikörper, und die Gedächtniszellen werden weniger. Bei der Auffrischung erinnern sich die vorhandenen Gedächtniszellen sofort. Der Körper bildet daher viel schneller und mehr Antikörper als nach der ersten Impfung.

Antikörpermenge nach Erstimpfung und Auffrischimpfung: nach der Auffrischung steigt sie schneller und höher Antikörper Zeit 1. Impfung Auffrischung
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Nenne drei Angaben, die in einem Impfausweis eingetragen werden, und erkläre, was die STIKO ist.

Nenne drei Angaben, die in einem Impfausweis eingetragen werden, und erkläre, was die STIKO ist.

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Lukas aus Essen hat laut Impfausweis die Grundimmunisierung gegen Tetanus im Säuglingsalter erhalten, die letzte Auffrischung aber vor 14 Jahren. Er verletzt sich bei…

Lukas aus Essen hat laut Impfausweis die Grundimmunisierung gegen Tetanus im Säuglingsalter erhalten, die letzte Auffrischung aber vor 14 Jahren. Er verletzt sich bei der Gartenarbeit an einem rostigen Nagel.

  1. a) Erkläre, warum Auffrischimpfungen nötig sind.
  2. b) Empfiehl Lukas, was er tun sollte, und begründe.
  3. c) Erkläre, warum der Impfschutz nach Auffrischung schneller wirkt als nach der ersten Impfung.
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Herdenimmunität

Nicht jeder kann geimpft werden: Säuglinge sind zu jung, manche Menschen haben ein sehr schwaches Immunsystem, etwa nach einer Chemotherapie. Sie sind trotzdem geschützt, wenn fast alle anderen geimpft sind. Dann finden die Erreger kaum noch Menschen, die sie weitergeben können. Die Infektionskette reißt ab. Das nennt man Herdenimmunität (Herdenschutz).

Vergleich: Wenige Geimpfte, der Erreger breitet sich aus; viele Geimpfte, die Kette reißt ab wenige Geimpfteviele Geimpfte ansteckbar geimpft Ansteckbare sind von Geschützten umgeben.

Für Masern ist der Erreger so ansteckend, dass etwa 95 % der Bevölkerung geimpft sein müssen, damit die Herdenimmunität schützt.

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Eine Gemeinde hat eine Impfquote von 95 % gegen Masern. Eine Familie lehnt die Impfung ihres Säuglings ab, da „fast alle anderen ja geimpft sind". a) Erkläre das Prinzip…

Eine Gemeinde hat eine Impfquote von 95 % gegen Masern. Eine Familie lehnt die Impfung ihres Säuglings ab, da „fast alle anderen ja geimpft sind".

  1. a) Erkläre das Prinzip der Herdenimmunität.
  2. b) Beurteile das Argument der Familie.
  3. c) Nenne Personengruppen, die auf Herdenimmunität angewiesen sind, und begründe.
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Zurück zum Anfang: Impfstoffe trainieren das Immunsystem mit harmlosen Erregerteilen, sodass Gedächtniszellen entstehen. Antikörper-Seren helfen dagegen sofort, wenn jemand schon infiziert ist.

Auf einen Blick

  • Aktive Immunisierung (Schutzimpfung): Impfstoff, der Körper bildet selbst Antikörper und Gedächtniszellen; Schutz setzt später ein, hält lange.

  • Passive Immunisierung (Heilimpfung): fertige Antikörper im Serum; Schutz sofort, aber nur kurz.

  • Jenner (Kuhpocken), Pasteur (abgeschwächte Erreger), von Behring (Serum gegen Diphtherie und Tetanus).

  • Der Impfausweis dokumentiert Impfungen; die STIKO am RKI gibt den Impfkalender vor; Auffrischimpfungen nutzen vorhandene Gedächtniszellen.

  • Herdenimmunität schützt Menschen, die nicht geimpft werden können.

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