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Gymnasium 10 · Wirtschaft-Politik
Unternehmen, Wachstum und Europa · Berufswahl und Selbstständigkeit

Berufswegplanung und Existenzgründung

Lena aus Paderborn ist 16 und liebt Haare, Mode und den Kontakt zu Menschen. Soll sie nach der Schule eine Ausbildung machen und angestellt arbeiten – oder irgendwann einen eigenen Friseursalon eröffnen? Beides ist möglich, aber die Wege unterscheiden sich stark. In diesem Abschnitt lernst du, wie man eine Berufswahl begründet, welche Ausbildungswege es gibt und was eine Gründung kostet und riskiert.

Berufswahl und Ausbildungswege

Eine gute Berufswahl hängt von mehreren Kriterien ab. Wichtig sind zum Beispiel:

  • Interessen und Fähigkeiten: Was kann ich gut, was macht mir Spaß?

  • Verdienst: Wie hoch ist das Einkommen am Anfang und später?

  • Zukunftsaussichten: Wird der Beruf in 20 Jahren noch gebraucht?

  • Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen: Schichtdienst, Wochenendarbeit, Arbeit im Freien?

  • Standort: Gibt es Stellen in meiner Region, muss ich pendeln oder umziehen?

Kein Kriterium ist „richtig“. Du ordnest sie nach deinen Werten und begründest dein Urteil – genau das verlangt ein Urteil im Fach Wirtschaft-Politik (UK 4).

Nach der Schule gibt es zwei Hauptwege:

Duale Ausbildung Studium
Ort Betrieb und Berufsschule Hochschule oder Universität
Dauer meist 2 bis 3,5 Jahre meist 6 bis 10 Semester
Geld Ausbildungsvergütung von Anfang an meist kein Einkommen, ggf. BAföG
Schwerpunkt Praxis im Betrieb Theorie und Wissenschaft
Abschluss z. B. Gesellenbrief, IHK-Abschluss Bachelor, Master

Vorteil der dualen Ausbildung: Du verdienst früh Geld und sammelst Praxiserfahrung. Vorteil des Studiums: Es öffnet oft Zugang zu Berufen mit wissenschaftlicher Grundlage und Führungsaufgaben.

Beide Wege lassen sich verbinden: Nach einer Ausbildung kann man sich zum Meister weiterbilden oder mit Berufserfahrung studieren. Ein duales Studium kombiniert beides.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne vier Kriterien, die bei der Berufswahl wichtig sein können (z. B. Interessen, Verdienst, Zukunftsaussichten, Arbeitszeiten), und ordne sie nach deiner persönlichen…

Nenne vier Kriterien, die bei der Berufswahl wichtig sein können (z. B. Interessen, Verdienst, Zukunftsaussichten, Arbeitszeiten), und ordne sie nach deiner persönlichen Wichtigkeit mit je einer kurzen Begründung.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre den Unterschied zwischen einer dualen Ausbildung und einem Studium und nenne je einen Vorteil.

Erkläre den Unterschied zwischen einer dualen Ausbildung und einem Studium und nenne je einen Vorteil.

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Arbeit im Wandel: flexibel bleiben

Die Arbeitswelt verändert sich. Zwei Entwicklungen sind besonders wichtig:

  • Digitalisierung: Routinearbeiten werden automatisiert, neue Berufe entstehen (z. B. Data Analyst, Fachkraft für Elektromobilität). Viele Berufe verändern ihre Inhalte.

  • Demografischer Wandel: Es gehen mehr Menschen in Rente, als junge nachrücken. Deshalb fehlen in vielen Branchen Fachkräfte (Pflege, Handwerk, Logistik).

Folgen für deine Planung: Ein Beruf „fürs ganze Leben“ wird seltener. Wichtig ist lebenslanges Lernen: Weiterbildungen, Umschulungen und neue Kompetenzen (digitale Fähigkeiten, Teamarbeit). Zugleich bieten Fachkräftemangel und Digitalisierung gute Chancen für gut Qualifizierte.

Üben★★★Nicht begonnen
Die Arbeitswelt verändert sich durch Digitalisierung und demografischen Wandel. Analysiere, welche Folgen das für die eigene Berufswegplanung hat (lebenslanges Lernen,…

Die Arbeitswelt verändert sich durch Digitalisierung und demografischen Wandel. Analysiere, welche Folgen das für die eigene Berufswegplanung hat (lebenslanges Lernen, neue Berufe, Fachkräftemangel), und beurteile, wie flexibel man bei der Berufswahl bleiben sollte.

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Selbstständig oder angestellt?

Angestellte arbeiten für einen Arbeitgeber, erhalten ein festes Gehalt und sind über den Arbeitgeber sozialversichert (dieser zahlt die Hälfte der Beiträge). Sie haben bezahlten Urlaub und Kündigungsschutz.

Selbstständige führen ein eigenes Unternehmen auf eigenes Risiko. Sie entscheiden selbst, tragen aber auch alle Verluste und müssen sich um ihre Versicherungen selbst kümmern.

Ein Familienunternehmen ist ein Betrieb, der von einer Familie geführt und gehalten wird, oft über Generationen, etwa eine Bäckerei oder eine Tischlerei. Typische Handwerksunternehmen in NRW sind Bäckereien, Elektrobetriebe, Tischlereien oder Friseursalons.

Der Mittelstand umfasst kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Er ist oft inhabergeführt und regional verwurzelt. Er ist wichtig, weil er die Mehrheit der Arbeitsplätze und der Ausbildungsplätze in Deutschland stellt und auch in kleinen Städten Beschäftigung sichert.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Angestellter verdient 3.200 € brutto im Monat. Eine Selbstständige hat monatlich 6.000 € Einnahmen und 3.100 € Betriebskosten, muss aber Kranken-, Renten- und…

Ein Angestellter verdient 3.200 € brutto im Monat. Eine Selbstständige hat monatlich 6.000 € Einnahmen und 3.100 € Betriebskosten, muss aber Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung selbst zahlen (zusammen 900 € im Monat) und hat keinen bezahlten Urlaub.

  1. a) Berechne ihren Gewinn vor Steuern nach Abzug der Betriebskosten und Versicherungen.
  1. b) Vergleiche mit dem Angestellten und erkläre, warum Einkommen allein den Vergleich nicht ausreichend beschreibt.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Erkläre die Merkmale des Mittelstands (kleine und mittlere Unternehmen, oft inhabergeführt, regional verwurzelt) und nenne zwei Gründe, warum der Mittelstand für…

Erkläre die Merkmale des Mittelstands (kleine und mittlere Unternehmen, oft inhabergeführt, regional verwurzelt) und nenne zwei Gründe, warum der Mittelstand für Beschäftigung und Ausbildung in Deutschland wichtig ist.

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Existenzgründung planen

Wer ein Unternehmen gründen will, braucht einen Plan. Typische Schritte:

  1. Geschäftsidee und Zielgruppe: Was biete ich an, wer kauft es, warum bei mir?

  2. Marktanalyse: Gibt es Konkurrenz? Wie groß ist die Nachfrage?

  3. Finanzplan: Welche Kosten entstehen, welche Einnahmen sind realistisch?

  4. Finanzierung: Woher kommt das Geld?

  5. Rechtsform und Anmeldung: Gewerbeanmeldung, Handwerkskammer, Steuer.

Der Gesamtkapitalbedarf ist die Summe aller Startkosten. Er wird gedeckt durch:

  • Eigenkapital: eigenes Erspartes

  • Fremdkapital: Kredit von der Bank

  • Förderprogramme: z. B. günstige Gründerkredite der KfW oder Zuschüsse

$$\text{Kredit} = \text{Gesamtkapitalbedarf} - \text{Eigenkapital}$$ Balkendiagramm: Der Gesamtkapitalbedarf wird durch Eigenkapital und Kredit gedeckt. Eigenkapital Kredit (Fremdkapital) Gesamtkapitalbedarf = Summe der Startkosten
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Lena aus Paderborn will einen Friseursalon eröffnen. Startkosten: Einrichtung 18.000 €, Mietkaution 3.000 €, Werbung 2.000 €. Sie hat 10.000 € Eigenkapital und nimmt für…

Lena aus Paderborn will einen Friseursalon eröffnen. Startkosten: Einrichtung 18.000 €, Mietkaution 3.000 €, Werbung 2.000 €. Sie hat 10.000 € Eigenkapital und nimmt für den Rest einen Kredit auf.

  1. a) Berechne den Gesamtkapitalbedarf.
  1. b) Berechne die Höhe des Kredits.
  1. c) Nenne zwei Risiken der Selbstständigkeit und zwei Chancen.
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Zwei Freunde planen ein Start-up für eine Lern-App. Erstelle eine einfache Planung mit a) Geschäftsidee und Zielgruppe, b) geschätzten Einnahmen und Ausgaben im ersten…

Zwei Freunde planen ein Start-up für eine Lern-App. Erstelle eine einfache Planung mit

  1. a) Geschäftsidee und Zielgruppe,
  1. b) geschätzten Einnahmen und Ausgaben im ersten Jahr (Zahlen frei wählen und begründen),
  1. c) Risiken und Finanzierungsmöglichkeiten (Eigenkapital, Kredit, Förderprogramme).

Beurteile abschließend, ob die Gründung sinnvoll ist.

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Betriebsnachfolge im Handwerk

Viele Handwerksbetriebe stehen vor der Betriebsnachfolge: Die Inhaberin oder der Inhaber geht in den Ruhestand und sucht jemanden, der den Betrieb übernimmt. Das ist eine Form der Existenzgründung, die man „Übernahme“ nennt.

Herausforderungen:

  • Fachkräftemangel: Es fehlen Meisterinnen und Meister und Nachwuchs, der den Betrieb führen will.

  • Finanzierung: Der Kaufpreis ist hoch, und Nachfolger haben oft wenig Eigenkapital.

  • Kundenstamm: Kunden sind an die bisherige Person gebunden und müssen vom neuen Inhaber überzeugt werden.

Mögliche Hilfen: Politik und Kammern (z. B. Handwerkskammer) können Beratung und Nachfolgebörsen anbieten, günstige Kredite und Zuschüsse bereitstellen sowie die Meisterausbildung finanziell unterstützen. Vorteil der Übernahme gegenüber einer Neugründung: Der Betrieb besteht schon, mit Kunden, Mitarbeitern und Ausstattung.

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Ein Tischlermeister in Siegen will seinen Betrieb in einigen Jahren an eine Nachfolgerin übergeben. Erörtere die Herausforderungen der Betriebsnachfolge im Handwerk…

Ein Tischlermeister in Siegen will seinen Betrieb in einigen Jahren an eine Nachfolgerin übergeben. Erörtere die Herausforderungen der Betriebsnachfolge im Handwerk (Fachkräftemangel, Finanzierung, Kundenstamm) und mache zwei Vorschläge, wie Politik und Kammern helfen könnten.

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Zurück zum Anfang: Lena kann beide Wege gehen. Sie kann erst eine Ausbildung machen, Erfahrung sammeln, sich weiterbilden und später mit einem Finanzplan den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – oder einen bestehenden Salon übernehmen.

Auf einen Blick

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