Neophyten und Neozoen
Am Rheinufer bei Köln wachsen Pflanzen, die vor 200 Jahren noch nicht dort standen. Im Garten klaut ein Waschbär die Mülltonne leer. Beide stammen nicht aus Deutschland. Wie kommen solche Arten zu uns, und warum werden manche zum Problem?
Was sind Neobiota?
Arten leben normalerweise dort, wo sie sich über viele Jahrtausende entwickelt haben. Sie gehören zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt.
Seit Entdeckung Amerikas (1492) reisen Menschen und Waren weltweit. Dabei wurden und werden Arten in neue Gebiete gebracht.
Der Name erklärt sich so: neo = neu, phyton = Pflanze, zoon = Tier.
Wie gelangen Arten zu uns?
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Absichtlich: als Zierpflanzen im Garten, als Pelztiere auf Farmen, als Haustiere, zur Jagd oder zur Fischzucht.
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Unabsichtlich: als „blinde Passagiere“ in Schiffen (Ballastwasser), im Gepäck, in Containern oder an Fahrzeugen.
Erkläre die Begriffe Neophyt und Neozoon und nenne je ein Beispiel aus Deutschland.
Erkläre die Begriffe Neophyt und Neozoon und nenne je ein Beispiel aus Deutschland.
Nenne zwei Wege, auf denen Pflanzen und Tiere in neue Lebensräume gelangen.
Nenne zwei Wege, auf denen Pflanzen und Tiere in neue Lebensräume gelangen.
Wann wird eine Art zum Problem?
Die meisten Neobiota sind harmlos. Die Kartoffel und die Tomate stammen aus Amerika, werden nur angebaut und verwildern kaum. Sie stören heimische Arten nicht. Auch andere Neobiota fügen sich in das Ökosystem ein.
Nur wenige Arten breiten sich so stark aus, dass sie heimische Arten verdrängen oder Menschen schaden. Man nennt sie invasive Arten.
Warum können sich manche Arten so gut ausbreiten?
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Kaum natürliche Feinde. In der neuen Heimat fehlen Fressfeinde und Krankheiten, die die Art zu Hause klein halten.
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Starke Vermehrung. Viele Samen oder Nachkommen, schnelles Wachstum.
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Konkurrenzstärke. Sie nutzen Licht, Nahrung oder Platz besser als heimische Arten.
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Anpassungsfähigkeit. Sie vertragen viele Bedingungen und fressen vieles.
Nicht alle Neobiota sind schädlich. Erkläre, warum man zwischen harmlosen und invasiven Arten unterscheidet, und gib ein Beispiel für eine harmlose eingeführte Art.
Nicht alle Neobiota sind schädlich. Erkläre, warum man zwischen harmlosen und invasiven Arten unterscheidet, und gib ein Beispiel für eine harmlose eingeführte Art.
Erkläre, warum ein neu eingeführtes Tier in einem Ökosystem oft kaum natürliche Feinde hat, und beschreibe die Auswirkungen auf das Gleichgewicht.
Erkläre, warum ein neu eingeführtes Tier in einem Ökosystem oft kaum natürliche Feinde hat, und beschreibe die Auswirkungen auf das Gleichgewicht.
Beispiele aus Nordrhein-Westfalen
Ein weiteres Beispiel ist das Drüsige Springkraut. Es stammt aus dem Himalaya und wächst an Flussufern. Es bildet dichte Bestände. Seine Kapseln schleudern die Samen weit weg, und es lockt Insekten mit viel Nektar von heimischen Blüten weg.
Der Riesen-Bärenklau breitet sich an Bachufern in NRW aus. Nenne zwei Gründe, warum er heimische Pflanzen verdrängen kann.
Der Riesen-Bärenklau breitet sich an Bachufern in NRW aus. Nenne zwei Gründe, warum er heimische Pflanzen verdrängen kann.
Der Waschbär stammt aus Nordamerika und lebt heute in vielen Wäldern und Städten Deutschlands. a) Erkläre, wie er nach Deutschland kam. b) Nenne Faktoren, die seine…
Der Waschbär stammt aus Nordamerika und lebt heute in vielen Wäldern und Städten Deutschlands.
- a) Erkläre, wie er nach Deutschland kam.
- b) Nenne Faktoren, die seine Ausbreitung begünstigen.
- c) Nenne mögliche Folgen für heimische Arten.
Der Signalkrebs verdrängt in deutschen Gewässern den Edelkrebs und überträgt die Krebspest. a) Erkläre die Verdrängung mithilfe von Konkurrenz und Krankheit. b)…
Der Signalkrebs verdrängt in deutschen Gewässern den Edelkrebs und überträgt die Krebspest.
- a) Erkläre die Verdrängung mithilfe von Konkurrenz und Krankheit.
- b) Beurteile Maßnahmen wie Fang oder Gewässersperren.
- c) Erkläre, warum solche Probleme schwer rückgängig zu machen sind.
Klimawandel und Bekämpfung
Der Klimawandel macht Deutschland wärmer. Dadurch können wärmeliebende Arten aus dem Süden bei uns überleben, die früher im Winter erfroren wären. Beispiele sind die Tigermücke oder der Eichenprozessionsspinner. Heimische Arten, die Kälte brauchen, geraten dagegen unter Druck. Kommen Neobiota hinzu, ändern sich Lebensgemeinschaften schneller.
Außerdem schwächen Hitze und Trockenheit heimische Arten. Neobiota können dann leichter Lücken besetzen. Auch der Handel nimmt zu, sodass mehr Arten ankommen.
Soll man eine Art bekämpfen?
Maßnahmen wie Abmähen, Ausreißen, Fang oder Sperren von Gewässern kosten Zeit und Geld. Manchmal sind sie gar nicht vollständig möglich. Bei der Entscheidung helfen Kriterien:
| Kriterium | Frage |
|---|---|
| Schaden | Gefährdet die Art seltene heimische Arten oder die Gesundheit? |
| Ausbreitung | Ist sie noch auf ein kleines Gebiet beschränkt? Dann ist Bekämpfung leichter. |
| Aufwand | Wie viel Arbeit und Geld kostet es? |
| Erfolgsaussicht | Kann man die Art wirklich entfernen oder kommt sie zurück? |
| Nebenwirkungen | Werden andere Arten durch die Maßnahme gestört? |
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Arten in Deutschland. Erkläre den Zusammenhang und begründe, warum Neobiota mit dem Klimawandel zunehmen können.
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Arten in Deutschland. Erkläre den Zusammenhang und begründe, warum Neobiota mit dem Klimawandel zunehmen können.
Eine Stadt plant, das Drüsige Springkraut an einem Flussufer zu bekämpfen. Der Naturschutzbund warnt, die Maßnahme sei aufwendig. Diskutiere Vor- und Nachteile, nenne…
Eine Stadt plant, das Drüsige Springkraut an einem Flussufer zu bekämpfen. Der Naturschutzbund warnt, die Maßnahme sei aufwendig. Diskutiere Vor- und Nachteile, nenne Kriterien für die Entscheidung und beziehe Position.
Zurück zum Anfang: Die Pflanzen am Rhein und der Waschbär sind durch den Menschen gekommen. Sie werden zum Problem, wenn Feinde fehlen und sie heimische Arten verdrängen.
Auf einen Blick
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Neobiota sind Arten, die nach 1492 durch den Menschen in ein neues Gebiet gelangt sind. Neophyten sind Pflanzen, Neozoen Tiere.
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Sie kommen absichtlich (Zierpflanzen, Pelztierfarmen) oder unabsichtlich (Schiffe, Handel).
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Die meisten sind harmlos. Invasive Arten vermehren sich stark und verdrängen heimische Arten.
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Gründe: wenige Feinde, starke Vermehrung, Konkurrenzstärke, Anpassungsfähigkeit.
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Beispiele: Riesen-Bärenklau, Drüsiges Springkraut, Waschbär, Signalkrebs.
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Der Klimawandel kann wärmeliebenden Arten helfen. Bekämpfung wägt Schaden, Aufwand und Erfolgsaussicht ab.