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Realschule 8 · Biologie
Biologie Klasse 7: Ergänzende Themen aus dem Lehrplan · Allergien, Diabetes und Impfungen

Blutzuckerregulation und Diabetes mellitus

Lea aus Köln frühstückt Toast mit Marmelade und trinkt dazu ein Glas Saft. Eine Stunde später ist ihr Blutzucker kaum höher als vor dem Essen. Ihr Mitschüler Ben hat Diabetes Typ 1: Er muss vor dem Essen Insulin spritzen, sonst steigt sein Blutzucker gefährlich an. Was passiert in Leas Körper, das bei Ben nicht von selbst funktioniert?

Blutzucker und Hormone

Alle Zellen brauchen Traubenzucker (Glucose) als Brennstoff für die Zellatmung. Das Blut transportiert die Glucose zu den Zellen. Ihr Gehalt im Blut heißt Blutzuckerspiegel.

Beim gesunden Menschen liegt der Nüchternwert bei etwa 70 bis 100 mg Glucose pro 100 ml Blut (mg/100 ml, oft auch mg/dl). Nach einer Mahlzeit steigt er kurz an, danach pendelt er sich wieder ein.

Gesteuert wird das durch Hormone. Das sind Botenstoffe, die in Hormondrüsen gebildet und über das Blut zu ihren Zielzellen transportiert werden. Dort passen sie nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an bestimmte Bindestellen.

Die Bauchspeicheldrüse bildet zwei Gegenspieler:

Hormon Wirkung Wann wird es ausgeschüttet?
Insulin senkt den Blutzuckerspiegel Blutzucker zu hoch
Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel Blutzucker zu niedrig
Blutzuckerspiegel mit Normbereich: Nach einer Mahlzeit steigt er an und sinkt durch Insulin wieder auf den Normbereich Normbereich 70–100 Mahlzeit Insulin senkt mg/100 ml Zeit
Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne das Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt, und das Hormon, das ihn erhöht. Gib an, in welchem Organ beide gebildet werden.

Nenne das Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt, und das Hormon, das ihn erhöht. Gib an, in welchem Organ beide gebildet werden.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Der normale Nüchternblutzucker liegt bei etwa 70 bis 100 mg pro 100 ml Blut. Ordne zu, ob die folgenden Werte im Normbereich, darunter oder darüber liegen: 85 mg/100 ml,…

Der normale Nüchternblutzucker liegt bei etwa 70 bis 100 mg pro 100 ml Blut. Ordne zu, ob die folgenden Werte im Normbereich, darunter oder darüber liegen: 85 mg/100 ml, 55 mg/100 ml, 160 mg/100 ml.

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Regelung durch negative Rückkopplung

Der Körper hält den Blutzuckerspiegel wie ein Thermostat die Raumtemperatur: Weicht der Wert ab, wird gegengesteuert. Man nennt das negative Rückkopplung: Die Wirkung der Hormone hebt die Abweichung wieder auf.

Bei längerem Fasten läuft es umgekehrt: Der Blutzucker sinkt, die Bauchspeicheldrüse gibt Glucagon ab, die Leber setzt Glucose frei, der Wert steigt wieder.

Regelkreis des Blutzuckers: Hoher Wert führt zu Insulin und Absenkung, niedriger Wert zu Glucagon und Anstieg Blutzuckerspiegel Bauchspeicheldrüse Insulin: Zellen nehmen auf Glucagon: Leber gibt ab zu hoch → sinkt zu niedrig → steigt
Üben★★☆Nicht begonnen
Nach einer Mahlzeit mit viel Zucker steigt der Blutzuckerspiegel bei einem gesunden Menschen an und sinkt dann wieder auf den Ausgangswert. a) Beschreibe, wie der Körper…

Nach einer Mahlzeit mit viel Zucker steigt der Blutzuckerspiegel bei einem gesunden Menschen an und sinkt dann wieder auf den Ausgangswert.

  1. a) Beschreibe, wie der Körper den Blutzuckerspiegel senkt.
  2. b) Erkläre, was bei längerem Fasten mit dem Blutzuckerspiegel geschieht und wie der Körper ihn wieder anhebt.
  3. c) Ordne beide Vorgänge dem Prinzip der negativen Rückkopplung zu.
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Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist die Regelung gestört. Der Blutzuckerspiegel bleibt dauerhaft zu hoch, weil Insulin fehlt oder die Zellen nicht mehr darauf reagieren.

Typische Anzeichen bei unbehandeltem Diabetes: starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Schwäche, Gewichtsverlust (vor allem bei Typ 1) und Zucker im Urin.

Warum Zucker im Urin und Durst? Ist der Blutzucker sehr hoch, schafft die Niere es nicht mehr, alle Glucose zurückzuholen. Zucker gelangt in den Urin und zieht Wasser mit. Der Körper verliert viel Flüssigkeit und man hat großen Durst. Gleichzeitig kann die Glucose nicht in die Zellen gelangen, sie „hungern“ trotz vollem Blutzucker.

Typ 1 Typ 2
Ursache Abwehrsystem zerstört die insulinbildenden Zellen, Insulin fehlt Zellen reagieren schlecht auf Insulin; Übergewicht, wenig Bewegung, Veranlagung
Beginn meist Kindheit oder Jugend meist höheres Alter, zunehmend auch früher
Behandlung Insulin spritzen oder per Pumpe Ernährung, Bewegung, Gewichtsabnahme, Tabletten, später oft auch Insulin

Typ 2 tritt in Deutschland immer häufiger auf, weil viele Menschen sich zu wenig bewegen, zu viel und zu süß essen und häufiger übergewichtig sind.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne drei typische Anzeichen eines unbehandelten Diabetes mellitus.

Nenne drei typische Anzeichen eines unbehandelten Diabetes mellitus.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Vergleiche Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 in einer Tabelle mit den Kriterien Ursache, typisches Alter bei Beginn und Behandlung.

Vergleiche Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 in einer Tabelle mit den Kriterien Ursache, typisches Alter bei Beginn und Behandlung.

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Üben★★★Nicht begonnen
Bei Diabetes Typ 2 helfen oft Gewichtsabnahme und Bewegung. Begründe diese Maßnahmen, indem du die Ursache der Erkrankung zugrunde legst, und erkläre, warum Typ 2 in…

Bei Diabetes Typ 2 helfen oft Gewichtsabnahme und Bewegung. Begründe diese Maßnahmen, indem du die Ursache der Erkrankung zugrunde legst, und erkläre, warum Typ 2 in Deutschland immer häufiger auftritt.

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Diagnose und Behandlung

Diagnose: Der Arzt oder die Ärztin misst den Blutzucker, meist nüchtern (nach mindestens acht Stunden ohne Essen). Werte von mehr als 100 mg/100 ml sind auffällig, wiederholt über 126 mg/100 ml deuten auf Diabetes hin. Beim Glukosetoleranztest trinkt man eine Zuckerlösung und misst danach mehrmals. Beim Gesunden steigt der Wert und fällt nach etwa zwei Stunden wieder in den Normbereich. Beim Diabetiker bleibt er hoch. Nüchtern testet man, damit frühere Mahlzeiten das Ergebnis nicht verfälschen.

Behandlung bei Typ 1: Der Patient misst selbst den Blutzucker (Messgerät, Sensor) und spritzt Insulin, meist vor den Mahlzeiten. Die Dosis hängt von der Kohlenhydratmenge im Essen und von der Bewegung ab: Bei Sport verbrauchen die Muskeln mehr Glucose, es wird weniger Insulin gebraucht.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein 14-jähriger Junge aus Dortmund mit Diabetes Typ 1 misst vor dem Essen 180 mg/100 ml. a) Beurteile den Wert. b) Erkläre, warum er vor den Mahlzeiten Insulin spritzen…

Ein 14-jähriger Junge aus Dortmund mit Diabetes Typ 1 misst vor dem Essen 180 mg/100 ml.

  1. a) Beurteile den Wert.
  2. b) Erkläre, warum er vor den Mahlzeiten Insulin spritzen muss.
  3. c) Erkläre, warum er körperliche Aktivität bei der Insulindosis berücksichtigen muss.
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Üben★★★Nicht begonnen
Bei einem Glukosetoleranztest trinkt eine Person eine Zuckerlösung. Person A hat vorher 90 mg/100 ml, nach einer Stunde 140 mg/100 ml und nach zwei Stunden 95 mg/100 ml.…

Bei einem Glukosetoleranztest trinkt eine Person eine Zuckerlösung. Person A hat vorher 90 mg/100 ml, nach einer Stunde 140 mg/100 ml und nach zwei Stunden 95 mg/100 ml. Person B hat vorher 130 mg/100 ml, nach einer Stunde 250 mg/100 ml und nach zwei Stunden 240 mg/100 ml.

  1. a) Beschreibe beide Verläufe.
  2. b) Deute die Ergebnisse im Hinblick auf Diabetes.
  3. c) Erkläre, warum der Test nüchtern durchgeführt wird.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Patient mit Diabetes Typ 1 vergisst, Insulin zu spritzen, und isst eine große Portion Nudeln. a) Erkläre die Folgen für Blutzucker und Zellen. b) Begründe, warum…

Ein Patient mit Diabetes Typ 1 vergisst, Insulin zu spritzen, und isst eine große Portion Nudeln.

  1. a) Erkläre die Folgen für Blutzucker und Zellen.
  2. b) Begründe, warum Zucker im Urin auftritt und der Patient viel Durst hat.
  3. c) Erkläre, warum eine Überdosis Insulin ebenfalls gefährlich ist.
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Zurück zum Anfang: Leas Bauchspeicheldrüse gibt nach dem Frühstück selbst Insulin ab. Bei Ben muss das Insulin gespritzt werden, weil seine insulinbildenden Zellen zerstört sind.

Auf einen Blick

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