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Gymnasium 8 · Wirtschaft-Politik
Geld, Verträge und Verschuldung: Entscheidungen als Verbraucher · Einnahmen, Ausgaben und Verschuldung

Haushaltsplan und Ausgabenplanung

Lena möchte sich Kopfhörer für 120 € kaufen. Ihr Taschengeld ist aber schon in der Mitte des Monats weg, und eine Freundin schlägt vor: „Kauf sie doch auf Raten!“ Ist das eine gute Idee? Um das zu beurteilen, musst du wissen, wie viel Geld du hast, wohin es geht und was Schulden kosten.

Einnahmen und Ausgaben

Einnahmen ist alles Geld, das du bekommst: Taschengeld, Geldgeschenke, Lohn für einen kleinen Nebenjob (zum Beispiel Nachhilfe). Ausgaben ist alles Geld, das du ausgibst: Handyguthaben, Kino, Süßigkeiten, Busticket.

Bei Erwachsenen sind die Einnahmen meist das Nettoeinkommen: der Lohn, der nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben auf dem Konto ankommt.

Der Saldo kann dreierlei sein:

  • Saldo größer als 0: Überschuss. Du kannst sparen.

  • Saldo gleich 0: Einnahmen und Ausgaben sind ausgeglichen.

  • Saldo kleiner als 0: Defizit. Du gibst mehr aus, als du hast. Das Loch muss mit Erspartem oder mit Schulden gefüllt werden.

Zwei Säulen zeigen Einnahmen von 35 Euro und Ausgaben von 26 Euro; die Differenz von 9 Euro ist der Überschuss. Einnahmen: 35 € Ausgaben: 26 € Überschuss: 9 €
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre den Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben und nenne je zwei Beispiele aus dem Leben einer Jugendlichen oder eines Jugendlichen.

Erkläre den Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben und nenne je zwei Beispiele aus dem Leben einer Jugendlichen oder eines Jugendlichen.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Svenja erhält in einem Monat 25 € Taschengeld und 10 € für Nachhilfe bei ihrem Cousin. Sie gibt 12 € für Handyguthaben, 8 € für Kino und 6 € für Süßigkeiten aus. a)…

Svenja erhält in einem Monat 25 € Taschengeld und 10 € für Nachhilfe bei ihrem Cousin. Sie gibt 12 € für Handyguthaben, 8 € für Kino und 6 € für Süßigkeiten aus.

  1. a) Berechne ihre Einnahmen und ihre Ausgaben.
  1. b) Berechne, wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt.
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Feste und variable Ausgaben

Nicht alle Ausgaben kannst du gleich gut beeinflussen.

Feste Ausgaben sind jeden Monat (fast) gleich hoch und vertraglich gebunden: Miete, Handyvertrag, Versicherungen, Streaming-Abo, Strom-Abschlag.

Variable Ausgaben schwanken und du kannst sie leichter ändern: Lebensmittel, Kleidung, Freizeit, Kino.

Feste Ausgaben Variable Ausgaben
Miete Lebensmittel
Handyvertrag Kleidung
Versicherungen Freizeit
Strom (Abschlag) Geschenke

Wenn das Geld knapp wird, spart man zuerst bei den variablen Ausgaben. Feste Ausgaben laufen weiter, bis man den Vertrag kündigen kann.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Unterscheide feste und variable Ausgaben und ordne zu: Miete, Lebensmittel, Handyvertrag, Kleidung, Strom (Abschlag).

Unterscheide feste und variable Ausgaben und ordne zu: Miete, Lebensmittel, Handyvertrag, Kleidung, Strom (Abschlag).

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Den Haushaltsplan aufstellen

Ein Haushaltsplan ordnet Einnahmen und Ausgaben für einen Monat in einer Tabelle. So erkennst du früh, ob das Geld reicht.

Ein guter Plan hat drei Schritte:

  1. Alle Einnahmen auflisten.

  2. Alle Ausgaben auflisten (feste zuerst), dazu einen Sparbetrag.

  3. Prüfen: Einnahmen = Ausgaben + Sparen.

Für dich mit 30 € im Monat könnte das so aussehen:

Posten Betrag
Handyguthaben 8 €
Freizeit (Kino, Eis) 8 €
Snacks 5 €
Geschenke 3 €
Sparen 6 €
Summe 30 €
Üben★★☆Nicht begonnen
Familie Becker aus Essen hat monatlich 3.200 € Nettoeinkommen. Ausgaben: Miete und Nebenkosten 1.150 €, Lebensmittel 650 €, Auto 420 €, Versicherungen 210 €, Freizeit…

Familie Becker aus Essen hat monatlich 3.200 € Nettoeinkommen. Ausgaben: Miete und Nebenkosten 1.150 €, Lebensmittel 650 €, Auto 420 €, Versicherungen 210 €, Freizeit 300 €, Kleidung 180 €.

  1. a) Berechne die Summe der Ausgaben.
  1. b) Berechne den Überschuss oder das Defizit.
  1. c) Berechne, wie viel Prozent des Einkommens für Miete und Nebenkosten ausgegeben werden. Runde auf eine Nachkommastelle.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Erstelle für dich einen Monatsplan: Du hast 30 € Einnahmen. Plane mindestens vier Ausgabenposten und einen Sparbetrag ein, sodass Einnahmen und Ausgaben (inklusive…

Erstelle für dich einen Monatsplan: Du hast 30 € Einnahmen. Plane mindestens vier Ausgabenposten und einen Sparbetrag ein, sodass Einnahmen und Ausgaben (inklusive Sparen) gleich groß sind. Begründe deine Aufteilung in zwei Sätzen.

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Ratenkauf und Überziehung

Reicht das Geld nicht, kann man sich etwas leihen. Das nennt man einen Kredit. Er kostet immer Geld: Zinsen oder Aufpreise.

Ratenkauf

Beim Ratenkauf bekommst du die Ware sofort und zahlst in mehreren Raten. Das ist bequem, aber meist teurer als Barzahlung.

Vorteil: Du hast die Ware sofort. Nachteil: Du zahlst mehr und bist monatlich gebunden.

Überziehung des Girokontos

Wenn du ein Konto im Minus hast, nennt man das Überziehung (Dispo). Dafür verlangt die Bank Dispozinsen, die oft sehr hoch sind.

Zinsformel für Teile eines Jahres:

$$Z = K \cdot p\,\% \cdot \frac{\text{Monate}}{12}$$

„Jetzt kaufen, später zahlen“

Dieses Angebot in Onlineshops wirkt wie ein Geschenk. Man bezahlt später oder in Raten, und wegen des guten Gefühls kauft man leicht mehr. Rechne immer nach, wie viel du am Ende insgesamt zahlst.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Fahrrad kostet 480 €. Du kannst es bar bezahlen oder in 12 Raten zu je 44 € kaufen. a) Berechne den Gesamtpreis beim Ratenkauf. b) Berechne den Aufpreis in Euro und…

Ein Fahrrad kostet 480 €. Du kannst es bar bezahlen oder in 12 Raten zu je 44 € kaufen.

  1. a) Berechne den Gesamtpreis beim Ratenkauf.
  1. b) Berechne den Aufpreis in Euro und in Prozent (auf eine Nachkommastelle gerundet).
  1. c) Nenne einen Vorteil und einen Nachteil des Ratenkaufs.
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Üben★★★Nicht begonnen
Herr Kaya überzieht sein Girokonto um 800 €. Die Bank verlangt 12 % Dispozinsen pro Jahr. Er braucht 6 Monate, um den Betrag auszugleichen (vereinfachend: die…

Herr Kaya überzieht sein Girokonto um 800 €. Die Bank verlangt 12 % Dispozinsen pro Jahr. Er braucht 6 Monate, um den Betrag auszugleichen (vereinfachend: die Überziehung bleibt 6 Monate in voller Höhe bestehen).

  1. a) Berechne die Zinsen für diese Zeit.
  1. b) Vergleiche mit einem Ratenkredit über 800 € mit 6 % Jahreszins bei gleicher Laufzeit (vereinfachte Rechnung).
  1. c) Bewerte, warum Überziehung eine teure Form der Finanzierung sein kann.
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Zwei Freundinnen wollen ein Tablet für 360 € kaufen. Lara spart 20 € im Monat. Nina kauft es sofort per „Jetzt kaufen, später zahlen" und zahlt später 24 Raten zu 17 €.…

Zwei Freundinnen wollen ein Tablet für 360 € kaufen. Lara spart 20 € im Monat. Nina kauft es sofort per „Jetzt kaufen, später zahlen" und zahlt später 24 Raten zu 17 €.

  1. a) Berechne, wie lange Lara sparen muss und wie viel Nina insgesamt zahlt.
  1. b) Berechne Ninas Mehrkosten in Prozent (auf eine Nachkommastelle).
  1. c) Beurteile beide Strategien aus Sicht von Verbraucherschutz und Verschuldungsrisiko.
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Verschuldung und Überschuldung

Verschuldet ist, wer Geld schuldet. Das ist nicht automatisch schlimm: Viele Menschen nehmen einen Kredit für ein Auto oder eine Wohnung auf und zahlen ihn zuverlässig zurück.

Überschuldet ist, wer seine Schulden mit dem Einkommen dauerhaft nicht mehr bezahlen kann. Dann fehlt jeden Monat Geld.

Typische Ursachen von Überschuldung:

  • Arbeitslosigkeit oder weniger Einkommen (auch Krankheit, Trennung)

  • Zu viele Kredite und Verträge (mehrere Handyverträge, Ratenkäufe)

  • Unüberlegtes Konsumverhalten (Kaufen auf Pump, „Jetzt kaufen, später zahlen“)

  • Fehlende Planung (kein Haushaltsplan, keine Rücklagen)

Wege aus der Schuldenfalle:

  1. Schuldnerberatung aufsuchen (kostenlose Beratung zum Beispiel bei Wohlfahrtsverbänden oder der Kommune). Dort wird ein Überblick über alle Schulden erstellt.

  2. Ausgaben senken: Verträge kündigen oder wechseln, variable Ausgaben kürzen.

  3. Einnahmen erhöhen oder Rücklagen aufbauen, damit kleine Notfälle nicht gleich neue Schulden bedeuten.

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Eine Familie hat durch Arbeitslosigkeit, einen Autokauf auf Kredit und mehrere Handyverträge Schulden von 9.000 €. Das monatliche Einkommen beträgt 1.900 €, die festen…

Eine Familie hat durch Arbeitslosigkeit, einen Autokauf auf Kredit und mehrere Handyverträge Schulden von 9.000 €. Das monatliche Einkommen beträgt 1.900 €, die festen Ausgaben liegen bei 1.650 €, zusätzlich muss sie monatlich eine Kreditrate von 280 € zahlen.

  1. a) Berechne, wie viel Geld monatlich fehlt.
  1. b) Nenne drei Ursachen von Überschuldung und ordne sie dem Fall zu.
  1. c) Entwickle drei Schritte, mit denen die Familie ihre Lage verbessern kann (z. B. Schuldnerberatung), und begründe sie.
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Zurück zum Anfang: Lena sollte erst rechnen. Bei Ratenkauf zahlt sie insgesamt mehr als 120 €. Sparen ist günstiger, wenn sie warten kann.

Auf einen Blick

  • Einnahmen sind Geld, das du bekommst; Ausgaben das Geld, das du ausgibst. Saldo = Einnahmen − Ausgaben (Überschuss oder Defizit).

  • Feste Ausgaben sind jeden Monat gleich (Miete, Handyvertrag); variable schwanken und lassen sich leichter senken.

  • Ein Haushaltsplan listet Einnahmen und Ausgaben (inklusive Sparen) und muss ausgeglichen sein.

  • Ratenkauf und Überziehung kosten extra: Gesamtpreis = Raten · Anzahl; Zinsen $Z = K \cdot p\,\% \cdot \frac{\text{Monate}}{12}$.

  • Überschuldung entsteht zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, zu viele Verträge oder fehlende Planung. Hilfe bietet die Schuldnerberatung.

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