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Realschule 7 · Wirtschaft
Zahlungsverkehr, Schulden und nachhaltiges Handeln · Rechtliche Grundlagen und Verträge

Geschäftsfähigkeit, Kaufvertrag und AGB

Lea kauft am Kiosk einen Schokoriegel. Am Nachmittag bestellt sie online Turnschuhe. Abends lädt sie eine Streaming-App herunter und klickt auf „Abo abschließen". Drei Käufe, drei Verträge. Sind alle drei gültig? Darf eine 13-Jährige das überhaupt? Und was ist, wenn die Ware kaputt ist? Das klären wir in diesem Abschnitt der Wirtschaft: Am Ende kannst du Leas Fälle beurteilen.

Geschäftsfähigkeit

Ein Vertrag ist eine Vereinbarung, an die sich beide Seiten halten müssen. Damit das fair bleibt, schützt das Gesetz (BGB) Kinder und Jugendliche: Nicht jeder darf jeden Vertrag schließen.

Es gibt drei Stufen:

Zeitstrahl der Geschäftsfähigkeit: unter 7 Jahren geschäftsunfähig, 7 bis 17 beschränkt geschäftsfähig, ab 18 voll geschäftsfähig geschäftsunfähig beschränkt geschäftsfähig voll geschäftsfähig 0 bis 6 Jahre 7 bis 17 Jahre ab 18 Jahren
  • Geschäftsunfähig (unter 7 Jahre): Eigene Willenserklärungen sind nichtig. Die Eltern handeln für das Kind.

  • Beschränkt geschäftsfähig (7 bis 17 Jahre): Verträge brauchen in der Regel die Zustimmung der Eltern.

  • Voll geschäftsfähig (ab 18 Jahren): Man darf alle Verträge selbst schließen.

Zustimmung und Taschengeldparagraf

Schließt ein Jugendlicher einen Vertrag ohne Erlaubnis, ist er zunächst schwebend unwirksam. Die Eltern können ihn nachträglich genehmigen oder ablehnen. Lehnen sie ab, ist er endgültig unwirksam. Genehmigen sie, ist er von Anfang an wirksam.

Der Sinn: Kinder sollen mit ihrem Taschengeld selbst wirtschaften lernen. Grenzen gibt es aber: Ratenkäufe, Handyverträge und Abos laufen über längere Zeit und werden nicht vom Taschengeldparagrafen gedeckt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre, was Geschäftsfähigkeit bedeutet, und nenne die drei Stufen (geschäftsunfähig, beschränkt geschäftsfähig, voll geschäftsfähig) mit den passenden Altersangaben.

Erkläre, was Geschäftsfähigkeit bedeutet, und nenne die drei Stufen (geschäftsunfähig, beschränkt geschäftsfähig, voll geschäftsfähig) mit den passenden Altersangaben.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Paul (14) kauft von seinem Taschengeld (10 € pro Woche) ein Spiel für 8 €. Später kauft er heimlich ein Fahrrad für 450 € auf Raten. a) Erkläre, was der…

Paul (14) kauft von seinem Taschengeld (10 € pro Woche) ein Spiel für 8 €. Später kauft er heimlich ein Fahrrad für 450 € auf Raten.

  1. a) Erkläre, was der „Taschengeldparagraf" bedeutet.
  2. b) Beurteile die Wirksamkeit beider Verträge.
  3. c) Wer muss beim Fahrradkauf zustimmen?
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Üben★★★Nicht begonnen
Die 15-jährige Hana schließt online ein Abo für eine Streaming-App ab (9,99 € im Monat, Laufzeit 24 Monate). Ihre Eltern wissen nichts davon. a) Berechne die…

Die 15-jährige Hana schließt online ein Abo für eine Streaming-App ab (9,99 € im Monat, Laufzeit 24 Monate). Ihre Eltern wissen nichts davon.

  1. a) Berechne die Gesamtkosten.
  2. b) Beurteile, ob der Vertrag wirksam ist, und begründe.
  3. c) Welche Handlungsmöglichkeiten haben die Eltern?
  4. d) Wie könnte der Anbieter sich absichern?
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Der Kaufvertrag

Ein Kaufvertrag entsteht durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen: Angebot und Annahme.

Kaufvertrag: Angebot des Verkäufers und Annahme des Käufers führen zum Vertrag Angebot „Das Rad kostet 200 €" Annahme „Ich nehme es" Kaufvertrag

Aus dem Vertrag entstehen Pflichten:

  • Verkäufer: Ware übergeben, frei von Mängeln.

  • Käufer: Ware annehmen und den Preis zahlen, Mängel rechtzeitig melden und sich selbst vor dem Kauf informieren.

Ein Vertrag braucht keine feste Form. Auch das Kaufen am Kiosk ist ein Kaufvertrag. Die Ware im Schaufenster mit Preisschild ist rechtlich meist nur eine Einladung zum Angebot. Das Angebot gibst du an der Kasse ab, die Annahme erfolgt, wenn die Kasse den Kauf akzeptiert.

Online ist es ähnlich: Die Anzeige im Shop ist noch kein bindendes Angebot. Deine Bestellung ist das Angebot. Erst die Bestätigung des Händlers oder die Lieferung ist die Annahme. Eine automatische Eingangsbestätigung („Wir haben deine Bestellung erhalten") ist meist noch keine Annahme.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Nenne diese beiden und gib ein Beispiel aus einem Geschäft.

Ein Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Nenne diese beiden und gib ein Beispiel aus einem Geschäft.

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Üben★★★Nicht begonnen
Ben bestellt auf einer Plattform ein Handy für 299 €. Kurz darauf erhält er vom Händler per E-Mail eine Kaufbestätigung. Einen Tag später meldet der Händler, der Preis…

Ben bestellt auf einer Plattform ein Handy für 299 €. Kurz darauf erhält er vom Händler per E-Mail eine Kaufbestätigung. Einen Tag später meldet der Händler, der Preis sei ein Irrtum gewesen und müsse 399 € betragen.

  1. a) Berechne die Preisdifferenz in Euro und Prozent (bezogen auf 299 €, eine Dezimalstelle).
  2. b) Erläutere, ob der Kaufvertrag schon zustande gekommen ist.
  3. c) Beurteile die Rechtslage.
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Mängel und Widerruf

Was passiert, wenn die Ware kaputt ist, oder wenn du dich nach einer Online-Bestellung anders entscheidest?

Gesetzliche Gewährleistung

Hat eine Ware bei der Übergabe einen Mangel, hast du Gewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer. Sie gelten bei neuen Sachen 2 Jahre. In den ersten 12 Monaten wird vermutet, dass der Mangel schon beim Kauf da war (Beweislastumkehr). Der Verkäufer muss dann das Gegenteil beweisen.

Die Rechte haben eine Reihenfolge:

  1. Nacherfüllung: Reparatur oder Ersatzlieferung.

  2. Klappt das nicht (oder nach einer gesetzten Frist): Rücktritt (Geld zurück) oder Minderung (ein Teil des Preises zurück).

Davon zu unterscheiden ist die Garantie: Sie ist ein freiwilliges Versprechen des Herstellers oder Händlers, zusätzlich zur Gewährleistung.

Widerruf

Bei Käufen im Internet oder am Telefon (Fernabsatz) hast du ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Du musst es nicht begründen. Der Widerruf muss erklärt werden, z. B. per E-Mail oder Brief („Hiermit widerrufe ich den Vertrag …"). Ein bloßes Zurückschicken ohne Erklärung ist unsicher. Der Händler erstattet den Kaufpreis.

Sonderfall: Hast du in einer Bestellung mehrere Waren gekauft, kannst du den Widerruf auch auf einzelne Artikel beschränken (Teilwiderruf), sofern es getrennte Waren sind. Du erklärst dann genau, welche, und behältst die übrigen.

In der Tür eines Ladens gibt es kein gesetzliches Rückgaberecht. Ein Umtausch ist reine Kulanz.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Händler liefert eine fehlerhafte Kaffeemaschine (Preis 79 €). a) Wie heißt das Recht des Käufers bei Mängeln? b) Nenne zwei Rechte des Käufers. c) Wie lange beträgt…

Ein Händler liefert eine fehlerhafte Kaffeemaschine (Preis 79 €).

  1. a) Wie heißt das Recht des Käufers bei Mängeln?
  2. b) Nenne zwei Rechte des Käufers.
  3. c) Wie lange beträgt in der Regel die gesetzliche Gewährleistungsfrist bei neuen Waren?
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Sara bestellt online Kleidung für 120 €. Sie möchte einen Teil zurückgeben. a) Wie lange beträgt das gesetzliche Widerrufsrecht bei Online-Käufen? b) Wie muss sie den…

Sara bestellt online Kleidung für 120 €. Sie möchte einen Teil zurückgeben.

  1. a) Wie lange beträgt das gesetzliche Widerrufsrecht bei Online-Käufen?
  2. b) Wie muss sie den Widerruf erklären?
  3. c) Sara schickt Waren im Wert von 45 € zurück. Der Händler erstattet ihr den Kaufpreis der zurückgeschickten Ware. Berechne, wie viel Euro sie zurückbekommt und welchen Wert die Kleidung hat, die sie behält.
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AGB – das Kleingedruckte

Bei jedem Online-Kauf klickst du auf „Ich akzeptiere die AGB". Was steht da drin?

Typische Inhalte: Lieferzeit und Versandkosten, Zahlungsarten, Eigentumsvorbehalt, Widerruf, Haftung, Gerichtsstand.

Für Händler sind AGB praktisch, weil sie nicht jeden Vertrag einzeln aushandeln müssen. Für Verbraucher bergen sie das Risiko, dass sich unfaire Klauseln verstecken. Deshalb setzt das Gesetz Grenzen: Klauseln, die den Kunden unangemessen benachteiligen, sind unwirksam. Zum Beispiel darf die Haftung für Mängel gegenüber Verbrauchern nicht komplett ausgeschlossen werden.

Tipps zum Prüfen:

  • Achte auf Laufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung.

  • Suche nach Kosten, die nicht im Preis stehen.

  • Prüfe, ob dein Widerrufsrecht beschrieben ist.

  • Frage bei Unsicherheit bei der Verbraucherzentrale NRW nach.

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Erkläre, was AGB sind, und nenne zwei typische Inhalte.

Erkläre, was AGB sind, und nenne zwei typische Inhalte.

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In den AGB eines Online-Shops steht: „Jede Haftung für Mängel ist ausgeschlossen." a) Erkläre, warum eine solche Klausel gegenüber Verbrauchern problematisch ist. b)…

In den AGB eines Online-Shops steht: „Jede Haftung für Mängel ist ausgeschlossen."

  1. a) Erkläre, warum eine solche Klausel gegenüber Verbrauchern problematisch ist.
  2. b) Beurteile die Bedeutung von AGB für Händler und Verbraucher.
  3. c) Formuliere drei Tipps, wie man AGB sinnvoll prüft.
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Zurück zum Anfang: Leas Schokoriegel ist durch den Taschengeldparagrafen wirksam. Bei den Turnschuhen kommt es darauf an, ob Lea sie sofort und vollständig aus ihrem Taschengeld bezahlt. Tut sie das nicht, brauchen sie die Zustimmung der Eltern. Das Abo läuft über längere Zeit und braucht die Zustimmung der Eltern. Ohne Zustimmung ist ein Vertrag zunächst schwebend unwirksam. Und gehen die Schuhe kaputt, hilft die Gewährleistung.

Auf einen Blick

  • Geschäftsfähigkeit: unter 7 geschäftsunfähig, 7 bis 17 beschränkt geschäftsfähig, ab 18 voll geschäftsfähig.

  • Taschengeldparagraf: Wirksam sind Käufe, die sofort und vollständig mit Taschengeld bezahlt werden. Raten, Abos und Handyverträge brauchen die Zustimmung der Eltern.

  • Kaufvertrag: Angebot und Annahme. Pflichten: Ware liefern, Preis zahlen.

  • Gewährleistung: 2 Jahre bei neuen Sachen, Nacherfüllung vor Rücktritt oder Minderung. Garantie ist freiwillig.

  • Widerruf: 14 Tage bei Online-Käufen, formlos erklärt. Im Laden gibt es nur Kulanz.

  • AGB: Vorformulierte Bedingungen, unfaire Klauseln sind unwirksam.

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