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Gymnasium 5 · Wirtschaft-Politik
Geld, Konsum und Verbraucherrechte – Lebenssituation von Kindern weltweit · Rechte und Pflichten minderjähriger Verbraucher

Taschengeldparagraf und Verträge

Mia ist 12 und hat 4 € Taschengeld in der Tasche. Am Kiosk kauft sie sich ein Eis. Am nächsten Tag möchte sie online ein Smartphone für 450 € bestellen. Darf sie das einfach so? Und was passiert, wenn der Verkäufer sagt: „Du bist noch ein Kind, bei mir kaufst du nichts!“? Am Ende dieser Seite weißt du, wer recht hat.

Was du als Kind kaufen darfst

Ein Kaufvertrag entsteht, wenn zwei Seiten sich einig sind: Du möchtest etwas haben, die Verkäuferin oder der Verkäufer gibt es dir gegen Geld. Beide haben dann Rechte und Pflichten.

Bei Kindern gibt es eine Besonderheit. Unter 7 Jahren ist man geschäftsunfähig und kann keine Verträge schließen. Von 7 bis 17 Jahren ist man beschränkt geschäftsfähig. Ab 18 Jahren ist man volljährig, vorher minderjährig.

Warum gibt es diese Regel? Kinder sollen den Umgang mit Geld üben dürfen. Gleichzeitig sollen sie vor teuren Fehlern geschützt werden. Das Taschengeld haben die Eltern ja bewusst zur freien Verfügung gegeben.

Drei Altersstufen: unter 7 Jahre geschäftsunfähig, 7 bis 17 Jahre beschränkt geschäftsfähig, ab 18 Jahren voll geschäftsfähig unter 7 Jahre geschäftsunfähig 7 bis 17 Jahre beschränkt geschäftsfähig ab 18 Jahren voll geschäftsfähig 7 18
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre mit eigenen Worten, was man unter dem „Taschengeldparagrafen“ (§ 110 BGB) versteht.

Erkläre mit eigenen Worten, was man unter dem „Taschengeldparagrafen“ (§ 110 BGB) versteht.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Max (12 Jahre) kauft sich mit seinem Taschengeld für 3 € ein Comicheft am Kiosk. Ist der Kauf gültig? Begründe kurz.

Max (12 Jahre) kauft sich mit seinem Taschengeld für 3 € ein Comicheft am Kiosk. Ist der Kauf gültig? Begründe kurz.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Sophie (13) bekommt 15 € Taschengeld im Monat. Sie spart drei Monate und kauft von dem Geld Kopfhörer für 40 €. a) Wie viel Geld hat sie in drei Monaten gespart? b)…

Sophie (13) bekommt 15 € Taschengeld im Monat. Sie spart drei Monate und kauft von dem Geld Kopfhörer für 40 €.

  1. a) Wie viel Geld hat sie in drei Monaten gespart?
  2. b) Warum ist der Kauf wirksam, obwohl sie minderjährig ist?
  3. c) Wäre der Kauf auch dann wirksam, wenn sie die Kopfhörer im Ratenkauf ohne Wissen der Eltern kaufen würde? Begründe.
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Wenn die Eltern gefragt werden müssen

Jonas (14) bestellt heimlich ein Smartphone für 450 €. Sein Taschengeld reicht dafür nicht. Er könnte es nur über viele Monate oder gar nicht bezahlen. Hier greift der Taschengeldparagraf nicht.

Der Vertrag ist dann schwebend unwirksam. Das heißt: Er gilt weder noch gilt er nicht. Er „schwebt“, bis die Eltern entscheiden. Der Händler darf die Eltern auffordern, sich zu äußern (§ 108 BGB). Fordert der Händler die Eltern zur Erklärung auf und äußern sie sich nicht innerhalb von zwei Wochen, gilt die Genehmigung als verweigert. Wird Jonas 18, kann er den Vertrag selbst genehmigen oder ablehnen.

Ablauf bei einem teuren Kauf ohne Erlaubnis: Vertrag schwebt, Eltern stimmen zu oder lehnen ab Vertrag schwebt Eltern stimmen zu Vertrag gültig Eltern lehnen ab Vertrag unwirksam

Stimmen die Eltern zu, ist der Vertrag gültig. Lehnen sie ab, ist er unwirksam. Dann müssen beide Seiten alles zurückgeben: Jonas das Smartphone, der Händler das Geld. Jonas darf das Gerät nicht behalten, denn ohne gültigen Vertrag hat er keinen Anspruch darauf.

Üben★★☆Nicht begonnen
Jonas (14) bestellt im Internet ohne Wissen seiner Eltern ein Smartphone für 450 €. Die Eltern sind dagegen. a) Erkläre, warum der Vertrag zunächst „schwebend unwirksam“…

Jonas (14) bestellt im Internet ohne Wissen seiner Eltern ein Smartphone für 450 €. Die Eltern sind dagegen.

  1. a) Erkläre, warum der Vertrag zunächst „schwebend unwirksam“ ist.
  2. b) Was können die Eltern tun?
  3. c) Warum darf Jonas das Smartphone nicht einfach behalten?
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Verkäufer behauptet: „Du bist unter 18, also darfst du hier nichts kaufen.“ a) Beurteile diese Aussage rechtlich. b) Erkläre, warum der Gesetzgeber Minderjährige…

Ein Verkäufer behauptet: „Du bist unter 18, also darfst du hier nichts kaufen.“

  1. a) Beurteile diese Aussage rechtlich.
  2. b) Erkläre, warum der Gesetzgeber Minderjährige schützt, aber nicht komplett vom Kaufen ausschließt.
  3. c) Erörtere, welche Verantwortung Eltern und Kinder beim Umgang mit Geld haben.
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Rechte und Pflichten beim Einkaufen

Wer kauft, hat Rechte, aber auch Pflichten.

Rechte Pflichten
Informationen über das Produkt und den Preis die Ware annehmen
Umtausch oder Reparatur bei Mängeln (Gewährleistung) den vereinbarten Preis bezahlen
Widerruf bei Online-Käufen die Ware pfleglich behandeln

Ein Mangel ist ein Fehler, den die Ware schon beim Kauf hatte, zum Beispiel ein Handy, das nicht funktioniert. Für Mängel, die bei der Übergabe schon vorhanden sind, haftet der Verkäufer. Das nennt man Gewährleistung. Bei neuen Produkten dauert sie in der Regel 2 Jahre.

Beim Online-Kauf kannst du den Vertrag in der Regel innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen. Im Laden gibt es dieses Recht nicht automatisch. Ob du etwas zurückgeben darfst, hängt dort vom Geschäft ab, außer bei Mängeln. Die Kosten der Rücksendung trägt in der Regel der Käufer, wenn der Händler nichts anderes angibt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne zwei Rechte, die du als Verbraucherin oder Verbraucher beim Kauf hast (zum Beispiel Umtausch bei Mängeln, Informationen über das Produkt), und eine Pflicht, die du…

Nenne zwei Rechte, die du als Verbraucherin oder Verbraucher beim Kauf hast (zum Beispiel Umtausch bei Mängeln, Informationen über das Produkt), und eine Pflicht, die du beim Kauf hast.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Online-Händler bietet Waren an. Du bestellst ein T-Shirt für 20 € und bist unzufrieden. a) Nenne das Recht, das du beim Online-Kauf in der Regel innerhalb von 14…

Ein Online-Händler bietet Waren an. Du bestellst ein T-Shirt für 20 € und bist unzufrieden.

  1. a) Nenne das Recht, das du beim Online-Kauf in der Regel innerhalb von 14 Tagen hast.
  2. b) Nenne einen Unterschied zum Kauf im Laden.
  3. c) Wer trägt in der Regel die Kosten der Rücksendung, wenn der Händler nichts anderes angibt?
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Abos und Käufe von Privatleuten

Abos in Apps sind kritisch. Sie laufen weiter, bis man kündigt, und kosten jeden Monat Geld. Das summiert sich.

Bei privaten Verkäufen (zum Beispiel über Kleinanzeigen) gilt: Meist gibt es kein Widerrufsrecht und die Gewährleistung wird oft ausgeschlossen („Privatverkauf, keine Garantie“). Das Risiko ist größer als bei Händlern. Bei einem nachweislich verschwiegenen Mangel hast du aber trotzdem Rechte.

Üben★★★Nicht begonnen
Eine 13-jährige Schülerin schließt in einer App ein Abonnement für 9,99 € pro Monat ab. Sie bezahlt vom Taschengeld, hat monatlich 20 € und gibt sonst Geld für Snacks…

Eine 13-jährige Schülerin schließt in einer App ein Abonnement für 9,99 € pro Monat ab. Sie bezahlt vom Taschengeld, hat monatlich 20 € und gibt sonst Geld für Snacks aus.

  1. a) Berechne die jährlichen Kosten.
  2. b) Beurteile, ob der Taschengeldparagraf hier greift. Beachte, dass das Abo regelmäßig läuft.
  3. c) Erläutere, warum Verbraucherschützer Abos besonders kritisch sehen.
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Üben★★★Nicht begonnen
Lukas (15) kauft von seinem Taschengeld ein gebrauchtes Smartphone für 120 € bei einer Privatperson über eine Kleinanzeigen-Plattform. Das Gerät funktioniert nicht. a)…

Lukas (15) kauft von seinem Taschengeld ein gebrauchtes Smartphone für 120 € bei einer Privatperson über eine Kleinanzeigen-Plattform. Das Gerät funktioniert nicht.

  1. a) Welche Rechte hat Lukas?
  2. b) Welche Schwierigkeiten gibt es bei privaten Verkäufen im Vergleich zu Händlern?
  3. c) Entwickle drei Regeln, die Jugendlichen beim sicheren Online-Kauf helfen.
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Zurück zum Anfang: Mia darf das Eis vom Taschengeld kaufen. Das Smartphone für 450 € nur mit Zustimmung ihrer Eltern. Und der Verkäufer irrt sich: Kinder dürfen kaufen, aber unter Schutzregeln.

Auf einen Blick

  • Ab 7 Jahren ist man beschränkt geschäftsfähig, ab 18 volljährig.

  • Taschengeldparagraf (§ 110 BGB): Käufe, die du sofort mit deinem Taschengeld bezahlst, sind gültig.

  • Teure Käufe, Raten und Abos brauchen die Zustimmung der Eltern. Bis dahin ist der Vertrag schwebend unwirksam.

  • Online hast du in der Regel 14 Tage Widerrufsrecht, im Laden nur bei Mängeln.

  • Bei Privatverkäufen ist das Risiko höher: meist kein Widerruf, oft keine Gewährleistung.

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