Kinderarmut und Lebenssituation von Kindern
Lena aus Bonn schaltet morgens das Licht an, dreht den Wasserhahn auf und geht in die Schule. Amina aus einem Dorf in Niger läuft zuerst stundenlang zum Brunnen. Beide sind Kinder, beide wollen lernen. Warum ist ihr Alltag so verschieden? Und was kann man dagegen tun? Das klären wir auf dieser Seite.
Was bedeutet Armut für Kinder?
Kinder brauchen mehr als Essen, um gut aufzuwachsen: sauberes Wasser, ein Zuhause, Gesundheit, Sicherheit, Zeit zum Spielen und vor allem eine Schule.
Die Vereinten Nationen (UN) haben 2015 gemeinsame Ziele für eine bessere Zukunft aufgestellt: die Sustainable Development Goals (SDGs). Zwei davon sind für uns wichtig:
| Ziel | Name | Was soll erreicht werden? |
|---|---|---|
| SDG 1 | Keine Armut | Armut soll überall auf der Welt beendet werden. |
| SDG 4 | Hochwertige Bildung | Alle Kinder sollen gut lernen können. |
Die UN nennen Menschen extrem arm, wenn sie weniger als etwa 2,15 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Aber Vorsicht: Die Zahl sagt nicht alles. Mit 2 Dollar kann man in einem Dorf mit eigenem Gemüsegarten anders leben als in einer teuren Großstadt. Entscheidend ist, ob Kinder satt werden, Wasser haben, gesund sind und zur Schule gehen können.
Nenne das Ziel von SDG 1 „Keine Armut“ und das Ziel von SDG 4 „Hochwertige Bildung“ in je einem Satz.
Nenne das Ziel von SDG 1 „Keine Armut“ und das Ziel von SDG 4 „Hochwertige Bildung“ in je einem Satz.
Nenne drei Dinge, die Kinder für ein gutes Aufwachsen brauchen (zum Beispiel Nahrung, sauberes Wasser, Schule) und erkläre, warum eines davon besonders wichtig ist.
Nenne drei Dinge, die Kinder für ein gutes Aufwachsen brauchen (zum Beispiel Nahrung, sauberes Wasser, Schule) und erkläre, warum eines davon besonders wichtig ist.
Nach Angaben der Weltbank (Stand 2022) gelten Menschen als extrem arm, wenn sie weniger als etwa 2,15 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Erkläre, warum diese Zahl…
Nach Angaben der Weltbank (Stand 2022) gelten Menschen als extrem arm, wenn sie weniger als etwa 2,15 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Erkläre, warum diese Zahl allein nicht zeigt, wie gut oder schlecht es einem Kind geht.
Kinder in verschiedenen Regionen vergleichen
Wenn du Lebenssituationen vergleichst, gehst du so vor: Wähle Kriterien (Schule, Wasser, Strom, Zeit) und beschreibe sie für jedes Kind.
Gründe, warum Kinder nicht zur Schule gehen: Die Familie kann Schulgeld oder Hefte nicht bezahlen, die Schule ist zu weit weg, Kinder müssen arbeiten oder Wasser holen, es gibt zu wenige Lehrkräfte.
Vergleiche den Schulalltag von Lena aus Bonn und Amina aus einem Dorf in Niger. Lena hat 6 Stunden Unterricht, Schulbücher, Strom und sauberes Wasser. Amina muss täglich…
Vergleiche den Schulalltag von Lena aus Bonn und Amina aus einem Dorf in Niger. Lena hat 6 Stunden Unterricht, Schulbücher, Strom und sauberes Wasser. Amina muss täglich 2 Stunden Wasser holen, die Schule hat kaum Bücher und einen Lehrer für 80 Kinder.
- a) Nenne drei Unterschiede.
- b) Berechne, wie viele Stunden pro Woche (5 Schultage) Amina für das Wasserholen braucht.
- c) Erkläre, wie sich das auf ihre Bildungschancen auswirkt.
In einem Land besuchen von 1.000 Kindern 780 die Grundschule, in Deutschland sind es nahezu alle. a) Berechne den Anteil der Kinder, die in dem Land zur Schule gehen, in…
In einem Land besuchen von 1.000 Kindern 780 die Grundschule, in Deutschland sind es nahezu alle.
- a) Berechne den Anteil der Kinder, die in dem Land zur Schule gehen, in Prozent.
- b) Wie viele Kinder von 1.000 gehen nicht zur Schule?
- c) Nenne zwei mögliche Gründe, warum Kinder nicht zur Schule gehen.
Wie Armut und Bildung zusammenhängen
Arme Familien können oft keine Schule bezahlen. Manche Kinder müssen arbeiten, damit die Familie genug zu essen hat. Wer nicht lernt, findet später nur schlecht bezahlte Arbeit und bleibt arm. Dann geht es den eigenen Kindern genauso.
Diesen Kreislauf nennt man Teufelskreis. Man kann ihn an mehreren Stellen durchbrechen:
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Schulgeldfreiheit und Schulmaterial: Schule kostet die Familie nichts.
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Schulmahlzeiten: Eltern schicken ihr Kind gern, wenn es dort satt wird.
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Unterstützung der Familien: Mit mehr Einkommen müssen Kinder nicht arbeiten.
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Brunnen: Kinder sparen Zeit und werden seltener krank.
Eine Hilfsorganisation überlegt, ihr Geld einzusetzen: für Schulmahlzeiten, Schulbücher oder Brunnenbau. a) Erkläre, wie jede Maßnahme Kindern helfen kann. b) Wähle eine…
Eine Hilfsorganisation überlegt, ihr Geld einzusetzen: für Schulmahlzeiten, Schulbücher oder Brunnenbau.
- a) Erkläre, wie jede Maßnahme Kindern helfen kann.
- b) Wähle eine Maßnahme aus und begründe deine Wahl.
- c) Nenne ein Beispiel dafür, wie Maßnahmen zusammenwirken können.
Kinderarbeit und Armut hängen oft zusammen. a) Erkläre den Teufelskreis aus Armut, Kinderarbeit und fehlender Bildung. b) Erläutere zwei Ansätze, wie dieser Kreislauf…
Kinderarbeit und Armut hängen oft zusammen.
- a) Erkläre den Teufelskreis aus Armut, Kinderarbeit und fehlender Bildung.
- b) Erläutere zwei Ansätze, wie dieser Kreislauf durchbrochen werden kann (zum Beispiel Schulgeldfreiheit, Unterstützung der Familien).
- c) Beurteile, ob ein Verbot von Kinderarbeit allein ausreicht.
Armut in Deutschland und wer helfen kann
Auch in Deutschland gibt es Kinderarmut. Etwa jedes fünfte Kind gilt als armutsgefährdet. Das ist etwas anderes als extreme Armut: Hier hungert kaum ein Kind, aber die Familie hat deutlich weniger Geld als die meisten anderen. Man nennt das relative Armut.
Folgen für betroffene Kinder: Sie können seltener im Sportverein mitmachen, bei Klassenfahrten oder Geburtstagen fehlen, haben weniger Schulmaterial und fühlen sich oft ausgeschlossen. Der Staat hilft zum Beispiel mit dem Bildungs- und Teilhabepaket: Es bezahlt unter anderem Schulausflüge, Schulbedarf, Mittagessen und Vereinsbeiträge. Das hilft sofort. Die Ursachen, etwa niedriges Einkommen der Eltern, löst es aber nicht allein.
Wer kann sonst noch helfen?
| Akteur | Mögliche Maßnahme |
|---|---|
| Bundesregierung | Entwicklungshilfe zahlen, Gesetze gegen Kinderarbeit |
| Unternehmen | Faire Löhne und Preise, keine Kinderarbeit in der Lieferkette |
| Hilfsorganisationen | Schulen und Brunnen bauen, Schulmaterial verteilen |
| Jede und jeder Einzelne | Spenden, Spendenaktion in der Schule, fair gehandelte Produkte kaufen |
Auch in Deutschland gibt es Kinderarmut: Etwa jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet. a) Erkläre, warum man Armut in Deutschland anders versteht als extreme Armut in…
Auch in Deutschland gibt es Kinderarmut: Etwa jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet.
- a) Erkläre, warum man Armut in Deutschland anders versteht als extreme Armut in ärmsten Ländern.
- b) Nenne zwei Folgen für betroffene Kinder in Deutschland (zum Beispiel Teilhabe an Freizeit und Schule).
- c) Erörtere eine staatliche Maßnahme (zum Beispiel Bildungs- und Teilhabepaket) und beurteile ihre Wirkung.
Die Bundesregierung, Unternehmen, Hilfsorganisationen und jede Einzelne und jeder Einzelne können zur Bekämpfung von Kinderarmut beitragen. a) Ordne jedem der vier…
Die Bundesregierung, Unternehmen, Hilfsorganisationen und jede Einzelne und jeder Einzelne können zur Bekämpfung von Kinderarmut beitragen.
- a) Ordne jedem der vier Akteure eine mögliche Maßnahme zu.
- b) Erläutere, warum faire Preise für Produkte wie Kakao oder Kleidung etwas mit Kinderarmut zu tun haben können.
- c) Entwickle eine begründete Empfehlung, welche Maßnahme du für am wirksamsten hältst.
Zurück zum Anfang: Lena und Amina unterscheiden sich vor allem durch Wasser, Zeit und Schule. Mit Brunnen, Schulmaterial und fairen Preisen können beide ähnlich gute Chancen bekommen.
Auf einen Blick
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SDG 1 „Keine Armut“ und SDG 4 „Hochwertige Bildung“ sind Ziele der UN für alle Kinder.
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Kinder brauchen Nahrung, Wasser, Gesundheit und Schule. Eine einzige Zahl (2,15 US-Dollar) zeigt das nicht.
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Weltweit sind Wasser, Schulmaterial und Lehrkräfte sehr ungleich verteilt.
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Armut, Kinderarbeit und fehlende Bildung bilden einen Teufelskreis.
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Schulgeldfreiheit, Schulmahlzeiten, Brunnen und Hilfe für Familien können ihn durchbrechen. Ein Verbot allein reicht nicht.
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Auch in Deutschland gibt es Kinderarmut (relative Armut). Staat, Unternehmen, Organisationen und jede und jeder Einzelne können helfen.