Empfängnisverhütung und Infektionsschutz
Lena und Ben aus Köln sind seit einigen Monaten ein Paar. Sie wollen verantwortungsvoll miteinander umgehen und fragen sich: Welche Verhütungsmethode passt zu uns? Schützt die Pille auch vor Infektionen? Am Ende dieser Seite kannst du ihnen eine begründete Antwort geben.
Methoden der Empfängnisverhütung
Eine Schwangerschaft entsteht, wenn sich eine Spermienzelle und eine Eizelle vereinigen und sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Jede Verhütungsmethode setzt an einer dieser Stellen an.
| Methode | Wirkungsweise | Schutz vor Infektionen? |
|---|---|---|
| Kondom (Mann) | mechanische Barriere: Spermien gelangen nicht in die Scheide | ja |
| Pille (Hormone) | verhindert den Eisprung, verdickt den Schleim am Muttermund | nein |
| Spirale (Kupfer oder Hormon) | hemmt Spermien bzw. verhindert die Einnistung | nein |
| Hormonstäbchen, Dreimonatsspritze | Hormone verhindern den Eisprung | nein |
| Diaphragma | Barriere vor dem Muttermund (mit Spermien abtötendem Gel) | kaum |
| natürliche Methoden (Temperatur, Kalender) | Bestimmung der fruchtbaren Tage | nein |
| Sterilisation | Eileiter bzw. Samenleiter werden durchtrennt, meist endgültig | nein |
Man unterscheidet Barrieremethoden (Kondom), hormonelle Methoden (Pille, Stäbchen, Spritze) und natürliche Methoden. Hormonelle Methoden greifen in die Regelung des weiblichen Zyklus ein. Die meisten hormonellen Methoden sind verschreibungspflichtig, deshalb beraten Frauenärztinnen und Frauenärzte dazu.
Wie sicher ist eine Methode? Der Pearl-Index
Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, obwohl sie die Methode anwenden. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode.
Bei der Anwendung unterscheidet man:
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Methodensicherheit: Wert bei perfekter, richtiger Anwendung,
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Praxissicherheit: Wert im echten Alltag, mit Fehlern.
Warum liegt der Wert im Alltag höher? Die Pille wird vergessen oder wirkt nicht bei Erbrechen oder Durchfall; manche Medikamente schwächen sie ab. Ein Kondom kann reißen, rutschen oder falsch übergezogen werden. Menschliche Fehler, keine Fehler der Methode.
Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen…
Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen Pearl-Index von etwa 0,3, das Kondom bei richtiger Anwendung von etwa 2, ohne Verhütung liegt er bei etwa 85.
- a) Berechne, wie viele von 1.000 Frauen pro Jahr mit der Pille bzw. mit dem Kondom schwanger würden.
- b) Erkläre, warum der Pearl-Index in der Praxis höher liegen kann als bei korrekter Anwendung.
- c) Erkläre, warum die Pille nicht vor HIV schützt.
Die „Pille danach“ und Beratung
Die „Pille danach“ ist eine Notfallverhütung, wenn z. B. das Kondom gerissen ist oder die Pille vergessen wurde. Sie wird so früh wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr (spätestens innerhalb weniger Tage) eingenommen und verzögert oder verhindert den Eisprung. Sie enthält eine hohe Hormondosis, kann Nebenwirkungen wie Übelkeit haben, ist weniger zuverlässig als regelmäßige Verhütung und schützt nicht vor Infektionen. Sie ist deshalb kein Ersatz für eine dauerhafte Methode.
Beratung bekommen Jugendliche anonym und vertraulich bei:
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Frauenärztinnen und Frauenärzten,
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pro familia (z. B. in Köln, Düsseldorf, Münster),
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dem Gesundheitsamt,
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der Nummer gegen Kummer (Telefon und Online-Beratung).
Ein Paar aus Köln möchte sich über Verhütung informieren. a) Vergleiche Kondom und Pille hinsichtlich Wirkungsweise, Schutz vor Infektionen und Verantwortung der…
Ein Paar aus Köln möchte sich über Verhütung informieren.
- a) Vergleiche Kondom und Pille hinsichtlich Wirkungsweise, Schutz vor Infektionen und Verantwortung der Partner.
- b) Beschreibe, was die „Pille danach“ ist und warum sie keine regelmäßige Verhütung ersetzt.
- c) Nenne zwei Beratungsstellen oder Fachleute, an die sich das Paar wenden kann.
Sexuell übertragbare Krankheiten
Sexuell übertragbare Krankheiten (STI) werden vor allem beim Geschlechtsverkehr weitergegeben.
| Krankheit | Erreger | Besonderheit |
|---|---|---|
| AIDS | HIV (Virus) | schwächt das Immunsystem, nicht heilbar, aber behandelbar |
| Hepatitis B | Hepatitis-B-Virus | Leberentzündung, Impfung möglich |
| Chlamydien | Bakterien | oft ohne Symptome, mit Antibiotika heilbar |
| Tripper (Gonorrhö) | Bakterien | Antibiotika |
| Feigwarzen, Gebärmutterhalskrebs | HP-Viren | Impfung möglich |
HIV und AIDS
HIV wird über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen, z. B. beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, durch gemeinsam benutzte Spritzen oder von der Mutter auf das Kind (Schwangerschaft, Geburt, Stillen).
Keine Übertragung erfolgt bei Händeschütteln, Umarmen, Küssen, Anhusten, gemeinsamem Geschirr, Toilette oder Schwimmbad.
HIV befällt die T-Helferzellen des Immunsystems und zerstört sie. Dadurch fehlen Zellen, die Antikörperbildung und Abwehr steuern. Der Körper wird anfällig für Infektionen und Krebs, die Gesunden kaum schaden. Erst dieser Zustand heißt AIDS.
Zwischen Infektion und AIDS liegen oft Jahre: Das Virus vermehrt sich zunächst langsam, das Immunsystem hält die Abwehr noch aufrecht. Heute bremsen Medikamente die Vermehrung stark, sodass AIDS oft gar nicht ausbricht.
Nenne zwei sexuell übertragbare Krankheiten und je einen Erreger oder eine Ursache.
Nenne zwei sexuell übertragbare Krankheiten und je einen Erreger oder eine Ursache.
AIDS wird durch das Virus HIV ausgelöst. a) Nenne drei Übertragungswege und zwei Situationen, in denen keine Übertragung erfolgt. b) Erkläre, wie HIV das Immunsystem…
AIDS wird durch das Virus HIV ausgelöst.
- a) Nenne drei Übertragungswege und zwei Situationen, in denen keine Übertragung erfolgt.
- b) Erkläre, wie HIV das Immunsystem schwächt.
- c) Erkläre, warum man bei einer HIV-Infektion nicht sofort an AIDS erkrankt.
Impfung, Chlamydien und Schutz
Impfung gegen Hepatitis B
Bei der aktiven Impfung wird ein abgeschwächter oder abgetöteter Erreger oder ein Teil davon gespritzt. Das Immunsystem erkennt die Antigene, bildet Antikörper und Gedächtniszellen. Bei einer echten Infektion reagiert es dann schnell und stark. Gegen Hepatitis B impft man schon Säuglinge (Empfehlung der STIKO). Neugeborene infizierter Mütter erhalten sofort nach der Geburt zusätzlich Antikörper (passive Impfung) und die aktive Impfung, weil sich das Virus bei Kindern leicht dauerhaft festsetzt und die Leber schädigt.
Ein HIV-Impfstoff ist schwierig: Das Virus verändert sich ständig (hohe Mutationsrate) und befällt gerade die Zellen des Immunsystems, das den Schutz aufbauen soll.
Chlamydien
Chlamydien-Infektionen verlaufen oft ohne Symptome. Betroffene wissen nichts davon und geben die Bakterien ahnungslos weiter. Unbehandelt kann es bei Frauen zu einer Entzündung der Eileiter kommen: Sie verkleben oder vernarben, Eizelle und Spermien treffen sich nicht mehr. Bei Männern kann der Nebenhoden entzündet werden, was den Spermientransport stört. Folge: Unfruchtbarkeit.
Sinnvoll sind deshalb Tests (z. B. Screening für junge Frauen), Behandlung mit Antibiotika bei beiden Partnern (sonst stecken sie sich gegenseitig wieder an) und Kondome.
Verantwortung und Selbstbestimmung
Die Pille schützt zuverlässig vor Schwangerschaft, aber nicht vor Infektionen. Das Kondom schützt vor beidem. Eine Kombination (Pille + Kondom) schützt doppelt. Jeder hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob und wann er Sexualität leben möchte, und niemand darf zu etwas gedrängt werden. Dazu gehört, offen über Verhütung und Infektionsschutz zu sprechen.
Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, gegen HIV bisher nicht. a) Erkläre das Prinzip einer aktiven Impfung. b) Erläutere, warum Hepatitis B bei Neugeborenen…
Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, gegen HIV bisher nicht.
- a) Erkläre das Prinzip einer aktiven Impfung.
- b) Erläutere, warum Hepatitis B bei Neugeborenen infizierter Mütter früh behandelt wird.
- c) Begründe, warum die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs besonders schwierig ist.
Eine Schulklasse diskutiert: „Wer die Pille nimmt, braucht kein Kondom.“ a) Nimm begründet Stellung zu dieser Aussage. b) Erkläre, warum eine Kombination zweier Methoden…
Eine Schulklasse diskutiert: „Wer die Pille nimmt, braucht kein Kondom.“
- a) Nimm begründet Stellung zu dieser Aussage.
- b) Erkläre, warum eine Kombination zweier Methoden sinnvoll sein kann.
- c) Erläutere, warum Aufklärung und Gespräche in einer Partnerschaft zur sexuellen Selbstbestimmung gehören.
Chlamydien-Infektionen verlaufen häufig ohne Symptome und können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. a) Erkläre, warum symptomlose Infektionen besonders leicht…
Chlamydien-Infektionen verlaufen häufig ohne Symptome und können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.
- a) Erkläre, warum symptomlose Infektionen besonders leicht weitergegeben werden.
- b) Erläutere, wie es zu Unfruchtbarkeit kommen kann (Eileiter bzw. Nebenhoden).
- c) Begründe, warum Tests, Behandlung des Partners und Kondomgebrauch sinnvoll sind.
Zurück zum Anfang: Lena und Ben können mit dem Kondom beides erreichen, Verhütung und Infektionsschutz. Mit der Pille zusätzlich erhöhen sie die Sicherheit gegen eine Schwangerschaft. Beratung finden sie bei pro familia oder in der Frauenarztpraxis.