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Realschule 10 · Informatik
Informatiksysteme, Daten und Verschlüsselung · Informatiksysteme, Internet und Gesellschaft

Urheberrecht, Lizenzen, Privatsphäre und Nachhaltigkeit

Lena hat für ihr Referat über das Ruhrgebiet ein tolles Foto der Zeche Zollverein im Netz gefunden. Darf sie es einfach in ihre Präsentation und später auf die Schulwebsite kopieren? Und was verrät ihr Smartphone eigentlich über sie, wenn sie die Bilder sucht? In diesem Abschnitt klärst du, wer über digitale Inhalte bestimmt, welche Spuren du hinterlässt und was ein Gerät die Umwelt kostet.

Urheberrecht

Wer ein Foto, ein Lied, ein Video oder ein Programm selbst schafft, ist Urheber dieses Werks. Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Schöpfung. Du musst nichts anmelden und kein © daruntersetzen.

Warum gibt es das? Wer viel Arbeit in ein Werk steckt, soll davon profitieren und mitbestimmen können, was damit passiert. Der Schutz gilt in Deutschland bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Der Urheber entscheidet, ob andere sein Werk nutzen dürfen: ohne Erlaubnis nicht, mit Lizenz unter Bedingungen. Urheber Werk mit Lizenz ohne Erlaubnis

Ausnahmen gibt es zum Beispiel für das Zitat (kurze Stelle mit Quellenangabe) und für Unterricht und Wissenschaft in engen Grenzen. Ein Bild einfach „weil es im Netz steht“ zu übernehmen, ist aber keine Ausnahme.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre, was man unter Urheberrecht versteht, und nenne zwei Beispiele für Werke, die geschützt sind.

Erkläre, was man unter Urheberrecht versteht, und nenne zwei Beispiele für Werke, die geschützt sind.

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Lizenzen: Open Source und Creative Commons

Der Urheber kann anderen die Nutzung erlauben. Diese Erlaubnis nennt man Lizenz. Sie legt fest, was du mit dem Werk tun darfst.

Software gibt es in zwei Grundformen:

  • Proprietäre Software (z. B. Microsoft Office): Der Quelltext ist geheim. Du darfst sie nur nach den Bedingungen des Herstellers nutzen, oft gegen Bezahlung, und nicht verändern.

  • Open-Source-Software (z. B. Linux, LibreOffice, Firefox): Der Quelltext ist öffentlich. Du darfst ihn lesen, nutzen, verändern und weitergeben, je nach Lizenz mit Bedingungen.

Bei der GPL (GNU General Public License) gilt: Wer ein Programm mit GPL-Code weitergibt, muss sein Ergebnis ebenfalls unter die GPL stellen und den Quelltext offenlegen („Copyleft“). Verkaufen ist erlaubt.

Für Bilder, Texte und Musik nutzt man oft Creative-Commons-Lizenzen (CC). Sie bestehen aus Bausteinen:

Kürzel Bedeutung
BY Namensnennung: Du musst den Urheber nennen (und die Lizenz).
NC Nicht kommerziell: keine Nutzung zu Geldzwecken.
SA Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Bearbeitungen müssen unter derselben Lizenz stehen.
ND Keine Bearbeitung erlaubt.
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre den Unterschied zwischen Open-Source-Software und proprietärer Software und nenne je ein Beispiel.

Erkläre den Unterschied zwischen Open-Source-Software und proprietärer Software und nenne je ein Beispiel.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Foto steht unter der Lizenz „CC BY“. Was musst du beachten, wenn du es auf der Schulwebsite verwenden möchtest?

Ein Foto steht unter der Lizenz „CC BY“. Was musst du beachten, wenn du es auf der Schulwebsite verwenden möchtest?

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Üben★★☆Nicht begonnen
Für ein Referat möchtest du ein Bild aus dem Internet und ein Musikstück verwenden. a) Beschreibe, wie du prüfst, ob du sie verwenden darfst. b) Erkläre die Bedeutung…

Für ein Referat möchtest du ein Bild aus dem Internet und ein Musikstück verwenden.

  1. a) Beschreibe, wie du prüfst, ob du sie verwenden darfst.
  2. b) Erkläre die Bedeutung der Zusätze „BY“, „NC“ und „SA“ bei Creative-Commons-Lizenzen.
  3. c) Darfst du ein „CC BY-NC“-Bild auf der Website eines Vereins verwenden, der Eintritt verlangt? Begründe.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Schüler programmiert in der AG ein Spiel und möchte es veröffentlichen. Er verwendet darin eine Bibliothek unter der GPL-Lizenz und Grafiken unter „CC BY-SA“. a)…

Ein Schüler programmiert in der AG ein Spiel und möchte es veröffentlichen. Er verwendet darin eine Bibliothek unter der GPL-Lizenz und Grafiken unter „CC BY-SA“.

  1. a) Erkläre, was die Lizenzen für die Weitergabe seines Spiels bedeuten.
  2. b) Darf er das Spiel verkaufen? Begründe.
  3. c) Welche Vor- und Nachteile hat es, sein Spiel selbst unter eine freie Lizenz zu stellen?
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Privatsphäre: anonym oder personalisiert

Du hinterlässt im Netz Spuren. Auch ohne deinen Namen verraten Daten viel über dich:

  • Standort (GPS, WLAN), Foto-Metadaten (Ort, Zeit, Gerät)

  • Nutzungszeiten, besuchte Seiten, Suchanfragen

  • Gerätekennung, IP-Adresse, Cookies

Aus vielen kleinen Daten lässt sich ein Profil bilden: Wo wohnst du, wann bist du online, was interessiert dich?

Personalisierung: Online-Shops und soziale Netzwerke werten dein Verhalten aus (Klicks, Käufe, Verweildauer) und zeigen dir passende Werbung oder Beiträge. Das ist praktisch, hat aber Risiken.

Chancen Gefahren
Personalisiert passende Vorschläge, weniger irrelevante Werbung Filterblase, Preisdifferenzierung, Datenweitergabe
Anonym / Pseudonym weniger Spuren, freiere Meinungsäußerung Mobbing und Hass leichter, weniger Verantwortung, Funktionen oft eingeschränkt
Klarname Vertrauen, Verantwortung leichter auffindbar, Missbrauch der Daten

Deine Rechte nach der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung): Auskunft über gespeicherte Daten, Berichtigung, Löschung („Recht auf Vergessenwerden“), Widerspruch und Datenübertragbarkeit. Die Verarbeitung braucht in der Regel deine Einwilligung oder eine gesetzliche Grundlage.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein soziales Netzwerk bietet an, anonym oder mit Klarnamen aufzutreten. a) Nenne je zwei Vorteile und Risiken beider Möglichkeiten. b) Welche Daten verraten dich auch…

Ein soziales Netzwerk bietet an, anonym oder mit Klarnamen aufzutreten.

  1. a) Nenne je zwei Vorteile und Risiken beider Möglichkeiten.
  2. b) Welche Daten verraten dich auch ohne Namen (z. B. Standort, Foto, Nutzungszeiten)?
  3. c) Gib drei Empfehlungen für ein sicheres Profil.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Online-Händler verfolgt das Kaufverhalten und zeigt personalisierte Werbung. Ein Kunde nutzt stattdessen Browser und Konto möglichst anonym. a) Beschreibe, wie…

Ein Online-Händler verfolgt das Kaufverhalten und zeigt personalisierte Werbung. Ein Kunde nutzt stattdessen Browser und Konto möglichst anonym.

  1. a) Beschreibe, wie Personalisierung funktioniert und welche Daten sie nutzt.
  2. b) Beurteile Chancen und Gefahren (z. B. Filterblase, Preisdifferenzierung).
  3. c) Welche Rechte hat der Kunde nach der DSGVO?
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Nachhaltigkeit von Informatiksystemen

Ein Smartphone verbraucht nicht nur beim Laden Energie. Schon die Herstellung braucht viel: Rohstoffe wie Kobalt und Lithium, Wasser und Strom. Dazu kommen Betrieb (Strom, Rechenzentren) und Entsorgung (Elektroschrott).

Weil die Herstellung einen großen Teil ausmacht, zählt vor allem: Wie lange nutze ich das Gerät? Man vergleicht die Emissionen pro Nutzungsjahr.

Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit: Geräte länger nutzen und reparieren, gebraucht oder refurbished kaufen, Altgeräte recyceln (Rückgabe beim Wertstoffhof oder Händler), Strom sparen, Cloud-Daten aufräumen.

Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Smartphone wird im Schnitt 3 Jahre genutzt. Bei der Herstellung entstehen etwa 60 kg CO₂, die Nutzung verursacht jährlich etwa 10 kg CO₂. a) Berechne die gesamten…

Ein Smartphone wird im Schnitt 3 Jahre genutzt. Bei der Herstellung entstehen etwa 60 kg CO₂, die Nutzung verursacht jährlich etwa 10 kg CO₂.

  1. a) Berechne die gesamten CO₂-Emissionen über 3 Jahre und den Anteil der Herstellung in Prozent.
  2. b) Wie ändert sich der Wert pro Jahr bei 5 Jahren Nutzung?
  3. c) Nenne zwei Maßnahmen, die Ressourcen schonen.
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Üben★★★Nicht begonnen
Eine Schule plant, 40 alte Laptops (Nutzungsdauer bisher 4 Jahre, Herstellung je 250 kg CO₂, Betrieb je 25 kg CO₂ pro Jahr; für neue Laptops gelten dieselben Werte)…

Eine Schule plant, 40 alte Laptops (Nutzungsdauer bisher 4 Jahre, Herstellung je 250 kg CO₂, Betrieb je 25 kg CO₂ pro Jahr; für neue Laptops gelten dieselben Werte) durch neue zu ersetzen oder 2 Jahre länger zu nutzen.

  1. a) Berechne die Gesamtemissionen pro Gerät über 4 und über 6 Jahre sowie die jährlichen Emissionen pro Gerät in beiden Fällen.
  2. b) Berechne die Einsparung pro Jahr für alle 40 Laptops, wenn die Nutzung auf 6 Jahre verlängert wird.
  3. c) Beurteile die Entscheidung unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und nenne ein Gegenargument.
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Auf einen Blick

  • Urheberrecht: Schutz für Werke, entsteht automatisch; ohne Erlaubnis oder Lizenz darfst du nicht frei nutzen.

  • Lizenzen: proprietär (geschlossen) oder Open Source (offen); GPL verlangt Weitergabe unter GPL; bei CC bedeuten BY Namensnennung, NC nicht kommerziell, SA gleiche Bedingungen, ND keine Bearbeitung.

  • Privatsphäre: Auch ohne Namen verraten Standort, Fotos und Nutzungszeiten viel. Personalisierung bringt Komfort, aber Filterblase und Preisdifferenzierung. Die DSGVO gibt dir Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Widerspruch.

  • Nachhaltigkeit: Herstellung belastet die Umwelt stark; Emissionen pro Jahr berechnest du als Gesamt : Jahre. Längere Nutzung, Reparatur und Recycling schonen Ressourcen.

  • Zurück zu Lena: Das Foto darf sie nur nutzen, wenn die Lizenz es erlaubt und sie den Urheber nennt.

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