Haushaltsplan und Ausgabenplanung
Lea möchte sich Kopfhörer für 60 € kaufen. Ihr Taschengeld beträgt 25 € im Monat, und das Geld ist jedes Mal schon nach drei Wochen weg. Wie kann sie planen, damit es klappt? Und was passiert, wenn man sich Geld leiht, das man noch gar nicht hat? Am Ende dieser Seite weißt du, wie das geht.
Einnahmen und Ausgaben
Einnahmen ist alles Geld, das du bekommst: Taschengeld, Geldgeschenke, Lohn für einen Nebenjob oder für Nachhilfe. Ausgaben ist alles Geld, das du bezahlst: Handyguthaben, Kino, Süßigkeiten, Fahrkarten.
Bei Erwachsenen sind die Einnahmen meist das Nettoeinkommen, also das, was nach Steuern und Sozialabgaben auf dem Konto ankommt.
Ausgaben unterscheidet man in zwei Arten:
-
Feste Ausgaben fallen regelmäßig in gleicher Höhe an, zum Beispiel Miete, Handyvertrag, Versicherungen oder der Abschlag für Strom.
-
Variable Ausgaben schwanken von Monat zu Monat, zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung, Freizeit oder Kino.
Feste Ausgaben kannst du kaum kurzfristig ändern. Beim Sparen setzt man deshalb oft bei den variablen Ausgaben an.
Erkläre den Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben und nenne je zwei Beispiele aus dem Leben einer Jugendlichen oder eines Jugendlichen.
Erkläre den Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben und nenne je zwei Beispiele aus dem Leben einer Jugendlichen oder eines Jugendlichen.
Svenja erhält in einem Monat 25 € Taschengeld und 10 € für Nachhilfe bei ihrem Cousin. Sie gibt 12 € für Handyguthaben, 8 € für Kino und 6 € für Süßigkeiten aus. a)…
Svenja erhält in einem Monat 25 € Taschengeld und 10 € für Nachhilfe bei ihrem Cousin. Sie gibt 12 € für Handyguthaben, 8 € für Kino und 6 € für Süßigkeiten aus.
- a) Berechne ihre Einnahmen und ihre Ausgaben.
- b) Berechne, wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt.
Unterscheide feste und variable Ausgaben und ordne zu: Miete, Lebensmittel, Handyvertrag, Kleidung, Strom (Abschlag).
Unterscheide feste und variable Ausgaben und ordne zu: Miete, Lebensmittel, Handyvertrag, Kleidung, Strom (Abschlag).
Den Haushaltsplan aufstellen
Ein Haushaltsplan ordnet Einnahmen und Ausgaben für einen Monat. Er hilft dir zu sehen, wohin das Geld fließt, bevor es weg ist. Ein guter Plan hat drei Bestandteile: alle Einnahmen, alle Ausgabenposten und einen Sparbetrag.
Plane so, dass Einnahmen und Ausgaben (inklusive Sparen) gleich groß sind. Dann hast du keinen unklaren Rest und kein Defizit.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Einnahmen (Taschengeld) | 30 € |
| Handyguthaben | 8 € |
| Freizeit (Kino, Eis) | 9 € |
| Snacks | 5 € |
| Geschenke | 3 € |
| Sparen | 5 € |
| Summe Ausgaben und Sparen | 30 € |
Um den Anteil eines Postens zu bestimmen, nutzt du die Prozentrechnung:
$$\text{Anteil} = \frac{\text{Posten}}{\text{Einnahmen}} \cdot 100\,\%$$Familie Becker aus Essen hat monatlich 3.200 € Nettoeinkommen. Ausgaben: Miete und Nebenkosten 1.150 €, Lebensmittel 650 €, Auto 420 €, Versicherungen 210 €, Freizeit…
Familie Becker aus Essen hat monatlich 3.200 € Nettoeinkommen. Ausgaben: Miete und Nebenkosten 1.150 €, Lebensmittel 650 €, Auto 420 €, Versicherungen 210 €, Freizeit 300 €, Kleidung 180 €.
- a) Berechne die Summe der Ausgaben.
- b) Berechne den Überschuss oder das Defizit.
- c) Berechne, wie viel Prozent des Einkommens für Miete und Nebenkosten ausgegeben werden. Runde auf eine Nachkommastelle.
Erstelle für dich einen Monatsplan: Du hast 30 € Einnahmen. Plane mindestens vier Ausgabenposten und einen Sparbetrag ein, sodass Einnahmen und Ausgaben (inklusive…
Erstelle für dich einen Monatsplan: Du hast 30 € Einnahmen. Plane mindestens vier Ausgabenposten und einen Sparbetrag ein, sodass Einnahmen und Ausgaben (inklusive Sparen) gleich groß sind. Begründe deine Aufteilung in zwei Sätzen.
Ratenkauf und Überziehung
Manchmal fehlt das Geld für einen Kauf. Dann kann man sich Geld leihen, also Schulden machen. Wer Geld leiht, zahlt dafür Zinsen. Das ist der Preis für das geliehene Geld.
Ratenkauf: Du bekommst die Ware sofort und zahlst in mehreren Raten. Der Gesamtpreis ist meist höher als der Barpreis.
Vorteil: Du kannst das Rad sofort nutzen. Nachteil: Es wird teurer, und du bist über Monate an feste Zahlungen gebunden.
Überziehung (Dispo): Gibt die Bank dir einen Dispokredit, darfst du dein Girokonto ins Minus rutschen lassen. Die Dispozinsen sind meist sehr hoch. Zinsen für einen Zeitraum berechnest du so:
$$\text{Zinsen} = \text{Kredit} \cdot \text{Zinssatz} \cdot \frac{\text{Monate}}{12}$$Auch „Jetzt kaufen, später zahlen" ist ein Kredit. Es fühlt sich an wie Gratis-Kaufen, aber die Raten kommen sicher.
Ein Fahrrad kostet 480 €. Du kannst es bar bezahlen oder in 12 Raten zu je 44 € kaufen. a) Berechne den Gesamtpreis beim Ratenkauf. b) Berechne den Aufpreis in Euro und…
Ein Fahrrad kostet 480 €. Du kannst es bar bezahlen oder in 12 Raten zu je 44 € kaufen.
- a) Berechne den Gesamtpreis beim Ratenkauf.
- b) Berechne den Aufpreis in Euro und in Prozent (auf eine Nachkommastelle gerundet).
- c) Nenne einen Vorteil und einen Nachteil des Ratenkaufs.
Herr Kaya überzieht sein Girokonto um 800 €. Die Bank verlangt 12 % Dispozinsen pro Jahr. Er braucht 6 Monate, um den Betrag auszugleichen (vereinfachend: die…
Herr Kaya überzieht sein Girokonto um 800 €. Die Bank verlangt 12 % Dispozinsen pro Jahr. Er braucht 6 Monate, um den Betrag auszugleichen (vereinfachend: die Überziehung bleibt 6 Monate in voller Höhe bestehen).
- a) Berechne die Zinsen für diese Zeit.
- b) Vergleiche mit einem Ratenkredit über 800 € mit 6 % Jahreszins bei gleicher Laufzeit (vereinfachte Rechnung).
- c) Bewerte, warum Überziehung eine teure Form der Finanzierung sein kann.
Zwei Freundinnen wollen ein Tablet für 360 € kaufen. Lara spart 20 € im Monat. Nina kauft es sofort per „Jetzt kaufen, später zahlen" und zahlt später 24 Raten zu 17 €.…
Zwei Freundinnen wollen ein Tablet für 360 € kaufen. Lara spart 20 € im Monat. Nina kauft es sofort per „Jetzt kaufen, später zahlen" und zahlt später 24 Raten zu 17 €.
- a) Berechne, wie lange Lara sparen muss und wie viel Nina insgesamt zahlt.
- b) Berechne Ninas Mehrkosten in Prozent (auf eine Nachkommastelle).
- c) Beurteile beide Strategien aus Sicht von Verbraucherschutz und Verschuldungsrisiko.
Verschuldung und Überschuldung
Schulden zu haben, ist nicht immer schlimm. Viele Menschen nehmen einen Kredit für ein Haus oder eine Ausbildung auf, den sie sicher zurückzahlen können. Gefährlich wird es bei Überschuldung: Die Einnahmen reichen dauerhaft nicht aus, um Raten und feste Ausgaben zu bezahlen.
Typische Ursachen:
-
Arbeitslosigkeit oder weniger Einkommen (zum Beispiel durch Krankheit oder Trennung),
-
Konsum auf Kredit: Dinge kaufen, die man sich nicht leisten kann (Auto, Handys, Ratenkäufe),
-
fehlender Überblick: kein Haushaltsplan, viele laufende Verträge,
-
hohe Zinsen und Mahngebühren, die die Schulden weiter wachsen lassen.
Eine Familie hat durch Arbeitslosigkeit, einen Autokauf auf Kredit und mehrere Handyverträge Schulden von 9.000 €. Das monatliche Einkommen beträgt 1.900 €, die festen…
Eine Familie hat durch Arbeitslosigkeit, einen Autokauf auf Kredit und mehrere Handyverträge Schulden von 9.000 €. Das monatliche Einkommen beträgt 1.900 €, die festen Ausgaben liegen bei 1.650 €, zusätzlich muss sie monatlich eine Kreditrate von 280 € zahlen.
- a) Berechne, wie viel Geld monatlich fehlt.
- b) Nenne drei Ursachen von Überschuldung und ordne sie dem Fall zu.
- c) Entwickle drei Schritte, mit denen die Familie ihre Lage verbessern kann (z. B. Schuldnerberatung), und begründe sie.
Auf einen Blick
-
Einnahmen sind Geld, das du bekommst, Ausgaben Geld, das du bezahlst. Saldo = Einnahmen − Ausgaben (Überschuss oder Defizit).
-
Ausgaben sind fest (gleichbleibend) oder variabel (schwankend).
-
Ein Haushaltsplan enthält Einnahmen, Ausgabenposten und einen Sparbetrag. Einnahmen und Ausgaben (mit Sparen) sind gleich groß.
-
Bei Ratenkauf und Überziehung vergleichst du immer den Gesamtpreis mit dem Barpreis. Der Dispo ist meist teuer.
-
Überschuldung hat Ursachen wie Arbeitslosigkeit, Konsum auf Kredit und fehlenden Überblick. Hilfe gibt die Schuldnerberatung.
-
Vorsicht bei „Jetzt kaufen, später zahlen“: Auch das ist ein Kredit.