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Gymnasium 6 · Physik
Licht, Strom und Magnetismus im Alltag · Lichtausbreitung und Sehen

Die Lochkamera

Auf dem Schulhof unter einem Baum siehst du an einem sonnigen Tag viele runde helle Flecken auf dem Boden, obwohl die Lücken zwischen den Blättern ganz unterschiedlich geformt sind. Warum sind die Flecken rund? Am Ende dieser Seite kannst du das erklären.

Wie entsteht das Bild?

Baue dir eine Lochkamera: eine Pappschachtel, in eine Seitenwand ein kleines Loch, gegenüber ein Schirm aus Pergamentpapier. Richtest du das Loch auf eine Kerze, erscheint auf dem Schirm ein Bild der Flamme. Es steht auf dem Kopf und ist seitenverkehrt.

Der Grund: Von jedem Punkt der Kerze gehen Lichtstrahlen in alle Richtungen aus. Das Lichtstrahlmodell beschreibt Licht vereinfacht als gerade Linien. Das ist eine Idealisierung. Weil sich Licht geradlinig ausbreitet, kommt von jedem Punkt nur ein sehr schmales Lichtbündel durch das Loch. Es trifft den Schirm an genau einer Stelle.

  • Das Licht von der Flammenspitze geht nach unten durch das Loch und trifft unten auf den Schirm.

  • Das Licht vom Kerzenfuß geht nach oben durch das Loch und trifft oben auf den Schirm.

Die Strahlen kreuzen sich im Loch. Deshalb ist das Bild umgekehrt.

Lochkamera: Strahlen von Kerzenspitze und Kerzenfuß kreuzen sich im Loch, das Bild auf dem Schirm steht auf dem Kopf. Kerzenspitze Kerzenfuß Gegenstand G Loch Schirm Bild B
Üben★☆☆Nicht begonnen
Lena baut aus einer Pappschachtel eine Lochkamera. In eine Seitenwand sticht sie ein kleines Loch, die gegenüberliegende Wand ersetzt sie durch Pergamentpapier als…

Lena baut aus einer Pappschachtel eine Lochkamera. In eine Seitenwand sticht sie ein kleines Loch, die gegenüberliegende Wand ersetzt sie durch Pergamentpapier als Schirm. Sie richtet das Loch auf eine brennende Kerze.

  1. a) Beschreibe, wie das Bild der Kerze auf dem Schirm aussieht (Lage: oben und unten, links und rechts).
  2. b) Erkläre, warum das Bild diese Lage hat. Nutze den Begriff „geradlinige Lichtausbreitung“.
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Bildgröße und Strahlensatz

Wir benennen die Größen:

  • $G$ ist die Gegenstandsgröße und $B$ die Bildgröße.

  • $g$ ist die Gegenstandsweite (Gegenstand bis Loch) und $b$ die Bildweite (Loch bis Schirm).

Je weiter der Schirm vom Loch entfernt ist, desto größer wird das Bild. Je weiter der Gegenstand weg ist, desto kleiner wird es.

Warum? Die Strahlen durch das Loch bilden zwei ähnliche Dreiecke, eins links und eins rechts vom Loch. Beide haben die gleiche Form, nur verschiedene Größen. Deshalb sind die Verhältnisse gleich.

Zwei ähnliche Dreiecke: links Gegenstandsgröße G und Gegenstandsweite g, rechts Bildgröße B und Bildweite b. G B g b Loch (Skizze nicht maßstabsgetreu)
Üben★☆☆Nicht begonnen
Bei einer Lochkamera nennt man den Abstand zwischen Loch und Schirm die Bildweite $b$. Den Abstand zwischen Gegenstand und Loch nennt man Gegenstandsweite $g$. Die…

Bei einer Lochkamera nennt man den Abstand zwischen Loch und Schirm die Bildweite $b$. Den Abstand zwischen Gegenstand und Loch nennt man Gegenstandsweite $g$. Die Gegenstandsgröße ist $G$, die Bildgröße ist $B$.

  1. a) Wie verändert sich die Bildgröße, wenn du den Schirm weiter vom Loch wegschiebst?
  2. b) Wie verändert sich die Bildgröße, wenn du die Kamera näher an den Gegenstand heranbringst?
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Üben★☆☆Nicht begonnen
Ein Baum ist $G = 8{,}0\ \text{m}$ hoch und steht $g = 20\ \text{m}$ vor einer Lochkamera. Der Schirm ist $b = 10\ \text{cm}$ vom Loch entfernt. Es gilt…

Ein Baum ist $G = 8{,}0\ \text{m}$ hoch und steht $g = 20\ \text{m}$ vor einer Lochkamera. Der Schirm ist $b = 10\ \text{cm}$ vom Loch entfernt. Es gilt $\dfrac{B}{G} = \dfrac{b}{g}$.

Berechne die Höhe $B$ des Bildes auf dem Schirm.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Der Kölner Dom ist ungefähr $157\ \text{m}$ hoch. Mia steht $300\ \text{m}$ entfernt und hält eine Lochkamera in Richtung Dom. Der Schirm ist $20\ \text{cm}$ vom Loch…

Der Kölner Dom ist ungefähr $157\ \text{m}$ hoch. Mia steht $300\ \text{m}$ entfernt und hält eine Lochkamera in Richtung Dom. Der Schirm ist $20\ \text{cm}$ vom Loch entfernt.

  1. a) Berechne die Höhe des Bildes auf dem Schirm.
  2. b) Mia geht auf $150\ \text{m}$ an den Dom heran. Berechne die neue Bildhöhe.
  3. c) Beschreibe den Zusammenhang zwischen Gegenstandsweite und Bildhöhe in einem Satz.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Eine Kerze ($G = 6{,}0\ \text{cm}$) steht $30\ \text{cm}$ vor dem Loch einer Lochkamera. Das Bild auf dem Schirm ist $2{,}0\ \text{cm}$ hoch. a) Zeichne maßstabsgetreu…

Eine Kerze ($G = 6{,}0\ \text{cm}$) steht $30\ \text{cm}$ vor dem Loch einer Lochkamera. Das Bild auf dem Schirm ist $2{,}0\ \text{cm}$ hoch.

  1. a) Zeichne maßstabsgetreu (Beschreibung genügt: Welche Strahlen zeichnest du?) die Konstruktion des Bildes der Kerzenspitze und des Kerzenfußes.
  2. b) Berechne die Bildweite $b$.
  3. c) Der Schirm wird auf $b = 15\ \text{cm}$ verschoben. Berechne die neue Bildhöhe.
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Konstruktion und Umstellen

Das Bild kannst du zeichnen. Zeichne Gegenstand, Loch und Schirm. Zeichne dann von der Spitze und vom Fuß des Gegenstands je einen Strahl durch die Mitte des Lochs bis zum Schirm. Wo die Strahlen den Schirm treffen, liegen Bildspitze und Bildfuß.

Je größer die Bildweite, desto größer das Bild. Je größer die Gegenstandsweite, desto kleiner das Bild.

Üben★★★Nicht begonnen
Eine Lochkamera hat eine Länge (Bildweite) von $b = 25\ \text{cm}$. Ein Fußballtor ($G = 2{,}44\ \text{m}$ hoch) soll so fotografiert werden, dass das Bild auf dem…

Eine Lochkamera hat eine Länge (Bildweite) von $b = 25\ \text{cm}$. Ein Fußballtor ($G = 2{,}44\ \text{m}$ hoch) soll so fotografiert werden, dass das Bild auf dem Schirm genau $5{,}0\ \text{cm}$ hoch ist.

  1. a) Berechne, in welcher Entfernung vom Tor die Kamera stehen muss.
  2. b) Begründe, warum das Bild auf dem Kopf steht und seitenverkehrt ist.
  3. c) Ein Mitschüler behauptet: „Wenn ich das Loch größer mache, wird das Bild größer.“ Beurteile die Aussage.
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Üben★★★Nicht begonnen
Mit einer Lochkamera wird die Sonne abgebildet. Der Schirm ist $b = 1{,}00\ \text{m}$ vom Loch entfernt, das Sonnenbild hat einen Durchmesser von…

Mit einer Lochkamera wird die Sonne abgebildet. Der Schirm ist $b = 1{,}00\ \text{m}$ vom Loch entfernt, das Sonnenbild hat einen Durchmesser von $B = 0{,}93\ \text{cm}$. Die Entfernung zur Sonne beträgt $g = 150\ 000\ 000\ \text{km}$.

  1. a) Berechne den Durchmesser der Sonne.
  2. b) Erkläre, warum das Sonnenbild auch bei sehr kleinem Loch nie ein Punkt, sondern eine Scheibe ist.
  3. c) Begründe, warum man eine Lochkamera auch zur sicheren Beobachtung einer Sonnenfinsternis verwenden kann, direktes Hineinschauen aber gefährlich ist.
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Lochgröße: hell oder scharf?

Von jedem Punkt des Gegenstands geht ein Lichtbündel durch das Loch. Ist das Loch klein, ist das Bündel schmal und erzeugt auf dem Schirm einen kleinen Fleck. Viele kleine Flecken ergeben ein scharfes Bild, aber es ist dunkel.

Ist das Loch größer, kommt mehr Licht hindurch, das Bild wird heller. Aber jedes Bündel ist breiter und erzeugt einen größeren Fleck. Die Flecken überlappen, das Bild wird unscharf.

Ein winziges Loch hilft also nur begrenzt: Das Bild wird sehr dunkel. Außerdem ist ein sehr kleines Loch schwer herzustellen. Bei einem extrem winzigen Loch wird das Licht an den Rändern des Lochs abgelenkt (man nennt das Beugung), und das Bild wird wieder unscharf. Die Bildgröße ändert sich durch die Lochgröße nicht.

Vergleich: kleines Loch erzeugt kleinen Lichtfleck, großes Loch erzeugt großen Lichtfleck auf dem Schirm. kleines Loch: scharf, dunkel großes Loch: hell, unscharf
Üben★★☆Nicht begonnen
Ben experimentiert mit einer Lochkamera und einer Kerzenflamme. Er vergrößert das Loch von $1\ \text{mm}$ auf $5\ \text{mm}$ Durchmesser. a) Wie verändern sich…

Ben experimentiert mit einer Lochkamera und einer Kerzenflamme. Er vergrößert das Loch von $1\ \text{mm}$ auf $5\ \text{mm}$ Durchmesser.

  1. a) Wie verändern sich Helligkeit und Schärfe des Bildes?
  2. b) Erkläre deine Antwort mithilfe von Lichtbündeln, die von einem Punkt der Flamme ausgehen.
  3. c) Warum kann man das Loch nicht beliebig klein machen, um ein möglichst scharfes Bild zu erhalten? Nenne einen praktischen Nachteil.
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Sonne, Blätter und Sonnenflecken

Die Sonne ist keine Punktlichtquelle, sondern eine Scheibe. Jeder Punkt der Scheibe wirft durch das Loch seinen eigenen Fleck. Alle Flecken zusammen ergeben ein Bild der Sonne. Deshalb ist das Sonnenbild immer eine Scheibe, nie ein Punkt, und das gilt für jede Lochform.

Das erklärt die Flecken unter dem Baum. Die Lücken zwischen den Blättern sind viele kleine Löcher. Jede Lücke erzeugt ein Bild der Sonne, also einen runden Fleck. Das gilt auch für eckige Lücken, aber nur, wenn der Boden weit entfernt ist im Vergleich zur Größe der Lücke: Dann ist der Fleck rund. Ist der Boden sehr nah an der Lücke, siehst du dagegen die Form der Lücke selbst. Je höher die Blätter über dem Boden liegen, desto größer ist die Bildweite $b$. Dann sind die Flecken größer und unschärfer. Bei einer partiellen Sonnenfinsternis ist die Sonne sichelförmig. Dann sind auch die Bilder sichelförmig.

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Unter einem Laubbaum findest du an einem sonnigen Tag viele runde helle Flecken auf dem Boden, obwohl die Lücken zwischen den Blättern ganz unterschiedliche Formen…

Unter einem Laubbaum findest du an einem sonnigen Tag viele runde helle Flecken auf dem Boden, obwohl die Lücken zwischen den Blättern ganz unterschiedliche Formen haben.

  1. a) Erkläre die Entstehung dieser runden Flecken mit dem Prinzip der Lochkamera.
  2. b) Warum sind die Flecken größer und unschärfer, wenn die Blätter höher über dem Boden sind?
  3. c) Bei einer partiellen Sonnenfinsternis sehen die Flecken sichelförmig aus. Begründe dies.
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Zurück zum Anfang: Die Flecken unter dem Baum sind Lochkamerabilder der Sonne.

Auf einen Blick

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