Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit
In Münster ist fast jede und jeder, der arbeiten will, in Arbeit. In Gelsenkirchen ist die Arbeitslosenquote seit Jahren um ein Vielfaches höher. Und selbst in Jahren mit Rekordbeschäftigung sind in Deutschland immer noch Millionen Menschen arbeitslos. Wie passt das zusammen? Der Arbeitsmarkt folgt dem gleichen Modell wie andere Märkte, mit einem entscheidenden Unterschied: Die „Ware“ sind Arbeitsstunden von Menschen, und der Preis, der Lohn, lässt sich nicht beliebig nach unten anpassen. In dieser Seite lernen Sie, den Arbeitsmarkt zu modellieren, Arbeitslosigkeit richtig zu messen und zu unterscheiden und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu beurteilen.
Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt: der Gleichgewichtslohn
Aus der Einführungsphase kennen Sie das Marktmodell: Der Preis gleicht Angebot und Nachfrage aus. Am Arbeitsmarkt tauschen die Seiten ihre gewohnten Rollen.
Verschieben Sie die Kurven und beobachten Sie, wie sich der Gleichgewichtslohn und die Beschäftigung verändern. Steigt zum Beispiel die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeit, steigen Lohn und Beschäftigung.
Warum der Arbeitsmarkt kein gewöhnlicher Markt ist
Bricht die Güternachfrage ein, würde im Modell der Lohn sofort sinken, bis der Markt wieder geräumt ist. Dann gäbe es keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit. In der Realität sinken Löhne aber kaum („Lohnstarrheit nach unten“), und Unternehmen entlassen eher Beschäftigte. Dafür gibt es gute Gründe:
-
Tarifverträge legen Löhne für einen festgelegten Zeitraum fest.
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Motivation und Betriebsklima: Wer plötzlich 10 % weniger verdient, arbeitet oft weniger engagiert, und die besten Beschäftigten wechseln zuerst (Effizienzlohn-Argument).
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Fluktuations- und Einarbeitungskosten: Wer geht, nimmt Wissen mit; neue Kräfte zu finden und einzuarbeiten kostet Geld.
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Insider und Outsider: Wer eine Stelle hat (Insider), verteidigt seinen Lohn. Arbeitslose (Outsider) haben kaum Einfluss auf die Lohnverhandlung.
In Deutschland gibt es zudem Kurzarbeit: Sie senkt die Arbeitszeit statt der Beschäftigtenzahl, und die Bundesagentur für Arbeit gleicht einen Teil des Lohnausfalls aus. So werden Entlassungen in Krisen vermieden.
Die Abbildung zeigt den Arbeitsmarkt eines fiktiven Landes: das Angebot an und die Nachfrage nach Arbeit, den Gleichgewichtslohn und einen oberhalb davon festgesetzten…
Die Abbildung zeigt den Arbeitsmarkt eines fiktiven Landes: das Angebot an und die Nachfrage nach Arbeit, den Gleichgewichtslohn und einen oberhalb davon festgesetzten Mindestlohn.
- a) Lesen Sie im Diagramm den Gleichgewichtslohn und den Mindestlohn ab.
- b) Erklären Sie, welches Ungleichgewicht entsteht, wenn der Mindestlohn oberhalb des Gleichgewichts festgesetzt wird.
Bei einer Rezession, die die Nachfrage nach Gütern nach links verschiebt, würden die Löhne – wenn der Arbeitsmarkt wie ein wettbewerblicher Markt für gewöhnliche Güter…
Bei einer Rezession, die die Nachfrage nach Gütern nach links verschiebt, würden die Löhne – wenn der Arbeitsmarkt wie ein wettbewerblicher Markt für gewöhnliche Güter funktionierte – sofort sinken, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist und unfreiwillige Arbeitslosigkeit vermieden wird. In der wirtschaftlichen Realität beobachtet man jedoch eine starke „Lohnstarrheit nach unten“, und die Unternehmen greifen häufig zu Massenentlassungen.
- a) Begründen Sie, warum es sich für ein Unternehmen mit Umsatzeinbruch meist nicht lohnt, eine allgemeine Lohnkürzung von $10\ \%$ für die gesamte Belegschaft durchzusetzen, und es stattdessen lieber $10\ \%$ seiner Beschäftigten entlässt. Stützen Sie Ihre Antwort auf die Effizienzlohntheorie (Arbeitsanstrengung, Adverse Selektion und Arbeitsmoral) sowie auf die Einschränkungen durch Tarifverhandlungen.
- b) Stellen Sie diesen Nachfrageschock bei starren Löhnen im Angebots-Nachfrage-Modell des Arbeitsmarkts grafisch dar und interpretieren Sie die Anpassung über die Menge (die resultierende Arbeitslosigkeit). Prognostizieren Sie, wie sich das Ausmaß der Arbeitslosigkeit zwischen einem Land mit zentralisierten Tarifverträgen und strikten Lohnindexierungsklauseln und einem Land mit dezentralen Verhandlungen auf Unternehmensebene unterscheiden wird.
Der gesetzliche Mindestlohn
Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn (Mindestlohngesetz, MiLoG). Er wurde zunächst mit 8,50 € je Stunde eingeführt. Heute legt ihn die Mindestlohnkommission in der Regel alle zwei Jahre neu fest. Ihr gehören eine Vorsitzende oder ein Vorsitzender, stimmberechtigte Mitglieder der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände sowie beratende Mitglieder aus der Wissenschaft ohne Stimmrecht an. Die Bundesregierung setzt den Beschluss durch Rechtsverordnung in Kraft. Er ist eine Lohnuntergrenze: Darunter darf (von wenigen Ausnahmen abgesehen) kein Arbeitgeber zahlen.
Ziele sind: Beschäftigte vor Niedrigstlöhnen schützen, Aufstocken mit Sozialleistungen verringern, Verteilungsgerechtigkeit stärken und Wettbewerb über Dumpinglöhne begrenzen.
Mindestlohn: Pro und Contra
| Argumente für den Mindestlohn | Argumente gegen den Mindestlohn |
|---|---|
| Schutz vor Niedrigstlöhnen, weniger „Aufstocker“ | Höhere Lohnkosten, vor allem für Geringqualifizierte, Minijobs und strukturschwache Regionen |
| Mehr Kaufkraft bei Geringverdienern, die ihr Geld meist ausgeben | Im Modell: Arbeitsplatzverlust und Verlagerung in Schwarzarbeit |
| Höhere Löhne können Motivation und Bindung verbessern | Preiserhöhungen, wenn Unternehmen die Kosten weitergeben |
Welcher Effekt überwiegt, lässt sich nicht aus dem Modell ableiten, denn er hängt von den Elastizitäten ab: Wie stark reagieren Nachfrage und Angebot auf Lohnänderungen? Es ist deshalb eine empirische Frage. Untersuchungen nach der Einführung 2015 fanden insgesamt nur geringe negative Beschäftigungseffekte, aber Verschiebungen, etwa weniger Minijobs und mehr sozialversicherungspflichtige Stellen. Achten Sie beim Beurteilen auch auf die Interessen der Beteiligten: Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Wissenschaft setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Was ist der branchenübergreifende Mindestlohn (salario mínimo interprofesional), wer legt ihn in Spanien fest und wozu dient er? Erkläre mit eigenen Worten, warum es…
Was ist der branchenübergreifende Mindestlohn (salario mínimo interprofesional), wer legt ihn in Spanien fest und wozu dient er? Erkläre mit eigenen Worten, warum es eine Lohnuntergrenze gibt, obwohl der Markt manchen Beschäftigten weniger zahlen könnte.
In einem fiktiven Arbeitsmarkt läge der Gleichgewichtslohn bei $6\ \text{€}$ pro Stunde. Es wird ein Mindestlohn von $8\ \text{€}$ festgesetzt: Auf diesem Niveau fragen…
In einem fiktiven Arbeitsmarkt läge der Gleichgewichtslohn bei $6\ \text{€}$ pro Stunde. Es wird ein Mindestlohn von $8\ \text{€}$ festgesetzt: Auf diesem Niveau fragen die Unternehmen $1$ Million Arbeitskräfte nach, und $1,3$ Millionen Menschen wollen arbeiten.
- a) Beziffere das Ungleichgewicht und stelle es mit dem Arbeitsmarktmodell dar.
- b) Stelle anhand dieser Daten die Argumente von Befürwortern und Kritikern des Mindestlohns dar und begründe, von welchen Elastizitäten die tatsächliche Wirkung auf die Beschäftigung abhängt.
- c) Welche empirische Evidenz würdest du anfordern, um Klarheit zu gewinnen?
Die Debatte um den Mindestlohn: Die einen behaupten, eine Erhöhung vernichte Arbeitsplätze; die anderen, sie verbessere das Leben der Beschäftigten und wirke sich kaum…
Die Debatte um den Mindestlohn: Die einen behaupten, eine Erhöhung vernichte Arbeitsplätze; die anderen, sie verbessere das Leben der Beschäftigten und wirke sich kaum auf die Einstellungen aus.
- a) Stelle mit dem Arbeitsmarktmodell das Argument derjenigen dar, die sich gegen eine Erhöhung aussprechen.
- b) Welche Daten würdest du anfordern, um zu erfahren, welcher Effekt in der Realität überwiegt? Begründe, warum diese Debatte empirisch und nicht nur theoretisch ist.
Erwerbspersonen, Erwerbstätige und Erwerbslose
Wer zählt eigentlich als „arbeitslos“? Die amtliche Statistik legt dafür genaue Kriterien fest. International gilt das Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Destatis ermittelt die Zahlen daraus über den Mikrozensus (Stichprobenbefragung). Die Kategorien gelten international einheitlich.
Die Erwerbsquote zeigt, wie stark sich die Bevölkerung am Arbeitsmarkt beteiligt:
$$\text{Erwerbsquote} = \frac{\text{Erwerbspersonen}}{\text{Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter}} \cdot 100\,\%$$(In den Aufgaben wird die Bevölkerung ab $16$ Jahren zugrunde gelegt.) Für ein Land ist eine hohe Erwerbsquote vorteilhaft, denn mehr Erwerbspersonen bedeuten mehr Produktion, mehr Beiträge zur Sozialversicherung und ein geringeres Finanzierungsproblem der Renten. Sie stieg in Deutschland in den letzten Jahrzehnten vor allem, weil mehr Frauen bezahlt arbeiten (höhere Bildung, Ausbau der Kinderbetreuung, wachsender Dienstleistungssektor).
Definieren Sie Erwerbspersonen und Nichterwerbspersonen und ordnen Sie zu: eine berufstätige Krankenpflegerin, ein Schüler der gymnasialen Oberstufe, ein Rentner, eine…
Definieren Sie Erwerbspersonen und Nichterwerbspersonen und ordnen Sie zu: eine berufstätige Krankenpflegerin, ein Schüler der gymnasialen Oberstufe, ein Rentner, eine arbeitslose Person auf Arbeitssuche und eine Person, die sich um ihre Familie kümmert, ohne eine bezahlte Arbeit zu suchen.
Definieren Sie nach der spanischen Arbeitskräfteerhebung (Encuesta de Población Activa), wer erwerbstätig, wer erwerbslos und wer Nichterwerbsperson ist. Nennen Sie zu…
Definieren Sie nach der spanischen Arbeitskräfteerhebung (Encuesta de Población Activa), wer erwerbstätig, wer erwerbslos und wer Nichterwerbsperson ist. Nennen Sie zu jeder Gruppe ein konkretes Beispiel aus dem Kreis von Personen, die Sie kennen (echt oder erfunden), und begründen Sie die Einordnung.
Was ist die Erwerbsquote (Erwerbspersonen im Verhältnis zur Bevölkerung ab $16$ Jahren) und warum liegt es im Interesse eines Landes, dass sie steigt? Erklären Sie,…
Was ist die Erwerbsquote (Erwerbspersonen im Verhältnis zur Bevölkerung ab $16$ Jahren) und warum liegt es im Interesse eines Landes, dass sie steigt? Erklären Sie, welcher historische Wandel sie in Spanien in den letzten Jahrzehnten so stark ansteigen ließ (der Einstieg der Frauen in die bezahlte Erwerbsarbeit).
Die Arbeitslosenquote berechnen
Zudem gilt der Zusammenhang: Erwerbstätige = Erwerbspersonen − Arbeitslose.
In einem Land gibt es $20$ Millionen Menschen ab $16$ Jahren, von denen $12$ Millionen Erwerbspersonen und $2$ Millionen arbeitslos sind. a) Berechne die Erwerbsquote…
In einem Land gibt es $20$ Millionen Menschen ab $16$ Jahren, von denen $12$ Millionen Erwerbspersonen und $2$ Millionen arbeitslos sind.
- a) Berechne die Erwerbsquote und die Arbeitslosenquote.
- b) Berechne die Zahl der Erwerbstätigen und erkläre den Zusammenhang zwischen Erwerbspersonen, Erwerbstätigen und Arbeitslosen.
In einer Region gibt es $20.000$ Erwerbspersonen und $3.000$ Arbeitslose. a) Berechne die Arbeitslosenquote und die Zahl der Erwerbstätigen. b) Wenn $1.000$ Arbeitslose…
In einer Region gibt es $20.000$ Erwerbspersonen und $3.000$ Arbeitslose.
- a) Berechne die Arbeitslosenquote und die Zahl der Erwerbstätigen.
- b) Wenn $1.000$ Arbeitslose die Arbeitssuche aufgeben und zu Nichterwerbspersonen werden, was geschieht dann mit der Arbeitslosenquote? Berechne neu und kommentiere das Ergebnis.
Wie aussagekräftig ist die Arbeitslosenquote?
Bei der Arbeitslosigkeit gibt es in Deutschland zwei verschiedene Zahlen. Sie unterscheiden sich, weil unterschiedlich definiert und erhoben wird. Das ist ein Fall für die Frage nach der Validität eines Indikators: Misst er wirklich, was er messen soll?
| Registrierte Arbeitslose (Bundesagentur für Arbeit) | Erwerbslose nach ILO (Destatis, Mikrozensus) | |
|---|---|---|
| Quelle | Meldung bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter | Stichprobenbefragung |
| Kriterium | arbeitslos gemeldet, sucht Arbeit, weniger als $15$ Wochenstunden Arbeit | keine Arbeit (unter 1 Stunde), aktive Suche, kurzfristig verfügbar |
| Bezugsgröße der Quote | zivile Erwerbspersonen | Erwerbspersonen |
| Vorteil | monatlich, regional bis Kreisebene | international vergleichbar |
Beide Zahlen unterschätzen das tatsächliche Ausmaß fehlender Beschäftigung:
-
Unterbeschäftigung (BA): schließt zusätzlich Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik ein (Weiterbildung, Aktivierung), die nicht als arbeitslos zählen.
-
Stille Reserve: Menschen, die gern arbeiten würden, aber nicht (mehr) suchen, zum Beispiel aus Entmutigung. Sie tauchen in keiner Quote auf.
-
Teilzeit: Wer nur wenige Stunden arbeitet, aber mehr arbeiten möchte, gilt als erwerbstätig. Sein Wunsch bleibt unsichtbar.
Aussagekräftiger wird das Bild, wenn man mehrere Indikatoren kombiniert: Erwerbstätige, Erwerbspersonen und Erwerbsquote, das Arbeitsvolumen (geleistete Arbeitsstunden), sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und Einkünfte aus Sozialversicherungsbeiträgen.
Die Arbeitslosenquote einer Region sinkt von $14\ \%$ auf $13\ \%$, doch im selben Jahr sind $100.000$ Personen aus den Erwerbspersonen ausgeschieden (sie haben die…
Die Arbeitslosenquote einer Region sinkt von $14\ \%$ auf $13\ \%$, doch im selben Jahr sind $100.000$ Personen aus den Erwerbspersonen ausgeschieden (sie haben die Arbeitssuche aufgegeben).
- a) Erkläre, wie die Arbeitslosigkeit sinken kann, ohne dass Beschäftigung entstanden ist.
- b) Welche Daten würdest du neben der Arbeitslosenquote betrachten, um zu erkennen, ob sich der Arbeitsmarkt wirklich verbessert (Erwerbstätige, Erwerbspersonen, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung)? Begründe jeweils.
In einem fiktiven Land verkündet die Regierung nach einer Krisenphase, „die offizielle Arbeitslosenquote ist innerhalb eines Jahres von $15,1\ \%$ auf $12,3\ \%$…
In einem fiktiven Land verkündet die Regierung nach einer Krisenphase, „die offizielle Arbeitslosenquote ist innerhalb eines Jahres von $15,1\ \%$ auf $12,3\ \%$ gesunken, was eine kräftige Erholung der Beschäftigung beweist“. Allerdings ist das gesamte Arbeitsvolumen der Volkswirtschaft um $1,8\ \%$ gesunken, die Einnahmen aus Sozialversicherungsbeiträgen stagnieren, und Umfragen zeigen eine Zunahme von Familien mit schweren Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen.
- a) Begründen Sie, wie es mathematisch und wirtschaftlich möglich ist, dass die Arbeitslosenquote sinkt, während das gesamte Arbeitsvolumen (geleistete Arbeitsstunden) und das Lohneinkommen zurückgehen. Analysieren Sie mindestens zwei Situationen (z. B. unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung oder den Entmutigungseffekt), die diese Diskrepanz erklären, ohne dass sie sich in einem Anstieg der offiziellen Arbeitslosigkeit niederschlagen.
- b) Entwerfen Sie einen alternativen quantitativen Indikator für die „Unterauslastung des Arbeitskräftepotenzials“, der die Grenzen der gängigen Arbeitslosenquote überwindet. Legen Sie fest, welche Variablen Sie in den Zähler und in den Nenner aufnehmen würden, und prognostizieren Sie, welche beschäftigungspolitischen Entscheidungen sich ändern würden, wenn die Behörden Ihren Indikator anstelle der offiziellen Quote verwendeten.
Die vier Arten der Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit hat unterschiedliche Ursachen. Wer die Art erkennt, wählt die passende Gegenmaßnahme.
Ein Teil der Arbeitslosigkeit bleibt selbst im Aufschwung bestehen. Man nennt ihn Sockelarbeitslosigkeit. Er besteht vor allem aus friktioneller und struktureller Arbeitslosigkeit. Ein wenig friktionelle Arbeitslosigkeit ist sogar ein Zeichen eines gesunden Marktes: Wer nicht die erstbeste Stelle nimmt, sondern sucht, findet oft die besser passende. Verringern lässt sie sich durch bessere Information: Stellenbörsen, Jobportale, Beratung und Vermittlung durch die Agentur für Arbeit.
Nennen Sie die vier Arten der Arbeitslosigkeit und ordnen Sie jeden Fall seiner Art zu: ein Kellner in einem Skigebiet im Sommer, ein durch Selbstbedienungskassen…
Nennen Sie die vier Arten der Arbeitslosigkeit und ordnen Sie jeden Fall seiner Art zu: ein Kellner in einem Skigebiet im Sommer, ein durch Selbstbedienungskassen ersetzter Kassierer, ein frisch Ausgebildeter, der Monate braucht, um seine erste Stelle zu finden, und eine in einer Rezession entlassene Arbeiterin.
Eine Person braucht nach dem Abschluss drei Monate, um ihre erste Stelle zu finden, obwohl es in ihrer Branche Angebote gibt. a) Welche Art von Arbeitslosigkeit liegt…
Eine Person braucht nach dem Abschluss drei Monate, um ihre erste Stelle zu finden, obwohl es in ihrer Branche Angebote gibt.
- a) Welche Art von Arbeitslosigkeit liegt vor und warum gilt sie als fast „natürlich“ (normal in jeder Volkswirtschaft)?
- b) Begründe, warum ein wenig dieser Arbeitslosigkeit sogar ein Zeichen für einen gesunden Markt sein kann (Suche nach der passenden Stelle) und welche Maßnahmen sie verringern (Stellenangebote bekannt machen, Portale, Beratung).
Eine Fahrradfabrik schließt, weil E-Scooter den städtischen Markt dominieren. a) Welche Art von Arbeitslosigkeit entsteht bei ihren Beschäftigten? Begründe. b) Schlage…
Eine Fahrradfabrik schließt, weil E-Scooter den städtischen Markt dominieren.
- a) Welche Art von Arbeitslosigkeit entsteht bei ihren Beschäftigten? Begründe.
- b) Schlage eine für diese Art der Arbeitslosigkeit geeignete Gegenmaßnahme vor und erkläre, wie sie wirken würde.
Strukturwandel und Saisonarbeit: zwei Fallbeispiele
Ein Bergbaurevier schließt seine letzten Schächte: Tausende Beschäftigte im Alter von $50$ Jahren mit hochspezialisierten Berufen verlieren ihre Arbeit in einer Gegend…
Ein Bergbaurevier schließt seine letzten Schächte: Tausende Beschäftigte im Alter von $50$ Jahren mit hochspezialisierten Berufen verlieren ihre Arbeit in einer Gegend ohne andere Industrien.
- a) Um welche Art von Arbeitslosigkeit handelt es sich und worin unterscheidet sie sich von der eines Kellners am Ende des Sommers?
- b) Erkläre, warum Umschulungskurse nicht ausreichen, wenn sich keine Unternehmen in der Region ansiedeln, und welche ergänzenden Maßnahmen nötig wären (Infrastruktur, Ansiedlung von Unternehmen, Mobilitätshilfen).
In einer Küstengemeinde mit $12.000$ Einwohnern steigt die Arbeitslosenquote von $4,5\ \%$ im August auf $24,8\ \%$ im Januar. Der Beigeordnete für Beschäftigung…
In einer Küstengemeinde mit $12.000$ Einwohnern steigt die Arbeitslosenquote von $4,5\ \%$ im August auf $24,8\ \%$ im Januar. Der Beigeordnete für Beschäftigung behauptet: „Um dieses Problem zu beenden, müssen wir weder Geld für Weiterbildung noch für Umstrukturierung ausgeben: Es genügt, dass die Gemeinde die Tourismusbetriebe subventioniert, damit sie im Winter nicht schließen.“
- a) Widerlegen Sie die Aussage des Beigeordneten wirtschaftlich, indem Sie die Art der Arbeitslosigkeit bestimmen und Durchführbarkeit, Opportunitätskosten und Nachhaltigkeit analysieren, Betriebe ohne ausreichende Nachfrage geöffnet zu halten.
- b) Entwerfen Sie einen alternativen mittelfristigen Sofortplan, der Maßnahmen zur Entzerrung der Saisonalität mit der Diversifizierung in eine andere Wirtschaftstätigkeit verbindet. Begründen Sie, welche zwei Arbeitsmarktindikatoren Sie nutzen würden, um nach vier Jahren zu bewerten, ob Ihr Plan erfolgreich war.
Vertragsformen, Flexibilisierung und prekäre Beschäftigung
Das klassische Leitbild ist das Normalarbeitsverhältnis: unbefristet, in Vollzeit, sozialversicherungspflichtig. Daneben gibt es atypische Beschäftigungsformen. Dieser Wandel heißt Flexibilisierung der Arbeitswelt.
| Vertragsform | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Unbefristet | Planungssicherheit, Kündigungsschutz, Anreiz zu Weiterbildung | Für Unternehmen schwieriger anzupassen |
| Befristet | Flexibilität für das Unternehmen, Einstieg und Erprobung | Unsicherheit, schwer planbar (Wohnung, Kredit), weniger Weiterbildung |
| Teilzeit | Vereinbarkeit mit Familie oder Studium | Geringeres Einkommen und geringere Rente |
| Minijob | Einfach für beide Seiten, Einkommen steuerfrei | Kaum Absicherung, keine Aufstiegschancen |
| Leiharbeit | Flexibler Einsatz für Betriebe | Oft niedrigerer Lohn, unsichere Perspektive |
Problematisch wird es bei prekärer Beschäftigung: Arbeitsverhältnisse, die weder ein existenzsicherndes Einkommen noch eine dauerhafte soziale Absicherung bieten. Frauen sind davon häufiger betroffen, weil sie öfter in Teilzeit und Minijobs arbeiten (mehr dazu im Abschnitt zur Entgeltlücke). Zudem sind Jüngere überproportional befristet beschäftigt. Ein Unternehmen mit vielen kurzfristig Befristeten hat wenig Anreiz, in deren Weiterbildung zu investieren, da sich die Investition nicht amortisiert, wenn sie bald gehen. Wenn ein Teil der Beschäftigten (stabil, unbefristet) und ein anderer (unsicher, befristet) getrennt voneinander dastehen, spricht man von Dualität des Arbeitsmarktes.
Bildung, Überqualifizierung und Mismatch
Bildung schützt im Durchschnitt vor Arbeitslosigkeit: Je höher der Abschluss, desto niedriger die Arbeitslosenquote. Dennoch können hohe Bildung und Probleme beim Einstieg nebeneinander bestehen:
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Überqualifizierung: Absolventen arbeiten in Stellen, die keinen Hochschulabschluss erfordern, und erhalten entsprechend weniger Lohn.
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Mismatch: Die Fachrichtungen oder Qualifikationen der Arbeitsuchenden passen nicht zu den offenen Stellen (Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit).
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Dualität: Wer nur befristete Verträge bekommt, wechselt oft in kurzen Abständen in die Arbeitslosigkeit.
Auch die Jugendarbeitslosigkeit (Quote der unter 25-Jährigen) fällt oft höher aus als die Gesamtquote, weil Jüngere häufiger befristet starten und öfter die Stelle wechseln. Sie kann hoch sein, obwohl viele einen Hochschulabschluss haben: Dann passen Fachrichtung und Anforderungen nicht zusammen (Mismatch), und befristete Verträge (Dualität) führen immer wieder in die Arbeitslosigkeit.
Eine Quote allein sagt also wenig über die Qualität der Beschäftigung. Lohn, Passung zur Qualifikation und Stabilität des Verhältnisses gehören dazu.
Unterscheide zwischen unbefristetem und befristetem Arbeitsvertrag. Erkläre, welche Vor- und Nachteile jeder für Beschäftigte und Unternehmen hat und warum so viele…
Unterscheide zwischen unbefristetem und befristetem Arbeitsvertrag. Erkläre, welche Vor- und Nachteile jeder für Beschäftigte und Unternehmen hat und warum so viele Jugendliche befristete Verträge bekommen.
Obwohl $45\ \%$ der jungen Spanierinnen und Spanier im Alter von $25$ bis $29$ Jahren einen Hochschulabschluss haben (über dem EU-Durchschnitt), ist die…
Obwohl $45\ \%$ der jungen Spanierinnen und Spanier im Alter von $25$ bis $29$ Jahren einen Hochschulabschluss haben (über dem EU-Durchschnitt), ist die Jugendarbeitslosenquote doppelt so hoch wie die europäische und besteht neben Klagen der Unternehmen über Arbeitskräftemangel in technischen und Dienstleistungsbranchen.
- a) Begründen Sie, warum hohe akademische Bildung und hohe Jugendarbeitslosigkeit nebeneinander bestehen, indem Sie Überqualifizierung, Qualifikationsungleichgewicht (Mismatch) und die Dualität des Arbeitsmarkts (befristete vs. unbefristete Verträge) analysieren. Erklären Sie den wirtschaftlichen Mechanismus, der diese Faktoren mit Produktivität und Arbeitsplatzfluktuation verbindet.
- b) Ein Politiker schlägt vor, jeder Person unter $25$ Jahren ohne Arbeit eine direkte Beihilfe von $400\ \text{€}$ monatlich zu gewähren. Sagen Sie die Wirkungen dieser Maßnahme auf die Jugenderwerbsquote und den Anspruchslohn voraus und entwerfen Sie eine alternative Maßnahme auf Grundlage von Anreizen für Ausbildungsverträge oder für den Übergang von der Schule in den Beruf; begründen Sie, warum sie effizienter wäre.
Betrachten Sie die folgenden Daten eines Arbeitsmarktes: Die Arbeitslosenquote von Personen ohne nachobligatorischen Sekundarabschluss beträgt $18,2\ \%$, die von…
Betrachten Sie die folgenden Daten eines Arbeitsmarktes: Die Arbeitslosenquote von Personen ohne nachobligatorischen Sekundarabschluss beträgt $18,2\ \%$, die von Absolventen einer höheren Berufsausbildung (Formación Profesional de Grado Superior) $8,1\ \%$ und die von Hochschulabsolventen $7,4\ \%$. Allerdings arbeiten $30\ \%$ der Hochschulabsolventen in Stellen, die keine Hochschulqualifikation erfordern, und das durchschnittliche Einstiegsgehalt ihrer ersten Stelle liegt nur um $5\ \%$ über dem der Techniker mit höherer Berufsausbildung.
- a) Interpretieren Sie diese Daten und widerlegen Sie die Aussage: „Ein Hochschulstudium ist stets die Option, die im Vergleich zu jeder anderen Ausbildungsalternative die beste Eingliederung und wirtschaftliche Rendite garantiert.“ Stützen Sie Ihre Argumentation auf die Konzepte Opportunitätskosten, Überqualifizierung und die Humankapitaltheorie im Vergleich zur Signaltheorie.
- b) Entwerfen Sie eine staatliche Maßnahme für Jugendliche mit dem Risiko eines frühzeitigen Schulabbruchs, um ihnen den Einstieg in Branchen mit unbesetzten Stellen zu erleichtern. Begründen Sie die wirtschaftlichen Anreize, die Sie sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den einstellenden Unternehmen bieten würden, und nennen Sie einen möglichen negativen externen Effekt oder Fehlanreiz, dem bei der Umsetzung vorgebeugt werden muss.
Tarifautonomie, Tarifverträge und Arbeitszeit
In Deutschland legen Löhne und Arbeitsbedingungen zu einem großen Teil nicht Staat oder einzelne Arbeitgeber fest, sondern die Tarifparteien. Das garantiert die Tarifautonomie (Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz).
Beide Seiten verfolgen Interessen: Gewerkschaften wollen höhere Löhne, kürzere Arbeitszeit und Sicherheit, auch für Teilzeitbeschäftigte und Minijobberinnen, von denen viele Frauen sind (etwa Forderungen nach Rückkehrrecht in Vollzeit). Arbeitgeberverbände achten auf Lohnkosten, Wettbewerbsfähigkeit und flexible Arbeitszeiten. Das gilt auch beim Mindestlohn: Gewerkschaften fordern eine stärkere Anhebung, Arbeitgeberverbände warnen vor Beschäftigungsrisiken.
Lohn- und Arbeitszeitpolitik
Lohnabschlüsse haben volkswirtschaftliche Wirkungen und berühren zwei der Ziele der Wirtschaftspolitik:
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Umverteilung/Gerechtigkeit: Steigen die Löhne stärker als die Gewinne, verschiebt sich die Verteilung zugunsten der Arbeitnehmer.
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Stabilität: Zu hohe Lohnabschlüsse können die Preise treiben (Lohn-Preis-Spirale). Zu niedrige schwächen die Kaufkraft und damit die Nachfrage.
Arbeitszeitmodelle machen Arbeit flexibel, ohne zu entlassen: Gleitzeit, Teilzeit, Arbeitszeitkonten (Überstunden werden in Zeiten niedriger Nachfrage abgebaut), Schichtmodelle, Homeoffice und Kurzarbeit. Intern flexible Unternehmen setzen auf Qualifizierung mehrerer Aufgaben und flexible Stunden, extern flexible Unternehmen dagegen auf befristete Verträge und Leiharbeit. Die Wirkung einer Einschränkung der Befristung hängt vom Betrieb ab: Wer vor allem über kurze Befristungen anpasst, muss auf Zeitkonten, Überstunden und Qualifizierung umstellen oder auf Dauerbeschäftigung, was zunächst die Kosten erhöhen kann, langfristig aber Produktivität und Bindung stärken kann.
Was sind Tarifverhandlungen und wer sitzt am Verhandlungstisch (Vertreter der Beschäftigten und der Unternehmen)? Erkläre, was ein Tarifvertrag ist, und nenne zwei…
Was sind Tarifverhandlungen und wer sitzt am Verhandlungstisch (Vertreter der Beschäftigten und der Unternehmen)? Erkläre, was ein Tarifvertrag ist, und nenne zwei Dinge, die er üblicherweise regelt (Löhne, Arbeitszeit).
Zwei Unternehmen der Logistikbranche gehen unterschiedlich mit der Saisonalität ihrer Aufträge um: Unternehmen A greift auf sehr kurze befristete Verträge zurück, die es…
Zwei Unternehmen der Logistikbranche gehen unterschiedlich mit der Saisonalität ihrer Aufträge um: Unternehmen A greift auf sehr kurze befristete Verträge zurück, die es beendet, sobald das Arbeitsaufkommen sinkt; Unternehmen B behält eine feste Belegschaft und begegnet Nachfragespitzen mit polyvalenter Qualifizierung, flexiblen Arbeitszeiten und Überstunden. Eine Arbeitsmarktreform schränkt die befristete Beschäftigung drastisch ein und erhöht die Sanktionen bei ungerechtfertigter Nutzung.
- a) Sagen Sie die Auswirkungen dieser Rechtsänderung auf Unternehmen A im Hinblick auf seine Arbeitsproduktivität, seine Anreize zu Investitionen in Humankapital und seine durchschnittlichen Arbeitskosten kurz- und langfristig voraus. Begründen Sie Ihre Antwort, indem Sie die Anreize von Unternehmen und Beschäftigten denen von Unternehmen B gegenüberstellen.
- b) Ein Analyst behauptet: „Die Reform ist ein unbestreitbarer Erfolg, weil die Befristungsquote in zwei Jahren um $10$ Prozentpunkte gesunken ist.“ Erörtern Sie, welche weiteren Daten und Indikatoren (wie die durchschnittliche Vertragsdauer, die Nutzung der Probezeit oder die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden) Sie anfordern würden, um zu prüfen, ob echte Stabilität erreicht wurde oder ob sich die Prekarität auf Formen wie die „fijos discontinuos“ (unbefristete Verträge mit saisonaler Unterbrechung) verlagert hat.
Arbeitsmarktpolitik: aktiv, passiv und Langzeitarbeitslosigkeit
Zuständig sind die Bundesagentur für Arbeit (Agenturen für Arbeit) und für das Bürgergeld die Jobcenter. Beide Arten der Politik gehören zu den Grundprinzipien des Sozialstaats (Art. 20 GG): Solidarität bei Risiken wie Arbeitslosigkeit (passiv) und Hilfe zur Selbsthilfe (aktiv).
Unterscheide zwischen aktiver und passiver Arbeitsmarktpolitik und ordne diese Maßnahmen zu: Umschulungskurse für Arbeitslose, das Arbeitslosengeld,…
Unterscheide zwischen aktiver und passiver Arbeitsmarktpolitik und ordne diese Maßnahmen zu: Umschulungskurse für Arbeitslose, das Arbeitslosengeld, Einstellungszuschüsse für Jugendliche und eine Sozialleistung als Grundsicherung. Welches Ziel verfolgt jede der beiden Maßnahmengruppen?
Ein Schweißerkurs für $200$ Arbeitslose bringt $60$ von ihnen innerhalb von sechs Monaten in Arbeit. a) Ist das ein Erfolg oder ein Misserfolg? Erkläre, mit welcher…
Ein Schweißerkurs für $200$ Arbeitslose bringt $60$ von ihnen innerhalb von sechs Monaten in Arbeit.
- a) Ist das ein Erfolg oder ein Misserfolg? Erkläre, mit welcher Vergleichsgruppe du das herausfinden würdest (wie viele hätten auch ohne den Kurs eine Stelle gefunden?).
- b) Welche weiteren Daten würdest du zur Bewertung der Maßnahme anfordern (Qualität und Dauer der Beschäftigungsverhältnisse, Löhne, Kosten pro Vermittlung)?
Zurück zum Anfang: Selbst bei hoher Beschäftigung bleibt Arbeitslosigkeit, weil Suchen und Wechseln Zeit kostet (friktionell), Qualifikationen und Regionen nicht immer passen (strukturell), Branchen saisonal schwanken und die Konjunktur wechselt. Dazu kommen Preise, die sich nicht frei anpassen können, etwa durch Tarifverträge oder einen Mindestlohn über dem Gleichgewicht. Wie sich die Lage zwischen Münster und Gelsenkirchen unterscheidet, erklärt vor allem die strukturelle Arbeitslosigkeit.