Die Fotosynthese
Taucht man einen Spross der Wasserpest (Elodea) in ein Aquarium und beleuchtet ihn, steigt ein gleichmäßiger Strom von Gasblasen auf. Dunkelt man ab, hört er auf. Welches Gas entsteht hier? Und woher stammt eigentlich die ganze Masse, die eine Pflanze beim Wachsen zulegt? Auf dieser Seite klären wir beides.
Die Gesamtgleichung und ihre Bedeutung
$$6\ \text{CO}_2 + 12\ \text{H}_2\text{O} \xrightarrow{\text{Licht}} \text{C}_6\text{H}_{12}\text{O}_6 + 6\ \text{O}_2 + 6\ \text{H}_2\text{O}$$Oft kürzt man auf der rechten und linken Seite $6\ \text{H}_2\text{O}$ und schreibt $6\ \text{CO}_2 + 6\ \text{H}_2\text{O} \rightarrow \text{C}_6\text{H}_{12}\text{O}_6 + 6\ \text{O}_2$. Die ausführliche Form zeigt aber, dass nicht dasselbe Wasser verbraucht und gebildet wird: Das verbrauchte Wasser liefert den Sauerstoff, das neu gebildete Wasser entsteht im Calvin-Zyklus.
Geben Sie die Gesamtgleichung der Fotosynthese an und benennen Sie die Edukte, die Produkte und die Energiequelle des Vorgangs.
Geben Sie die Gesamtgleichung der Fotosynthese an und benennen Sie die Edukte, die Produkte und die Energiequelle des Vorgangs.
Nennen und erklären Sie drei Gründe, warum die Fotosynthese für das Leben auf der Erde unverzichtbar ist. Berücksichtigen Sie dabei Stoffe, Energie und Atmosphäre.
Nennen und erklären Sie drei Gründe, warum die Fotosynthese für das Leben auf der Erde unverzichtbar ist. Berücksichtigen Sie dabei Stoffe, Energie und Atmosphäre.
Pigmente, Spektren und Chromatografie
Warum sind Blätter grün, und welche Lichtfarben nutzt eine Pflanze eigentlich? Licht ist nur dann nutzbar, wenn es von einem Farbstoff absorbiert wird. Alles andere wird reflektiert oder durchgelassen.
Die Kurven sind schematisch. Wichtig ist die Form: Es gibt zwei Absorptionsmaxima, im blauvioletten und im roten Bereich, und ein Minimum im grünen Bereich.
Pigmente trennen: Chromatografie
Ein Blattextrakt (z. B. aus Spinat) enthält mehrere Pigmente. Mit der Chromatografie trennt man sie. Der Extrakt wird als Startpunkt auf Papier oder eine Dünnschichtplatte aufgetragen. Ein Laufmittel steigt auf und nimmt die Stoffe unterschiedlich weit mit. Das hängt von der Löslichkeit im Laufmittel und der Haftung an der festen Phase ab.
$$R_f = \frac{\text{Laufstrecke der Substanz}}{\text{Laufstrecke des Laufmittels}}$$Der $R_f$-Wert ist für jede Substanz unter gleichen Bedingungen charakteristisch und liegt immer zwischen 0 und 1. So kann man Pigmente identifizieren.
Engelmanns Versuch (1882)
Theodor W. Engelmann beleuchtete einen Faden der Grünalge Spirogyra mit einem Spektrum aus einem Prisma. Als Sauerstoffindikator nutzte er aerotaktische Bakterien, die sich dorthin bewegen, wo viel O₂ vorhanden ist. Die Bakterien sammelten sich vor allem im blauvioletten und im roten Bereich, kaum im Grünen. Das Wirkungsspektrum stimmt also mit dem Absorptionsspektrum der Pigmente überein. Das belegt, dass die Pigmente die Lichtenergie für die Fotosynthese liefern.
Welcher Farbstoff fängt bei der Fotosynthese das Licht ein und in welchem Zellorganell befindet er sich? Erklären Sie, warum Blätter grün sind und was im Herbst bei…
Welcher Farbstoff fängt bei der Fotosynthese das Licht ein und in welchem Zellorganell befindet er sich? Erklären Sie, warum Blätter grün sind und was im Herbst bei laubabwerfenden Arten mit dieser Farbe geschieht.
Nennen Sie die wichtigsten Fotosynthesepigmente (Chlorophyll a und b, Carotinoide) und erklären Sie, was ein Absorptionsspektrum ist: Welche Lichtfarben werden genutzt…
Nennen Sie die wichtigsten Fotosynthesepigmente (Chlorophyll a und b, Carotinoide) und erklären Sie, was ein Absorptionsspektrum ist: Welche Lichtfarben werden genutzt und welche reflektiert? Stellen Sie den Zusammenhang zur Farbe her, die wir sehen.
1882 beleuchtete T. W. Engelmann einen Faden der Grünalge Spirogyra* mit einem durch ein Prisma erzeugten Spektrum des sichtbaren Lichts und nutzte bewegliche,…
1882 beleuchtete T. W. Engelmann einen Faden der Grünalge Spirogyra mit einem durch ein Prisma erzeugten Spektrum des sichtbaren Lichts und nutzte bewegliche, aerotaktische Bakterien, um die Sauerstoffproduktion sichtbar zu machen.
- a) Bestimmen Sie in diesem Versuchsaufbau die unabhängige Variable, die abhängige Variable und den Biosensor und begründen Sie die biologische Grundlage der Bakterienbewegung.
- b) Sagen Sie voraus, bei welchen Wellenlängen des Spektrums ($400\text{--}700\ \text{nm}$) die dichtesten Bakterienansammlungen beobachtet wurden, und begründen Sie, warum diese Verteilung vor allem mit dem Absorptionsspektrum der Chlorophylle korreliert und nicht allein mit dem der akzessorischen Carotinoide erklärt werden kann.
- c) Stellen Sie sich vor, der Versuch würde wiederholt, wobei Spirogyra durch ein benthisches Cyanobakterium der Tiefe mit Phycobilinen ersetzt wird (Pigmente mit optimaler Absorption zwischen $500$ und $600\ \text{nm}$). Sagen Sie voraus, wie sich das Muster der Bakterienansammlung verändern würde, und leiten Sie den ökologischen Vorteil dieser Pigmente in Gewässerlebensräumen ab.
Vom Blatt zum Chloroplasten
Fotosynthese ist auf mehreren Ebenen an die fotoautotrophe Lebensweise angepasst: Organ (Blatt), Gewebe, Zelle und Zellorganell. Auf jeder Ebene gilt: Struktur und Funktion passen zusammen.
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Cuticula und Epidermis: Die Cuticula schützt vor Wasserverlust, die Epidermis ist durchsichtig, sodass das Licht ins Blatt gelangt.
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Palisadengewebe: dicht gepackte, längliche Zellen mit sehr vielen Chloroplasten direkt unter der lichtzugewandten Seite: hier wird das meiste Licht genutzt.
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Schwammgewebe: Interzellularräume ermöglichen die Diffusion von CO₂ und O₂ und die Verteilung zu den Zellen.
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Spaltöffnungen: regulierbare Poren, meist unterseits. Sie ermöglichen den Gasaustausch (CO₂ hinein, O₂ und Wasserdampf hinaus).
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Leitbündel: Das Xylem bringt Wasser und Mineralsalze zum Blatt, das Phloem transportiert Zucker (Saccharose) aus dem Blatt in die übrigen Pflanzenteile (Wurzel, Früchte, Speicherorgane).
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Sonnen- und Schattenblatt: Sonnenblätter einer Rotbuche sind dicker, mit mehrschichtigem Palisadengewebe. Schattenblätter sind dünner und größer, mit mehr Chlorophyll pro Fläche, um wenig Licht zu nutzen.
Feinbau des Chloroplasten
Erklären Sie, wo im Chloroplasten die Fotosynthese stattfindet: Was sind Thylakoide und Grana, was ist das Stroma? Geben Sie an, welcher Teilprozess in welchem…
Erklären Sie, wo im Chloroplasten die Fotosynthese stattfindet: Was sind Thylakoide und Grana, was ist das Stroma? Geben Sie an, welcher Teilprozess in welchem Kompartiment abläuft.
Das Schema zeigt den Stoffaustausch in einem Blatt während der Fotosynthese. a) Geben Sie an, welchen Stoff der mit „?“ markierte Pfeil, der über die Blattader aus dem…
Das Schema zeigt den Stoffaustausch in einem Blatt während der Fotosynthese. a) Geben Sie an, welchen Stoff der mit „?“ markierte Pfeil, der über die Blattader aus dem Blatt führt, transportiert und in welche Pflanzenteile er gelangt. b) Formulieren Sie die Gesamtgleichung des Vorgangs und ordnen Sie jeden Pfeil den Edukten oder Produkten zu. c) Benennen Sie die Struktur der Epidermis, durch die das $\text{CO}_2$ aufgenommen wird.
Primärreaktionen: Fotolyse des Wassers
Lange glaubte man, der Sauerstoff stamme aus dem CO₂. Dann zeigten Versuche mit dem Isotop ¹⁸O: Wird Wasser mit ¹⁸O eingesetzt, enthält der freigesetzte Sauerstoff die Markierung. Wird CO₂ mit ¹⁸O eingesetzt, nicht. Damit war klar: Der O₂ stammt aus dem Wasser.
Fotosystem II gibt vom Licht angeregte Elektronen ab, die die Elektronentransportkette durchlaufen; der Ersatz stammt aus der Fotolyse des Wassers. Danach werden sie im Fotosystem I erneut angeregt und reduzieren schließlich NADP⁺ zu NADPH + H⁺. Entlang der Kette werden Protonen in den Thylakoidinnenraum gepumpt. Zusammen mit den Protonen der Fotolyse entsteht ein Protonengradient. Die Protonen strömen durch die ATP-Synthase zurück ins Stroma und treiben die ATP-Bildung an (chemiosmotische ATP-Bildung, wie in den Mitochondrien).
Die Pflanze nutzt ATP und NADPH + H⁺ für den Calvin-Zyklus. Der Sauerstoff ist aus Sicht der Pflanze ein Nebenprodukt.
Aus welchem Molekül stammt der Sauerstoff, der bei der Fotosynthese freigesetzt wird: aus $\text{CO}2$ oder aus Wasser? Erklären Sie, wie dies mithilfe markierter…
Aus welchem Molekül stammt der Sauerstoff, der bei der Fotosynthese freigesetzt wird: aus $\text{CO}_2$ oder aus Wasser? Erklären Sie, wie dies mithilfe markierter Isotope ($\text{O-18}$) nachgewiesen wurde und warum das Ergebnis entscheidend war.
Erklären Sie, was die Fotolyse des Wassers ist und welche drei Produkte dabei entstehen (Elektronen, Protonen und Sauerstoff). Geben Sie an, wofür die Pflanze die ersten…
Erklären Sie, was die Fotolyse des Wassers ist und welche drei Produkte dabei entstehen (Elektronen, Protonen und Sauerstoff). Geben Sie an, wofür die Pflanze die ersten beiden verwendet.
Unterscheiden Sie die lichtabhängige und die lichtunabhängige Reaktion (Calvin-Zyklus) der Fotosynthese: In welchem Teil des Chloroplasten läuft jede ab, welche Stoffe…
Unterscheiden Sie die lichtabhängige und die lichtunabhängige Reaktion (Calvin-Zyklus) der Fotosynthese: In welchem Teil des Chloroplasten läuft jede ab, welche Stoffe werden aufgenommen und was entsteht jeweils?
Sekundärreaktionen: der Calvin-Zyklus
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Fixierung: Das Enzym Rubisco bindet CO₂ an Ribulose-1,5-bisphosphat (RuBP, C₅). Es entstehen zwei Moleküle 3-Phosphoglycerat (C₃).
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Reduktion: 3-Phosphoglycerat wird mit ATP und NADPH + H⁺ zu Triosephosphat (C₃) reduziert.
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Regeneration: Von sechs Triosephosphat-Molekülen verlassen eines den Zyklus. Aus den anderen fünf wird unter ATP-Verbrauch wieder RuBP gebildet.
Die Gesamtgleichungen von Fotosynthese und Zellatmung wirken symmetrisch. Begründen Sie, warum es sich trotzdem nicht um Umkehrprozesse handelt: Vergleichen Sie…
Die Gesamtgleichungen von Fotosynthese und Zellatmung wirken symmetrisch. Begründen Sie, warum es sich trotzdem nicht um Umkehrprozesse handelt: Vergleichen Sie Organellen, Mechanismen und die energetische Richtung beider Prozesse.
Limitierende Faktoren
Die Fotosyntheserate steigt bei zunehmender Beleuchtung zunächst fast linear an, dann flacht die Kurve ab und erreicht ein Plateau. Warum hilft noch mehr Licht dann nicht mehr?
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Lichtintensität: Bei wenig Licht fehlt ATP und NADPH + H⁺. Bei hoher Intensität sind alle Fotosysteme und Enzyme ausgelastet. Das ist die Lichtsättigung. Sehr starkes Licht kann das System sogar schädigen.
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CO₂-Konzentration: Die Rate steigt mit der CO₂-Konzentration bis zu einer Sättigung. Die Luft enthält nur etwa $0{,}04\,\%$ CO₂.
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Temperatur: Die Sekundärreaktionen sind enzymatisch. Sie haben ein Temperaturoptimum (bei vielen Pflanzen unserer Breiten ca. $20$–$30\,°\text{C}$). Bei Kälte laufen sie langsam, bei großer Hitze denaturieren die Enzyme.
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Wechselwirkung: Die Wirkung eines Faktors hängt von den anderen ab. Bei hoher Lichtintensität profitiert die Pflanze stärker von mehr CO₂.
Nennen Sie drei Umweltfaktoren, die die Fotosyntheserate beeinflussen (Lichtintensität, $\text{CO}2$-Konzentration und Temperatur), und erklären Sie kurz, wie jeder…
Nennen Sie drei Umweltfaktoren, die die Fotosyntheserate beeinflussen (Lichtintensität, $\text{CO}_2$-Konzentration und Temperatur), und erklären Sie kurz, wie jeder wirkt, wenn er knapp oder im Übermaß vorhanden ist.
Gewächshäuser reichern die Luft mit $\text{CO}2$ an, um den Ertrag zu steigern. Erklären Sie mithilfe des Gesetzes des Minimums (limitierender Faktor), warum das…
Gewächshäuser reichern die Luft mit $\text{CO}_2$ an, um den Ertrag zu steigern. Erklären Sie mithilfe des Gesetzes des Minimums (limitierender Faktor), warum das funktioniert, ob die erzielbare Ertragssteigerung unbegrenzt ist und welche anderen Faktoren limitierend werden, sobald der $\text{CO}_2$-Mangel behoben ist.
Ein kommerzielles Tomatengewächshaus in Almería installiert zusätzliche LED-Beleuchtung, um den Winterertrag zu steigern. Als die Bestrahlungsstärke von $400$ auf…
Ein kommerzielles Tomatengewächshaus in Almería installiert zusätzliche LED-Beleuchtung, um den Winterertrag zu steigern. Als die Bestrahlungsstärke von $400$ auf $800\ \mu\text{mol}\cdot\text{m}^{-2}\cdot\text{s}^{-1}$ erhöht wird, steigt die $\text{CO}_2$-Fixierungsrate nur um $4\,\%$ und erreicht ein unerwartetes Plateau.
- a) Begründen Sie auf physiologischer und molekularer Ebene, warum die Fotosyntheserate ab einer bestimmten Lichtintensität gesättigt ist, obwohl weitere Photonen zur Verfügung stehen.
- b) Formulieren Sie eine Hypothese, welcher alternative Umweltfaktor den Vorgang im Gewächshaus limitiert, und entwerfen Sie ein Experiment mit kontrollierten Variablen, um sie zu überprüfen.
- c) Sagen Sie begründet voraus, wie sich die Lichtsättigungskurve und die maximale Fotosyntheserate verändern, wenn die Gewächshausatmosphäre mit gasförmigem $\text{CO}_2$ angereichert wird.
Hitze und Trockenheit: Fotorespiration, C₄- und CAM-Pflanzen
Rubisco ist ein bifunktionales Enzym: Es kann statt CO₂ auch O₂ an RuBP binden (Oxygenierung). Dieser Nebenweg heißt Fotorespiration. Er verbraucht Energie, setzt CO₂ frei und liefert keinen Zucker. Er nimmt mit hoher Temperatur und niedrigem CO₂/O₂-Verhältnis zu. Das ist besonders bei geschlossenen Spaltöffnungen der Fall, wenn die Pflanze bei Hitze Wasser sparen muss.
Manche Pflanzen umgehen das Problem: C₄-Pflanzen (Mais, Hirse) konzentrieren CO₂ in den Bündelscheidenzellen bei Rubisco, CAM-Pflanzen (Kakteen) öffnen die Spaltöffnungen nachts und speichern CO₂ als Malat in der Vakuole. Morgens ist daher der Säuregehalt hoch, am späten Nachmittag niedrig.
In einem Anbauversuch in einer semiariden Region, die von einer Hitzewelle ($38\ ^\circ\text{C}$) und sommerlicher Dürre betroffen ist, werden drei benachbarte Parzellen…
In einem Anbauversuch in einer semiariden Region, die von einer Hitzewelle ($38\ ^\circ\text{C}$) und sommerlicher Dürre betroffen ist, werden drei benachbarte Parzellen untersucht: Weizen (C3), Hirse (C4) und Feigenkaktus (Opuntia, CAM).
- a) Gemessen werden die Vakuolensäure (Malatkonzentration) und die Spaltöffnungsweite um 03:00 Uhr nachts und um 14:00 Uhr mittags. Sagen Sie voraus, welche Kulturpflanze um 03:00 Uhr die höchste Säurekonzentration zeigt, und begründen Sie, wie ihr diese Anpassung das Überleben bei minimalem Wasserverbrauch ermöglicht.
- b) Während der Mittagsstunden senkt der Weizen seine Netto-Kohlenstoffassimilationsrate drastisch auf Werte nahe null, während die Hirse eine sehr hohe positive Nettorate beibehält. Begründen Sie diesen Gegensatz auf enzymatischer Ebene (RuBisCO gegenüber PEP-Carboxylase) im Zusammenhang mit dem Spaltöffnungsschluss und der Fotorespiration.
- c) In einem Versuchsszenario mit künstlich angereichertem $\text{CO}_2$, aber ohne Wassermangel: Sagen Sie voraus, welche der beiden Kulturpflanzen (C3 oder C4) den größeren prozentualen Anstieg ihrer Fotosyntheserate zeigt, und begründen Sie dies.
Das Enzym RuBisCO ist bifunktional: Es katalysiert sowohl die Carboxylierung (Fotosynthese) als auch die Oxygenierung von Ribulose-1,5-bisphosphat (Fotorespiration). In…
Das Enzym RuBisCO ist bifunktional: Es katalysiert sowohl die Carboxylierung (Fotosynthese) als auch die Oxygenierung von Ribulose-1,5-bisphosphat (Fotorespiration). In einem pflanzenphysiologischen Experiment werden identische Sojapflanzen (C3-Pflanze) bei $30\ ^\circ\text{C}$ in zwei Kammern mit gleichem Licht und gleicher $\text{CO}_2$-Konzentration ($0{,}04\,\%$) kultiviert, wobei nur der Sauerstoff variiert: Kammer 1 ($21\,\%$ $\text{O}_2$) und Kammer 2 ($2\,\%$ $\text{O}_2$).
- a) Sagen Sie voraus, in welcher Kammer die Netto-Fotosyntheserate und der Biomassezuwachs größer sein werden. Begründen Sie Ihre Aussage, indem Sie die Energie- und Kohlenstoffbilanz der Fotorespiration erläutern.
- b) Wird die Temperatur in beiden Kammern von $30\ ^\circ\text{C}$ auf $40\ ^\circ\text{C}$ erhöht, sinkt die Fotosyntheseleistung in Kammer 1 drastisch, während sie in Kammer 2 nahezu konstant bleibt. Begründen Sie dieses Ergebnis unter Berücksichtigung der Substrataffinität der RuBisCO und der relativen Löslichkeit beider Gase beim Erwärmen des Wassers.
- c) Die Biotechnologie strebt an, C4-Stoffwechselwege in C3-Kulturpflanzen wie Weizen oder Reis einzuführen. Erörtern Sie, ob diese Veränderung in kalten und gemäßigten Breiten einen klaren Anpassungsvorteil bieten würde oder ob sie im Vergleich zu den nicht veränderten Sorten sogar den Ertrag mindern könnte.
Fotosynthese untersuchen und Daten auswerten
Wie prüft man eine Hypothese wie „Mehr Licht erhöht die Fotosyntheserate“? Man ändert eine Variable und hält alle anderen konstant.
-
Unabhängige Variable: z. B. Abstand der Lampe (die Lichtintensität nimmt ungefähr mit $1/r^2$ ab).
-
Abhängige Variable: die Fotosyntheserate, z. B. O₂-Blasen pro Minute bei Elodea (Blasenzählmethode) oder gebildeter Sauerstoff.
-
Konstant halten: Pflanzenart und -menge, Temperatur (Wasserbad als Wärmeschutz), CO₂-Angebot (Zugabe von Natriumhydrogencarbonat), Versuchsdauer.
-
Kontrollen: Ansatz ohne Pflanze (Blasenbildung durch andere Ursachen?) und Ansatz im Dunkeln (Atmung).
-
Einschränkungen: Blasenzählen ist ungenau (Blasengröße, gelöster Sauerstoff, Bruttorate nicht erkennbar). Wiederholungen verringern den Zufallsfehler.
Wichtig: Gemessen wird meist die Nettorate. Sie ist die Differenz aus Fotosynthese (Brutto) und Atmung.
| relative Lichtintensität | Messung 1 | Messung 2 | Messung 3 |
|---|---|---|---|
| 0 | −2 | −1 | −3 |
| 1 | 3 | 4 | 5 |
| 2 | 7 | 8 | 9 |
| 3 | 8 | 9 | 10 |
Die Werte sind erfundene O₂-Austauschwerte (willkürliche Einheit pro Minute).
Stärkenachweis am panaschierten Blatt
Stärke ist das Speicherprodukt der Fotosynthese. Man weist sie mit Lugolscher Lösung (Iod-Kaliumiodid) nach. Sie färbt Stärke blauschwarz. Vorher wird das Blatt in heißem Wasser abgetötet und in warmem Ethanol entfärbt, weil das grüne Chlorophyll die Farbe überdecken würde. Bei einem panaschierten Blatt (grün-weiß) färben sich nur die grünen Bereiche blauschwarz. Der Versuch belegt, dass Chlorophyll und Licht für die Stärkebildung nötig sind.
Was ist der Lichtkompensationspunkt? Erklären Sie, was geschieht, wenn die Fotosynthese der Atmung entspricht, was mit einer Pflanze passiert, die wochenlang unterhalb…
Was ist der Lichtkompensationspunkt? Erklären Sie, was geschieht, wenn die Fotosynthese der Atmung entspricht, was mit einer Pflanze passiert, die wochenlang unterhalb dieses Punktes lebt (woher bezieht sie ihre Energie?), und warum Pflanzen der Krautschicht im Wald niedrigere Kompensationspunkte haben als Pflanzen in voller Sonne.
Planen Sie ein Experiment mit einer Wasserpflanze (Elodea), um zu messen, wie sich die Fotosynthese mit dem Abstand zu einer Lampe verändert: Hypothese, unabhängige…
Planen Sie ein Experiment mit einer Wasserpflanze (Elodea), um zu messen, wie sich die Fotosynthese mit dem Abstand zu einer Lampe verändert: Hypothese, unabhängige Variable, Messung der Rate ($\text{O}_2$-Blasen pro Minute), zwei notwendige Kontrollen und eine Einschränkung der Methode.
Ein panaschiertes Blatt hat weiße Bereiche ohne Chlorophyll. Nach einigen Stunden Licht wird es entfärbt und mit Lugolscher Lösung angefärbt. Sagen Sie voraus, welche…
Ein panaschiertes Blatt hat weiße Bereiche ohne Chlorophyll. Nach einigen Stunden Licht wird es entfärbt und mit Lugolscher Lösung angefärbt. Sagen Sie voraus, welche Bereiche sich blauschwarz färben, erklären Sie, was das Ergebnis belegt (was weist die Lugolsche Lösung nach?) und warum zuvor das Chlorophyll aus dem Blatt entfernt werden muss.
Stoffbilanz: Woher kommt die Masse der Pflanze?
Ein Setzling wächst zum Baum. Die Masse stammt nicht aus dem Boden. Der Boden verliert nur wenige Mineralsalze. Der Hauptteil der Trockenmasse ist organisch (Cellulose, Stärke, Proteine): Der Kohlenstoff stammt aus dem CO₂ der Luft, Sauerstoff und Wasserstoff stammen im Wesentlichen aus CO₂ und Wasser.
Die Gleichung liefert die Stoffmengenverhältnisse: $6\ \text{mol CO}_2$ liefern $1\ \text{mol Glucose}$. Mit $M(\text{CO}_2) = 44\,\text{g/mol}$ und $M(\text{C}_6\text{H}_{12}\text{O}_6) = 180\,\text{g/mol}$ gilt: $6 \cdot 44\,\text{g} = 264\,\text{g}$ CO₂ ergeben $180\,\text{g}$ Glucose.
Zur Aufforstung eines degradierten Hangs wird ein Setzling mit einer anfänglichen Trockenmasse von $50\ \text{g}$ gepflanzt. Nach zwei Jahren erreicht seine…
Zur Aufforstung eines degradierten Hangs wird ein Setzling mit einer anfänglichen Trockenmasse von $50\ \text{g}$ gepflanzt. Nach zwei Jahren erreicht seine Trockenbiomasse (hauptsächlich aus Cellulose, einem Glucosepolymer) $2{,}5\ \text{kg}$, während der umgebende Boden nur $15\ \text{g}$ an Mineralsalzen netto verloren hat.
- a) Widerlegen Sie den verbreiteten Irrtum, die Masse der Pflanzen stamme aus dem Boden: Begründen Sie die Herkunft der $2450\ \text{g}$ an gewonnener organischer Substanz und berechnen Sie, welche Mindestmasse an atmosphärischem $\text{CO}_2$ die Pflanze aufgenommen haben muss, um diese Menge an Glucoseäquivalent zu synthetisieren ($M_m(\text{Glucose}) = 180\ \text{g/mol}$; $M_m(\text{CO}_2) = 44\ \text{g/mol}$).
- b) Messungen mit Gasanalysatoren zeigen, dass die Pflanze tatsächlich eine deutlich größere Masse $\text{CO}_2$ fixiert hat als in Teilaufgabe a berechnet. Erklären Sie diese Abweichung biologisch anhand der Bilanz aus Brutto-Fotosynthese, Netto-Fotosynthese und Zellatmung.
- c) Wenn der Baum mit Wasser gegossen würde, das mit dem schweren Isotop $^{18}\text{O}$ ($\text{H}_2^{18}\text{O}$) markiert ist, und gewöhnliches $\text{CO}_2$ zugeführt würde: Sagen Sie begründet voraus, in welchem Produkt der Fotosynthese (in der Glucose oder im abgegebenen $\text{O}_2$) dieses Isotop nachgewiesen wird, und nennen Sie den beteiligten Teilprozess der Fotosynthese.
Eine Fluggesellschaft bietet an, den CO₂-Fußabdruck einer Route, die pro Monat $132\ \text{t}$ an $\text{CO}2$ ausstößt, durch die Finanzierung einer Aufforstung zu…
Eine Fluggesellschaft bietet an, den CO₂-Fußabdruck einer Route, die pro Monat $132\ \text{t}$ an $\text{CO}_2$ ausstößt, durch die Finanzierung einer Aufforstung zu „kompensieren“. Laut Projektbeschreibung speichert ein Hektar junger Kiefernwald in der Netto-Biomasse etwa $6\ \text{t}$ elementaren Kohlenstoff ($C$) pro Jahr.
- a) Erstellen Sie die stöchiometrische Massenbilanz: Berechnen Sie, wie viele Tonnen atmosphärisches $\text{CO}_2$ ein Hektar dieses Waldes pro Jahr bindet, und bestimmen Sie die Mindestfläche der Pflanzung, die nötig ist, um die jährlichen Emissionen dieser Flugroute auszugleichen ($M_m(C) = 12\ \text{g/mol}$; $M_m(\text{CO}_2) = 44\ \text{g/mol}$).
- b) Begründen Sie aus Sicht des globalen biogeochemischen Kreislaufs, warum der Ersatz der Verringerung fossiler Emissionen durch Waldsenken eine kritische Asymmetrie hinsichtlich der geologischen Dauer der Festlegung und der Verletzlichkeit des Speichers aufweist.
- c) Während sich der aufgeforstete Wald zu einer reifen Klimaxgesellschaft entwickelt: Sagen Sie voraus, ob er der Atmosphäre pro Hektar weiterhin im gleichen Tempo netto $\text{CO}_2$ entzieht. Begründen Sie Ihre Antwort, indem Sie das Verhältnis von Brutto-Fotosynthese ($P$) und Ökosystematmung ($R$) analysieren.
Fotosynthese im globalen Maßstab
Die Keeling-Kurve zeigt die CO₂-Konzentration der Atmosphäre, gemessen seit 1958 auf dem Mauna Loa (Hawaii). Zwei Dinge fallen auf: Der Gesamttrend steigt jedes Jahr (Verbrennung fossiler Brennstoffe, Landnutzung), und darauf liegt eine jahreszeitliche „Sägezahn“-Schwankung.
Die jährliche Schwankung hat eine biologische Ursache: Auf der Nordhalbkugel liegt viel mehr Landfläche mit Wäldern und Vegetation als auf der Südhalbkugel. Im Frühling und Sommer wächst die Vegetation, es wird viel CO₂ gebunden, die Konzentration sinkt bis zum Minimum im Oktober. Das Minimum liegt nach dem Sommer, weil die Fotosynthese den ganzen Sommer überwiegt und die Bilanz erst im Herbst kippt. Im Winter überwiegt die Atmung und Zersetzung, die Konzentration steigt bis zum Maximum im Mai. Die Südhalbkugel gleicht das nicht aus, denn dort ist die Landfläche mit Vegetation viel kleiner. Man sagt: Die Biosphäre „atmet“ im Jahresrhythmus.
Zurück zum Anfang: Das Gas der Elodea ist Sauerstoff aus der Fotolyse des Wassers. Die Masse der Pflanze stammt zum größten Teil aus dem CO₂ der Luft und aus Wasser.
Die Konzentration von atmosphärischem $\text{CO}2$ steigt jedes Jahr, zeigt aber eine jahreszeitliche Schwankung (die „Sägezähne“ der Keeling-Kurve). Erklären Sie, was…
Die Konzentration von atmosphärischem $\text{CO}_2$ steigt jedes Jahr, zeigt aber eine jahreszeitliche Schwankung (die „Sägezähne“ der Keeling-Kurve). Erklären Sie, was diese jährliche Schwankung verursacht, warum sie vor allem die Fotosynthese der Nordhalbkugel widerspiegelt und was sie über das Ausmaß der Aktivität der Biosphäre aussagt.
Die Keeling-Kurve zeigt die Konzentration von atmosphärischem $\text{CO}2$ am Mauna Loa seit 1958. Sie kombiniert einen kontinuierlichen Aufwärtstrend mit einer…
Die Keeling-Kurve zeigt die Konzentration von atmosphärischem $\text{CO}_2$ am Mauna Loa seit 1958. Sie kombiniert einen kontinuierlichen Aufwärtstrend mit einer periodischen jährlichen „Sägezahn“-Schwankung (Maximum im Mai, Minimum im Oktober).
- a) Deuten Sie die planetare biologische Ursache der jährlichen Schwankung und begründen Sie, warum das $\text{CO}_2$-Minimum zu Beginn des nördlichen Herbstes (Oktober) und nicht zur Sommersonnenwende auftritt und warum die Jahreszeiten der Südhalbkugel diese Schwankung nicht aufheben.
- b) An der Messstation am Südpol ist der Aufwärtstrend identisch, die jährliche Schwankung hat jedoch eine nahezu vernachlässigbare Amplitude (unter $1\ \text{ppm}$ gegenüber $\sim 6\ \text{ppm}$ auf Hawaii). Begründen Sie diesen Unterschied biogeografisch.
- c) Terrestrische und marine biologische Senken nehmen derzeit etwa $50\,\%$ des anthropogenen $\text{CO}_2$ auf. Sagen Sie voraus und begründen Sie, wie sich die Steigung der Keeling-Kurve verändern würde, wenn Hitzestress die borealen Wälder von Netto-Kohlenstoffsenken zu Netto-Kohlenstoffquellen machte.
Obwohl das marine Phytoplankton weniger als $1\,\%$ der globalen fotosynthetischen Biomasse ausmacht, ist es für fast $50\,\%$ der Netto-Primärproduktion der Biosphäre…
Obwohl das marine Phytoplankton weniger als $1\,\%$ der globalen fotosynthetischen Biomasse ausmacht, ist es für fast $50\,\%$ der Netto-Primärproduktion der Biosphäre verantwortlich.
- a) Lösen Sie dieses scheinbare ökologische Paradoxon, indem Sie die Verweilzeit der organischen Substanz und die Umsatzrate (Verhältnis von Produktion zu Biomasse, $P/B$) der marinen Mikroalgen mit denen der Bäume eines Waldes der gemäßigten Zone vergleichen.
- b) In tropischen Meeren, in denen Sonnenstrahlung und Temperatur das ganze Jahr über optimal sind, ist die fotosynthetische Produktivität oft außerordentlich gering. Begründen Sie die Rolle der permanenten Thermokline bei diesem Phänomen und sagen Sie die Auswirkung der Oberflächenerwärmung der Ozeane auf die Ausdehnung dieser oligotrophen Gebiete voraus.
- c) Erklären Sie die Funktionsweise der sogenannten „biologischen Kohlenstoffpumpe“ des Ozeans und sagen Sie die Folgen eines Rückgangs des Phytoplanktons sowohl für die globale Erwärmung als auch für die höheren Trophieebenen des marinen pelagischen Nahrungsnetzes voraus.