Plattformen, Onlinehandel und Daten
Lea bestellt am Abend Sneaker auf einem Online-Marktplatz, hört auf dem Heimweg Musik per Streaming und lässt sich am Wochenende eine Pizza über eine App liefern. Dafür bezahlt sie oft keinen Cent für die App selbst. Wie verdienen die Unternehmen dahinter ihr Geld, und was haben deine Daten damit zu tun? Am Ende der Seite kannst du das erklären.
Was ist eine digitale Plattform?
Eine digitale Plattform ist ein Internetangebot, das mindestens zwei Gruppen zusammenbringt, zum Beispiel Anbieter und Nachfrager. Sie ist ein Marktplatz im Netz: Die Plattform stellt die Technik bereit, die Geschäfte machen die Nutzer untereinander.
Es gibt verschiedene Typen:
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Marktplätze und Vermittlungsplattformen: Händler verkaufen über eine fremde Seite, die dafür eine Provision erhält.
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Streamingdienste: Nutzer zahlen ein Abo oder sehen Werbung.
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Lieferdienst-Apps: Restaurants, Fahrer und Kunden werden verbunden.
Erkläre, was eine digitale Plattform ist, und nenne zwei Beispiele (z. B. Online-Marktplatz, Streamingdienst, Lieferdienst-App).
Erkläre, was eine digitale Plattform ist, und nenne zwei Beispiele (z. B. Online-Marktplatz, Streamingdienst, Lieferdienst-App).
Onlinehandel: Chancen und Risiken
Beim Onlinehandel kaufst du Waren über das Internet. Für Verbraucher gilt:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Bestellen rund um die Uhr | Ware nicht anfassen oder anprobieren |
| Preisvergleich in Sekunden | Retouren und Verpackungsmüll |
| große Auswahl | Lieferzeit, Versandkosten |
| Lieferung nach Hause | Risiko von Betrug und Fake-Shops |
Für kleine Geschäfte vor Ort bringt der Onlinehandel Chancen (neue Kunden in ganz Deutschland, kein zusätzlicher Laden nötig) und Risiken (Preisdruck durch große Anbieter, Kosten für Versand, Werbung und Technik, weniger Laufkundschaft).
Nenne je zwei Vorteile und zwei Nachteile des Onlinehandels für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Nenne je zwei Vorteile und zwei Nachteile des Onlinehandels für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Ein Buchladen in Düsseldorf macht im Laden 400.000 € Umsatz im Jahr. Er eröffnet einen Onlineshop, der im ersten Jahr 90.000 € Umsatz bringt; der Ladenumsatz sinkt um 5…
Ein Buchladen in Düsseldorf macht im Laden 400.000 € Umsatz im Jahr. Er eröffnet einen Onlineshop, der im ersten Jahr 90.000 € Umsatz bringt; der Ladenumsatz sinkt um 5 %.
- a) Berechne den neuen Gesamtumsatz.
- b) Berechne die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
- c) Nenne zwei Chancen und zwei Risiken des Onlinehandels für kleine Geschäfte.
Provision: Was Plattformen verdienen
Vermittlungsplattformen verlangen oft eine Provision: einen Prozentsatz vom Verkaufspreis. Händler zahlen sie, weil sie dafür Reichweite, Zahlungsabwicklung und Vertrauen der Kunden erhalten.
Eine Vermittlungsplattform verlangt von Händlern 12 % Provision auf jeden Verkauf. Eine Händlerin aus Bonn verkauft 1.500 Artikel zu je 24 €. Die Kosten für Einkauf und…
Eine Vermittlungsplattform verlangt von Händlern 12 % Provision auf jeden Verkauf. Eine Händlerin aus Bonn verkauft 1.500 Artikel zu je 24 €. Die Kosten für Einkauf und Versand betragen insgesamt 22.000 €.
- a) Berechne die Provision.
- b) Berechne den Gewinn der Händlerin nach Abzug der Provision.
- c) Erkläre, warum Händler trotz Provision Plattformen nutzen.
Daten und Algorithmen
Wer eine Plattform nutzt, hinterlässt Datenspuren: Suchverläufe, Käufe, Standort, Klicks, Wiedergabezeiten. Für Unternehmen sind diese Daten wertvoll, weil sie zeigen, was Menschen wollen.
Verwendet werden sie zum Beispiel für:
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gezielte Werbung (Anzeigen passend zu deinen Interessen),
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Empfehlungen („Das könnte dir auch gefallen“),
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Preis- und Produktplanung (was wird nachgefragt?),
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den Verkauf von Daten an Dritte.
Ein Algorithmus ist eine eindeutige Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ein Computer abarbeitet. Empfehlungsalgorithmen berechnen aus deinem Verhalten, was dir angezeigt wird. Das spart Suchzeit, kann aber eine Filterblase erzeugen: Du siehst vor allem Ähnliches und kaum Neues.
Datenschutz: In der EU gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie verlangt eine Einwilligung zur Datenverarbeitung und gibt dir Rechte auf Auskunft und Löschung. Überwacht wird sie von Datenschutzbehörden. Du selbst kannst dich schützen, indem du Datenschutzeinstellungen prüfst, Standortfreigaben begrenzt, sparsam Daten angibst und starke Passwörter nutzt.
Erkläre, warum persönliche Daten (z. B. Suchverläufe, Standort) für Unternehmen wirtschaftlich wertvoll sind, und nenne zwei Beispiele, wofür sie genutzt werden.
Erkläre, warum persönliche Daten (z. B. Suchverläufe, Standort) für Unternehmen wirtschaftlich wertvoll sind, und nenne zwei Beispiele, wofür sie genutzt werden.
Ein Streamingdienst zeigt dir Filmvorschläge, die ein Algorithmus aus deinem bisherigen Verhalten berechnet. a) Erkläre, was ein Algorithmus ist. b) Nenne einen Vorteil…
Ein Streamingdienst zeigt dir Filmvorschläge, die ein Algorithmus aus deinem bisherigen Verhalten berechnet.
- a) Erkläre, was ein Algorithmus ist.
- b) Nenne einen Vorteil und einen Nachteil dieser Empfehlungen (z. B. Filterblase).
- c) Nenne zwei Möglichkeiten, wie du deine Daten schützen kannst.
Eine kostenlose App finanziert sich über Werbung und Datenverkauf. a) Erkläre, warum man sagt „Wenn das Produkt kostenlos ist, bist du die Ware“. b) Erörtere die…
Eine kostenlose App finanziert sich über Werbung und Datenverkauf.
- a) Erkläre, warum man sagt „Wenn das Produkt kostenlos ist, bist du die Ware“.
- b) Erörtere die Interessen von Nutzern, Unternehmen und Datenschutzbehörden.
- c) Beurteile, ob die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ausreichend schützt, und begründe dein Urteil.
Marktmacht und Plattformarbeit
Netzwerkeffekte: Je mehr Nutzer eine Plattform hat, desto nützlicher ist sie. Viele Käufer ziehen mehr Händler an, viele Händler ziehen mehr Käufer an. So wachsen große Plattformen immer schneller, und für kleine Konkurrenten wird es schwer. Es kann zur Marktkonzentration kommen.
Gefahren bei sehr hohem Marktanteil: weniger Wettbewerb, höhere Provisionen und Preise, Abhängigkeit kleiner Händler, Sammlung riesiger Datenmengen.
Gegenmittel sind etwa das Kartellrecht (in Deutschland das Bundeskartellamt) und auf EU-Ebene der Digital Markets Act, der große „Gatekeeper“-Plattformen reguliert.
Plattformarbeit: Bei Lieferdiensten arbeiten Fahrer oft als Selbstständige und erhalten Aufträge per App. Ein Algorithmus verteilt Einsätze und bewertet sie.
| Vorteile | Nachteile | |
|---|---|---|
| Fahrer | flexible Zeiten, schneller Einstieg | keine Sozialversicherung durch Arbeitgeber, kein Urlaubsanspruch, Mindestlohn nicht garantiert, Druck durch Bewertung |
| Kunden | schnell, bequem | oft Lieferpreise und Gebühren |
| Unternehmen | geringe Personalkosten, flexibel | rechtliche Risiken, Imageschäden |
Ein begründeter Regulierungsvorschlag kann zum Beispiel lauten: faire Prüfung, ob Scheinselbstständigkeit vorliegt, Mindestverdienst je Stunde, Beitrag zur Sozialversicherung, nachvollziehbare Bewertungskriterien des Algorithmus.
Eine große Plattform hat einen Marktanteil von 70 % im Onlinehandel. Erläutere, warum bei Plattformen sogenannte Netzwerkeffekte zur Marktkonzentration führen können,…
Eine große Plattform hat einen Marktanteil von 70 % im Onlinehandel. Erläutere, warum bei Plattformen sogenannte Netzwerkeffekte zur Marktkonzentration führen können, und beurteile Gefahren für Wettbewerb, Preise und kleine Händler. Nenne zwei Maßnahmen des Staates oder der EU (z. B. Kartellrecht, Digital Markets Act).
Ein Lieferdienst setzt Fahrerinnen und Fahrer als Selbstständige ein, die über eine App ihre Aufträge erhalten; ein Algorithmus bestimmt Einsatz und Bewertung.…
Ein Lieferdienst setzt Fahrerinnen und Fahrer als Selbstständige ein, die über eine App ihre Aufträge erhalten; ein Algorithmus bestimmt Einsatz und Bewertung.
Analysiere Vor- und Nachteile für Fahrer, Kunden und Unternehmen (Flexibilität, soziale Absicherung, Mindestlohn, Kosten) und entwickle begründet einen Vorschlag zur fairen Regulierung.
Zurück zum Anfang: Lea zahlt für Musik-App und Lieferdienst kaum Geld, weil die Unternehmen an Provisionen, Werbung und ihren Daten verdienen.
Auf einen Blick
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Eine digitale Plattform vermittelt zwischen Gruppen (Anbieter, Nachfrager) und verdient an Provision, Abo, Werbung oder Daten.
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Onlinehandel bietet Bequemlichkeit und Auswahl, bringt aber Retouren, Preisdruck und Betrugsrisiken mit sich.
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Provision: Betrag $=$ Umsatz $\cdot$ Prozentsatz. Der Gewinn ist Umsatz minus Provision minus Kosten.
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Daten sind wirtschaftlich wertvoll für Werbung, Empfehlungen und Planung; Algorithmen können Filterblasen erzeugen. Die DSGVO schützt, ersetzt aber nicht eigene Vorsicht.
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Netzwerkeffekte begünstigen Marktkonzentration; Kartellrecht und Digital Markets Act setzen Grenzen.
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Plattformarbeit bietet Flexibilität, aber oft wenig soziale Absicherung.