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Gymnasium 10 · Informatik
Datenschutz, Verschlüsselung und Grafik in der Informatik · Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung

Personenbezogene Daten und Einwilligung

Du installierst eine neue Sport-App. Schon beim ersten Start will sie deinen Standort, deine Kontakte und dein Geburtsdatum wissen. Darfst du das einfach erlauben? Darf die App das überhaupt verlangen? Und was passiert danach mit deinen Daten? Am Ende dieser Seite kannst du diese Fragen beantworten.

Was sind personenbezogene Daten?

Nicht jede Information betrifft eine bestimmte Person. Die Durchschnittstemperatur in Köln im Juli sagt nichts über dich aus. Dein Name zusammen mit deiner Adresse dagegen schon.

„Bestimmbar“ heißt: Die Person kann direkt oder mit Zusatzwissen identifiziert werden. Auch eine IP-Adresse, die ein Online-Shop speichert, kann so zu einer Person führen.

Beispiele für personenbezogene Daten links und nicht personenbezogene Daten rechts PersonenbezogenNicht personenbezogen Name, AdresseFoto mit erkennbarem GesichtIP-Adresse, StandortHandynummer, Noten Temperatur in Köln im JuliSchülerzahl einer StadtÖffnungszeiten der Büchereianonyme Statistik
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Entscheide für jede der folgenden Angaben, ob sie ein personenbezogenes Datum ist, und begründe kurz: a) Name und Wohnadresse einer Schülerin b) die…

Entscheide für jede der folgenden Angaben, ob sie ein personenbezogenes Datum ist, und begründe kurz:

  1. a) Name und Wohnadresse einer Schülerin
  2. b) die Durchschnittstemperatur in Köln im Juli 2023
  3. c) die IP-Adresse deines Smartphones, die ein Online-Shop speichert
  4. d) die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Bochum
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Informationelle Selbstbestimmung

Du entscheidest selbst, wer was über dich weiß. Das ist keine Höflichkeit, sondern ein Grundrecht: Das Bundesverfassungsgericht hat 1983 im Volkszählungsurteil das Recht auf informationelle Selbstbestimmung festgestellt. Es folgt aus dem Grundgesetz (Art. 1 und Art. 2).

Warum ist das wichtig? Wer nicht weiß, wer was über ihn weiß, verhält sich vorsichtiger und traut sich weniger. Das schadet dem Einzelnen und der freien Gesellschaft.

Die DSGVO legt Grundsätze fest, nach denen Daten verarbeitet werden müssen:

Grundsatz Bedeutung
Zweckbindung Daten nur für den vorher genannten Zweck nutzen
Datensparsamkeit (Datenminimierung) nur so viele Daten erheben, wie für den Zweck nötig sind
Speicherbegrenzung Daten löschen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden
Transparenz Betroffene müssen verständlich informiert werden
Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre mit eigenen Worten, was man unter dem „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ versteht, und nenne ein Beispiel aus dem Alltag, in dem dieses Recht eine…

Erkläre mit eigenen Worten, was man unter dem „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ versteht, und nenne ein Beispiel aus dem Alltag, in dem dieses Recht eine Rolle spielt.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Eine Lern-App für Schülerinnen und Schüler verlangt bei der Registrierung: Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Handynummer, Standort und die Kontaktliste des Smartphones.…

Eine Lern-App für Schülerinnen und Schüler verlangt bei der Registrierung: Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Handynummer, Standort und die Kontaktliste des Smartphones. Die App dient ausschließlich dazu, Vokabeln zu üben.

  1. a) Welche der Angaben sind für den Zweck erforderlich, welche nicht? Begründe.
  2. b) Erkläre den Grundsatz der Datensparsamkeit anhand dieses Beispiels.
  3. c) Formuliere einen Verbesserungsvorschlag für die Registrierung.
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Die Einwilligung

Meist dürfen Daten nur verarbeitet werden, wenn es dafür eine Rechtsgrundlage gibt. Die wichtigste für Apps und Websites ist die Einwilligung. Das ist deine Zustimmung, zum Beispiel ein „Ja“ auf die Frage „Dürfen wir deinen Standort speichern?“.

  • Freiwillig: Du darfst auch „Nein“ sagen, ohne Nachteile, die nichts mit der Sache zu tun haben.

  • Informiert: Du weißt, wer die Daten wofür nutzt.

  • Aktiv: Ein vorangekreuztes Kästchen oder „Mit der Nutzung stimmen Sie automatisch zu“ reicht nicht.

  • Widerruflich: Du kannst sie jederzeit für die Zukunft zurücknehmen. Dann müssen die Daten gelöscht werden, sofern keine andere Grundlage besteht.

Minderjährige: Bei Kindern und Jugendlichen kommt es darauf an, ob sie die Folgen verstehen. Bei Diensten der Informationsgesellschaft gilt in der Regel: Unter 16 Jahren müssen die Eltern zustimmen. Bei Fotos von Minderjährigen holen Vereine meist zusätzlich die Zustimmung der Eltern ein. Ab etwa 14 Jahren sollte auch das Kind selbst gefragt werden.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Eine Sport-App fragt beim ersten Start: „Dürfen wir deinen Standort speichern?“ Du kannst „Ja“ oder „Nein“ wählen. a) Wie nennt man diese Zustimmung im Datenschutz? b)…

Eine Sport-App fragt beim ersten Start: „Dürfen wir deinen Standort speichern?“ Du kannst „Ja“ oder „Nein“ wählen.

  1. a) Wie nennt man diese Zustimmung im Datenschutz?
  2. b) Nenne zwei Eigenschaften, die eine gültige Einwilligung erfüllen muss.
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Üben★★☆Nicht begonnen
Der Fußballverein TuS Hamm möchte auf seiner Website Fotos von der Jugendmannschaft (Alter 12 bis 15 Jahre) mit vollem Namen veröffentlichen. a) Welche personenbezogenen…

Der Fußballverein TuS Hamm möchte auf seiner Website Fotos von der Jugendmannschaft (Alter 12 bis 15 Jahre) mit vollem Namen veröffentlichen.

  1. a) Welche personenbezogenen Daten werden dabei verarbeitet?
  2. b) Wer muss einwilligen, und warum?
  3. c) Was muss der Verein tun, wenn ein Spieler seine Einwilligung später widerruft?
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Deine Rechte als betroffene Person

Wenn Unternehmen deine Daten verarbeiten, hast du Rechte:

Recht Was es bedeutet
Auskunft Du erfährst, welche Daten gespeichert sind und wofür
Berichtigung Falsche Daten müssen korrigiert werden
Löschung („Recht auf Vergessenwerden“) Daten müssen gelöscht werden, wenn sie nicht mehr nötig sind oder du widerrufst
Einschränkung der Verarbeitung Daten werden gesperrt, zum Beispiel während einer Prüfung
Datenübertragbarkeit Du bekommst deine Daten in einem gängigen Format
Widerspruch und Widerruf Du kannst der Nutzung widersprechen und Einwilligungen zurücknehmen
Beschwerde Du kannst dich an die Datenschutzaufsicht wenden, in NRW an die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI NRW)
Üben★★☆Nicht begonnen
Du liest in den Datenschutzhinweisen eines sozialen Netzwerks: „Wir geben Ihre Daten an Partnerunternehmen zu Werbezwecken weiter. Mit der Nutzung stimmen Sie…

Du liest in den Datenschutzhinweisen eines sozialen Netzwerks: „Wir geben Ihre Daten an Partnerunternehmen zu Werbezwecken weiter. Mit der Nutzung stimmen Sie automatisch zu.“

  1. a) Erkläre, warum diese Formulierung problematisch ist.
  2. b) Welche Rechte hast du gegenüber dem Betreiber (nenne mindestens drei)?
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Profile, Schulen und Schutz im Alltag

Einzelne Daten wirken harmlos. Zusammen verraten sie viel: Ein Online-Shop sieht, welche Produkte du anschaust, wann du online bist, welches Gerät du benutzt und woher du kommst. Daraus entsteht ein Profil mit Interessen, Kaufkraft, Gewohnheiten und vielleicht Gesundheit oder Vorlieben. Wer ein Profil hat, kann Werbung und sogar Preise individuell anpassen. Das beeinflusst deine Entscheidungen, oft ohne dass du es merkst. Hier ist die informationelle Selbstbestimmung gefährdet.

Schutz als Nutzer

  • Technisch: Tracking-Cookies ablehnen, Browser mit Trackingschutz, Standortfreigabe abschalten, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Werbeblocker, Verschlüsselung (HTTPS, verschlüsselte Messenger).

  • Organisatorisch: Datensparsam registrieren, Datenschutzhinweise lesen, Berechtigungen von Apps prüfen, Auskunft und Löschung verlangen, Einwilligungen widerrufen.

Üben★★★Nicht begonnen
Eine Schule in Münster will eine Cloud-Lernplattform einführen, auf der Noten, Fehlzeiten und Chatnachrichten der Klasse 10 gespeichert werden. a) Begründe, warum hier…

Eine Schule in Münster will eine Cloud-Lernplattform einführen, auf der Noten, Fehlzeiten und Chatnachrichten der Klasse 10 gespeichert werden.

  1. a) Begründe, warum hier besonders sorgfältig mit den Daten umgegangen werden muss.
  2. b) Diskutiere, ob die Einwilligung der Schülerinnen und Schüler allein ausreicht oder ob weitere Maßnahmen nötig sind (z. B. Zugriffsrechte, Löschfristen, Speicherort).
  3. c) Formuliere eine begründete Empfehlung an die Schulleitung.
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Üben★★★Nicht begonnen
Ein Online-Shop wertet aus, welche Produkte du ansiehst, und passt danach Preise und Werbung individuell an (Profilbildung). a) Erkläre, wie aus scheinbar harmlosen…

Ein Online-Shop wertet aus, welche Produkte du ansiehst, und passt danach Preise und Werbung individuell an (Profilbildung).

  1. a) Erkläre, wie aus scheinbar harmlosen Daten ein detailliertes Persönlichkeitsprofil entstehen kann.
  2. b) Beurteile die Folgen für die informationelle Selbstbestimmung.
  3. c) Nenne zwei technische und zwei organisatorische Möglichkeiten, wie du dich als Nutzer schützen kannst.
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Datenschutz oder Datensicherheit?

Beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes.

Datenschutz Datensicherheit
Schützt die Person und ihre Rechte die Daten selbst
Frage Wer darf welche Daten wofür verwenden? Sind die Daten vor Verlust, Manipulation und Zugriff geschützt?
Beispiel Einwilligung, Zweckbindung, Löschung Passwort, Verschlüsselung, Backup, Firewall

Beispiel: Ein Online-Shop speichert Kundendaten in einem hervorragend gesicherten Rechenzentrum. Das ist Datensicherheit. Wenn er sie aber ohne Einwilligung für Werbung an Dritte verkauft, fehlt der Datenschutz.

Umgekehrt: Datenschutz ohne Datensicherheit geht nicht. Selbst wenn nur erlaubte Verarbeitung vorgesehen ist, nützt das nichts, wenn Hacker die Daten stehlen können. Der Schutz der Person verlangt auch, dass die Daten vertraulich bleiben.

Üben★★★Nicht begonnen
Der Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit wird oft verwechselt. a) Erkläre den Unterschied und ergänze je ein Beispiel. b) Begründe an einem selbst…

Der Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit wird oft verwechselt.

  1. a) Erkläre den Unterschied und ergänze je ein Beispiel.
  2. b) Begründe an einem selbst gewählten Beispiel, dass ein System zwar Datensicherheit, aber trotzdem keinen Datenschutz bieten kann.
  3. c) Begründe umgekehrt, warum Datenschutz ohne Datensicherheit nicht umsetzbar ist.
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Zurück zum Anfang: Die Sport-App darf deinen Standort nur mit deiner aktiven, freiwilligen und widerrufbaren Einwilligung speichern, und nur, wenn sie ihn für ihren Zweck wirklich braucht. Kontakte und Geburtsdatum braucht sie dafür meist nicht.

Auf einen Blick

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