Gefahrstoffkennzeichnung und Umgang
Zu Hause steht unter der Spüle ein Rohrreiniger, im Chemieraum der Realschule stehen Flaschen mit Salzsäure und Natronlauge. Auf allen klebt ein Etikett mit roten Rauten. Woran erkennst du, wie gefährlich der Inhalt ist, und was musst du tun, damit nichts passiert? Am Ende der Seite kannst du diese Frage beantworten.
Gefahrstoffsymbole lesen
Gefährliche Stoffe werden weltweit nach demselben System gekennzeichnet, dem GHS (Globally Harmonized System). Wichtig ist das Piktogramm: eine Raute mit rotem Rand, weißem Grund und einem schwarzen Symbol. Es zeigt auf einen Blick, welche Gefahr von dem Stoff ausgeht.
| Piktogramm | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Flamme | entzündbar, leicht brennbar | Ethanol, Spiritus, Feuerzeuggas |
| Ätzwirkung | verätzt Haut und Augen, kann Metalle angreifen | Natronlauge, Rohrreiniger, konzentrierte Salzsäure |
| Totenkopf | akut giftig, schon kleine Mengen können tödlich sein | Methanol (zusätzlich entzündbar), Natriumnitrit |
| Ausrufezeichen | reizt Haut, Augen, Atemwege; gesundheitsschädlich | Entkalker, Geschirrspülmittel-Tabs, Chlorreiniger |
Auf einer Flasche Rohrreiniger ist das Piktogramm „Ätzwirkung“ abgebildet. a) Beschreibe, was dieses Piktogramm bedeutet. b) Nenne zwei Schutzmaßnahmen beim Umgang mit…
Auf einer Flasche Rohrreiniger ist das Piktogramm „Ätzwirkung“ abgebildet.
- a) Beschreibe, was dieses Piktogramm bedeutet.
- b) Nenne zwei Schutzmaßnahmen beim Umgang mit dem Reiniger.
Im Chemieraum findest du folgende Gefahrenpiktogramme: Flamme, Totenkopf, Ausrufezeichen. a) Ordne jedem Piktogramm eine Gefahr zu. b) Nenne für jedes Piktogramm ein…
Im Chemieraum findest du folgende Gefahrenpiktogramme: Flamme, Totenkopf, Ausrufezeichen.
- a) Ordne jedem Piktogramm eine Gefahr zu.
- b) Nenne für jedes Piktogramm ein Beispiel für einen Stoff oder ein Haushaltsmittel.
H-Sätze, P-Sätze und Schutzmaßnahmen
Neben dem Piktogramm steht auf dem Etikett ein Signalwort („Gefahr“ bei schweren, „Achtung“ bei leichteren Gefahren) sowie Sätze mit Kennnummern:
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H-Sätze (hazard statements) beschreiben die Gefahr. Beispiel: H314 „Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.“
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P-Sätze (precautionary statements) geben Vorsichtsmaßnahmen an. Beispiel: P280 „Schutzhandschuhe und Augenschutz tragen.“
Die alten R- und S-Sätze gibt es nicht mehr. Sie wurden durch H- und P-Sätze ersetzt.
Grundregeln beim Experimentieren mit Säuren und Laugen (nach den Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht, RISU-NRW):
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Schutzbrille immer tragen, bei ätzenden Stoffen zusätzlich Schutzhandschuhe und Kittel.
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Im Chemieraum nicht essen, nicht trinken, Haare zusammenbinden.
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Nur so viel Stoff verwenden wie in der Anleitung steht.
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Nie Stoffe probieren oder direkt daran riechen. Gerüche mit der Hand zufächeln.
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Beim Verdünnen gilt: Erst das Wasser, dann die Säure bzw. Lauge – langsam und unter Rühren. Beim Verdünnen wird Wärme frei. Gießt man Wasser in die konzentrierte Säure oder Lauge, erhitzt sich die Stelle stark, das Wasser kann sieden und ätzende Tropfen herausspritzen. So können ätzende Tropfen in dein Gesicht gelangen.
Auf einem Etikett steht: „H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe und Augenschutz tragen.“ a) Erkläre den…
Auf einem Etikett steht: „H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe und Augenschutz tragen.“
- a) Erkläre den Unterschied zwischen H-Sätzen und P-Sätzen.
- b) Nenne das passende Piktogramm.
- c) Erkläre, was man bei Augenkontakt tun muss.
Eine Schülerin will Natronlauge verdünnen und überlegt, ob sie Wasser in die Lauge oder die Lauge in Wasser gießen soll. a) Nenne die richtige Reihenfolge und begründe…
Eine Schülerin will Natronlauge verdünnen und überlegt, ob sie Wasser in die Lauge oder die Lauge in Wasser gießen soll.
- a) Nenne die richtige Reihenfolge und begründe sie.
- b) Nenne die nötige Schutzausrüstung.
- c) Erkläre, was bei Hautkontakt mit Lauge geschieht.
Verhalten bei Unfällen
Trotz aller Vorsicht kann etwas passieren. Dann zählt schnelles, richtiges Handeln:
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Ruhe bewahren, Lehrkraft sofort informieren.
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Haut: betroffene Stelle sofort mit viel fließendem Wasser spülen, verschmutzte Kleidung ausziehen.
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Augen: sofort mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser oder an der Augendusche spülen, Lid dabei offen halten. Danach zum Arzt.
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Verschlucken: Mund ausspülen, nicht zum Erbrechen bringen, ärztlichen Rat holen (Giftnotruf, Notruf 112).
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Brand: Gefahrenbereich verlassen, Feuerlöscher oder Löschdecke durch die Lehrkraft einsetzen lassen.
Im Chemieraum sind Not-Aus, Augendusche, Löschdecke und Verbandskasten deshalb immer frei zugänglich.
Eine Schülerin verschüttet verdünnte Salzsäure auf die Hand. a) Nenne die richtige Sofortmaßnahme. b) Nenne eine Regel im Chemieraum, die solche Unfälle verhindert.
Eine Schülerin verschüttet verdünnte Salzsäure auf die Hand.
- a) Nenne die richtige Sofortmaßnahme.
- b) Nenne eine Regel im Chemieraum, die solche Unfälle verhindert.
Haushaltschemikalien und Gefährdungsbeurteilung
Auch zu Hause gibt es Gefahrstoffe: Essigreiniger (Säure), Abflussreiniger (Lauge), Chlorreiniger (Natriumhypochlorit). Für die sichere Lagerung gilt:
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Originalverpackung mit Etikett behalten, gut verschlossen und kindersicher lagern.
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Getrennt von Lebensmitteln und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren.
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Entzündbare Stoffe weit weg von Hitze und Zündquellen.
Bei einem Versuch schätzt die Lehrkraft vorher die Risiken ein. Das ist die Gefährdungsbeurteilung:
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Welche Stoffe und Reaktionen treten auf? Welche Gefahren gibt es (Piktogramme, H-Sätze)?
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Welche Schutzmaßnahmen sind nötig (P-Sätze, Schutzbrille, Abzug, kleine Mengen)?
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Was tue ich im Notfall?
Im Haushalt stehen Essigreiniger, Abflussreiniger und Chlorreiniger unter der Spüle. a) Erkläre, warum man Reiniger nie mischen darf. b) Nenne drei Regeln zur sicheren…
Im Haushalt stehen Essigreiniger, Abflussreiniger und Chlorreiniger unter der Spüle.
- a) Erkläre, warum man Reiniger nie mischen darf.
- b) Nenne drei Regeln zur sicheren Lagerung.
- c) Begründe, warum Chemikalien nie in Getränkeflaschen umgefüllt werden dürfen.
Eine Lehrerin plant einen Versuch, bei dem Natrium in Wasser gegeben wird. Es entstehen Wasserstoff und Natronlauge. a) Stelle die Reaktionsgleichung auf. b) Erstelle…
Eine Lehrerin plant einen Versuch, bei dem Natrium in Wasser gegeben wird. Es entstehen Wasserstoff und Natronlauge.
- a) Stelle die Reaktionsgleichung auf.
- b) Erstelle eine Gefährdungsbeurteilung mit drei Gefahren und passenden Schutzmaßnahmen.
- c) Begründe, warum nur ein sehr kleines Stück Natrium verwendet wird.
Ein Hausmittel enthält Salzsäure und trägt das Piktogramm „Ätzwirkung“. Ein anderes Produkt enthält Natriumhypochlorit. a) Erkläre, warum das Mischen beider Produkte…
Ein Hausmittel enthält Salzsäure und trägt das Piktogramm „Ätzwirkung“. Ein anderes Produkt enthält Natriumhypochlorit.
- a) Erkläre, warum das Mischen beider Produkte gefährlich ist.
- b) Beurteile, ob der Verkauf an Verbraucher mit Warnhinweisen ausreicht.
- c) Schlage ein Verhaltensprotokoll für den Fall eines Unfalls vor.
Zwei Chemikalien werden verglichen: Ethanol mit „Flamme“ und H225, und Natronlauge mit „Ätzwirkung“ und H314. a) Erkläre die Gefahren beider Stoffe. b) Vergleiche die…
Zwei Chemikalien werden verglichen: Ethanol mit „Flamme“ und H225, und Natronlauge mit „Ätzwirkung“ und H314.
- a) Erkläre die Gefahren beider Stoffe.
- b) Vergleiche die Lagerbedingungen und die Löschmaßnahmen.
- c) Begründe, warum eine Kennzeichnung nach dem GHS-System weltweit einheitlich sein soll.
Zurück zum Anfang: Das Piktogramm zeigt die Gefahr, die H-Sätze beschreiben sie genauer, die P-Sätze sagen dir, wie du dich schützt. Beim Rohrreiniger erkennst du so: ätzend, also Schutzbrille und Handschuhe, nie mischen und kindersicher lagern.