Caesar-Verfahren und Schlüssel
In der Pause schiebt dir Lea einen Zettel zu: „ZWVYA“. Was das heißen soll, weißt du nicht. Wenn der Zettel in falsche Hände gerät, kann niemand etwas damit anfangen. Du bekommst gleich einen Tipp, mit dem du den Zettel lesen kannst. Am Ende der Seite weißt du, was dort steht und warum so ein Zettel für Profis trotzdem kein Problem wäre.
Klartext, Geheimtext und Schlüssel
Eine Nachricht kann auf dem Weg mitgelesen werden: im Klassenchat, in einer E-Mail oder auf einem Zettel. Wer sie geheim halten will, verschlüsselt sie.
Das Caesar-Verfahren ist nach dem römischen Feldherrn Julius Caesar benannt. Es heißt, er habe seine Briefe damit geschützt. Die Regel ist einfach: Jeder Buchstabe wird im Alphabet um dieselbe Anzahl Stellen nach rechts verschoben. Diese Anzahl ist der Schlüssel.
Bei Schlüssel 3 wird aus A ein D, aus B ein E, aus C ein F und so weiter. Am Ende des Alphabets geht es vorn weiter: X wird zu A, Y zu B und Z zu C.
Verschlüsseln und Entschlüsseln
Zum Verschlüsseln gehst du für jeden Buchstaben so viele Stellen nach rechts, wie der Schlüssel angibt. Zum Entschlüsseln gehst du genauso viele Stellen nach links.
Verschlüssle das Wort „SCHULE“ mit dem Caesar-Verfahren. Der Schlüssel ist 3, das heißt, jeder Buchstabe wird im Alphabet um 3 Stellen nach rechts verschoben (X wird zu…
Verschlüssle das Wort „SCHULE“ mit dem Caesar-Verfahren. Der Schlüssel ist 3, das heißt, jeder Buchstabe wird im Alphabet um 3 Stellen nach rechts verschoben (X wird zu A, Y zu B, Z zu C).
Entschlüssle den Geheimtext „FDHVDU“. Er wurde mit dem Caesar-Verfahren und dem Schlüssel 3 verschlüsselt.
Entschlüssle den Geheimtext „FDHVDU“. Er wurde mit dem Caesar-Verfahren und dem Schlüssel 3 verschlüsselt.
Beim Caesar-Verfahren mit dem Schlüssel 5 wird aus A der Buchstabe F. a) In welchen Buchstaben wird dabei das „M“ verschlüsselt? b) In welchen Buchstaben wird das „Y“…
Beim Caesar-Verfahren mit dem Schlüssel 5 wird aus A der Buchstabe F.
- a) In welchen Buchstaben wird dabei das „M“ verschlüsselt?
- b) In welchen Buchstaben wird das „Y“ verschlüsselt?
- c) Erkläre in einem Satz, was man unter dem „Schlüssel“ eines Verschlüsselungsverfahrens versteht.
Den Schlüssel herausfinden
Was, wenn du den Schlüssel nicht kennst? Dann kannst du den Geheimtext trotzdem knacken. Es gibt zwei Wege.
Weg 1: Ausprobieren
Beim Caesar-Verfahren gibt es nur 25 sinnvolle Schlüssel (Schlüssel 1 bis 25). Bei Schlüssel 26 landet jeder Buchstabe wieder bei sich selbst. Du kannst also alle Schlüssel durchprobieren, bis ein deutsches Wort entsteht.
Weg 2: Häufigkeitsanalyse
In deutschen Texten kommt „E“ am häufigsten vor, danach meist „N“. Bei einem Caesar-Geheimtext bleibt das so, nur steht jetzt ein anderer Buchstabe an dieser Stelle.
Lena schickt Mehmet den Geheimtext „RJNSJ PFYEJ NXY XJMW XHMQFZ“. Sie sagt ihm nur: „Es ist ein Caesar-Verfahren, und aus A wird F.“ a) Bestimme den Schlüssel als Zahl.…
Lena schickt Mehmet den Geheimtext „RJNSJ PFYEJ NXY XJMW XHMQFZ“. Sie sagt ihm nur: „Es ist ein Caesar-Verfahren, und aus A wird F.“
- a) Bestimme den Schlüssel als Zahl.
- b) Entschlüssle die Nachricht.
Du kennst nur den Geheimtext „GDQNH“ und weißt, dass er mit einem Caesar-Verfahren verschlüsselt wurde, aber nicht, mit welchem Schlüssel. a) Wie viele verschiedene…
Du kennst nur den Geheimtext „GDQNH“ und weißt, dass er mit einem Caesar-Verfahren verschlüsselt wurde, aber nicht, mit welchem Schlüssel.
- a) Wie viele verschiedene Schlüssel muss man höchstens ausprobieren (Schlüssel 0 ausgenommen), wenn das Alphabet 26 Buchstaben hat?
- b) Probiere Schlüssel aus, bis du einen sinnvollen deutschen Klartext findest. Gib Schlüssel und Klartext an.
In einem Geheimtext, der mit dem Caesar-Verfahren verschlüsselt wurde, kommt der Buchstabe „H“ besonders häufig vor. Der Text ist lang und auf Deutsch geschrieben. Im…
In einem Geheimtext, der mit dem Caesar-Verfahren verschlüsselt wurde, kommt der Buchstabe „H“ besonders häufig vor. Der Text ist lang und auf Deutsch geschrieben. Im Deutschen ist „E“ der häufigste Buchstabe.
- a) Welchen Schlüssel vermutest du?
- b) Erkläre, warum diese Vermutung bei langen Texten meistens funktioniert, bei sehr kurzen Texten aber unsicher ist.
Wie sicher ist das Caesar-Verfahren?
Ein gutes Verschlüsselungsverfahren sollte auch dann sicher sein, wenn jeder das Verfahren kennt. Nur der Schlüssel bleibt geheim. Beim Caesar-Verfahren ist das nicht der Fall, aus zwei Gründen:
-
Zu wenige Schlüssel: Es gibt nur 25. Ein Computer testet sie in einem Augenblick, ein Mensch in wenigen Minuten.
-
Muster im Text: Gleiche Klartext-Buchstaben werden immer zu gleichen Geheimtext-Buchstaben. So verrät die Häufigkeit den Schlüssel.
Außerdem gibt es ein Problem mit dem Schlüsselaustausch: Sender und Empfänger müssen denselben Schlüssel kennen. Schreibst du ihn aber über denselben unsicheren Weg wie die Nachricht, kann ihn jeder mitlesen. Der Schlüssel muss also auf einem sicheren Weg übergeben werden, zum Beispiel persönlich in der Schule.
Man kann das Verfahren verbessern. Eine Idee: Die Verschiebung ändert sich von Buchstabe zu Buchstabe, etwa nach einem geheimen Muster oder Schlüsselwort. Dann steht für ein „E“ nicht immer derselbe Geheimbuchstabe, und die Häufigkeitsanalyse hilft kaum noch.
Ein Schüler verschlüsselt eine Nachricht zuerst mit dem Caesar-Schlüssel 4 und verschlüsselt das Ergebnis danach noch einmal mit dem Schlüssel 9. a) Mit welchem…
Ein Schüler verschlüsselt eine Nachricht zuerst mit dem Caesar-Schlüssel 4 und verschlüsselt das Ergebnis danach noch einmal mit dem Schlüssel 9.
- a) Mit welchem einzelnen Schlüssel erreicht man dasselbe Ergebnis?
- b) Beurteile, ob das zweifache Verschlüsseln die Nachricht sicherer macht. Begründe.
Ein Verfahren verschiebt den ersten Buchstaben um 1, den zweiten um 2, den dritten um 3 usw. (ab dem 27. Buchstaben beginnt man wieder bei 1). Beispiel: „AAA“ wird zu…
Ein Verfahren verschiebt den ersten Buchstaben um 1, den zweiten um 2, den dritten um 3 usw. (ab dem 27. Buchstaben beginnt man wieder bei 1). Beispiel: „AAA“ wird zu „BCD“.
- a) Verschlüssle das Wort „HALLO“.
- b) Erkläre, warum man diesen Geheimtext nicht mehr so leicht mit einer Häufigkeitsanalyse knacken kann wie beim normalen Caesar-Verfahren. Beachte dabei die beiden L in „HALLO“.
- c) Welche Information müssen Sender und Empfänger geheim vereinbaren?
Eine Schulklasse möchte den Caesar-Schlüssel für den Klassenchat festlegen. Ein Mitschüler schlägt vor, den Schlüssel einfach in den Chat zu schreiben, damit alle ihn…
Eine Schulklasse möchte den Caesar-Schlüssel für den Klassenchat festlegen. Ein Mitschüler schlägt vor, den Schlüssel einfach in den Chat zu schreiben, damit alle ihn kennen.
- a) Erkläre, welches grundlegende Problem dabei entsteht.
- b) Wie viele Schlüssel gibt es beim Caesar-Verfahren, und warum ist es deshalb auch bei geheimem Schlüssel nicht sicher?
- c) Nenne eine Verbesserung, die ein Verfahren sicherer machen würde, und begründe kurz.