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Realschule 10 · Biologie
Humanevolution, Niere und Sexualerziehung · Sexualerziehung

Empfängnisverhütung und Infektionsschutz

Lea und Ben sind seit einem halben Jahr zusammen und wollen sich in einer Beratungsstelle in Köln informieren. Ben fragt: „Wenn Lea die Pille nimmt, sind wir doch auf der sicheren Seite, oder?“ Am Ende dieser Seite kannst du seine Frage begründet beantworten.

Methoden der Empfängnisverhütung

Eine Schwangerschaft entsteht, wenn ein Spermium eine Eizelle befruchtet und sich die Zygote in der Gebärmutter einnistet. Jede Verhütungsmethode greift an einer dieser Stellen ein.

Methode Wirkung Schutz vor Infektionen
Kondom mechanische Barriere: Spermien gelangen nicht in die Scheide ja
Pille (Hormonpräparat) Hormone verhindern den Eisprung, verdicken den Schleim am Gebärmutterhals nein
Hormonspirale / Kupferspirale Hormonspirale: verdickt den Schleim am Gebärmutterhals; Kupferspirale: schädigt Spermien und hemmt die Einnistung nein
Hormonstäbchen, Hormonpflaster Hormone wie bei der Pille nein
Natürliche Methoden (Temperatur, Kalender) fruchtbare Tage erkennen und meiden nein

Die „Pille danach“ ist keine regelmäßige Verhütung. Sie ist ein Notfallmittel nach ungeschütztem Verkehr oder einer Verhütungspanne. Sie verzögert den Eisprung, wenn sie früh genug eingenommen wird. Sie kann Nebenwirkungen wie Übelkeit haben und ist weniger sicher als eine planmäßige Methode.

Zum Verständnis der Pille: Im weiblichen Zyklus steuern Hormone die Reifung eines Follikels in den Eierstöcken. Der reife Follikel setzt die Eizelle beim Eisprung frei. Die Hormone der Pille (Östrogen und Gestagen) sind im Blut ständig vorhanden. Über eine Rückkopplung hemmen sie in der Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung von FSH und LH. Ohne diese Steuerhormone reift kein Follikel heran und es kommt zu keinem Eisprung. Wo keine Eizelle ist, kann keine Befruchtung stattfinden.

Beratung und Hilfe bekommst du bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt, bei pro familia (z. B. in Köln) und beim Gesundheitsamt.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne drei Methoden der Empfängnisverhütung und erkläre jeweils kurz, wie sie wirken.

Nenne drei Methoden der Empfängnisverhütung und erkläre jeweils kurz, wie sie wirken.

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Üben★☆☆Nicht begonnen
Erkläre, welche Verhütungsmethode zugleich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, und begründe es.

Erkläre, welche Verhütungsmethode zugleich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, und begründe es.

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Üben★★☆Nicht begonnen
Ein Paar aus Köln möchte sich über Verhütung informieren. a) Vergleiche Kondom und Pille hinsichtlich Wirkungsweise, Schutz vor Infektionen und Verantwortung der…

Ein Paar aus Köln möchte sich über Verhütung informieren.

  1. a) Vergleiche Kondom und Pille hinsichtlich Wirkungsweise, Schutz vor Infektionen und Verantwortung der Partner.
  1. b) Beschreibe, was die „Pille danach“ ist und warum sie keine regelmäßige Verhütung ersetzt.
  1. c) Nenne zwei Beratungsstellen oder Fachleute, an die sich das Paar wenden kann.
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Wie sicher ist eine Methode? Der Pearl-Index

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode.

Der Pearl-Index gilt für die richtige Anwendung. In der Praxis ist er höher, weil Fehler passieren: Die Pille wird vergessen oder durch Erbrechen oder Durchfall nicht aufgenommen, das Kondom reißt oder wird zu spät übergezogen.

Üben★★☆Nicht begonnen
Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen…

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen Pearl-Index von etwa 0,3, das Kondom bei richtiger Anwendung von etwa 2, ohne Verhütung liegt er bei etwa 85.

  1. a) Berechne, wie viele von 1.000 Frauen pro Jahr mit der Pille bzw. mit dem Kondom schwanger würden.
  1. b) Erkläre, warum der Pearl-Index in der Praxis höher liegen kann als bei korrekter Anwendung.
  1. c) Erkläre, warum die Pille nicht vor HIV schützt.
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Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten (STI) werden vor allem beim Geschlechtsverkehr durch Körperflüssigkeiten und Schleimhautkontakt übertragen.

Krankheit Erreger Besonderheit
Chlamydien-Infektion Bakterien (Chlamydia trachomatis) oft ohne Symptome, mit Antibiotika heilbar
Hepatitis B Hepatitis-B-Virus Leberentzündung, Impfung möglich
AIDS HIV (Virus) schwächt das Immunsystem, bisher nicht heilbar

HIV und AIDS

HIV greift die T-Helferzellen des Immunsystems an und vermehrt sich in ihnen. Dadurch sinkt die Zahl dieser Zellen, die Abwehr wird schwächer. Nach einer Infektion kann es Jahre dauern, bis die Abwehr so geschwächt ist, dass Krankheitserreger, die ein gesundes Immunsystem abwehrt, gefährlich werden. Erst dann spricht man von AIDS. Mit Medikamenten lässt sich die Vermehrung des Virus heute stark bremsen.

Übertragung: ungeschützter Geschlechtsverkehr, gemeinsam benutzte Spritzen, Übertragung von der Mutter auf das Kind (Schwangerschaft, Geburt, Stillen).

Keine Übertragung: Händeschütteln, Umarmen, Anhusten, gemeinsames Trinken aus einem Glas, Toilettenbenutzung.

Üben★☆☆Nicht begonnen
Nenne zwei sexuell übertragbare Krankheiten und je einen Erreger oder eine Ursache.

Nenne zwei sexuell übertragbare Krankheiten und je einen Erreger oder eine Ursache.

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Üben★★☆Nicht begonnen
AIDS wird durch das Virus HIV ausgelöst. a) Nenne drei Übertragungswege und zwei Situationen, in denen keine Übertragung erfolgt. b) Erkläre, wie HIV das Immunsystem…

AIDS wird durch das Virus HIV ausgelöst.

  1. a) Nenne drei Übertragungswege und zwei Situationen, in denen keine Übertragung erfolgt.
  1. b) Erkläre, wie HIV das Immunsystem schwächt.
  1. c) Erkläre, warum man bei einer HIV-Infektion nicht sofort an AIDS erkrankt.
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Impfung, Chlamydien und Vorsorge

Hepatitis B und die aktive Impfung

Bei einer aktiven Impfung erhält man abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder Teile von ihnen. Das Immunsystem erkennt die Antigene, bildet Antikörper und Gedächtniszellen. Kommt später der echte Erreger, reagiert die Abwehr schnell. Die Impfung gegen Hepatitis B wird von der STIKO empfohlen und steht im Impfausweis.

Wird ein Kind einer infizierten Mutter geboren, bekommt es direkt nach der Geburt beides: die aktive Impfung und fertige Antikörper (passive Impfung). Man nennt das Simultanimpfung. Die aktive Impfung schützt nicht sofort, denn das Immunsystem braucht Zeit, um eigene Antikörper und Gedächtniszellen zu bilden. Die fertigen Antikörper wirken dagegen sofort, halten aber nur kurz an. So ist das Kind von Anfang an geschützt, denn das Virus kann bei der Geburt übertragen werden und beim Neugeborenen schwere Leberschäden verursachen.

Einen HIV-Impfstoff gibt es bisher nicht. HIV verändert sich sehr schnell, und es greift gerade die Zellen des Immunsystems an, die eine Impfung aktivieren soll.

Chlamydien

Chlamydien-Infektionen verlaufen oft ohne Symptome. Betroffene merken nichts und geben die Bakterien unbemerkt weiter. Unbehandelt wandern die Bakterien aufwärts: Bei Frauen entzünden sich die Eileiter und verkleben, sodass die Eizelle nicht mehr zur Gebärmutter gelangt. Bei Männern kann der Nebenhoden entzündet werden, die Spermien werden dann behindert. Folge kann Unfruchtbarkeit sein.

Sinnvoll sind Tests, Behandlung mit Antibiotika bei beiden Partnern (sonst stecken sie sich gegenseitig wieder an) und Kondome.

Üben★★★Nicht begonnen
Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, gegen HIV bisher nicht. a) Erkläre das Prinzip einer aktiven Impfung. b) Erläutere, warum Hepatitis B bei Neugeborenen…

Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, gegen HIV bisher nicht.

  1. a) Erkläre das Prinzip einer aktiven Impfung.
  1. b) Erläutere, warum Hepatitis B bei Neugeborenen infizierter Mütter früh behandelt wird.
  1. c) Begründe, warum die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs besonders schwierig ist.
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Üben★★★Nicht begonnen
Chlamydien-Infektionen verlaufen häufig ohne Symptome und können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. a) Erkläre, warum symptomlose Infektionen besonders leicht…

Chlamydien-Infektionen verlaufen häufig ohne Symptome und können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.

  1. a) Erkläre, warum symptomlose Infektionen besonders leicht weitergegeben werden.
  1. b) Erläutere, wie es zu Unfruchtbarkeit kommen kann (Eileiter bzw. Nebenhoden).
  1. c) Begründe, warum Tests, Behandlung des Partners und Kondomgebrauch sinnvoll sind.
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Verantwortung und Selbstbestimmung

Verhütung und Infektionsschutz betreffen beide Partner. Zur sexuellen Selbstbestimmung gehört, dass jede Person frei entscheidet, ob und wann sie Sex haben möchte, und dass ein „Nein“ immer gilt. Dazu gehört auch, offen über Verhütung und Gesundheit zu sprechen.

Die Pille schützt vor Schwangerschaft, das Kondom zusätzlich vor vielen Infektionen. Deshalb kann die Kombination sinnvoll sein: Pille oder Spirale für hohe Verhütungssicherheit, Kondom für den Infektionsschutz.

Zurück zu Bens Frage: Die Pille ist sehr sicher gegen Schwangerschaft, aber sie schützt nicht vor HIV, Chlamydien oder Hepatitis B. Wer den Infektionsschutz will, braucht zusätzlich ein Kondom.

Üben★★★Nicht begonnen
Eine Schulklasse diskutiert: „Wer die Pille nimmt, braucht kein Kondom.“ a) Nimm begründet Stellung zu dieser Aussage. b) Erkläre, warum eine Kombination zweier Methoden…

Eine Schulklasse diskutiert: „Wer die Pille nimmt, braucht kein Kondom.“

  1. a) Nimm begründet Stellung zu dieser Aussage.
  1. b) Erkläre, warum eine Kombination zweier Methoden sinnvoll sein kann.
  1. c) Erläutere, warum Aufklärung und Gespräche in einer Partnerschaft zur sexuellen Selbstbestimmung gehören.
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Auf einen Blick

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