Aktivierungsenergie und Katalysatorwirkung
Ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff (Knallgas) kann ewig in einem Gefäß stehen, ohne dass etwas passiert. Hältst du aber einen Glimmspan oder einen Funken daran, knallt es. Und die Abgase eines Autos werden in einem kleinen Bauteil im Auspuff fast schadstofffrei, obwohl dort nur ein paar Gramm Platin und Rhodium sitzen. Wie hängt das zusammen?
Aktivierungsenergie: der Anstoß für die Reaktion
Viele Reaktionen sind exotherm, geben also Energie ab, und laufen trotzdem nicht von allein los. Der Grund: Bevor sich neue Bindungen bilden, müssen in den Edukten zuerst Bindungen gelockert oder gebrochen werden. Dafür ist Energie nötig.
Ein Vergleich: Eine Kugel liegt in einer Mulde auf einem Berg. Das Tal unten ist tiefer, aber erst musst du die Kugel über den Rand der Mulde schieben. Dieser „Hügel“ ist die Aktivierungsenergie.
Im Teilchenmodell: Die Teilchen stoßen ständig zusammen. Nur wenn ein Stoß so heftig ist, dass die Energie mindestens $E_\mathrm{A}$ beträgt, reagieren die Teilchen. Bei Raumtemperatur haben bei Knallgas fast keine Teilchen so viel Energie. Der Funken liefert die Energie für einige wenige Teilchen. Deren Reaktion setzt Energie frei, die weitere Teilchen aktiviert, und die Reaktion läuft von selbst weiter.
Die Höhe des „Hügels“ ist $E_\mathrm{A}$. Der Höhenunterschied zwischen Edukten und Produkten ist die Reaktionsenergie. Hier liegen die Produkte tiefer: Die Reaktion ist exotherm.
Erkläre mit eigenen Worten, was man unter der Aktivierungsenergie einer chemischen Reaktion versteht, und warum ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff bei…
Erkläre mit eigenen Worten, was man unter der Aktivierungsenergie einer chemischen Reaktion versteht, und warum ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff bei Raumtemperatur nicht von selbst reagiert.
Ein Energiediagramm einer exothermen Reaktion ohne Katalysator wird so beschrieben: Edukte bei $0\ \text{kJ}$, Energiemaximum bei $+80\ \text{kJ}$, Produkte bei…
Ein Energiediagramm einer exothermen Reaktion ohne Katalysator wird so beschrieben: Edukte bei $0\ \text{kJ}$, Energiemaximum bei $+80\ \text{kJ}$, Produkte bei $-50\ \text{kJ}$ (Energie pro Formelumsatz). Mit Katalysator liegt das Maximum bei $+45\ \text{kJ}$.
- a) Gib die Aktivierungsenergie ohne und mit Katalysator an.
- b) Gib die Reaktionsenergie an und begründe, ob sie sich durch den Katalysator ändert.
- c) Skizziere das Diagramm in Worten (Achsen, Kurvenverlauf, Lage der Maxima).
Zwei Reaktionen A und B haben dieselbe Reaktionsenergie von $-100\ \text{kJ}$, aber A hat eine Aktivierungsenergie von $50\ \text{kJ}$, B von $120\ \text{kJ}$. a)…
Zwei Reaktionen A und B haben dieselbe Reaktionsenergie von $-100\ \text{kJ}$, aber A hat eine Aktivierungsenergie von $50\ \text{kJ}$, B von $120\ \text{kJ}$.
- a) Beurteile, welche Reaktion bei Raumtemperatur schneller abläuft, und begründe mit dem Teilchenmodell.
- b) Erkläre, warum ein Katalysator für B die Reaktionsenergie nicht verändert, aber die Reaktion beschleunigen kann.
- c) Ein Mitschüler sagt: „Ein Katalysator liefert Energie für die Reaktion.“ Widerlege die Aussage.
Der Katalysator senkt die Aktivierungsenergie
Der Katalysator öffnet einen anderen Reaktionsweg mit niedrigerem „Hügel“. Mehr Teilchen haben dann genug Energie, die Reaktion läuft schneller ab.
Beachte: Start- und Endniveau sind in beiden Fällen gleich. Der Katalysator ändert nur die Höhe des Maximums.
Ein Katalysator beschleunigt eine Reaktion. a) Gib an, wie sich die Aktivierungsenergie durch einen Katalysator verändert. b) Gib an, ob der Katalysator bei der Reaktion…
Ein Katalysator beschleunigt eine Reaktion.
- a) Gib an, wie sich die Aktivierungsenergie durch einen Katalysator verändert.
- b) Gib an, ob der Katalysator bei der Reaktion verbraucht wird.
- c) Gib an, ob sich die Energiebilanz der Reaktion (Edukte gegenüber Produkten) durch den Katalysator verändert.
Wasserstoffperoxid zerfällt langsam: $2\ \text{H}2\text{O}2 \rightarrow 2\ \text{H}2\text{O} + \text{O}2$. Gibt man etwas Braunstein ($\text{MnO}2$) hinzu, schäumt die…
Wasserstoffperoxid zerfällt langsam: $2\ \text{H}_2\text{O}_2 \rightarrow 2\ \text{H}_2\text{O} + \text{O}_2$. Gibt man etwas Braunstein ($\text{MnO}_2$) hinzu, schäumt die Lösung stark auf.
- a) Erkläre die Beobachtung mit dem Begriff Katalysator.
- b) Beschreibe, wie man mit dem Glimmspan nachweisen kann, welches Gas entsteht.
- c) Erkläre, wie du nach dem Versuch zeigen könntest, dass der Braunstein nicht verbraucht wurde.
Beschreibe in Worten ein Energiediagramm für eine endotherme Reaktion mit Reaktionsenergie $+30\ \text{kJ}$ und einer Aktivierungsenergie von $90\ \text{kJ}$ ohne…
Beschreibe in Worten ein Energiediagramm für eine endotherme Reaktion mit Reaktionsenergie $+30\ \text{kJ}$ und einer Aktivierungsenergie von $90\ \text{kJ}$ ohne Katalysator sowie $60\ \text{kJ}$ mit Katalysator.
- a) Setze die Energie der Edukte auf $0\ \text{kJ}$. Gib die Energiewerte der Edukte, des Maximums und der Produkte jeweils ohne und mit Katalysator an.
- b) Bestimme die aufzuwendende aktivierende Energie für die Rückreaktion ohne Katalysator.
- c) Begründe, warum der Katalysator auch die Rückreaktion beschleunigt.
Wie ein fester Katalysator arbeitet
Viele Katalysatoren sind Feststoffe, an deren Oberfläche gasförmige Edukte reagieren. Im Modell läuft das in vier Schritten ab:
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Anlagerung: Die Teilchen der Edukte lagern sich an der Oberfläche an.
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Lockerung: Durch die Bindung an das Metall werden die Bindungen in den Teilchen geschwächt.
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Reaktion: Die gelockerten Teilchen reagieren leichter miteinander.
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Ablösen: Die Produkte lösen sich von der Oberfläche, und der Katalysator ist wieder frei.
Weil die Reaktion an der Oberfläche stattfindet, setzt man Katalysatoren als feines Pulver, Netz oder Wabenkörper ein: So steht bei wenig Material eine große Oberfläche zur Verfügung.
Beim Auto-Katalysator werden giftige Abgase umgesetzt, zum Beispiel $2\ \text{CO} + 2\ \text{NO} \rightarrow 2\ \text{CO}2 + \text{N}2$. a) Nenne zwei Metalle, die als…
Beim Auto-Katalysator werden giftige Abgase umgesetzt, zum Beispiel $2\ \text{CO} + 2\ \text{NO} \rightarrow 2\ \text{CO}_2 + \text{N}_2$.
- a) Nenne zwei Metalle, die als Katalysatormaterial eingesetzt werden.
- b) Nenne den Zweck dieser Reaktion.
- c) Benenne die entstehenden Produkte.
Im Modell stellt man sich vor, dass Teilchen auf der Oberfläche eines festen Katalysators vorübergehend gebunden werden. a) Beschreibe in drei bis vier Sätzen, wie…
Im Modell stellt man sich vor, dass Teilchen auf der Oberfläche eines festen Katalysators vorübergehend gebunden werden.
- a) Beschreibe in drei bis vier Sätzen, wie dadurch die Reaktion zwischen zwei Gasen erleichtert wird (Anlagerung, Lockerung von Bindungen, Reaktion, Ablösen).
- b) Erkläre, warum man Katalysatoren oft als feines Pulver oder Netz einsetzt.
Katalysatorgifte wie Blei oder Schwefelverbindungen machen Katalysatoren unwirksam. Bleihaltiges Benzin ist deshalb für Fahrzeuge mit Katalysator ungeeignet. a) Erkläre…
Katalysatorgifte wie Blei oder Schwefelverbindungen machen Katalysatoren unwirksam. Bleihaltiges Benzin ist deshalb für Fahrzeuge mit Katalysator ungeeignet.
- a) Erkläre mithilfe des Oberflächenmodells, wie ein Katalysatorgift wirken kann.
- b) Erkläre, warum ein Katalysator in der Industrie trotz seines hohen Preises (z. B. Platin) wirtschaftlich sinnvoll ist.
- c) Bewerte, welche Rolle Katalysatoren für den Umweltschutz im Straßenverkehr spielen.
Zurück zum Anfang: Knallgas reagiert bei Raumtemperatur nicht, weil die Aktivierungsenergie zu hoch ist. Ein Funke liefert sie. Der Auto-Katalysator senkt sie für die Schadstoffe, ohne selbst verbraucht zu werden.
Auf einen Blick
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Die Aktivierungsenergie ist die Energie, die nötig ist, damit eine Reaktion startet. Sie ist unabhängig davon, ob die Reaktion exo- oder endotherm ist.
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Im Energiediagramm ist $E_\mathrm{A}$ der Abstand von den Edukten zum Maximum, die Reaktionsenergie der Abstand von Edukten zu Produkten.
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Ein Katalysator senkt $E_\mathrm{A}$, beschleunigt Hin- und Rückreaktion und wird nicht verbraucht.
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Er verändert die Reaktionsenergie nicht und liefert keine Energie.
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Feste Katalysatoren wirken an der Oberfläche: Anlagerung, Lockerung, Reaktion, Ablösen. Katalysatorgifte blockieren die Oberfläche.