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Gymnasium 10 · Biologie
Gesundheit · Gesundheit und Krankheit

Die Abwehr des Körpers

Auf dem Schulbus, in der Mensa und auf dem Pausenhof begegnest du jeden Tag Tausenden von Mikroorganismen, und trotzdem bist du meistens gesund. Du schürfst dir beim Fußballspielen das Knie auf, und nach ein paar Tagen ist die Wunde wieder zu. Wie schafft dein Körper das, und was passiert, wenn es einmal nicht klappt?

Überblick: Barrieren, unspezifische und spezifische Abwehr

Dein Immunsystem arbeitet in mehreren Stufen. Der Kernlehrplan unterscheidet zwei Reaktionen: die unspezifische und die spezifische Immunreaktion. Die äußeren Barrieren (Haut, Schleimhaut, Magensäure) eröffnen die unspezifische Abwehr und halten die meisten Erreger fern. Zusammen mit Fresszellen, Entzündung und Fieber gehören sie also zur unspezifischen Abwehr. Manche Schemata zählen Barrieren und die übrige unspezifische Abwehr getrennt und sprechen dann von „drei Abwehrlinien“. Das ist dasselbe, nur in drei Schritten gezählt.

Drei Stufen der Abwehr von außen nach innen: Barrieren, unspezifische Abwehr und spezifische Abwehr, jeweils mit Beispielen. A Äußere Barrieren Haut, Schleimhaut, Tränenflüssigkeit, Magensäure B Unspezifische Abwehr Fresszellen, Entzündung, Fieber (wirkt gegen jeden Erreger) C Spezifische Abwehr Lymphozyten, Antikörper, Gedächtniszellen (gegen einen Erreger)

Nur die Stufe C ist erregerspezifisch. Die Stufen A und B bilden zusammen die unspezifische Abwehr und wirken gegen alle Erreger gleich. Vom Aufreißen der Haut bis zum Verschluss einer Wunde greifen die Stufen nacheinander ein, überlappen sich aber stark.

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Im Schema sind die drei Abwehrlinien des Körpers dargestellt. Schreibe die Namen der mit A, B und C gekennzeichneten Linien auf, geordnet von der äußersten bis zur…

Im Schema sind die drei Abwehrlinien des Körpers dargestellt. Schreibe die Namen der mit A, B und C gekennzeichneten Linien auf, geordnet von der äußersten bis zur innersten, und gib an, welche von ihnen für den jeweiligen Erreger spezifisch ist.

A B C Haut · Schleimhäute · Magensäure Entzündung · Fieber · Fresszellen Lymphozyten · Antikörper Erreger
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Eine kleine Schürfwunde heilt von allein, ohne Behandlung. Beschreibe die Kette der Abwehrmaßnahmen, die vom Aufreißen der Haut bis zum Schließen der Wunde wirken, und…

Eine kleine Schürfwunde heilt von allein, ohne Behandlung. Beschreibe die Kette der Abwehrmaßnahmen, die vom Aufreißen der Haut bis zum Schließen der Wunde wirken, und gib an, welche Abwehrlinie in welchem Moment eingreift.

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Die äußeren Barrieren

Am besten ist es, wenn Erreger gar nicht erst in den Körper gelangen. Dafür sorgen Barrieren, die körperlich oder chemisch wirken.

Barriere Wie sie schützt
Haut Dichte, verhornte Zellschicht; Erreger kommen nicht hindurch
Schleim und Flimmerhärchen in den Atemwegen Schleim fängt Erreger und Staub, die Flimmerhärchen transportieren ihn nach oben (Husten, Schnäuzen)
Tränenflüssigkeit und Speichel spülen Erreger weg, enthalten Stoffe, die Bakterienzellwände angreifen
Magensäure sehr saurer Magensaft tötet viele Erreger mit der Nahrung ab
Schleimhaut der Atemwege: Flimmerhärchen schieben den Schleim mit eingefangenen Erregern nach außen. Schleimhautzellen mit Flimmerhärchen Schleim Transport nach außen Bakterien im Schleim
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Nenne vier Barrieren des Körpers, die das Eindringen von Mikroorganismen erschweren (Haut, Schleimhäute, Tränenflüssigkeit, Magensäure ...), und erkläre, wie jede von…

Nenne vier Barrieren des Körpers, die das Eindringen von Mikroorganismen erschweren (Haut, Schleimhäute, Tränenflüssigkeit, Magensäure ...), und erkläre, wie jede von ihnen schützt.

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Erkläre, welche Rolle der Schleim und die Schleimhäute der Atemwege als Abwehrbarriere gegen Mikroorganismen spielen.

Erkläre, welche Rolle der Schleim und die Schleimhäute der Atemwege als Abwehrbarriere gegen Mikroorganismen spielen.

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Eine großflächige Verbrennung ist ein schwerer Notfall, auch wenn zunächst keine Infektion vorliegt. Erkläre mit Bezug auf die Abwehrlinien, warum die verbrannte Haut…

Eine großflächige Verbrennung ist ein schwerer Notfall, auch wenn zunächst keine Infektion vorliegt. Erkläre mit Bezug auf die Abwehrlinien, warum die verbrannte Haut lebensbedrohlich ist und welches Risiko in den folgenden Tagen auftritt.

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Unspezifische Abwehr: Fresszellen und Entzündung

Ob du dir einen Splitter einziehst oder ein Mückenstich dich erwischt: Die Stelle wird rot, warm, dick und schmerzt. Der Körper reagiert immer gleich, egal welcher Erreger oder Fremdkörper eindringt. Das ist das Kennzeichen der unspezifischen Abwehr.

Entzündung: Ein Blutgefäß erweitert sich, Fresszellen wandern ins Gewebe und nehmen Bakterien auf. verletztes Gewebe erweitertes Blutgefäß (mehr Blut) Bakterien Fresszellen

So läuft die Entzündung ab:

  1. Verletzte Zellen und Erreger setzen Signalstoffe frei.

  2. Die Blutgefäße erweitern sich: mehr Blut, die Stelle wird rot und warm.

  3. Die Gefäßwände werden durchlässiger: Flüssigkeit tritt aus, es kommt zur Schwellung. Signalstoffe (zum Beispiel Histamin und Prostaglandine) und der Druck der Schwellung reizen Nerven (Schmerz).

  4. Fresszellen verlassen das Blut, wandern ins Gewebe und nehmen Erreger auf.

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Erkläre, was Fresszellen (Phagozyten) sind, zu welcher Gruppe von Blutbestandteilen sie gehören und warum man sagt, dass sie Mikroben „fressen“.

Erkläre, was Fresszellen (Phagozyten) sind, zu welcher Gruppe von Blutbestandteilen sie gehören und warum man sagt, dass sie Mikroben „fressen“.

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Erkläre, was eine Entzündung ist und welche vier typischen Anzeichen im betroffenen Bereich auftreten.

Erkläre, was eine Entzündung ist und welche vier typischen Anzeichen im betroffenen Bereich auftreten.

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Wenn du dir einen Splitter einziehst, rötet sich die Stelle, wird warm und schwillt an. Erkläre, was dabei geschieht, wie diese Reaktion heißt, welche Blutzellen an den…

Wenn du dir einen Splitter einziehst, rötet sich die Stelle, wird warm und schwillt an. Erkläre, was dabei geschieht, wie diese Reaktion heißt, welche Blutzellen an den Ort gelangen und warum diese Reaktion, obwohl sie unangenehm ist, nützlich ist.

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Fieber als Abwehr

Bei einer Erkältung oder Grippe steigt oft die Körpertemperatur. Fieber ist kein Defekt, sondern eine vom Körper gesteuerte Erhöhung des Temperatursollwerts.

Temperaturskala: Normaltemperatur bis 37,5 Grad, erhöhte Temperatur von 37,5 bis 38 Grad, Fieber ab 38 Grad, hohes Fieber ab 39 Grad. normal erhöht Fieber hohes Fieber 36 °C 37,5 °C 38 °C 39 °C 42 °C Dauerhaft über etwa 42 °C: Lebensgefahr (Eiweiße werden geschädigt)

Warum nützt Fieber?

  • Viele Bakterien und Viren vermehren sich bei etwa 37 °C am besten. Bei höherer Temperatur vermehren sie sich langsamer.

  • Der Stoffwechsel der Abwehrzellen läuft schneller, sie arbeiten effektiver.

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Gib an, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind, und begründe deine Antwort: a) Fieber muss man immer sofort mit Medikamenten senken; b) Antikörper sind…

Gib an, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind, und begründe deine Antwort: a) Fieber muss man immer sofort mit Medikamenten senken; b) Antikörper sind Proteine, die der Körper selbst herstellt; c) Beim ersten Eindringen einer Mikrobe braucht die spezifische Abwehr länger als die unspezifische.

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Fieber ist ein kontrollierter Anstieg der Körpertemperatur bei vielen Infektionen. Begründe, warum es als Abwehrmechanismus und nicht nur als Symptom betrachtet werden…

Fieber ist ein kontrollierter Anstieg der Körpertemperatur bei vielen Infektionen. Begründe, warum es als Abwehrmechanismus und nicht nur als Symptom betrachtet werden kann, und erkläre, in welchen Situationen eine Behandlung sinnvoll ist.

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Ein Jugendlicher hat eine Körpertemperatur von 37,9 °C und Halsschmerzen mit leichter Entzündung. Seine Mutter will ihm sofort hohe Dosen fiebersenkender und…

Ein Jugendlicher hat eine Körpertemperatur von 37,9 °C und Halsschmerzen mit leichter Entzündung. Seine Mutter will ihm sofort hohe Dosen fiebersenkender und entzündungshemmender Mittel geben, damit seine Temperatur gleich auf 36,5 °C sinkt. a) Begründe ausgehend von der Abwehrfunktion von mäßigem Fieber und Entzündung (Eintreffen von Fresszellen, gesteigerter Zellstoffwechsel und verlangsamte Vermehrung der Mikroben), warum die vollständige Unterdrückung dieser leichten Symptome die Infektion verlängern könnte. b) Sage voraus und begründe, welche Lebensgefahr entstünde, wenn das Fieber dauerhaft über 41,5 °C stiege, und erkläre die Wirkung extremer Hitze auf die Proteine und Enzyme unserer Zellen.

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Spezifische Abwehr: Lymphozyten und Antikörper

Reicht die unspezifische Abwehr nicht aus, setzt die spezifische Abwehr ein. Sie erkennt Erreger an ihren Oberflächenmerkmalen.

Schlüssel-Schloss-Prinzip: Ein Antikörper passt nur zum Antigen von Erreger X, nicht zum Antigen von Erreger Y. Erreger X Antigen X Antikörper X passt: bindet, Erreger wird markiert oder neutralisiert Erreger Y passt nicht: keine Bindung

Der Antikörper bindet nur an das Antigen, zu dem er passt, wie ein Schlüssel in sein Schloss. Das ist das Schlüssel-Schloss-Prinzip. Es erklärt, warum Antikörper gegen Grippeviren nicht gegen Windpocken helfen.

Grenzen des Modells: Das Bild ist stark vereinfacht. Antikörper sind keine starren Schlüssel, und die Bindung ist ein chemischer Vorgang zwischen Molekülen. Das Modell zeigt aber gut, dass Form und Passung entscheidend sind.

Der Ablauf der spezifischen Abwehr in Grundzügen:

  1. Fresszellen zeigen Bruchstücke des Erregers (Antigene) auf ihrer Oberfläche.

  2. T-Helferzellen mit dem passenden Rezeptor erkennen das Antigen und aktivieren B-Zellen und Killerzellen.

  3. Die passenden B-Zellen vermehren sich und werden zu Plasmazellen, die massenhaft Antikörper abgeben.

  4. Killerzellen zerstören infizierte Körperzellen.

  5. Einige Zellen bleiben als Gedächtniszellen übrig.

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Erkläre, was ein Antikörper ist, welche Zellen ihn herstellen und warum jeder Antikörper nur gegen einen bestimmten Erreger wirkt.

Erkläre, was ein Antikörper ist, welche Zellen ihn herstellen und warum jeder Antikörper nur gegen einen bestimmten Erreger wirkt.

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Erkläre, was Lymphozyten sind und welche zwei großen Aufgaben sie innerhalb der spezifischen Abwehr erfüllen.

Erkläre, was Lymphozyten sind und welche zwei großen Aufgaben sie innerhalb der spezifischen Abwehr erfüllen.

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Vergleiche die unspezifische und die spezifische Immunantwort: Schnelligkeit, beteiligte Zellen, Gedächtnis gegenüber demselben Erreger und je ein Beispiel für das…

Vergleiche die unspezifische und die spezifische Immunantwort: Schnelligkeit, beteiligte Zellen, Gedächtnis gegenüber demselben Erreger und je ein Beispiel für das Eingreifen jeder von beiden bei derselben Infektion.

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Lymphorgane und T-Helferzellen

Lymphozyten entstehen im Knochenmark und reifen dort oder im Thymus. Sie sammeln sich in Lymphorganen: Milz, Lymphknoten, Mandeln. In den Lymphknoten (zum Beispiel am Hals) filtert die Lymphflüssigkeit Erreger heraus, und dort treffen Erreger, Fresszellen und Lymphozyten aufeinander. Bei einer Infektion vermehren sich die passenden Lymphozyten dort stark, der Lymphknoten schwillt an. Die Milz filtert das Blut und enthält viele Lymphozyten und Fresszellen. Fehlt die Milz, übernehmen Lymphknoten und andere Lymphorgane einen Teil ihrer Aufgaben; die Abwehr ist geschwächt, aber nicht ausgeschaltet.

T-Helferzellen aktivieren B-Lymphozyten, Fresszellen und Killerzellen. Das HI-Virus zerstört T-Helferzellen. T-Helfer- zelle B-Lymphozyt Killerzelle Fresszelle HI-Virus zerstört diese Zellen

Die T-Helferzellen sind die Schaltzentrale: Ohne sie werden weder B-Zellen noch Killerzellen richtig aktiviert. Beim HI-Virus (Aids) werden genau diese Zellen zerstört. Das Immunsystem bricht zusammen, und an sich harmlose Erreger können tödlich werden.

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Personen, denen die Milz entfernt wurde, wird empfohlen, sich häufiger impfen zu lassen und jede Infektion genau zu beobachten. Erkläre, welchen Zusammenhang die Milz…

Personen, denen die Milz entfernt wurde, wird empfohlen, sich häufiger impfen zu lassen und jede Infektion genau zu beobachten. Erkläre, welchen Zusammenhang die Milz mit den weißen Blutkörperchen hat und warum ihr Fehlen die Abwehr schwächt, ohne sie völlig auszuschalten.

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Bei einer Grippe schwellen die Lymphknoten am Hals an. Erkläre, was Lymphknoten sind, was in ihrem Inneren bei einer Infektion geschieht und warum ihre Schwellung…

Bei einer Grippe schwellen die Lymphknoten am Hals an. Erkläre, was Lymphknoten sind, was in ihrem Inneren bei einer Infektion geschieht und warum ihre Schwellung anzeigt, dass die Abwehr arbeitet.

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Die T-Helferzellen wirken als zentrale Koordinatoren des Immunsystems, denn sie geben das chemische Signal zur Aktivierung sowohl der B-Lymphozyten (die Antikörper…

Die T-Helferzellen wirken als zentrale Koordinatoren des Immunsystems, denn sie geben das chemische Signal zur Aktivierung sowohl der B-Lymphozyten (die Antikörper herstellen) als auch der Makrophagen und zytotoxischen Lymphozyten. Das HI-Virus infiziert und zerstört gezielt diese Zellen. a) Sage voraus, welche Folgen für das Abwehrsystem entstehen, wenn genau diese Lymphozyten verloren gehen, und leite daraus ab, warum Patienten mit fortgeschrittenem Aids nicht am Virus selbst, sondern an anderen Infektionen sterben. b) Wenn eine Kombination antiretroviraler Medikamente die Vermehrung des Virus so weit bremst, dass es nicht mehr nachweisbar ist, sage voraus, was mit der Lymphozytenzahl und der Gesundheit des Patienten geschieht.

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Das Immungedächtnis

Wer als Kind die Windpocken hatte, bekommt sie in der Regel nicht noch einmal. Der Grund: Nach der Infektion bleiben Gedächtniszellen (langlebige Lymphozyten) im Körper zurück. Sie erkennen den Erreger bei einem zweiten Kontakt sofort und bilden schnell sehr viele Antikörper.

Antikörpermenge im Blut über der Zeit: Beim Erstkontakt langsamer und niedriger Anstieg, beim Zweitkontakt schneller und hoher Anstieg. Antikörper im Blut Zeit Erstkontakt: langsam, wenig Zweitkontakt: schnell, viel

Beim Erstkontakt dauert es Tage, bis die passenden Lymphozyten gefunden und vermehrt sind. Beim Zweitkontakt sind viele Gedächtniszellen bereits vorhanden: Die Antikörper entstehen in kurzer Zeit in großer Menge, und der Erreger wird bekämpft, bevor du Symptome bekommst.

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In einer Studie wird die Menge der Antikörper im Blut einer Person gegen ein krankheitserregendes Bakterium zu zwei verschiedenen Zeitpunkten gemessen: Nach dem ersten…

In einer Studie wird die Menge der Antikörper im Blut einer Person gegen ein krankheitserregendes Bakterium zu zwei verschiedenen Zeitpunkten gemessen: Nach dem ersten Kontakt (Tag 1) erscheinen die Antikörper erst nach 10 Tagen und erreichen ein Maximum von 15 Einheiten; nach einer zweiten Ansteckung ein Jahr später (Tag 365) erreichen die Antikörper schon nach nur 2 Tagen 250 Einheiten. a) Interpretiere diese Ergebnisse und begründe den Unterschied in Geschwindigkeit und Menge mit der Funktion der Gedächtniszellen (Lymphozyten). b) Begründe, wie Impfungen dasselbe biologische Prinzip nutzen, um uns zu schützen, ohne dass wir die Krankheit durchmachen müssen.

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Eine Person behauptet: „Die Grippeimpfung bringt gar nichts; meine Tante hat sich im November impfen lassen und lag im Januar mit Grippe, Unwohlsein und Husten im Bett.“…

Eine Person behauptet: „Die Grippeimpfung bringt gar nichts; meine Tante hat sich im November impfen lassen und lag im Januar mit Grippe, Unwohlsein und Husten im Bett.“ Widerlege ihre Schlussfolgerung mit deinem Wissen über die Immunantwort: a) Begründe, warum das Grippevirus eine geimpfte Person infizieren kann, wenn es kleine Mutationen in seinen Oberflächenantigenen durchlaufen hat, und warum der Impfstoff deshalb jedes Jahr angepasst werden muss. b) Sage voraus und begründe, wie die Infektion bei ihrer Tante verlaufen wäre, wenn sie nicht geimpft gewesen wäre, und erkläre die Rolle der Antikörper und Lymphozyten, die durch die vorherige Impfung gebildet wurden.

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Zusammenwirken von unspezifischer und spezifischer Abwehr

Die Abwehrstufen wirken nicht getrennt, sondern greifen ineinander. Ein Beispiel: eine Wundinfektion.

Zeitlicher Ablauf einer Wundinfektion: sofort Barrieren und Fresszellen, nach Stunden Entzündung, nach Tagen Antikörper, danach Gedächtniszellen. Minuten Stunden Tage danach Wunde, Erreger dringen ein Fresszellen, Entzündung B-Zellen → Antikörper Gedächtnis- zellen
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Gegen ein und dasselbe Bakterium wirken zuerst die Fresszellen und danach die Lymphozyten. Vergleiche beide Abwehrreaktionen: Reihenfolge des Eintreffens, Art, den…

Gegen ein und dasselbe Bakterium wirken zuerst die Fresszellen und danach die Lymphozyten. Vergleiche beide Abwehrreaktionen: Reihenfolge des Eintreffens, Art, den Eindringling zu erkennen, und was im Körper zurückbleibt, wenn jede ihre Arbeit beendet hat.

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Bei einem Patienten, der eine Chemotherapie erhält, wird eine Lungenentzündung diagnostiziert, die durch Pneumocystis jirovecii* verursacht wird, einen harmlosen Pilz,…

Bei einem Patienten, der eine Chemotherapie erhält, wird eine Lungenentzündung diagnostiziert, die durch Pneumocystis jirovecii verursacht wird, einen harmlosen Pilz, der in den Atemwegen der gesunden Bevölkerung vorkommt, ohne Schaden anzurichten. Analysiere diesen Krankheitsfall: a) Begründe, warum diese Infektion als „opportunistisch“ bezeichnet wird, und stütze dich dabei auf den Zustand der Abwehr des Patienten nach der Behandlung. b) Wenn ein gesunder Angehöriger eng mit ihm zusammenlebt, sage voraus, ob er sich mit demselben Pilz erkranken wird, und begründe deine Antwort. c) Entwirf zwei konkrete Vorsorgemaßnahmen, die das Krankenhaus oder das familiäre Umfeld anwenden sollte, um ihn vor anderen häufigen Krankheitserregern zu schützen.

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Wenn die Abwehr falsch reagiert: Allergien und Autoimmunerkrankungen

Das Immunsystem kann auch übers Ziel hinausschießen. Im Frühling niesen viele Menschen im Park, obwohl dort keine Krankheitserreger sind.

Ablauf einer Allergie: Allergen, Antikörper, Histaminfreisetzung, Symptome. Allergen Antikörper auf Zellen Histamin Niesen, Juckreiz, Rötung, Schwellung Antihistaminikum blockiert die Wirkung des Histamins

Ablauf in Grundzügen:

  1. Beim Erstkontakt bildet der Körper Antikörper gegen das Allergen, und zwar eine besondere Sorte, die IgE-Antikörper. Du merkst noch nichts (Sensibilisierung).

  2. Diese IgE-Antikörper (gebildet von Plasmazellen) setzen sich auf Mastzellen im Gewebe. Mastzellen sind Abwehrzellen, die Histamin gespeichert haben. Bei einer Infektion gibt es diese Besetzung der Mastzellen nicht, dort binden die Antikörper direkt an den Erreger.

  3. Beim Zweitkontakt bindet das Allergen an diese Antikörper. Die Zellen setzen Histamin frei.

  4. Histamin erweitert Blutgefäße und macht sie durchlässig: Schleimhäute schwellen, die Nase läuft, die Augen tränen, die Haut rötet sich.

Vergleich mit einer Infektion: Bei beiden gibt es Antigene, Antikörper und eine Entzündungsreaktion. Bei der Infektion richtet sie sich aber gegen einen echten Erreger und nützt dem Körper. Bei der Allergie richtet sie sich gegen einen harmlosen Stoff und schadet. Ein Antibiotikum hilft nur bei Bakterien, nicht bei Allergien.

Autoimmunerkrankungen: Hier greift das Immunsystem körpereigene Zellen an, weil es sie fälschlich als fremd einstuft. Normalerweise gilt Selbsttoleranz: Lymphozyten, die körpereigene Strukturen erkennen, werden aussortiert. Bei Diabetes Typ 1 zerstören Lymphozyten die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Antibiotika helfen hier nicht, denn es gibt keine Bakterien. Das ganze Immunsystem auszuschalten würde den Körper wehrlos machen.

Transplantation: Ein gespendetes Organ trägt fremde Antigene und wird vom Immunsystem als fremd erkannt (Abstoßung). Immunsuppressiva dämpfen die Abwehr, damit das Organ bleibt. Dafür steigt das Infektionsrisiko, ein ständiges Abwägen.

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Beim Spaziergang durch einen Park im Frühling beginnt Marcos ununterbrochen zu niesen, seine Augen tränen und die Haut am Hals rötet sich. Ein Freund sagt zu ihm: „Du…

Beim Spaziergang durch einen Park im Frühling beginnt Marcos ununterbrochen zu niesen, seine Augen tränen und die Haut am Hals rötet sich. Ein Freund sagt zu ihm: „Du hast dich mit einem sehr aggressiven Bakterium angesteckt; nimm schnell ein Antibiotikum, damit du gesund wirst.“ a) Widerlege die zwei fachlichen Fehler in der Aussage seines Freundes und erkläre, was im Immunsystem von Marcos gegenüber dem Pollen tatsächlich geschieht. b) Der Arzt verschreibt ihm ein „Antihistaminikum“. Sage voraus und erkläre, welche Wirkung dieses Medikament auf seine Blutgefäße und Schleimhäute haben wird, ausgehend von der Wirkung, die Histamin bei einer allergischen Reaktion ausübt.

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Bei Diabetes Typ 1 zerstören Lymphozyten gezielt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (die für die Insulinherstellung zuständig sind), weil sie deren Membranproteine…

Bei Diabetes Typ 1 zerstören Lymphozyten gezielt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (die für die Insulinherstellung zuständig sind), weil sie deren Membranproteine mit denen eines gefährlichen Krankheitserregers verwechseln. a) Analysiere diesen Vorgang und verwende dabei die Begriffe „Antigen“, „Autoantikörper“ und „Selbsttoleranz“ genau. Erkläre, worin sich dieser Angriff von dem unterscheidet, der gegen ein eindringendes Bakterium erfolgt. b) Ein Schüler meint: „Da es ein zellulärer Angriff ist, könnten wir Diabetes endgültig heilen, indem wir Antibiotika geben oder das gesamte Immunsystem des Patienten zerstören.“ Widerlege beide Vorschläge begründet.

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Emilia wurde eine Niere transplantiert, und sie muss täglich Immunsuppressiva einnehmen. Nach einigen Monaten stellen ihre Ärzte die Dosis mit großer Vorsicht ein:…

Emilia wurde eine Niere transplantiert, und sie muss täglich Immunsuppressiva einnehmen. Nach einigen Monaten stellen ihre Ärzte die Dosis mit großer Vorsicht ein: Erhöhen sie die Menge stark, bekommt Emilia häufig bakterielle und Pilzinfektionen; senken sie die Dosis, beginnt die transplantierte Niere ihre Filterfunktion zu verlieren. a) Begründe das biologische Dilemma, das dieses empfindliche Gleichgewicht erklärt, und benenne, welche Bestandteile des Immunsystems bei jedem der beiden Risiken beteiligt sind. b) Wenn Emilia während eines Grippeausbruchs eine Arztpraxis aufsuchen muss, sage voraus, welchen besonderen Risiken sie ausgesetzt ist, und begründe zwei unverzichtbare Selbstschutzmaßnahmen, die sie ergreifen muss.

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Zurück zum Anfang: Die Barrieren halten die meisten Erreger fern. Gelangt doch einer hinein, reagiert zuerst die unspezifische, dann die spezifische Abwehr, und das Immungedächtnis macht dich gegen viele Erreger für lange Zeit unempfindlich.

Auf einen Blick

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